Der Schäferhund: Alles, was Sie zur Haltung des beliebten Hundes wissen müssen

  • Schäferhunde sind mutig, treu, zuverlässig, arbeitswillig, fleißig – und sie sind gerne mit Menschen zusammen.
  • Der Deutsche Schäferhund ist weltweit die beliebteste Hunderasse. Seine Vielseitigkeit ist kaum zu toppen.
  • Für Faulpelze ist der Deutsche Schäferhund nichts. Der will lieber geistig und körperlich gefordert und gefördert werden.

Als Schäferhunde wurden einst alle Hunderassen zusammengefasst, die den Schäfern als Arbeitstiere zum Hüten, Zusammenhalten, Treiben und Bewachen der Schafherden zur Seite standen. Durch Züchtungen entwickelten sich weitere Rassen, die passende Eigenschaften zur Erfüllung dieser Aufgaben haben sollten. Gehorsam, Ausdauer, Robustheit und eine hohe Konzentrationsfähigkeit waren die Anforderungen. Heute sind nur noch wenige dieser Rassen bei einem Schäfer im Einsatz. Schäferhund wird oft mit der Rasse „Deutscher Schäferhund“ gleichgesetzt.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Schäferhunde. Sie erhalten einen Überblick, welche Rassen international als Schäferhunde geführt werden. Ausführlich informieren wir Sie über den Deutschen Schäferhund. Zudem erfahren Sie, welche vielfältigen Fähigkeiten er für den Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen besitzt und warum er so beliebt als Familienhund ist und Sie erhalten Tipps für den Kauf. Am Ende finden Sie in einem Steckbrief alle wichtigen Merkmale noch einmal kurz zusammengefasst.

1. Die verschiedenen Schäferhundrassen

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist der kynologische Weltverband, der für die einheitliche Beschreibung der Rassestandards für Hunde zuständig ist. In der Rassennomenklatur des Verbandes sind über 340 Hunderassen gelistet.

Diese Hunderassen zählen international zu den Schäferhunden

Ursprungsland Rasse
Australien Australian Kelpie
Belgien Belgischer Schäferhund
Schipperke
Deutschland Deutscher Schäferhund
Frankreich Berger de Beauce

Briard (Berger de Brie)

Langhaariger Pyrenäenschäferhund (Chien de Berger des Pyrénées à poil long)

Picardie Schäferhund (Berger Picard)

Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht (Chien de Berger des Pyrénées à face rase)

Großbritannien Altenglischer Schäferhund (Old English Sheepdog, Bobtail)

Bearded Collie

Border Collie

Kurzhaariger schottischer Schäferhund (Collie Smooth)

Langhaariger schottischer Schäferhund (Collie Smooth)

Shetland Sheepdog

Welsh Corgi (Cardigan)

Welsh Corgi (Pembroke)

Italien Bergamasker Hirtenhund (Cane da Pastore Bergamasco) (Pembroke)

Maremmen-Abruzzen-Schäferhund (Cane de Pastore Maremmano-Abruzzese)

Kroatien Kroatischer Schäferhund (Hrvatski ovčar)
Niederlande Holländischer Schäferhund

Niederländischer Schapendoes

Saarloos Wolfhund

Polen Polnischer Niederungshütehund (Polski Owczarek Nizinny)

Tatra Schäferhund (Polski wczarek Podhalanski)

Rumänien Carpatin (Ciobănesc Românesc Carpatin)

Mioritic (Ciobănesc Românesc Mioritic)

Russland Südrussischer Ovcharka (Ioujnorousskaia Ovtcharka)
Schweiz Weißer Schweizer Schäferhund
Slowakei Slowakischer Tschuvatsch (Slovenský Čuvač)

Tschechoslowakischer Wolfhund

Spanien Katalanischer Schäferhund

Mallorca Schäferhund

Ungarn Komondor

Kuvasz

Mudi

Puii

Pumi

USA Australischer Schäferhund

2. Der Deutscher Schäferhund ist sehr beliebt

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Der Deutsche Schäferhund ist auch als Familienhund sehr beliebt.

Der Deutsche Schäferhund ist weltweit eine der beliebtesten Hunderassen. In Deutschland leben rund 250.000 dieser Hunde. In der Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen liegen die jungen Deutschen Schäferhunde mit Abstand seit Jahren ganz vorn. 2016 wurden über 10.000 Welpen von deutschen Züchtern gemeldet.

Die Rasse „Deutscher Schäferhund“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Hundezüchter Rittmeister a.D. Max Emil Friedrich von Stephanitz ins Leben gerufen. Er wollte nach den Vorbildern von Hütehunden einen vielseitigen Gebrauchshund züchten.

Er startete mit zwei Rüden namens „Horand von Grafath“ und „Luchs von Sparwasser“, die als Stammväter des Deutschen Schäferhundes gelten. Mit Freunden gründete von Stephanitz den Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V., der bis heute die Maßstäbe rund um Zuchtaktivitäten, Ausbildung sowie Forschung für diese Rasse setzt.

Wolfhunde

1995 kam es in der damaligen CSSR im Rahmen eines biologischen Versuchs zur Paarung zwischen Deutschem Schäferhund und einem Karpatenwolf. Dabei entstand die Rasse Tschechoslowakischer Wolfhund. Paarungen zwischen Haushund und Wolf sind inzwischen verboten. Mischlinge der Rassen, die dem Wolf ähnlich sehen, sind aber immer noch ein beliebtes Zuchtobjekt.

Der Altdeutsche Schäferhund ist die langhaarige Variante des Deutschen Schäferhundes, die nicht FCI-anerkannt ist. Ursprünglich wurden langhaarige Welpen aus dem Wurf Deutscher Schäferhunde getötet, da ihr langes Fell für den Einsatz als Gebrauchshund nicht geeignet war. Später nahmen sich Züchter gezielt der langhaarigen Welpen an, woraus die Rasse Altdeutscher Schäferhund entstand. Da ihr Schutztrieb, Gehorsamswille und Bewegungsdrang weniger ausgeprägt und ihr Temperament etwas gedämpfter sind als bei den kurzhaarigen Verwandten, sind sie ein sehr beliebter Familienhund.

2.1. Diese Merkmale beschreiben den Deutschen Schäferhund

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Deutsche Schäferhunde beim Schafe hüten sind heute selten.

Zu den wichtigsten Rassemerkmalen des Deutschen Schäferhundes zählen:

  • Fellfarben: Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen; einfarbig schwarz, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzen Sattel und Maske
  • Fellstruktur: Stockhaar oder Langstockhaar mit Unterwolle
  • Körperform: mittelgroß, leicht gestreckt, kräftig, muskulös
  • Ohren: mittelgroße Stehohren, die aufrecht und gleichgerichtet sind

Die wichtigsten Wesensmerkmale des Deutschen Schäferhundes sind:

  • Ausgeglichenheit
  • Nervenstärke
  • Selbstsicherheit
  • Gutartigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Triebverhalten

2.2. Der Deutsche Schäferhund übernimmt gern Aufgaben

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Er hört aufs Wort und steht treu zur Seite: der Deutsche Schäferhund im Dienst.

Zuverlässigkeit, Ausdauer, Einsatzbereitschaft, Gehorsam und Arbeitswille machen den Deutschen Schäferhund zum geborenen Diensthund für die verschiedensten Einsätze. Durch seine ausgeprägte Lernfähigkeit kann er in sehr vielen Aufgabenbereichen ausgebildet und eingesetzt werden – was ihm auch noch Spaß macht.

Deutsche Schäferhunde werden in diesen Bereichen eingesetzt:

    • Diensthunde bei Polizei und Bundeswehr
    • Drogen- und Sprengstoffsuchhunde bei Zoll und Bundesgrenzschutz
    • Rettungs- und Lawinensuchhunde bei Bergwacht und Hilfsorganisationen
    • Behindertenführhunde
    • Begleithunde

2.3. Der Deutsche Schäferhund beschützt seine Familie

Ein Deutscher Schäferhund hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und ist sehr treu. Wer einmal sein Herz gewonnen hat, kann sich immer auf ihn verlassen. Voraussetzung dafür ist, dass er von klein auf soziales Verhalten erlernt und erlebt hat. Fühlt er sich bei Ihnen zu Hause, wird er Ihr Heim und alle Familienmitglieder gut bewachen und im Ernstfall verteidigen. Der Hund lebt gerne mit Menschen zusammen und ist kinderlieb. Es ist gut, wenn Sie ihn im familiären Umfeld unterbringen. Das Leben in einem Zwinger im Garten gefällt ihm nicht so und führt zu übernervösem Verhalten.

Wichtig ist, dass der Deutsche Schäferhund auch im Familienkreis körperlich und geistig beschäftigt und gefordert wird. Ansonsten sucht er sich selbst eine Beschäftigung, zum Beispiel mit Wildern. Mehrere längere Spaziergänge am Tag sind auf jeden Fall notwendig. Darüber hinaus sollten Sie möglichst regelmäßig Trainingseinheiten mit Ihrem Hund absolvieren.

2.4. Der Deutsche Schäferhund ist ein Sportsfreund

Für sportliche Menschen ist der Deutsche Schäferhund der ideale Kamerad. Sei es als Partner beim Lauftraining, beim Radfahren, beim Schwimmen oder bei einer der speziellen Hundesportarten – Sie werden gemeinsam viel Spaß erleben.

Hinweis: Beim Hundesport sind Halter und Hund gemeinsam aktiv. Es gibt verschiedene Sportarten, die den Fähigkeiten der jeweiligen Hunderasse angepasst sind. Teils dienen diese als Erziehungsprogramm, teils sind es auch Turniersportarten, bei denen Sie sich mit anderen Mensch/Hund-Teams messen können.

3. Was der Deutsche Schäferhund braucht

3.1. Eine gute Erziehung

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Deutsche Schäferhunde müssen wissen, wer das Sagen hat.

Eine gute Hundeerziehung von klein auf ist für den Deutschen Schäferhund enorm wichtig. Er braucht ein starkes Frauchen oder Herrchen, die klare Regeln für das Miteinander aufstellen und ihm seine Grenzen aufzeigen. Als Halter müssen Sie eindeutig klarmachen, dass Sie die Führung haben und bestimmen. Wenn Sie Ihren Hund nicht erziehen, kann es sein, dass er mit aggressivem und dominantem Verhalten reagiert.

Zwang mag der Deutsche Schäferhund übrigens nicht. Sie erreichen mehr, wenn Sie ihn für richtiges Verhalten loben oder mit ein paar Streicheleinheiten belohnen. Wenn Sie merken, dass er nicht bei der Sache ist, lassen Sie ihn lieber in Ruhe. Trotzdem werden Sie schnell Fortschritte sehen, denn Deutsche Schäferhunde sind intelligent und sehr lernfähig.

3.2. Die richtige Ernährung

Für sein bewegtes Leben braucht der Deutsche Schäferhund ausreichend Futter, das dem jeweiligen Entwicklungsstand angepasst ist. In rasender Geschwindigkeit werden aus einem Welpen erwachsene Hunde, später Senioren. Hochwertige Fertigprodukte als Nass- oder Trockenfutter oder ein Mix aus beiden sind für die Ernährung in jedem Lebensalter gut geeignet. Rund 500 Gramm pro Tag für einen erwachsenen Hund sollten Sie einplanen. Das Futter wird am besten zweimal täglich – immer zur gleichen Zeit – angeboten. Dies kommt dem Verdauungsprozess des Hundes zugute und wirkt gleichzeitig erzieherisch gegen Futterbetteln. Frisches, sauberes Wasser müssen Sie Ihrem Hund ständig bereitstellen.

Pro und Kontra Trockenfutter

  • preiswerter als Nassfutter
  • saubere Anwendung
  • lange Haltbarkeit, kann gut gelagert werden
  • kann durch Festigkeit der Zahnpflege dienen
  • als Leckerli zur Belohnung einsetzbar
  • wenig Eigengeschmack
  • erhöhter Flüssigkeitsbedarf
  • ältere Hunde können harte Brocken oft nicht kauen
  • oft mit Geschmacksverstärkern versetzt
  • Inhaltsstoffe oft nicht eindeutig deklariert

3.3. Ein wenig Pflege

Der Deutsche Schäferhund ist nicht sehr anspruchsvoll, was die Pflege betrifft. Für die Fellpflege reicht regelmäßiges Kämmen und Bürsten. Beim Fellwechsel allerdings haaren die Hunde sehr stark. Regelmäßig sollte das Gebiss, die Augen und die Ohren kontrolliert werden, um mögliche Entzündungen und Infektionen rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen. Gut ist es auch, wenn Sie täglich die Pfoten auf Verletzungen oder eingetretene Steinchen kontrollieren. Zudem müssen die Krallen gekürzt werden, allerspätestens dann, wenn sie den Boden berühren.

3.4. Eine artgerechte Gesundheitsvorsorge

Durch seine robuste Natur ist der Deutsche Schäferhund gegen allerlei Wehwehchen gefeit. Entwurmungskuren und Impfungen sollten natürlich regelmäßig durchgeführt werden.

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Immer in Bewegung zu sein, geht schon mal auf die Gelenke.

Leider kommt es auch öfters auch zu Krankheiten, die den Gelenkapparat betreffen, wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie. Deshalb übertreiben Sie die sportlichen Aktivitäten nicht – vor allem solange der Hund noch nicht ausgewachsen ist. Wenn Sie mit Ihrem Hund Leistungssport treiben wollen, sollten Sie vorher Informationen zum Zustand der Gelenke Ihres Hundes bei Ihrem Tierarzt erfragen. Öfters wird beim Deutschen Schäferhund auch von einer Anfälligkeit für Taubheit und Allergien berichtet.

4. Was ein Deutscher Schäferhund kostet

Die Anschaffungskosten für einen reinrassigen Welpen schlagen mit einem Preis ab 600 Euro zu Buche. Wenden Sie sich an einen seriösen Züchter, wenn Sie einen Welpen kaufen wollen. Beim Verband für das Deutsche Hundewesen finden Sie seriöse Züchter in Ihrer Nähe.

Darüber hinaus fallen diverse Kosten zur Hundehaltung an. Die wichtigsten Ausgabenposten haben wir für Sie in der folgenden Liste zusammengestellt.

Kosten Erstausstattung

      • 2 Näpfe (Futter/Wasser): ab 15 Euro
      • Hundedecke: ab 20 Euro
      • Hundebett: ab 30 Euro
      • Leine und Halsband: ab 30 Euro
      • Autoausstattung (Transport und Sicherung): ab 30 Euro
      • Futter: ab 35 Euro/Monat

Laufende Kosten

      • Hundesteuer: 0-190 Euro/Jahr (abhängig von der Gemeinde, in der der Hund gehalten wird)
      • Futter: ab 35 Euro/Monat
      • Tierarzt (Entwurmung, Impfung, Routineuntersuchungen): ab ca. 30 Euro/Monat
      • Ersatz für Ausstattungsgegenstände: ca. 20 Euro/Monat
      • Hundehaftpflicht: ca. 60/Jahr
      • Hundekrankenversicherung: ab ca. 35 Euro/Monat

Tipp: Eine bundesweite Übersicht zur Hundesteuer hat die Stiftung Warentest ins Netz gestellt.

Zusatzkosten (falls benötigt)

      • Tierarztkosten für unerwartete Erkrankungen, Verletzungen Operationen
      • Hundeschule/Erziehung: abhängig von Maßnahme und Schule
      • Hundesport: Ausgaben für Zubehör, Kurse, Gebühren
      • Hundesitter/Hundepension: bei längerer Abwesenheit oder Urlaub

Achtung: Hundehalter haften für Schäden, die ihr Tier verursacht. Zum Beispiel wenn Ihr Hund einen Unfall verursacht oder einen Menschen beißt und dieser Schmerzensgeldansprüche erhebt. Vor allem für große Hunde ist eine Tierhaftpflichtversicherung sehr empfehlenswert. Schäden von Kleintieren – zum Beispiel Katzen – sind in der Regel über Ihre Privathaftpflichtversicherung abgedeckt.

5. Steckbrief: Deutscher Schäferhund

Steckbrief Deutscher Schäferhund
Ursprungsland Deutschland
Gezüchtet seit 1899
Größe Rüden 60-65 Zentimeter
Größe Hündinnen 55-60 Zentimeter
Gewicht Rüden 30-40 Kilogramm
Gewicht Hündinnen 22-32 Kilogramm
Lebenserwartung 10-12 Jahre
Wesen gutartig, robust, aufmerksam, physich und psychisch sehr belastbar
Charakter gutes Sozialverhalten, kommt gut mit Menschen und anderen Tieren aus, treu
Verwendung Begleithund, Behindertenführhund, Diensthund bei Behörden, Familienhund, Hütehund, Rettungshund, Wachhund
Geeignet für Familien, Sportler, Einsatzkräfte
Weniger geeignet für Anfänger, Stubenhocker
Anschaffungspreis Welpe ab 600 Euro

Besonderheiten:
Deutsche Schäferhunde brauchen sehr viel Auslauf, mindestens mehrmals täglich lange und abwechslungsreiche Spaziergänge. Darüber hinaus sollten sie regelmäßig mit körperlich fordernden Trainingseinheiten und Spielen zur geistigen Herausforderung beschäftigt werden. Hundeanfänger sind mit diesen Aufgaben oftmals überfordert.

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