Große Hunde: Viel Schönheit und Würde auf vier Pfoten

zwei große hunde natur
  • Die Größten Hunde können eine Widerristhöhe von über einem Meter erreichen. Zu ihnen gehören die Deutsche Dogge und der Irish Wolfhound.
  • Wenn Sie überlegen, sich einen großen Hund anzuschaffen brauchen Sie genügend Platz in der Wohnung und adäquate Ausstattungsgegenstände.
  • Große Hunde können ihren Haltern alleine durch ihre Präsenz und majestätische Ausstrahlung Sicherheit geben.

Große Hunde sind für zahlreiche Menschen der Inbegriff vom Hund. Insbesondere die sehr großen Rassen wie Bernhardiner oder Neufundländer sind nicht selten gemütlich, gutmütig und flauschig.

Auch Sie lieben große Hunderassen und überlegen einen großen Hund kaufen? Dann lesen Sie diesen Ratgeber, der Ihnen einen Überblick über die größten Hunderassen und alles Wissenswerte rund um das Thema große Hunde gibt. Hier erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Kauf und Haltung eines großen Hundes.

1. Große Hunderassen: Das sollten Sie über die großen Hunde wissen

Chihuahua Bernhardiner Größenunterschied Bilder

Die Größenunterschiede von Hunden können enorm sein.

Viele der großen und sehr großen Hunderassen wurden gezüchtet, um den Menschen auf die Jagd zu begleiten (Jagdhunde), sie und ihr Hab und Gut zu beschützen (Schutz-, Hütehunde), aber leider auch, um „blutige“ Aufgaben zu erfüllen (Kampfhunde). Obwohl diese Funktionen erfreulicherweise lange schon verboten sind, fungieren einige der großen Hunderassen in vielen Gesetzesbüchern als sogenannte „gefährliche Hunderassen“. Zu unrecht, wie viele Tierschützer und Hundehalter meinen.

Tatsächlich zählen viele Hunde der größten Hunderassen zu den sanftesten überhaupt. Das trifft ganz besonders auf die Deutsche Dogge, Sennenhunde sowie auf fast alle Vertreter der großen Windhunde zu. Zu großen Hunden zählen viele der beliebten Rassen wie Leonberger, Boxer, Weimaraner und der Weiße Schweizer Schäferhund.

Info: Die Höhe eines Hundes wird ab dem Widerrist (Schulterhöhe) und nicht ab dem Kopf gemessen.

1.1 Übersicht über die größten unter den großen Hunden

Große Hunderassen Größe Ursprungsland Wesen Für Anfänger geeignet?
Bernhardiner 80-90 cm Schweiz Schutzhund, Begleithund, Familienhund; freundlich aber stur ja
Deutsche Dogge 72-100+ cm Deutschland Jagdhund, Schutzhund, Begleithund; sehr freundlich und gelassen ja
Irischer Wolfshund 71-79+ cm Irland Jagdhund, Schutzhund, Begleithund, Rennhund; treu, unerschrocken, ausgeglichen nein
Pyrenäen-Berghund 77-82 cm Frankreich Wach-, Schutz- und Hütehund; wachsam, mutig, intelligent nein
Anatolischer Hirtenhund 79-82 cm Anatolien Schutzhund, Hütehund; extrem wachsam, mißtrauisch, selbständig nein
Leonberger 75-80 cm Deutschland Hütehund, Familienhund; gelassen, gutmütig ja
Landseer 72-80 cm Deutschland, Neufundland Seerettung, Begleithund; verspielt, geduldig, tapfer ja
Barsoi 70-85 cm Rußland Jagdhund, Begleithund; unabhängig, still, zurückhaltend nein
Polnischer Chart (Chart Polski) 75-80 cm Polen Jagdhund, Begleithund; mutig, intelligent, selbstsicher ja

1.2. Hunde können über einen Meter groß werden

große hunde kleine hunde

Riesengroße Hunde haben wenig Gemeinsamkeiten mit ihren winzigen Artgenossen.

Theoretisch gibt es kein „Höchstmaß“ für Hunde, doch sie sind wie alle anderen Lebewesen auch, an genetische und anatomische Vorbedingungen gebunden. So sind vor allem die Gelenke und Knochen, die dem Wachstum in die Höhe einen Schlusspunkt setzen. Viele der großen Hunde haben Probleme mit ihren Hüftgelenken. Das betrifft insbesondere Deutsche Doggen, Schäferhunde und Retriever.

Die größten Hunde, die bekannt geworden sind, übertreffen die Größe von Ponys. Es handelt sich dabei um Deutsche Doggen und Irische Wolfshunde. Sie werden über einen Meter groß. Als groß zählt ein Hund ab der Widerristhöhe von 61 cm.

In der oben angeführten Übersichtstabelle können Sie sehen, dass die durchschnittliche Größe für besonders große Hunde bei ca. 75 bis 80 cm liegt.

Info: Bezeichnend für besonders große Hunderassen ist, dass in den FCI-Standards ein Minimum der Widerristhöhe angeben ist und die Größe nach oben hin offen ist (z. B. Irischer Wolfshund).

Doch nicht nur die Schulterhöhe macht einen Hund „groß“, sondern auch seine Gesamterscheinung, zu der auch das Gewicht dazugehört.Schauen Sie sich Zeus, den größten Hund der Welt (112 cm) in diesem kurzweiligen Hundeportrait an:

1.3. Kleine Hunde leben länger als große Hunde

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen: Große Hunde leben kürzer als ihre kleinen Artgenossen. Doch das Rätsel der großen Hunde ist noch nicht gelöst. Während ein Chihuahua schon mal 16 Jahre alt wird, und ein mittelgroßer Mischlingshund seinen 13ten Geburtstag erlebt, werden die größten Hunde kaum älter als 8 Jahre.

Wissenschaftliche Langzeitstudien (Universität Göttingen, Leitung Cornelia Kraus) vermuten, dass das schnelle Wachstum der Zellen einen schnellen Alterungsprozess nach sich zieht. Die schnelle Zellteilung begünstigt auch die Entstehung von Krebszellen.

Info: Das Gewicht eines Welpen einer großen Rasse versiebzigfacht sich innerhalb von 15 Monaten.

2. Es gibt große Hunderassen für Anfänger

Chart Polski: „Geheimtipp“

Der Polnische Chart ist eine Rasse aus dem 13. Jahrhundert. Er ist nicht nur ein aristokratischer Windhund, sondern auch ein intelligenter Schutzhund. Während der deutschen Besatzung Polens wurde ihre Haltung verboten, die Hunde selbst getötet. Nur wenige haben überlebt. Heutzutage sind sie hervorragende Begleithunde für sportliche „Anfänger“.

Tatsächlich gibt es große Hunde, die auch für sogenannte „Hundeanfänger“ geeignet sind. Was sie für Anfänger besonders geeignet macht, ist ihr ausgeglichenes Wesen, die relativ einfache Erziehung und die enge Bindung an ihren Halter oder die Familie.

Diese positiven Eigenschaften verkörpert perfekt die Deutsche Dogge, eine Hunderasse, die neben dem Irischen Wolfshund die größten Hunde der Welt hervorbringt und zudem nicht haart. Auch der beliebte Golden Retriever und einige Windhunde mit geringen Jagdtrieb und weniger Selbständigkeit eignen sind durchaus als „Anfängerhunde“.

Achtung: Wer mit seinem Hund Laufsport betreiben möchte, sollten von Deutschen Doggen und anderen schweren Hunderassen Abstand nehmen, denn ihre Gelenke sind nicht für das Laufen geschaffen.

Bedenken Sie aber, dass auch noch so ein sanftmütiger großer Hund ein Kraftpaket ist, den Sie jederzeit unter Kontrolle haben sollten.

2.1. Beim Umgang mit kleinen Kindern ist Vorsicht geboten

flauschiger grosser hund kind tipps

Ein flauschiger Riese ist für manche Kinder der beste Freund.

Hierbei ist Vorsicht geboten. Handelt es sich um ältere Kinder und um Kinder, die mit Hunden gute Erfahrungen gesammelt haben und sich hundegerecht verhalten, dann steht dem Einzug des Großen nichts im Wege. Bei kleinen und unerfahrenen Kindern ist jedoch von großen Hunden abzuraten. Dazu gehören nicht nur die Rassehunde, sondern auch Mischlingshunde.

Große Hunde können mit Leichtigkeit ein Kind umwerfen, wobei ein Sturz zu größeren Verletzungen führen kann. Einige der großen Hunderassen sind besonders anhänglich, was ein Kind körperlich überfordern kann.

Info: Nicht zu unterschätzen ist auch der Schock, der sich bei einer unerfreulichen Begegnung mit einem großen Hund beim Kind einstellen und zu lebenslanger Abneigung gegen Hunde führen kann.

3. Das müssen Sie bei der Haltung und Pflege beachten

Haben Sie sich entschieden oder planen Sie, einen großen Hund zu kaufen? Vor dem Kauf gibt es noch einige wichtige Dinge zu bedenken, damit das Zusammenleben nicht schnell zum Fiasko wird.

Ob in der Wohnung oder im Auto, ein großer Hund braucht einiges mehr an Platz als ein mittelgroßer Hund. Gerade die riesengroßen Rassen brauchen entsprechend viel Raum. Schon Ihre Schlaf- und Ruheplätze allein passen nicht in einen Kleinwagen. Bei diesen Rassen ist eine kleine Zwei-oder Drei-Zimmer-Wohnungen nicht artgerecht.

Info: Was große Hunde nicht brauchen, ist hingegen ein eigener Garten. Große Hunde brauchen mehrmals täglich ausgiebige Gassirunden. Viele der großen Hunderassen und alle Windhunde brauchen Laufzeit und Kopfarbeit.

3.1. Bei großen Hunden ist Frischfutter oft sinnvoll

Berner Sennenhund mit abgekautem Knochen

Viele große Hunde haben einen ausgesprochen großen Appetit.

Grundsätzlich ist kein spezielles Hundefutter für große Hunde notwendig. Bei großen Hunden ist es sinnvoll – und gegebenenfalls günstiger – auf Frischfutter umzusteigen, das Sie selbst zubereiten oder aber auch in speziellen Geschäften und im Internet günstig einkaufen können.

Junge und sehr große Hunde brauchen für den Knochenbau und Gelenke Kalzium, Vitamine und Spurenelemente. Alte und an bestimmten rassetypischen Erkrankungen leidende große Hunde sollten hingegen Spezialfutter bekommen, das auf sie abgestimmt ist. Retriever-Rassen und Boxer neigen beispielsweise zu Fettleibigkeit und brauchen ein spezielles „Diät-Futter“ oder genau abgestimmte Mengen normales Futter. Auch bietet die BARF-Ernährung mögliche Lösungen.

Info: BARF  ist eine  Ernährungsmethode zur naturnahen Ernährung von Hunden, bei der überwiegend rohes Fleisch ergänzt von etwas Gemüse verfüttert wird. Über das Konzept des BARF können Sie sich hier hier und hier umfassend informieren.

Umfangreiche Beratung bekommen Sie bei Tierheilpraktikern oder auf Ernährung spezialisierten Tierärzten.

4. Große Hunde sind im Unterhalt teurer als kleine Hunde

Bei Anschaffungskosten spielt nicht die Größe des Tieres eine Rolle, sondern die Frage wie selten oder wie beliebt die jeweilige Rasse ist. Golden-Retriever-Welpe kostet beim Züchter zwischen 700 und 1.600 Euro, bei Doggen sollten Sie mit mindestens 1.600 Euro rechnen.

Tipp: Es muss nicht immer ein Welpe sein! Große und sehr große Hunde sind beliebt aber leider schwer in der Vermittlung. Tierheime haben viele schöne und sehr liebe große Hunde, die auf eine Adoption hoffen. Der Kostenpunkt beträgt nie mehr als 300 Euro.

Neben den Anschaffungskosten benötigt ein Hund auch Futter, Pflege sowie eine kleine Grundausstattung, die Sie schon vor der Anschaffung kaufen sollten. Die wichtigsten Ausgabeposten haben wir für Sie in einer Liste zusammengefasst:

Kosten Erstausstattung

  • 2 Näpfe (Futter/Wasser): ab 15 Euro
  • Hundedecke: ab 20 Euro
  • Hundebett: ab 50 Euro
  • Leine und Halsband: ab 30 Euro
  • Autoausstattung (Transport und Sicherung): ab 90 Euro (Doggen o.ä.: ca. 200€)

Laufende Kosten zur Haltung von Hunden

  • Hundesteuer: 0-186 Euro/Jahr (abhängig vom Wohnort)
  • Futter: je nach Rasse und Qualität ab 50 bis 100 Euro/Monat
  • Tierarzt (Entwurmung, Impfung, Routineuntersuchungen): ab ca. 30 Euro/Monat
  • Ersatz für Ausstattungsgegenstände: ca. 30 Euro/Monat
  • Hundehaftpflicht: ca. 50 Euro/Jahr
  • Hundekrankenversicherung: ab ca. 40-60 Euro/Monat

Tipp: Wenn Sie einen großen Hund besitzen, sollten Sie sich immer für eine Krankenversicherung mit Operationsschutz entscheiden. Denn große Hunde sind wesentlich anfälliger für Krankheiten an den Gelenken als ihre kleinen Artgenossen.

Zusatzkosten (falls benötigt)

  • Hundeschule/Erziehung: abhängig von Maßnahme und Schule
  • Hundesport: Ausgaben für Zubehör, Kurse, Gebühren
  • Hundesitter/Hundepension: bei längerer Abwesenheit oder Urlaub
  • Tierarztkosten für unerwartete Erkrankungen, Verletzungen Operationen

Durchschnittlich müssen Sie für einen großen Hund wie einem Golden Retriever mit ca. 200 Euro pro Monat rechnen. Durch größere Mengen an Futter sowie teureres Zubehör sind große Hunde insgesamt etwas teurer im Unterhalt ihre kleineren Artgenossen.

4.1. Große Hunde brauchen entsprechendes Zubehör

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Große Hunde brauchen viel Platz in der Wohnung.

Neben dem entsprechend großen Platz in der Wohnung und einem gut dimensionierten Hundebett brauchen vor allem die kurzhaarigen und schlanken Windhunde, aber auch alle anderen Hunde ohne Unterfell, an kühlen Tagen Hundepullover und gegebenenfalls zusätzlich Regenjacken, denn sie frieren sehr schnell.

Doggen haben häufig Gelenk- und Knochenprobleme und bedürfen unter Umständen spezielle erhöhte Hundebetten und Matratzen, die beheizbar sind.

Tipp: Erhöhte Hundenäpfe sind für große Hunde von Vorteil.

Haben Sie sich für einen Afghanen oder eine große Rasse mit Unterfell entschieden, dann sind tägliche Fellpflege und entsprechende Kämme und Bürsten unumgänglich. Die anderen Rassen sollten etwa ein mal wöchentlich gebürstet werden, um Verfilzungen und damit einhergehende Krankheiten zu vermeiden.

4.2. Ein Geschirr entlastet große Hunde an der Leine

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Große Hunde sollten ein spezielles Hundegeschirr tragen.

Große Hunderassen brauchen spezielle Hundegeschirre, die den Hundehals entlasten. Insbesondere die schweren Hunderassen sollten ein passendes Brustgeschirr tragen, so können auch Sie sie besser halten.

Für die empfindlichen Windhunde gibt es zwar weiche und breite Halsbänder, doch auch hier empfehlen sich Hundegeschirre, die auf ihre besonderen Hundekörper zugeschnitten sind.

5. Bücher über die Wahl des richtigen Hundes

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