Ein Haustier anschaffen: Kosten und Tipps zur Eingewöhnung

Soll die Familie um ein Haustier erweitert werden, ist die Vorfreude selbstverständlich riesig. Darüber hinaus gerät leicht in Vergessenheit, was es alles zu tun und zu beachten gibt.

Damit das Tier nicht wieder im Heim landet, muss der Kauf wohlüberlegt und auf die jeweiligen Lebensumstände der Familie abgestimmt sein. Hier erklären wir, von welchen Faktoren Sie Ihre Entscheidung abhängig machen sollten und wie die Eingewöhnung des neuen Familienmitglieds gelingt.

1. Die Kosten: Wie teuer sind Hund, Katze und Co.?

Haustiere sind teuer – keine Frage. Neben den Anschaffungskosten und den einmaligen Kosten für die Grundausstattung müssen Sie sich darüber im Klaren sein, ob Sie die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung über mehrere Jahre hinweg tragen können, bevor Sie sich für ein Haustier entscheiden.

Einen kleinen Überblick bietet Ihnen die folgende Tabelle:

HundKatzeKleintier
Anschaffungspreisab 150 – 9000 €ab 0 – 4000 €ab 25 €
Grundausstattungca. 100 – 300 €ca. 150 – 500 €ca. 100 – 250 €
Monatliche Kostenca. 90 – 100 €ca. 60 – 80 €ca. 20 – 60 €

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, kann der Anschaffungspreis stark variieren, abhängig davon, ob Sie das Tier Ihrer Wahl beim hochpreisigen, anerkannten Züchter inklusive Ahnentafel erwerben oder ein Tier aus dem Tierheim adoptieren. Von unseriösen Angeboten im Internet möchten wir Ihnen entschieden abraten.

Wichtig zu wissen: Niemand möchte gerne daran denken, doch auch das geliebte Haustier kann schwer erkranken. Damit Sie aufgrund der hohen Kosten nicht das Für und Wider der bestmöglichen Behandlung für Ihren Vierbeiner abwiegen müssen, ist der Abschluss einer entsprechenden Tierkrankenversicherung, die Operations- sowie weitere Tierarztkosten abdeckt, ein Muss. Verbraucherportale wie finanzen.de helfen Ihnen bei der Einschätzung, welche Tierkrankenversicherung für Ihr Haustier am besten geeignet ist.

Rechnen Sie für eine Katze mit einer geschätzten Lebenserwartung von 15 Jahren mit Gesamtkosten in Höhe von über 10.000 €.

2. Der Platzbedarf: Welche Tiere kann man in einer kleinen Wohnung halten?

Nachdem die Frage, welches Tier Sie auf Dauer finanzieren können, geklärt ist (und sie vielleicht schon die ein oder andere Tierart ausschließen konnten), sollten Sie sich nun darüber Gedanken machen, wie viel Platz zur Verfügung steht und ob das ausreichend für die Tierhaltung ist.

Mieter einer kleinen Wohnung sind grundsätzlich mit Kleintieren, die weniger Platz benötigen, besser beraten. Dennoch sollten Sie den Platzbedarf von Hamster, Meerschweinchen und Co. nicht unterschätzen – zumal Meerschweinchen beispielsweise auch nicht alleine gehalten werden sollten. Hier gilt: Zwei Tiere benötigen eine Grundfläche von mindestens 2 m² bei reiner Stallhaltung.

Die Anschaffung größerer Tiere, wie beispielsweise Hunde oder Katzen, muss im Vorfeld auf jeden Fall mit dem Vermieter abgestimmt werden. Unterlassen Sie dies, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass Ihr Vermieter Sie vor die Wahl stellt und Sie Hund oder Katze wieder abgeben müssen, um das Mietverhältnis fortsetzen zu dürfen.

Grundsätzlich spricht aber, wenn der Vermieter zustimmt, nichts dagegen, auch einen größeren Hund in einer Wohnung zu halten, sofern der Halter in der Lage ist, dem Hund ein angemessenes Bewegungsangebot mit viel Auslauf außerhalb der Wohnung (z.B. in speziellen Hundeauslaufzonen) zu bieten.

Unterschätzen Sie den Platzbedarf von Kleintieren wie Kaninchen und Meerschweinchen nicht.

3. Die Lebensumstände: Passt ein Haustier in den Alltag?

Zu guter Letzt muss das Tier Ihrer Wahl natürlich auch zu Ihren Lebensumständen passen. Eine alleinstehende Person mit einem klassischen 9-to-5-Job ohne Homeoffice-Option ist in der Regel kein geeigneter Hundebesitzer. Nicht nur, dass das Tier vor Einsamkeit vergehen würde, auch den notwendigen Bewegungsdrang könnte es so nicht artgerecht ausleben.

Ein vierköpfiger Haushalt, zu dem Kinder gehören, die bereits alt genug sind, um teilweise die Verantwortung für ein Haustier zu übernehmen, ist da weniger eingeschränkt in der Auswahl, da vermutlich immer jemand daheim ist und Zeit für das Tier hat. Hier ist allerdings Vorsicht beim Kauf eines Tierheim-Tiers geboten, da einige der ausgesetzten und misshandelten Wesen aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem Vorbesitzer nicht für einen Haushalt mit Kindern geeignet sind.

Auch, wenn Sie bereits ein Haustier haben, birgt die Anschaffung eines neuen Familienmitgliedes Konfliktpotential: Während Hunde neuen „Rudelmitgliedern“ für gewöhnlich eher aufgeschlossen gegenüberstehen, sehen Katzen Neulinge potenziell als Eindringlinge in „ihr“ Revier an. Hier ist Fingerspitzengefühl bei der Zusammenführung notwendig: Lassen Sie den Tieren Zeit, sich auf neutralem Boden (Raum ohne Futternäpfe, Schlafkörbe, etc.) kennenzulernen, und versuchen Sie nichts zu erzwingen.

Tipp: Lassen Sie sich und alle Familienmitglieder zudem vor dem Haustierkauf beim Allergologen auf eine mögliche Tierhaarallergie testen, da man generell und ohne es zuvor bemerkt zu haben auf viele Tierarten allergisch reagieren kann – sicher ist sicher.

Ein Hund braucht ausreichend Bewegung – dazu zählen nicht nur Spaziergänge an der Leine, sondern auch gelegentlicher Freilauf.

4. Die ersten Tage: So klappt die Eingewöhnung

Bereits im Vorfeld des Haustier-Einzuges stellen Sie die Weichen für eine optimale Eingewöhnung, indem Sie die Wohnräume „tiersicher“ machen. Das heißt: Spitze Gegenstände, giftige Pflanzen und dergleichen müssen entfernt werden. Zudem helfen vertraute Dinge, die Eingewöhnung zu erleichtern – erkundigen Sie sich von daher beim Vorbesitzer, Züchter oder den Tierheimmitarbeitern, welche Nahrung das Tier bisher gegessen hat und nutzen Sie in der ersten Zeit ausschließlich dieses Futter.

Vermutlich kennen Sie es von sich selbst, wenn Sie in den Urlaub fahren oder anderweitig ein paar Tage an einem fremden Ort verbringen: Es braucht seine Zeit, um sich auf einen neuen Ort einzustellen. Haustieren geht es da nicht anders, deshalb sollten Sie ihnen in den ersten Tagen nach ihrem Einzug in das neue Zuhause viel Ruhe gönnen.

Gehören Kinder zum Haushalt, sollten diese dazu angehalten werden, das neue Familienmitglied nicht zu bedrängen, sondern zu warten, bis es von sich aus auf den Menschen zukommt. Von Beginn an sollten Sie verschiedene Rückzugsorte für das Haustier einführen, an denen es ungestört ist. Beherzigen Sie all diese Ratschläge, sollte es dem neuen Familienmitglied leichtfallen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

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