Mehlkäfer: So werden Sie die Schädlinge los

  • Der Mehlkäfer ist einer der ältesten Kulturfolger. Das bedeutet, dass sie sich an den Lebensbedingungen der Menschen orientieren
  • Die Larven des Käfers werden biologisch inkorrekt “Mehlwürmer” genannt.
  • Menschen züchten Mehlwürmer als Futtertiere etwa für Terrarientiere.

Mehlkäfer gehören zur Familie der Schwarzkäfer und tragen den klangvollen Namen Tenebrio molitor. Man bezeichnet die Tiere als Vorratsschädlinge, allerdings werden ihre Larven auch als Futtertiere gezüchtet und können somit auch als Nutztier bezeichnet werden.

Erfahren Sie hier, was den Käfer ausmacht, wie man ihn nutzt und wie Sie einen Befall erkennen und beseitigen können.

1. So lebt der Mehlkäfer

mehlkäfer larven im mehl

Die Larven ernähren sich überwiegend von Getreide und Mehl.

Der Mehlkäfer ist ein nachtaktives Insekt, das von Lichtquellen angezogen wird. Manche Menschen verwechseln ihn mit dem Hausbock oder Nagekäfern, die ihm beide relativ ähnlich sehen. Allerdings ist der Mehlkäfer kein Holzschädling, sondern hält sich lieber an Getreide oder Mehl. Auch an anderen Lebensmitteln, die viel Stärke enthalten erfreuen sie sich gerne.

Ein Weibchen legt etwa 200 bis 300 Eier. Sie sind nur rund anderthalb Millimeter groß und klebrig. So nehmen sie kleine Partikel ihrer Umgebung auf, etwa Staub oder Mehl, und sind ideal getarnt. Daher erkennt man sie im Mehl oder den Frühstücksflocken auch nicht mit bloßem Auge.

1.1. Der Mehlwurm ist die Larve des Mehlkäfers

nahaufnahme mehlwurm

Von Weitem sieht die Larve aus wie ein Wurm, von Nahem erkennt man ihre sechs Beine.

Die Larve, die aus dem Ei schlüpft, wird Mehlwurm genannt – wohl, weil sie aussieht wie ein Wurm. Dass sie sich auf sechs winzigen Beinchen bewegt, ist kaum zu erkennen.

Da Mehlkäfer und ihre Larven sich vor allem von Getreideprodukten ernähren, suchen die erwachsenen Tiere ein Umfeld aus, in dem ihre Nachkommen viel zu fressen haben. Bäckereien, Mühlen oder dunkle, nicht zu kühle Vorratskammern sind ideal für ihre Zwecke geeignet.

Schlüpfen die Larven, sind sie erst winzig und durchsichtig. Sie wachsen aber sehr schnell und nehmen eine bräunliche Färbung an. Die meisten sind etwa 20 bis 25 Millimeter lang, allerdings gibt es auch Exemplare, die es auf eine Größe von bis zu vier Zentimetern bringen. Schließlich verpuppen sie sich, und die Entwicklung zum Käfer beginnt.

1.2. Der Mehlkäfer sucht ein geeignetes Heim

Der erwachsene Mehlkäfer, der aus der Puppe schlüpft, ist zumeist rund 12 bis 18 Millimeter lang. Sein Steckbrief beschreibt einen dunkelbraunen bis schwarzen Leib mit rotbraunen Beinen und Fühlern. Er mag es warm, dunkel und im Idealfall etwas feucht. Insgesamt werden die Tiere etwa vier Monate alt.

Findet er keine ihm genehme Vorratskammer mit offenen Behältern, legt er seine Eier auch in Vogelnestern, in Komposthaufen, in verfaulendem Holz oder in Mulch ab. Durch unsere Lichtquellen in der Nacht zieht es ihn aber auch immer wieder in Richtung Haus oder Wohnung. Dagegen helfen Insektengitter am Fenster – oder Sie schließen die Fenster, ehe Sie das Licht einschalten.

2. So gelangt der Mehlkäfer ins Haus

drei jungvögel im nest

Mehlkäfer legen ihre Eier auch in Vogelnester – sind diese direkt in Hausnähe, gelangen die sie leicht ins Innere.

Wenn Sie daheim einen Befall von Mehlwürmern feststellen, ist das kein Grund zur Panik: Mehlwürmer können immer und überall auftreten. Sie gelangen etwa zum Beispiel über verunreinigte Lebensmittel ins Haus.

Erwachsene Tiere können fliegen und durchs Fenster kommen. Sie stammen entweder aus Vogelnestern in Hausnähe oder aus dem Garten. Züchten in Ihrer Nähe Menschen Mehlwürmer als Futtertiere, kann auch hier ein erwachsenes Tier entkommen sein.

3. Der Mehlwurm ist Nützling und Schädling zugleich

Zum Verzehr geeignet

In der EU ist es noch nicht gestattet, Mehlwürmer zu essen. In der Schweiz hingegen sind sie seit 2017 für den menschlichen Verzehr freigegeben. Dafür müssen sie aber sorgfältig gegart werden.

Besitzer von Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen können Mehlwürmer lebend kaufen, um ihre Haustiere damit zu füttern. Auch getrocknete Mehlwürmer werden als Futtertiere angeboten. Wer die Tiere hingegen in der Wohnung findet, muss sie bekämpfen: Sie fressen nicht nur an den Lebensmittelvorräten, sondern können auch Bakterien und Zwergbandwürmer übertragen.

4. So erkennen Sie einen Befall

Stellen Sie fest, dass Ihr Mehl oder Ihre Haferflocken stellenweise seltsam zusammenbacken, können die Eier des Mehlkäfers der Grund dafür sein. Untersuchen Sie sorgfältig alle Lebensmittel in der Umgebung und legen Sie die befallenen Behältnisse für einige Zeit in den Tiefkühler, ehe Sie sie in die Mülltonne werfen. So sorgen Sie dafür, dass die Eier und Larven tatsächlich tot sind und sich nicht im Müll weiterentwickeln.

Vermuten Sie, dass bereits erwachsene Mehlkäfer bei Ihnen unterwegs sind, können Sie Pheromon- oder UV-Licht-Fallen aufstellen. Beide haben Klebeflächen, an denen die Käfer hängen bleiben. Allerdings eignet sich eine solche Falle eher für den Nachweis des Befalls als zur tatsächlichen Bekämpfung der Tiere.

5. Mehlkäfer bekämpfen durch Nahrungsmittelentzug

Der einfachste Weg für die Bekämpfung der Schädlinge zu Hause ist die Entsorgung der befallenen Lebensmittel. Werfen Sie nichts in den Mülleimer im Haus, sonst entwickeln sich die Tiere hier weiter und schwärmen wieder aus! Nach dem Ausräumen sollten Sie alle Regale und Schubfächer in der Umgebung sorgfältig reinigen:

lebensmittel in luftdichten plastikbehältern

Mit luftdicht schließenden Behältern verhindern Sie, dass die Mehlkäfer einen Platz für die Eiablage finden.

  • säubern Sie und Ecken und Ritzen mit der Düse des Staubsaugers
  • rücken Sie die Möbel wenn möglich nach vorne
  • machen Sie hinter, auf und unter den betroffenen Möbeln gründlich sauber
  • wischen Sie die Regale mit Essigwasser aus
  • füllen Sie neue Lebensmittel in verschließbare Behältnisse um, in die die Tiere nicht hineingelangen

Behalten Sie Ihre neuen Lebensmittel genau im Blick, sodass Ihnen ein erneuter Befall nicht entgeht. Überprüfen Sie für etwa vier bis sechs Wochen alle paar Tage mit einer Klebefalle, ob doch noch oder wieder ein Käfer unterwegs ist. Es ist nämlich schwierig, im ersten Anlauf alle Schädlinge zu erwischen.

Tipp: Möchten Sie sichergehen, dass die Tiere wegbleiben, können Sie Insektizide verwenden, die für den Menschen ungiftig sind. Das sind zum Beispiel Produkte auf der Basis von Teebaum- oder Neemöl oder Kieselsäure.

Je nach Stärke des Befalls kann eine andere Form von Schädlingsbekämpfung nötig werden. In Bäckereien oder Mühlen zum Beispiel, wo viele Puppen auf einmal die Entwicklung zum Käfer durchlaufen, hilft Heißluft weiter: Bei 60 Grad dauert es nur rund fünf Minuten, bis alle Käfer und Mehlwürmer tot sind.

Gegen einen Befall von abgepackten Lebensmitteln hilft das Begasen mit Kohlendioxid, Stickstoff oder Phosphorwasserstoff. Für diese Vorgehensweisen sagen Sie am besten einem Kammerjäger Bescheid. Vermeiden Sie auf jeden Fall den Einsatz von giftigen Insektiziden!

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