Der Papagei: Erfahren Sie alles über den Prachtvogel

  • Papageien existieren in zahlreichen Größenordnungen und Farben. Dabei misst der größte Papagei nahezu einen Meter. Der Kleinste hingegen ist gerade einmal acht Zentimeter groß.
  • Ein Unterscheiden von anderen Vogelarten ist beim Papagei auf Grund seiner bunten Gefiederfärbung problemlos möglich.
  • Beheimatet sind die Vögel im süd- und mittelamerikanischem Raum.

Ist von einem sprechenden Vogel die Rede, ist relativ schnell klar, dass der Papagei gemeint ist.  Auch durch seine Farbenvielfalt und den charakteristischen Schnabel hebt er sich von anderen Vögeln ab. Durch die Veränderung und Zerstörung Ihrer Lebensräume zählen rund 50 Prozent aller Papageienarten zu den bedrohten Tierarten.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Papageien. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Papageienarten, deren Eigenschaften und typische Krankheiten. Zudem erhalten Sie nützliche Tipps zur Haltung und Einrichtung des Käfigs.

1. Herkunft und Geschichte des Papagei

Papagei als Haustier

Papageien bestechen mit ihrem farbenprächtigen Gefieder.

Der erste papageiartige Vogel hat nachgewiesenermaßen bereits vor 54 Millionen Jahren gelebt. Allerdings ist die Evolutionsgeschichte von Papageien bis heute noch nicht abschließend geklärt. Papageien kommen von Natur aus auf allen Kontinenten außer Europa vor, jedoch haben sich im Laufe der Zeit durch die Einfuhr als Haustier auch in Europa kleinere Populationen gebildet. Sogar in Deutschland gibt es über 150 wild lebende Alexandersittiche. In freier Wildbahn bevorzugen die meisten Arten als Lebensraum Flussufer in Regenwäldern und Savannen.

Innerhalb Europas nahm die Geschichte der Haltung von Papageien schätzungsweise vor etwa 2300 Jahren ihren Anfang. Damals brachte Alexander der Große die Tiere von Asien nach Griechenland. Die Papageienarten Großer und Kleiner Alexandersittich wurden nach ihm benannt.

Im alten Griechenland wurden die Tiere vornehmlich von reichen Menschen in Käfigen gehalten. Schon damals verfolgten sie das Ziel, Papageien das Sprechen beizubringen. Außerdem gelten Papageien als recht einfach zu zähmen. Im 16. Jahrhundert nahm der Papagei schließlich Einzug in einige Privatzoos Europas. Dadurch nahm die Bekanntheit des Tropenvogels weiter zu.

1.1. Kakadu, Ara & Co: Es gibt viele verschiedene Papageienarten

Auf unserem Globus existieren etwa 350 Papageienarten, die sich in insgesamt 850 Unterarten aufteilen lassen. Die meisten Arten entspringen den Familien der eigentlichen Papageien und den Kakadus. Im Gegensatz zu den eigentlichen Papageien verfügen Kakadus über eine Federhaube, die sie aufstellen können. Darüber wird neuerdings auch in die dritte Familie der Strigopidae unterschieden. Diese besteht jedoch aus nur fünf Arten, welche ausschließlich in Neuseeland und den umliegenden Inseln vorkommen.

Papagei Ara

Der hellrote Ara gehört zu den bekanntesten Papageiarten.

Als kleinste Art gelten die bis zu acht Zentimeter großen Specht-Papageien. Dahingegen erreicht der Hyazinth-Ara eine Größe von nahezu einem Meter. Der Rote Ara ist eine der bekanntesten Arten der eigentlichen Papageien.

Heutzutage gelten 50 % aller Papageien als vom Aussterben bedroht, 25 % aller Arten werden sogar als ‘sehr stark gefährdet’ eingestuft.  Die Hauptursache hierfür ist die anhaltende Zerstörung des Lebensraums vieler Papageien durch den Menschen. Auch ist es nach wie vor möglich wildgefangene Papageien als Haustier zu erwerben.

2. Diese Eigenschaften zeichnen Papageien aus

Optisch lässt sich der Papagei problemlos von anderen Vogelarten unterscheiden. Laien fallen besonders der charakteristische Papageienschnabel, die aufrechte Haltung und das auffällig gefärbte Gefieder auf. Weitere Besonderheiten finden Sie in dieser Tabelle:

Merkmal Info
Kopf mit stark gekrümmtem Oberschnabel Dieser sorgt für extrem hohe Beißkraft. Er ist Hilfswerkzeug beim Klettern und Knacken harter Schalen. Ferner hilft er bei der Pflege des Gefieders.
Zunge Mit Ihr wird die Nahrungsbeschaffenheit ertastet.
Papageienfüße Durch die äußeren längeren Zehen ergibt sich ein sehr guter Griff, der für einen besseren Halt an Ästen sorgt. Dabei stehen je zwei Zehen nach hinten und vorn.
Gefieder Papagei hat zwar recht wenige, aber sehr robuste Federn.
Kakadu Wissen

Kakadus sind durch ihre Federhaube leicht zu erkennen.

Darüber hinaus gelten Papageien neben Raben- und Spechtvögeln zu den intelligentesten Vogelarten. Beispielsweise haben Kakadus in einem Experiment mit kleinen Holzstöckchen als Werkzeug schwer erreichbares Futter aufgenommen.

Ihre Intelligenz zeigen sie auch durch ihr Talent zum Sprechen. Dies beruht überwiegend auf Nachahmung, allerdings wurde in Experimenten erwiesen, dass einige Papageien auch bedeutungsbezogen sprechen können. Jedoch sind nicht alle Papageiarten in der Lage menschliche Laute nachzuahmen. Als sprachbegabteste Arten gelten der Graupapagei, Amazonen, Kakadus und Aras. Papageien können je nach Art ein Alter zwischen 20 und 80 Jahren erreichen.

2.1. Der Papagei ist ein sehr soziales Tier

Papageien haben von Natur aus ein ausgeprägtes Sozialverhalten. So leben sie in der Regel in großen Schwärmen und geben sich untereinander sogar Namen. Zudem gehen Papageien monogame Partnerschaften ein, die oft bis zum Tod eines Partners halten. Während der Brutzeit bewacht das Weibchen die Eier und wird dabei vom Männchen mit Futter versorgt.  Eine besonders enge Paarbindung gilt insbesondere für die Gattung der Unzertrennlichen, auf Englisch auch “Love Birds” genannt. Diese teilen sich sogar einen Schlafplatz und sind nahezu durchgehende eng aneinander zu finden.

Achtung: Die Einzelhaltung gefangener Papageien ist nicht artgerecht und kann bei einem Papagei zu schweren psychischen Störungen wie Aggressivität, Passivität und Selbstverstümmelung (Rupfen der eigenen Federn) führen.

Papageien gehen innige Partnerschaften ein.

Wenn man einen Papagei annähernd artgerecht halten möchte sollte man also zumindest für einen Partner zu sorgen oder gleich mehrere Paare zusammen zu halten. Seit 2005 ist die Einzelhaltung von Papageien in Deutschland verboten, es sei denn das Tier lässt sich nach jahrelanger Einzelhaltung nicht mehr sozialisieren. Allerdings sollten Partner darüber hinaus beachten, dass der Partner von der selben Papageiart ist.

Unterschiedliche Papageiarten sprechen weder die selbe Sprache, noch erkennen sie sich als Artgenossen. Ihr Bedürfnis nach einem Sozialleben wird durch eine andere Art nicht gestillt. Auch kann die Haltung unterschiedlicher Arten unter Umständen zu aggressiven Auseinandersetzungen führen.

Wenn Sie eine Vergesellschaftung zweier Papageien planen, sollten diese darüber hinaus immer gegengeschlechtlich sein. Auch ein neutraler Ort, wie eine neu eingerichtete Voliere sind empfehlenswert, damit keiner der Papageien einen Heimvorteil genießt. Für die Zeit der Vergesellschaftung sollten sich Pflegepersonen zudem so weit wie möglich im Hintergrund halten. In der Regel dauert der Prozess 8 – 10 Wochen. Eine erfolgreiche Vergesellschaftung können Sie an diesen Punkten erkennen:

  • enges Nebeneinandersitzen
  • gegenseitiges Kraulen und Schnäbeln
  • gegenseitiges Füttern
  • Fressen aus einer Schüssel
  • Balz- bzw. Paarungsverhalten

Achtung: Nicht erfolgreich vergesellschaftete Tiere sollten nicht dauerhaft zusammen gehalten werden.

2.2. Beim Verdacht auf Papageienkrankheit müssen Sie umgehend zum Arzt

Informationen zum Graupapagei

Bei Verdacht auf die Papageienkrankheit sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Wenn bei Ihrem Vogel Anzeichen für die Papageienkrankheit (Psittakose) auftreten, sollten Sie umgehend zum Tierarzt gehen, da die Krankheit ohne Behandlung tödlich endet. Ein erkrankter Vogel verhält sich schwach und appetitlos. Weitere Anzeichen für die Krankheit können Nasen- und Augenausfluss, Durchfall und ein rasselndes, schweres Atmen sein.

Diagnostiziert der Arzt die Papageienkrankheit bei Ihrem Vogel, muss er dies umgehend dem Veterinäramt melden (Meldepflicht!), da die Krankheit für Vögel und Menschen sehr gefährlich sein kann. In der Regel wird die Krankheit bei Papageien mit Antibiotika behandelt. Nach der Diagnose sollten Sie Ihren Papagei unter Quarantäne stellen. Legen Sie unbedingt Schutzkleidung für Atemwege und Haut an, wenn Sie sich um Ihren Papagei kümmern, damit die Krankheit nicht an Sie übertragen wird. Ihre anderen Papageien sollten zudem vorsorglich untersucht werden.

Psittakose bei Menschen

Bei der Psittakose handelt es sich um den Fachausdruck für die Papageienkrankheit. Sie ist auf den Menschen übertragbar, dabei sind insbesondere Zoowärter und Ornithologen gefährdet. Symptome beim Menschen sind Gliederschmerzen, Fieber, grünlicher Durchfall und eine Lungenentzündung. Unbehandelt kann sie für den Menschen in 20 bis 50 Prozent der Fälle tödlich enden. 

 

3. Das müssen Sie beim Füttern beachten

Bei wilden Papageien besteht die Nahrung aus

Papagei frisst Beeren

Papagei beim Verzehren von Beeren.

  • Blättern,
  • Blüten,
  • Früchten,
  • Gemüse,
  • Samen,
  • Nüssen,
  • Wurzeln,
  • und Insekten.

Je nach Papageiart werden diese in unterschiedlichen Verhältnissen verfüttert. Generell ist es empfehlenswert Papageien 2 mal täglich zu füttern. Vor jeder Mahlzeit sollten der Napf gereinigt und frisches Wasser gereicht werden. Die erste Fütterung sollte aus frischem Obst und Gemüse bestehen. Zusätzlich kann jeden zweiten Tag Kochfutter in Form von gekochten Hülsenfrüchten gefüttert werden. Die zweite Mahlzeit sollte aus einer auf die jeweilige Papageienart abgestimmten Mischung aus Samen und Körnern bestehen.

Diese sind online oder in Zoohandlungen erhältlich (unter anderem in (Pallet-Form) oder können von erfahrenen Haltern selbst zusammengestellt werden. Die Menge sollte genau abgewogen werden und 5% des Körpergewichts des Papageien betragen. So wird sichergestellt, dass die Papageien alle wichtigen enthaltenen Nährstoffe aufnehmen und nicht wie bei größeren Mengen wohlschmeckende Körner bevorzugen. Denn dann können Fettleibigkeit oder  Mangelerscheinungen durch eine einseitige Ernährung auftreten.

Große Papageien wie Aras brauchen zusätzlich zu beiden Mahlzeiten Nüsse wie Paranüsse oder Macadamias, da sie eine etwas fetthaltigere Ernährung brauchen. Bei Amazonen muss hingegen auf eine fettarme Samenmischung geachtet werden, da Amazonen leicht zu Übergewicht neigen. Loris ernähren sich in der Natur von Nektar und brauchen diesen auch in der Gefangenschaft zu beiden Mahlzeiten.

Einige Arten brauchen zudem Vitaminhaltiges Keimfutter oder Obst zu beiden Mahlzeiten. Während der Aufzucht von Jungtieren sollte außerdem tierisches Eiweiß (z.B. Eier oder Joghurt) gefüttert werden. Füttern Sie auf keinen Fall zuckerhaltige menschliche Speisen, unreife Beeren, Apfel- und Kirschkerne oder Avocados!

Tipp: Informieren Sie sich am besten beim Züchter oder einem auf exotische Tiere spezialisierten Tierarzt, welches Verhältnis an Nahrungsmitteln für Ihren Papagei optimal ist.

4. Zur artgerechten Haltung eignet sich am besten eine große Voliere

Graupapagei auf Ast

Ein Graupapagei nutzt die Klettermöglichkeiten in seiner Voliere.

Für die richtige Haltung von Papageien ist es essentiell einen Käfig beziehungsweise eine Voliere in der richtigen Größe zu wählen. Denn Papageien brauchen ausreichend Platz um zumindest etwas zu fliegen.

In den Mindestanforderungen für die Papageienhaltung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finden Sie die artbezogenen vorgeschriebenen Mindestgrößen für Papageienkäfige. Auch weitere Mindeststandards sind dort festgelegt. Wir empfehlen, die Mindeststandards nach Möglichkeit zu übertreffen, insbesondere große Tiere wie Aras brauchen sehr viel Platz zum Fliegen.

Reinigung des Käfigs

Um Papageien eine hygienische Umgebung zu ermöglichen, sollte die Voliere einmal pro Woche gereinigt werden. Dies minimiert auch die Gefahr, dass Ihr Papagei an der Papageienkrankheit erkrankt.

Der Boden des Käfigs sollte aus Rindenmulch, Naturholzraspeln oder Sand bestehen. Außerdem benötigen die Tiere ausreichende Klettermöglichkeiten. Hierfür eignen sich vor allem dicke Seile, Wurzeln, frische Äste oder Holzspielzeug. Oben im Käfig sollten zwei möglichst weit auseinander liegende Sitzstangen angebracht werden. Auch Futter- und Trinknäpfe, eine ständige Bademöglichkeit sowie Nistkästen oder -höhlen gehören zur Grundausstattung.

Bei der Haltung in der Wohnung sollten Sie den Vögeln einmal täglich einen Freiflug von ein bis zwei Stunden ermöglichen. In Außenvolieren ist die Einrichtung eines ausreichend großen Schutzraums Pflicht, der tagsüber beleuchtet wird und im Winter je nach Art eine Mindesttemperatur von 5 – 15 Grad Celsius bietet.

5. Papagei Steckbrief

 

Wichtige Fakten
Klassifizierung Vögel
Gewicht 12 g (Spechtpapagei) bis 4 kg (Kakapo)
Größe 8 cm (Spechtpapagei) bis 100 cm (Hyazinth-Ara)
Optik farbenprächtiges Gefieder, stark gekrümmter Schnabel
Verbreitungsgebiet Süd- und Mittelamerika, Südostasien, Ozeanien, Afrika
Lebenserwartung 20 bis 80 Jahre
Preis ab 700 Euro
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