Primaten

Zu den Primaten zählt man weitaus mehr Arten als Schimpansen, Gorillas oder Orang-Utans, die jedoch den meisten Menschen unter diesem Begriff bekannt sind. Diese sogenannten Menschenaffen machen sogar nur einen kleinen Teil der Primaten aus: Lemuren, Gibbons und Meerkatzen sorgen für die große Artenvielfalt. Auch der Mensch gehört dieser Ordnung an, weshalb man nützliches Wissen über die Entwicklung und die Verhaltensweisen des Menschen mithilfe dieser Tiere nachvollziehen kann.

Frühere Einteilungen unterschieden “Halbaffen” von “echten Affen”, wobei dieser Bezeichnungen irreführend und daher nicht mehr gebräuchlich sind.

 

1. Die Ordnung der Primaten beinhaltet ca. 400 Arten

Der Stammbaum der Primaten unterscheidet grundsätzlich zwischen Feucht- und Trockennasenprimaten. Innerhalb dieser Ordnung existieren zahlreiche Untergruppen, von denen die jeweils wichtigsten in einer Liste der Affenarten genannt werden sollen:

 

LemurenZu den Feuchtnasenprimaten zählen:  Lemuren, Loriartigen, die wiederum die Oberkategorie der Fingertiere und Makis, Loris und Galagos bilden.

 

Innerhalb der Trockennasenprimaten wird geographisch zwischen Alt- und Neuweltaffen unterschieden. Altweltaffen sind in Eurasien und Afrika beheimatet, Neuweltaffen auf dem amerikanischen Kontinent, in erster Linie in Südamerika. Gibbons, Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans, Bonobos und Meerkatzen zählen zu den Altweltaffen.

 

Innerhalb der Säugetierordnung weisen die Primaten spezielle Merkmale auf, die sie in ihrer Zusammenstellung von anderen Säugetieren hervorhebt.

  • Der Daumen und der große Zeh stehen den anderen Fingern/Zehen gegenüber, was das präzise Greifen von Gegenständen überhaupt erst ermöglicht.
  • Flache Nägel im Gegensatz zu Krallen
  • Relativ große Gehirne
  • Ausgeprägter Gesichtssinn, Farbsehen ist bei vielen Arten ausgeprägt
  • Geburt meist eines Jungen, Mehrlingsgeburten sind selten, lange Trage- und Stillzeit

 

2. Der Körper der Primaten gibt oftmals Aufschluss über den Lebensraum

SchimpanseBesonders in den Bäumen lebende Arten weisen lange, kräftige Oberarme auf, mit denen sie sich behände und schnell durch die Wipfel des Regenwaldes bewegen können. Viele können sowohl auf zwei als auch auf vier Beinen gehen, wobei die meisten mit Ausnahme des Menschen die Fortbewegung auf allen Vieren bevorzugen. Während Gorillas und Schimpansen auf ihren Knöcheln gehen, nutzen anderen Arten die vollständige Fläche der Solen aus. Bis auf den Menschen sind alle Primaten stark behaart, bei manchen sogar Gesicht und Fußsolen. Das Fell ist bei vielen Arten einfarbig (braun, weiß, schwarz oder grau), einzig der Pavian macht mit kräften blauen und roten Fellzeichnung am Gesicht und Gesäß auf sich aufmerksam.

 

Der Schwanz kann bei einigen Arten nur als Stummel ausgeprägt sein, bei anderen sogar die Funktion des Greifens erfüllen und dient aufgrund seiner Länge auch als Gleichgewichtshilfe. Viele Arten haben große und gut entwickelte Augen. Bestimmt sind Ihnen schon einmal die großen Augen der Makis aufgefallen, welche den kleinen Baumbewohnern eine exzellente Nachtsicht ermöglichen.

 

Der Schädel ist bei vielen Arten groß und besonders die Menschenaffen sind zu einer kontrollierten und ausdrucksstarken Mimik fähig, die im Tierreich einmalig ist. Bei Menschenaffen gibt es keine saisonale Paarungszeit, die Weibchen sind das ganze Jahr über immer wieder zur Fortpflanzung bereit. Die Geschlechtsreife tritt nach 5-6 Jahren ein, jedoch erfolgt die erste Paarung meist erst nach 10-14 Jahren. Trotz ihrer Größe bringen die Primaten meistens nur 1 Junges auf die Welt, mehr als 3 Junge sind auch bei kleineren Lemurenarten unüblich. Die Tragezeit ist relativ lang und der Nachwuchs bleibt oft mehrere Jahre bei seiner Mutter. Die Lebenserwartung schwankt stark, kann aber bei Schimpansen und Gorillas bis zu 40 Jahre betragen.

 

3. Der Großteil der Primaten ernährt sich überwiegend vegetarisch

Gorilla frisstAuch wenn dies viele überrascht: Der Berggorilla als größter und stärkster Primat frisst ausschließlich pflanzliche Kost. Blätter und vereinzelte Früchte stehen auf seinem Speiseplan. Auch Bonobos ernähren sich überwiegend von Obst und Blättern, manche Lemuren und Lokis sind sogar auf Früchte spezialisiert. Nur Bären- und Koboldmakis wählen zu einem großen Teil Insekten als Nahrung aus.

 

Schimpansen nehmen unter den Menschenaffen in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein: Zwar ernähren sie sich auch zu einem großen Anteil pflanzlich, jagen und erlegen allerdings auch kleine Säugetiere und sind auch bei Insekten und Eiern nicht wählerisch. Um ihre Beute zu erreichen, wenden sie sogar Werkzeuge wie Stöcke oder Steine an, was in diesem Umfang bei keiner anderen Menschenaffenart beobachtet wurde.

 

4. Das Sozialverhalten der Menschenaffen wurde durch Forscherinnen erschlossen

Dian Fossey, Jane Goodall und Birute Galdikas waren bzw. sind Pioniere auf dem Gebiet der Verhaltensforschung bei Menschenaffen. Durch ihre Untersuchungen gelang es den Forscherinnen, einen Einblick in die Sozialstrukturen der Affen zu erhalten, und aus diesen Erkenntnissen wichtige Thesen über die Evolution des Menschen aufstellen zu können. Aufgrund ihres unermüdlichen Engagements und ihrer fundierten Forschung stehen die Affen heute unter Schutz, da alle Menschenaffen durch die Abholzung des Regenwaldes und die Jagd auf Buschfleisch auf der Lister der gefährdeten Arten stehen.

 

In unserem Lexikon erfahren Sie alles über ausgewählte Affenarten, Bilder und Fotos veranschaulichen unsere Beiträge. Sicherlich werden Sie von einigen Fakten überrascht sein, denn auch wenn uns Schimpansen und Co vermeintlich ähnlich sind, weisen sie einige besondere Merkmale auf.

Goldgelbes Löwenäffchen

Goldgelbes, Rötel- oder Großes Löwenäffchen wissenschaftlicher Name: Leontopithecus rosalia. Das Goldgelbe Löwenäffchen gehört zur Familie der Krallenaffen (Linnaeus, 1766) Englisch: Golden Lion Tamarin, Golden Marmoset Französisch: Petit singe-lion doré Finnisch: Kultaleijona-apina Niederländisch: Gouden leeuwaapje, Gewoon leeuwaapje Portugiesisch: Mico-leão-dourado Spanisch: Tamarino león dorado, Tití leoncito   Gattung: Löwenäffchen (Leontopithecus) Familie: Krallenaffen (Callitrichidae) Teilordnung: Neuweltaffen (Platyrrhini) Unterordnung: Trockennasenaffen […]

Lisztaffe

Lisztaffe oder -äffchen wissenschaftlicher Name: Saguinus oedipus. Der Lisztaffe gehört zur Familie der Krallenaffen (Linnaeus, 1758) Englisch: Cottontop Tamarin, Cotton-headed Tamarin, Pinché Tamarin Französisch: Pinché à crête blanche, Tamarin à perruque, Tamarin d’Oedipe, Tamarin pinché Dänisch: Paryk-pinché Finnisch: Valkotöyhtötamariini Italienisch: Tamarino edipo Niederländisch: Gewone pincheaap Schwedisch: Bomullshuvudtamarinen, Pinchéapan Spanisch: Tití cabeza blanca, Tamarino algodonoso, Pinche   […]

Krallenäffchen

wissenschaftlicher Name: Callitricidae. Krallenäffchen sind eine Familie der Primaten Infos zu den Krallenäffchen Teilordnung: Neuwelt- oder Breitnasenaffen (Platyrrhini) Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini) Ordnung: Primaten (Primates) Überordnung: Euarchontoglires Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria) Klasse: Säugetiere (Mammalia) Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda) Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata) Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata) Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata) Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia) Bilateria Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa) Unterreich: Vielzeller […]

Indischer Hutaffe

wissenschaftlicher Name: Macaca radiata. Der Indische Hutaffe gehört zur Familie der Meerkatzenverwandten (É. Geoffroy, 1812) Englisch: Bonnet Macaque Französisch: Macaque à bonnet, Macaque bonnet chinois, Macaque commun Italienisch: Macaco dal berretto indiano Schwedisch: hattapa, mössapa Spanisch: Macaca de Madras   Gattung: Makaken (Macaca) Tribus: Pavianartige (Papionini) Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae) Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini) Unterordnung: Trockennasenaffen […]

Mantelpavian

wissenschaftlicher Name: Papio hamadryas. Der Mantelpavian gehört zur Familie der Meerkatzenverwandten (Linnaeus, 1758) Englisch: Hamadryas Baboon, Sacred Baboon Französisch: Babouin hamadryas, Hamadryas Dänisch: Kappebavian Finnisch: Vaippapaviaani Italienisch: Amadriade Niederländisch: Mantelbaviaan Schwedisch: Mantelbabian Spanisch: Hamadríade, Babuino hamadryas, Babuino sagrade egipcio   Gattung: Paviane (Papio) Tribus: Pavianartige (Papionini) Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae) Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini) Unterordnung: […]

Katta

wissenschaftlicher Name: Lemur catta. Der Katta gehört zur Familie der Lemuren Linnaeus, 1758 Englisch: Ring-tailed Lemur Französisch: Lémur catta, Maki catta, Maki mococo Dänisch: Kattalemur Finnisch: Kissamaki Italienisch: Lemure dalla coda ad anelli, Lemure catta, Katta Niederländisch: Ringstaartmaki Portugiesisch: Lemur-de-cauda-anelada Schwedisch: Ringsvanslemur, Kattmaki Spanisch: Lémur de cola anillada, Catta   Gattung: Kattas (Lemur) Familien: Lemuren (Lemuridae) […]

Berberaffe

Berberaffe oder Magot wissenschaftlicher Name: Macaca sylvanus. Der Berberaffe gehört zur Familie der Meerkatzenverwandten (Linnaeus, 1758) Englisch: Barbary Ape, Barbary Macaque Französisch: Macaque berbère, Macaque de Gibraltar, Magot commun, Magot Dänisch: Berberabe, Gibraltaraben Finnisch: Berberiapina, Magotti Isländisch: Serkjaapi Italienisch: Bertuccia, Scimmia di Barberia Niederländisch: Berberaap, Magot Norwegisch: Berberape, Magot Portugiesisch: Macaco de Gibraltar, Macaco-de-gibraltar Schwedisch: Berberapa, magoten […]

Bärenpavian

Bärenpavian, auch Tschakma wissenschaftlicher Name: “Papio ursinus”. Der Bärenpavian gehört zur Familie der Meerkatzenverwandten. (Kerr, 1792) Englisch: Chacma Baboon, Cape Baboon Französisch: Cynocéphale de Chacma, Babouin chacma Dänisch: Chacmabavian Italienisch: Babbuino nero Niederländisch: Beerbaviaan, Kaapse baviaan Schwedisch: chacmababian Spanisch: Papión chacma, Papión negro   Gattung: Paviane (Papio) Tribus: Pavianartige (Papionini) Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae) Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) […]

Grüne Meerkatze

wissenschaftlicher Name: Chlorocebus. Die Grünen Meerkatzen sind eine Gattung der Altweltaffen Gray, 1870 Englisch: Green Monkey, Vervet Monkey Französisch: Vervet Niederländisch: Groene meerkatten Schwedisch: Grön markatta, Vervett Spanisch: Mono verde   Gattung: Grüne Meerkatzen (Chlorocebus) Tribus: Meerkatzenartige (Cercopithecini) Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae) Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini) Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini) Ordnung: Primaten (Primates) Überordnung: Euarchontoglires Unterklasse: Höhere […]

Gibbon – Langarmaffe

wissenschaftlicher Name: Hylobatidae. Gibbons sind eine Familie der Affen. Infos zu den Gibbons Überfamilie: Menschenartige (Hominoidea) Teilordnung: Altwelt- oder Schmalnasenaffen (Catarrhina) Unterordnung: Affen (Anthropoidea) Ordnung: Primaten (Primates) Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria) Klasse: Säugetiere (Mammalia) Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata) Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata) Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia) Bilateria Allgemeines Die Gibbons sind die kleinsten und leichtesten Menschenartigen Affen. Sie […]

Meerkatze

wissenschaftlicher Name: Cercopithecidae. Meerkatzen sind eine Familie der Primaten Infos zu den Meerkatzen Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini) Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini) Ordnung: Primaten (Primates) Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria) Klasse: Säugetiere (Mammalia) Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda) Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata) Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata) Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata) Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia) Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria) Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa) Unterreich: Vielzeller (Metazoa) Reich: […]