Die Deutsche Dogge: Wichtige Tipps zur Haltung und Pflege

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  • Deutsche Doggen sind groß und kräftig, aber gutmütig.
  • Wer sich eine Deutsche Dogge ins Haus holt, braucht viel Platz und Geld für eine artgerechte Versorgung.
  • Aufgrund ihrer Größe sind Deutsche Doggen krankheitsanfällig und werden nicht sehr alt.

Deutsche Doggen sind die Aristokraten unter den Haushunden. Mit ihrer Größe und Gangart vermitteln sie Stolz, Kraft und Eleganz. Stehen sie, wirken sie wie eine Statue, flößen dem Betrachter und anderen Hunden Respekt ein. Dabei sind sie sehr sensibel und manchmal stur.

Wer eine Deutsche Dogge als Haushund hält, muss in großen Dimensionen planen. Die Dogge braucht viel Platz in der Wohnung, einen Garten zum Auslauf, ein großes Auto für den Transport, große Mengen an hochwertiger Nahrung und eine ganze Menge Fürsorge.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Doggen. Sie erhalten Informationen zu ihrer Herkunft und einen Überblick über die international als Doggen geführten Rassen. Ausführlich informieren wir Sie über die Stärken und Schwächen der Deutschen Dogge, warum sie viel Zuwendung braucht und gut als Familienhund geeignet ist. Darüber hinaus geben wir Ihnen Tipps für den Kauf. Am Ende finden Sie in einem Steckbrief alle wichtigen Merkmale noch einmal kurz zusammengefasst.

1. Die Herkunft der Deutschen Dogge

Doggen als Reichshunde

Berühmtheit erlangte die Deutsche Dogge unter Reichskanzler und Doggenliebhaber Otto von Bismarck. Er besaß mehrere Doggen. „Tyras“ und „Sultan“ waren die bekanntesten Vertreter. Bismarcks Doggen sind als „Reichshunde“ in die Geschichte eingegangen.

Im mitteleuropäischen Raum wurden doggenartige Hunde, die ursprünglich aus England stammten, bis Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem als Jagdhunde eingesetzt. Es gab viele Bezeichnungen für diese Hunde: Hatzrüde, Saupacker, Ulmer Dogge, Dänische Dogge, Englische Dogge und einige andere. Die Hunde unterschieden sich nur wenig in Größe, Farbe oder Körperbau. 1880 beschloss in Berlin ein Komitee aus Züchtern und Richtern, diese Hunde unter dem Namen „Deutsche Dogge“ zusammenzufassen. Zur Förderung der Rasse wurde 1888 der Deutsche Doggen-Club 1888 e.V. gegründet, der bis heute den Rassenstandard betreut.

1.1. Die verschiedenen Doggen

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist der kynologische Weltverband, der für die einheitliche Beschreibung der Rassestandards für Hunde zuständig ist. In der Rassenbeschreibung des Verbandes sind über 340 Hunderassen gelistet. Doggen zählen zur Gruppe der Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde.

Diese Hunderassen zählen international zu den Doggen:

Ursprungsland Rasse
Argentinien Dogo Argentino
Deutschland Deutsche Dogge
Frankreich Bordeauxdogge
Französische Bulldogge
Großbritannien Bulldog
Irland Irish Wolfhound
Spanien Ca de bou
Dogo Canario
Mallorca Dogge
Perro Dogo Mallorquin
Tibet (China) Do Khyi

2. Die Deutsche Dogge ist sensibel und anhänglich

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Doggen sind sehr anhänglich.

Deutsche Doggen sind sehr anhänglich, vor allem gegenüber der Bezugsperson. Eine  der besonderen Eigenschaften ist, dass sie  menschliche Stimmungen wahrnehmen und selbst darauf reagieren. Sind Sie als Halter ein ausgeglichener Typ, wird Ihr Hund ruhig und friedlich sein. Ebenso können sich Ihre Aggressionen schnell auf den Hund übertragen, wenn Sie wütend sind.
Deutsche Doggen fühlen sich im Familienkreis besonders wohl und wollen zur Familie gehören. Wenn sie alleine sind, leiden sie. Fremden gegenüber sind Deutsche Doggen erst einmal distanziert. Sie sind wachsam, aber nicht aggressiv. Sehen sie Mitglieder „ihrer“ Familie bedroht, werden sie diese verteidigen.

2.1. Diese Merkmale beschreiben die Deutsche Dogge

Zu den wichtigsten Rassemerkmalen der Deutschen Dogge zählen:

  • Fellfarben: Gelb/Gestromt, Schwarz-Weiß gefleckt (Tigerdoggen), Schwarz, Blau
  • Fellstruktur: kurz, dicht, glatt anliegend, glänzend
  • Körperform: kräftig, muskulös, ausdrucksvoller Kopf
  • Ohren: hängend, mittlere Größe, seitlich abstehend oder flach anliegend

Die wichtigsten Wesensmerkmale der Deutschen Dogge sind:

  • selbstsicher
  • ruhig
  • liebevoll
  • anhänglich

Achtung: Deutsche Doggen sabbern stark. Das hängt mit den speziellen Lefzen zusammen und lässt sich nicht abtrainieren. Wenn Sie Probleme damit haben, sollten Sie eine andere Hunderasse wählen.

3. Was die Deutsche Dogge braucht

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Kinder und Doggen verstehen sich prächtig.

Deutsche Doggen brauchen Menschenkontakt. Sie wollen zusammen mit Ihrem Frauchen, Herrchen oder in einer Familie leben. Kleine Kinder und Deutsche Doggen kommen gut miteinander zurecht. Viele Doggenbesitzer beschreiben ihren Hund selbst als verspieltes Kind. Lassen Sie Ihr Kind mit einer Dogge aber nicht allein. Durch ihre Kraft und Größe könnte sie ungewollt gefährlich für das Kind werden.
Ihre Wohnung sollte groß genug sein, damit ein so großer Hund darin seinen Platz findet und sich frei bewegen kann. In vollgestellten Wohnungen ist dies schwer möglich. Platz benötigen Sie zudem für einen ausreichend großen Schlafplatz mit einer weichen Unterlage.

3.1. Eine einfühlsame Erziehung für das Kraftpaket

Auch die gutmütigste Deutsche Dogge kann allein aufgrund ihrer Größe und Kraft Schaden anrichten. Eine gute Erziehung ist überaus wichtig, damit Sie Ihr Kraftpaket in Zaum halten und sicher führen lernen. Gehen Sie bei der Erziehung konsequent und mit viel Einfühlungsvermögen vor. Grundsätzlich ist die Deutsche Dogge lernwillig. Mit strengen Erziehungsmaßnahmen und Druck erreichen Sie nichts, dann stellt sie sich stur. Sozialisieren Sie Ihren Hund frühzeitig  und machen Sie ihn mit den Lebewesen und Situationen in seiner Umgebung vertraut.

Viele Menschen reagieren ängstlich oder aggressiv, wenn Sie großen Hunden in der Öffentlichkeit begegnen. Sie und Ihr Hund müssen auch dann gelassen bleiben.

Welche Vor- und Nachteile große Hunde mit sich bringen, haben wir für Sie zusammengetragen:

  • vermitteln das Bild vom Urtyp Hund
  • flößen Ehrfurcht ein
  • eignen sich als Beschützer und Bewacher
  • kosten viel Geld
  • brauchen viel Platz in der Wohnung und im Auto
  • man muss mit Anfeindungen in der Öffentlichkeit rechnen

3.2. Eine artgerechte Gesundheitsvorsorge

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Mit Ihrer Dogge müssen Sie öfters zum Arzt.

Die Lebenserwartung Deutscher Doggen ist mit maximal 8-10 Jahren nicht sehr hoch. Die von Züchtern und Käufern gewünschte Größe macht der Rasse zu schaffen. Fast ein Drittel der Deutschen Doggen sterben noch vor dem fünften Lebensjahr. Die Rasse ist anfällig für diverse Leiden: Herzkrankheiten, Knochenkrebs, Gelenkerkrankungen, Magendrehung, Augenleiden. Sie müssen sich gut um Ihren Hund kümmern, damit er möglichst lange gesund bleibt. Regelmäßig sind Impfungen und Entwurmung beim Tierarzt notwendig.

Besonders wichtig ist es, den Bewegungsapparat art- und altersgerecht zu unterstützen und das rechte Maß zwischen Bewegung und Schonung zu finden. Treppensteigen ist in jedem Alter ungut und verkürzt garantiert die Lebensdauer. Es belastet das Skelett des langen und großen Tieres zu stark. Deutsche Doggen sollten nur in einer Wohnung im Erdgeschoß oder mit Aufzug gehalten werden.

Im Welpenalter dürfen Knochen, Sehnen und Muskeln nicht überlastet werden, sonst kann es zu schweren gesundheitlichen Schäden kommen. Spielrunden und Rennen mit anderen Hunden müssen eingeschränkt werden. Dies gilt besonders zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat, wenn die Geschwindigkeit des Wachstums besonders hoch ist. Spätestens nach 18 Monaten sind die Welpen ausgewachsen.

Erwachsene Hunde brauchen täglich Spaziergänge, damit die Sehnen und Muskeln und auch das Herz gestärkt werden.

Tipp: Der Aufenthalt im Freien wirkt sich positiv auf die Gesundheit einer Deutschen Dogge aus. Ein Garten, im dem sich Ihr Hund aufhalten kann, macht sein Leben leichter.

3.3. Die individuelle Ernährung

Eine Deutsche Dogge benötigt von klein auf speziell abgestimmte Nahrung, die ihrem Wachstumsprozess angepasst ist. Am besten fragen Sie dazu Ihren Tierarzt und lassen sich von ihm einen individuellen Ernährungsplan ausarbeiten. So wird gewährleistet, dass Ihr Hund jederzeit die Nährstoffe erhält, die seinem jeweiligen Entwicklungs- und Gesundheitsstand optimal angepasst sind. Allgemeingültige Angaben zu Futterart und –menge sind schwer zu machen.

Die optimale Nahrungsgabe ist abhängig von

    • Körperbau
    • Größe
    • Gewicht
    • Aktivität

Zur groben Orientierung: Eine erwachsene Deutsche Dogge benötigt täglich rund ein Kilogramm Trockenfutter oder zwei Kilogramm Mix aus Trocken- und Nassfutter. Genügend sauberes Waser sollte Ihrem Hund jederzeit zugänglich sein.

3.4. Ein wenig Pflege

Das kurzhaarige Fell der Deutschen Dogge braucht wenig Pflege, regelmäßiges Bürsten reicht. Kontrollieren Sie auch die Augen und die Ohren täglich, um mögliche Entzündungen und Infektionen rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.

4. Was eine Deutsche Dogge kostet

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Bei der Auswahl der Welpen sollten Sie lieber auf die Gesundheit als auf den Preis achten.

Aufgrund der enormen Größe verursacht eine Deutsche Dogge bis zu zehnmal höhere Kosten als ein kleiner Hund. Alles muss ein paar Preisstufen höher gerechnet werden: die Erstausstattung, die Tierarztkosten, das Futter.
Wenn Sie einen reinrassigen Welpen anschaffen, müssen Sie mit einem Preis ab 1.000 Euro rechnen. Je nach Aufwand, den ein Züchter betreibt, kann diese Summe noch weit höher liegen.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Züchter viel Wert auf gesundheitliche Aspekte legt und die Welpenversorgung sehr gewissenhaft betreibt. Ansonsten werden Sie später sehr viel Geld für den Tierarzt aufbringen müssen. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild bei einem Besuch des Zuchtbetriebs.  Schauen Sie sich bei mehreren Züchtern um, bevor Sie sich für ein Tier entscheiden.

Tipp: Der Deutschen Doggen-Club 1888 e.V. informiert im Internet über Züchter mit Welpen .

Neben den Ausgaben für die Anschaffung fallen diverse Kosten zur Hundehaltung an. Die wichtigsten Ausgabenposten finden Sie in diesem Ratgeber.

5. Steckbrief: Deutsche Dogge

Steckbrief Deutsche Dogge
Ursprungsland Deutschland
Gezüchtet seit 1888
Größe Rüden 80-90 Zentimeter
Größe Hündinnen 72-84 Zentimeter
Gewicht Rüden 54-90 Kilogramm
Gewicht Hündinnen 45-59 Kilogramm
Lebenserwartung 6-10 Jahre
Wesen kinderlieb, anhänglich, sensibel, manchmal stur
Charakter selbstsicher, hohe Reizschwelle, kein Aggressionsverhalten
Verwendung Begleithund, Familienhund
Für wen geeignet Personen mit Platz und Zeit, Familien
Eher nicht geeignet für Anfänger, Sportler
Anschaffungspreis Welpe ab 1.000 Euro
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