So finden Sie ein Haustier, das zu Ihnen passt

hund, katze, hase und meerschwein
  • Ein Haustier ist Lebenspartner und Familienmitglied.
  • Die Entscheidung für ein Haustier wird für einen langen Lebensabschnitt getroffen. Sie sollte sehr gut überlegt und keine spontane Handlung sein.
  • Ob Katze, Hund oder Maus – welches Haustier zum eigenen Leben am besten passt, lässt sich individuell ermitteln.

Mehr als 31 Millionen Haustiere leben in Deutschland, so die jüngsten Erhebungen, auf die der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. hinweist. Damit es Mensch und Tier in dieser Partnerschaft gut geht, ist es wichtig, die Bedürfnisse und Eigenheiten der tierischen Lebensgefährten zu kennen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Haustiere es gibt und was sie zum Wohlfühlen brauchen. Wir informieren Sie über die Anforderungen, die die unterschiedlichen Tierarten an Sie als Tierhalter stellen, welche Kosten auf Sie zukommen und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind.

1. Was die verschiedenen Haustiertypen von Ihnen erwarten

Das bedeutet Domestizierung

Der Begriff geht auf das lateinische “domesticus” zurück. Es bedeutet “häuslich” oder “zum Haus gehörig”. Domestizierung beschreibt den Veränderungsprozess, bei dem über viele Generationen hinweg durch Eingriff des Menschen aus Wildtier- und Wildpflanzenarten zahme Tierarten, beziehungsweise Kulturpflanzen entstanden sind.

Die Urahnen unserer Haustiere lebten ursprünglich in freier Wildbahn. Der Mensch hat sie domestieziert und gezähmt. In jedem domestizierten Tier steckt immer noch ein wenig von seinen wilden Wurzeln, das es ausleben will. Ein Haustier ist kein willenloses Geschöpf, das der Mensch nach seinen eigenen Vorstellungen programmieren kann.

Der Satz “Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal” sagt einiges über das Verhältnis vom Menschen zum Tier. Bisher hat aber keine Studie eindeutige Ergebnisse erbracht, welche menschlichen Charaktereigenschaften ganz besonders gut zu welchen Tierarten passen. Die Tiersuche ist scheinbar, ebenso wie die Partnersuche, eine sehr individuelle Angelegenheit.

Unsere Übersicht über die unterschiedlichen Haustierarten soll Ihnen zur Orientierung für Ihre individuelle Auswahl dienen:

1.1. Die eigensinnige Katze

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Katzen sind verschmust, wenn sie es wollen.

Katzen gelten als eigensinnig. Sie können sehr verspielt und verschmust sein – aber nur dann, wenn sie es wollen. Von ihrem Halter erwarten sie, dass er vor allem ihre Fressbedürfnisse befriedigt.
Sie können Katzen als reine Wohnungskatzen oder als Freigänger halten. Letztere können kommen und gehen, wann sie wollen – sofern eine Katzenklappe den Weg nach drinnen und draußen frei hält.
Reine Wohnungskatzen benötigen viel Spielzeug zur Beschäftigung und am besten eine zweite Katze als Spielkameraden. Kratz- und Kletterbäume sind unerlässlich. Dennoch können Sie es kaum vermeiden, dass Ihr Mobiliar bald den einen oder anderen Kratzer abbekommt.

Katzen können sich gut selbst beschäftigen, sind also auch für Berufstätige geeignet, die tagsüber nicht zu Hause sind. Wer es zu schätzen weiß, dass ein Tier seinen eigenen Willen hat, wird viel Freude mit Katzen haben, ausgiebige Schmuse- und Spielstunden inbegriffen.

1.2. Der treue Hund

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Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen.

Hunde werden oft als der beste Freund des Menschen bezeichnet. Sie brauchen viel Auslauf und Menschen, die sich mit ihnen beschäftigen. Sie sind nicht gerne lange allein. Ein Hund muss mehrmals täglich Gassi geführt werden. In den meisten Städten ist es Vorschrift, dass Hundebesitzer den Kot ihres Hundes aufsammeln und entsorgen – das ist nicht jedermanns Sache.

Hunde stammen vom Wolf ab, sie müssen das reibungslose Verhalten in menschlicher Gesellschaft lernen und trainieren. Dafür ist eine Erziehung notwendig – möglichst schon ab dem Welpenalter (2-3 Monate). Sie können die Erziehung selbst übernehmen, wenn Sie sich das notwendige Wissen aneignen oder sie einer Hundeschule überlassen.

Es gibt kleine und große Hunde, Mischlinge und Rassehunde. Laut dem Welthundeverband FCI http://www.fci.be/de/ existieren über 340 Hunderassen. Je nach Abstammung ist ihr Jagd- und Bewegungsdrang mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Sportlich ambitionierte Halter erleben mit bewegungsfreudigen Hunden wie Boxer, Dalmatiner oder Jack Russel viel Spaß, in Familien mit Kindern sind geduldige Hunde gut aufgehoben, die sich auch mal von den Kleinen am Ohr ziehen lassen, ohne gleich zuzubeißen. Golden Retriever, Mops oder Pudel sind beliebte Familienhunde.

1.3. Das verkannte Zwergkaninchen

Zwergkaninchen sind klein und kuschelig, was sie zu vermeintlich idealen Haustieren für kleine Wohnräume und für kleine Kinder macht. Leider entspricht das gar nicht ihrem Naturell. Sie sind bewegungsfreudig, brauchen Auslauf, leben gerne mit vielen Artgenossen zusammen und finden gestreichelt zu werden stressig.
Damit sie sich in Wohnräumen wohlfühlen, brauchen sie einen ausreichend großen Käfig – besser ein Gehege – mit Höhlen, Verstecken, Knabbereien und einer Schlafgelegenheit. Allein fühlen sie sich einsam, also sollte immer Platz für mindestens zwei Zwergkaninchen sein. Zudem brauchen sie täglich Freilauf in der Wohnung – besser noch in einem Garten.
Zwergkaninchen sind für Menschen gut, die sich über die Anwesenheit eines Lebewesens freuen und gerne Tiere beobachten: beim Nagen, Buddeln, beim Freudensprünge machen.

1.4. Die kleinen Nagetiere

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Meerschweinchen sind sehr beliebte Nagetiere.

Nagetiere wie Hamster, Meerschweinchen, Mäuse und Ratten werden gerne für kleine Wohnungen angeschafft. Ihr handliches Format und drolliges Gehabe verzaubert viele Tierliebhaber. Zudem meinen viele, dass ihre Versorgung und Pflege eine einfache und unkomplizierte Angelegenheit ist.
Nagetiere benötigen aber genügend Raum, damit sie ihre Instinkte ausleben können: herumrennen, verstecken, klettern, buddeln. Als kreativer Heimwerker werden Sie viel Spaß daran haben, Ihr Heimnagetier mit raffiniertem Terrainbau zu begeistern, das den jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Der Hamster will weit rennen, das Meerschweinchen mag Höhlen, die Ratte klettert gerne.

Auch das sollten Sie wissen: Hamster leben als Einzeltiere, sie sind Nachtiere, schlafen tagsüber und wollen dann in Ruhe gelassen werden. Ratten sind ebenfalls abends bis frühmorgens aktiv. Sie sind aber – wie Meerschweinchen und Mäuse – sehr soziale Lebewesen und brauchen dauernden Kontakt zu mindestens einem Artgenossen.

Die geborenen Kuscheltiere sind Nager nicht. Mit viel Geduld gewöhnen sie sich an den Menschen und werden auch handzahm. Ratten gelten zudem als intelligent und viele Halter berichten davon, dass sie ihren Tieren Kunststückchen beibringen konnten.

1.5. Die schön bunten Zierfische

Die Beobachtung von Fischen in einem Aquarium hat eine sehr beruhigende Wirkung auf den Menschen. Wenn Sie viel Stress haben, können Sie gut dabei abschalten. Es gibt Süßwasser- und Meerwasseraquarien. Allerdings sollten Sie sich auf die Haltung von Fischen aus heimischen Zuchten beschränken. Davon gibt es mehr als genug verschiedene Arten. Zum fischfreundlichen Betrieb eines Aquariums ist es notwendig, dass Sie sich gut informieren: über die Technik, die Fischarten und deren Lebensbedingungen, über die Wasserbeschaffenheit und die Gestaltung der Wasserbeckens. Kreative und wissbegierige Menschen finden mit einem Aquarium ein reiches und interessantes Betätigungsfeld.

1.6. Wellensittich und Kanarienvogel

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Wellensittiche brauchen Gesellschaft.

Vögel sind als Haustiere eher nicht zu empfehlen. Käfige schränken ihr natürliches Flugbedürfnis viel zu sehr ein. Wenn Sie aber dennoch in die Piepmätze vernarrt sind, sollte statt einem mini Drahtkäfig mindestens eine Voliere vorhanden sein, die mit reichlich Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten – möglichst aus Naturmaterialien – ausgestattet ist. Am verbreitetsten sind Wellensittiche und Kanarienvögel. Sie sind sehr gesellig und müssen mindestens zu zweit sein. Ihren Besitzern imponieren sie vor allem mit ihrem fürsorglichen und spielerischen Verhalten und ihrem aufmunternden Gezwitscher. Wer sich intensiv mit ihnen beschäftigt, kann ihre Zutraulichkeit gewinnen.

1.7. Die modischen Exoten

Exotische Haustiere zu halten ist in Mode gekommen. Oft werden sie über Tierbörsen im Internet zum Kauf angeboten. Ihre Besitzer gelten bei vielen als coole Typen.

Die wichtigsten Exoten sind

  • Amphibien,
  • Reptilien,
  • Schlangen,
  • Vogelspinnen.

Achtung: Tierschützer raten dringend von exotischen Haustieren ab. Durch den boomenden, teils illegalen Handel sind inzwischen viele Arten vom Aussterben bedroht. Zudem sind die exotischen Tierarten hierzulande kaum unter halbwegs artgerechten Bedingungen zu halten.

2. Haustiere für Anfänger

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Fische zu beobachten entspannt.

Wer noch nie ein Haustier besessen und keinerlei Erfahrung hat, das aber ändern will, sollte auf sein Bauchgefühl hören. So etwas wie pflegeleichte Einstiegsmodelle gibt es nicht. Jedes Haustier benötigt Aufmerksamkeit, regelmäßige Fürsorge und Pflege. Wenn Sie sich emotional zu einem bestimmten Tier hingezogen fühlen, werden Sie sich auch verantwortungsvoll darum kümmern und sich das notwendige Wissen aneignen.

Tipp: Viele Tierheime räumen die Möglichkeit ein, Tiere probeweise – natürlich mit strengen Auflagen – für einen bestimmten Zeitraum nach Hause zu holen. Hier finden Sie ein Tierheim in Ihrer Nähe

2.1. Haustiere für Kinder

Ein Haustier bietet eine wunderbare Möglichkeit, Kindern ein Gespür für Verantwortungsbewusstsein und soziales Verhalten mit auf den Weg zu geben. Im Grunde sind alle Haustiere für Kinder geeignet, wenn Sie ihnen zeigen, wie sie gut mit Tieren umgehen. Nagetiere und Zwergkaninchen sind klein und putzig, aber keine geeigneten Spielgesellen zum kuscheln. Ab einem Alter von vier Jahren können Kinder in die Tierversorgung miteinbezogen werden. Unter 14 Jahren sollte ihnen die alleinige Verantwortung nicht zugemutet werden.

3. Das sind die beliebtesten Haustiere

Katzen liegen in der Gunst der Haustierhalter ganz vorn. 13,4 Millionen gibt es in Deutschland, gefolgt von rund 8,6 Millionen Hunden und 5 Millionen anderen Kleintieren. In vielen Haushalten gibt es gleich mehrere Haustiere.

Zu den Kleintieren zählen:

  • Nagetiere, wie Hamster, Meerschweinchen, Mäuse und Ratten,
  • Kaninchen, die zur Ordnung der “Hasenartigen” gehören, vor allem Zwergkaninchen,
  • Vögel,
  • Fische.

4. Das individuelle Umfeld ist wichtig

Bevor sie sich für ein Haustier entscheiden, sollten Sie Ihre persönliche Lebenssituation analysieren, ob sie den Anforderungen an die Haustierhaltung gerecht wird.

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Wer ein Tier aufnimmt, muss sich darum kümmern.

Ihre Behausung ist maßgeblich dafür, welches Tier einen geeigneten Lebensraum bei Ihnen findet. Eine Mietwohnung verlangt Rücksicht auf den Vermieter und die Nachbarn. Im eigenen Haus mit Garten sind größere oder mehrere Haustiere möglich.
Sie sollten sich auch fragen, wie viel Zeit Sie mit Ihrem Haustier verbringen wollen und können. Sind Sie nur abends oder am Wochenende zu Hause, können Sie sich nicht ausreichend um einen Hund kümmern. In einer Familie lassen sich die Pflichten auf mehrere Schultern verteilen.

Achtung: Die Urlaubszeit und Weihnachten sind für viele Haustiere schlechte Zeiten. Jährlich werden mehrere zehntausend Tiere ausgesetzt oder bei Tierheimen abgegeben, weil sie unüberlegt angeschafft wurden.

4.1. Ein Haustier bringt finanzielle Verpflichtungen mit sich

Neben den Anschaffungskosten fallen für die Haustierhaltung laufende Kosten an. Ein Hund beispielsweise kann in 14 Jahren bis zu 45.000 Euro kosten, hat die Tierrechtsorganisation Peta ausgerechnet. Kleintiere sind wesentlich günstiger.

Diese Posten kosten Geld:

  • Anschaffung,
  • Futter,
  • Grundausstattung: Tierkorb, Käfig, Aquarium, Fressgeschirr, Streu, Leine, Spielzeug, Pflegeutensilien,
  • Betreuungskosten für Tiersitter, Tagesstätte, Pension im Urlaub und bei Notfällen,
  • Tierversicherungen (Tierhaftpflichtversicherung, Tierkrankenversicherung),
  • Tierarztkosten für Entwurmung, Impfungen, bei Krankheit und Verletzungen, Operationen.

Für Hunde fallen zusätzlich diese Kosten an:

4.2. Die Bindung an eine Haustier ist dauerhaft

Haustiere können viele Jahre alt werden. Sie sind ihr Leben lang auf die Hilfe des Menschen angewiesen.

So alt können Haustiere werden:

Haustier Lebenserwartung
Goldhamster 2-3 Jahre
Hund 10-13 Jahre
Katze 12-15 Jahre
Meerschweinchen 6-8 Jahre
Ratten 2 Jahre
Wellensittich/Kanarienvogel 10-15 Jahre
Zwergkaninchen 8-10 Jahre

Als zukünftiger Haustierbesitzer sollten Sie das Für und Wieder eines Haustieres für sich ganz persönlich abwägen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Vor- und Nachteile der Haustierhaltung zusammengefasst:

  • Haustiere vertreiben Einsamkeit
  • Haustiere interessiert nicht das äußere Erscheinungsbild
  • Haustiere bringen einen mit ihren Verhaltensweisen oft zum Lachen
  • es wird einem nie langweilig
  • benötigt Platz
  • kostet Geld
  • Tiere müssen dauerhaft versorgt werden, auch während des Urlaubs
  • Tiere brauchen regelmäßig Zuwendung und Pflege

5. Diese rechtlichen Grundlagen schützen Tiere

5.1. Das Tierschutzgesetz verflichtet zur Hilfe

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Jeder Mensch ist verpflichtet, Tieren zu helfen.

Was viele nicht wissen: Nach dem Deutschen Tierschutzgesetz ist jeder verpflichtet, das Leben und Wohlbefinden der Tiere zu schützen. Tierhalter gehen darüber hinaus weitere Verpflichtungen ein. Dazu gehört zum Beispiel die Verantwortung für eine angemessene Ernährung und Pflege oder eine artgerechte Unterbringung.

5.2. Tierhaltung in der Mietwohnung

Zwischen Mietern und Vermietern kommt es immer wieder zu Streitigkeiten bezüglich der Rechtslage zur Haustierhaltung. Grundsätzlich darf die Haltung von Kleintieren – wozu auch Hund und Katze zählen – per Mietvertrag nicht verboten werden. Im Einzelfall kann der Vermieter aber bestimmte Haustiere verbieten, wenn das Tier die Hausgemeinschaft zum Beispiel durch übermäßigen Lärm, Geruchs- oder Schmutzbelästigung stört.
Um Streit aus dem Weg zu gehen, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Vermieter und mit den anderen Hausbewohnern reden, bevor sie sich ein Tier zulegen.

6. Wo Sie Haustiere kaufen können

Hier können Sie Haustiere kaufen:

  • Tierheim,
  • Tierzüchter,
  • Zoofachhandel,
  • Tierbörsen im Internet
  • im Ausland.

Tierschutzorganisationen weisen darauf hin, dass sich Haustier-Interessenten zuerst an ein Tierheim wenden und möglichst ein Tier von dort bei sich aufnehmen sollten. Tierheime verlangen in der Regel nur eine geringe Schutzgebühr für die Abgabe eines Tieres. Sie liegt weit unter Kosten, die bei einem Tierzüchter oder im Zoofachhandel verlangt werden. Im Internet und im Ausland sollten keine Haustiere gekauft werden.

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