Hausbock: Der immer hungrige Holzschädling

Hausbock
  • Der Hausbock ist einer der verbreitetsten Holzschädlinge in Deutschland.
  • Die Larven des Käfers leben in Nadelholz, das beispielsweise im Dachstuhl verbaut wurde.
  • Um den Schädling zu bekämpfen, muss das betroffene Holz ausgetauscht und ggfs. eine chemische Behandlung durchgeführt werden.

Was sind das für Geräusche auf dem Dachboden? Wer im Dachstuhl tierische Bewohner vermutet, der hofft, dass es sich nicht um den Hausbock handelt. Denn der Holzschädling kann durch seine gefräßigen Larven immense Schäden verursachen. 

Erfahren Sie hier, wie das Tier seinen Weg in Häuser findet und wie Sie die Schädlinge effektiv bekämpfen.

1. Der Hausbock: Unscheinbarer Mitbewohner

Hausbock bekämpfen

Die Larve des Hausbocks frisst sich durch das Holz.

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) lebt recht zurückgezogen in toten Nadelhölzern. Die Larven des Käfers können in Gebäuden mit Nadelhölzern große Fraßschäden verursachen.

Die Schädlinge sind zwischen 8 und 26 mm lang. Genauso wie die Größe variieren auch die Farben des Hausbocks. Sie sind braun bis schwarz und verfügen über eine feine Behaarung.

Zu den besonderen Erkennungsmerkmalen des Käfers gehören die zwei weißen Haarflecken auf den Flügeln und der stark herausstechende Halsschild. Er ist  rundlich und an ihn schließt sich der sehr viel kleinere Kopf an. Speziell sind auch die Schenkel des Käfers, die eine Verdickung an den Enden erkennen lassen.

Der Hausbock gehört zu den Bockkäfern. Oft wird er als Holzbock bezeichnet, worunter man jedoch eigentlich verschiedene Zeckenarten versteht.

Der Hausbockkäfer ist in vielen Regionen der Welt vorzufinden. Seine Heimat ist insbesondere Europa, Nordafrika und weite Teile Asiens. Über den Menschen ist er unter anderem bis nach Nordamerika und 2004 auch nach Australien gelangt.

2. Der zerstörende Lebenszyklus des Hausbockes

Aerosole

Bäume versprühen einen artspezifischen Duft. Aerosole bezeichnen in diesem Zusammenhang die kleinsten chemischen Teilchen, die unter anderem die duftgebenden ätherischen Öle beinhalten. Sie wirken auf verschiedene Tiere als Lockstoffe.

Der Hausbock lebt ausschließlich in (toten) Nadelhölzern. In Häusern bevorzugt er Dachstühle, wo er ausreichend Holz von Nadelbäumen findet. Die Holzschädlinge legen in den feinsten Rissen von Hölzern ihre Eier ab.

Bei der Wahl des geeigneten Ortes sind sie wählerisch. Neben den Sexuallockstoffen des Männchens spielt die Qualität des Holzes eine große Rolle. Das Holz muss ausreichend spezielle Duftstoffe (Aerosole) aussenden, um als attraktive Brutstätte wahrgenommen zu werden.

Sobald die Käfer für Nachwuchs gesorgt haben, sterben sie fast umgehend danach. Das Problem für Hausbesitzer sind die Larven. Diese benötigen zwischen vier und 18 Jahren, im Schnitt jedoch etwa 5 bis 6 Jahre, um sich weiterzuentwickeln: Eine Menge Zeit, um sich durch einen Dachstuhl zu fressen.

Die Käfer fressen nur das Splintholz von Nadelbäumen, nicht das Kernholz. Seine Lieblingsspeise ist Tannen- und Fichtenholz, in welchem er teilweise auch schon beim Bau eines Gebäudes eingesschleppt wird. Dort lässt er sich in den verbauten Teilen des Dachstuhles nieder, an die es sich zum Teil nicht ohne weiteres herankommen lässt. Das hat seine Ursache darin, dass Hausböcke Holz mit einer Rest-Feuchtigkeit von mindestens 12 Prozent, im besten Fall 30 Prozent, bevorzugen. Da in Räumen mit Heizungen diese Werte nicht erreicht werden, sondern das Holz dort viel trockener ist, lebt der Hausbock in Dachstühlen und Außenbereichen von Häusern.

2.1. Je frischer das Holz, desto wahrscheinlicher ein Befall

Hausbock Ursache

Der erwachsene Käfer bohrt sich ein Loch ins Freie.

Es lässt sich grundsätzlich davon ausgehen, dass der Hausbock „frische“ Dachstühle den älteren Dachstühlen vorzieht. Diese verströmen noch ausreichende Duftstoffe, die der Mensch als den speziellen Duft von Holz wahrnimmt. Bei neuen Dachstühlen trocknet das Holz in den kommenden Jahren auch noch, wodurch feine Risse im Holz entstehen. In diese Risse legt der Käfer seine Eier.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hausbock das Holz eines 100-Jährigen Hauses befällt, ist gering. Es verströmt wenige Duftstoffe und abgelagerter Staub auf den Balken schrecken die Hausböcke ab. Aber wenn es dort durch äußere Einflüsse zu einer enormen Zunahme an Feuchtigkeit kommt und neue Risse entstehen, kann das jahrzehntealte Holz doch wieder attraktiv werden.

3. Hausbockbefall erkennen: Die Löcher zeigen den Befall

Hausbock erkennen

Der Hausbock ist durch unscheinbare Löcher im Holz zu überführen.

Den Hausbock bzw. des Larven in ihrem aktiven Stadium ausfindig zu machen, ist nicht sehr einfach. Der Schädling verrichtet sein Werk innerhalb des Holzes und lässt außen eine sehr dünne Holzschicht bestehen. Die Fraßgänge sind also von außen nicht erkennbar, da das Holzmehl anders als beim Holzwurm in den Gängen verbleibt. Besitzer bemerken den Schaden also zumeist erst, wenn sie das Holz anfassen und es ihnen zwischen den Fingern wegbröselt. Im schlimmsten Falle kommt es zu statischen Schwierigkeiten an Teilen des Dachstuhls. Gibt es die Vermutung eines Hausbockbefalls, wird ein Experte sich auf die Suche nach der Ursache machen.

Es können mit viel Glück Larven oder Käfer gefunden werden. Von außen betrachtet lässt sich ein Hausbockbefall zumeist durch ein unscheinbares, kleines und ovales Loch erkennen (4-8 mm). Durch dieses Loch fressen sich die ausgewachsenen Käfer hindurch, um nach neuen Brutstätten zu suchen, in denen sie als adulte Käfer jeweils zwischen 100 und 200 neue Eier ablegen können. Ein recht sicheres Anzeichen für einen Hausbock sind deutlich hörbare Fressgeräusche, die die Larven beim Fressen machen.

Bei einem Verdacht auf Hausbockbefall muss auf jeden Fall im ersten Schritt durch einen Experten festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß dieser besteht. Anhand dieser Diagnose können dann angemessene Bekämpfungs- und ggf. auch Sanierungsmaßnahmen beschlossen werden. Wenn ein Experte nach kurzer Aufnahme des Schadens große und teuere Sanierungsmaßnahmen empfiehlt, sollten Sie sich eine Zweitmeinung einholen. Eine Übersicht zu Sachverständigen im Bauschutz finden Sie hier.

Neben dem Hausbock ist der Holzwurm eine der verbreitetsten und gefährlichsten Holzschadinsekten in Deutschland. Das sind die wichtigsten Unterschiede zum Holzwurm:

Merkmal Hausbock Holzwurm ( Gemeiner Nagekäfer)
Bevorzugte Holzart Splintholz von Nadelhölzern Frühholz von Laub- und Nadelhölzern, selten auch Kernholz
Dauer des Larvenstadiums 4 – 18 Jahre 3 – 4 Jahre
Ort des Befalls Dachstühle, Haushäuser Holzverkleidungen, Möbel im Keller, Treppenhäuser, Scheunen
Nachweis Fraßgeräusche, Ovale Löcher in Holz Holzmehlhäufchen, Fraßgeräusche, kleine runde Löcher im Holz

4. Ein Befall durch den Hausbock kann sehr gefährlich sein

Hausbock dachstuhl

Der Hausbock lebt im Splintholz und meidet das Kernholz.

Konnte ein Hausbockbefall festgestellt werden, müssen alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden, um diesen zu bekämpfen. Theoretisch kann der Hausbock so starke Fraßschäden anrichten, dass tragende Elemente des Dachstuhls nicht mehr tragfähig sind und der Dachstuhl schließlich einstürzt.

Dies ist jedoch nur bei einem jahrelangen massiven Befall zu befürchten. Die Larven fressen sich nicht mit einer so hohen Geschwindigkeit durch das Holz, dass von heute auf morgen Lebensgefahr bestünde. Wer seinen Dachstuhl regelmäßig auf Schäden kontrolliert, erkennt den Holzschädling in aller Regel rechtzeitig. 

Achtung: Für den Hausbock besteht in den Bundesländern Thüringen und Sachsen genauso wie für den Befall durch den Echten Hausschwamm eine Meldepflicht.

5. Hausbock bekämpfen: Mittel gegen den Hausbock sind rar

Hausbock Holzwurm

Holzwürmer zeigen ein ähnliches Schadbild wie der Hausbock.

Bei der Wahl der Bekämpfungsmittel spielt die Schwere des Befalls und die Art der Holzkonstruktion eine Rolle. Zu den klassischen Verfahren gehört die chemische Bekämpfung, bei der alle Larven und Käfer zu vernichtet werden sollen. Das geschädigte Holz wird mit einer Drahtbürste abgetragen und je nach Beschaffenheit des Holzes wird es mit Tensiden durchnässt. Dann erfolgt das Auftragen des chemischen Mittels. Sind die betroffenen Balken nicht von allen Seiten zugänglich, kann das Holz auch mit einer sogenannten Bohrlochtränkung oder Druckinjektion behandelt werden.

Bei einem großflächigem Befall an schwer zugänglichen Stellen kann die teurere Wärmeentwesung angewendet werden. Hierzu wird der Dachstuhl oder das komplette Haus mit professioneller Ausrüstung auf eine Temperatur von etwa 60 Grad erhitzt und alle Hausböcke und deren Larven abgetötet. Bei einem lokalen und kleineren Befall kann die betroffene Stelle chemiefrei mit Mikrowellenstrahlung behandelt werden.

Je nach Schadbild ist es auch möglich, alles zerstörte Holz abzutragen und durch gesundes Holz zu ersetzen. Es kann aber sein, dass das verbleibende, nicht angegriffene Holz nicht mehr tragfähig ist und der Dachstuhl sowieso ersetzt werden muss. Dies ist insbesondere bei neueren Gebäuden der Fall, da Sparren heutzutage aufgrund exakter statischer Berechnungen nicht viel mehr Gewicht tragen können, als sie es in ihrer Funktion müssen.

Dann lohnt es sich auch nicht mehr, den aktiven Befall mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. Der Besitzer kann hier Geld sparen, in dem er den kompletten Dachstuhl abtragen lässt, anstatt zuvor noch eine aussichtslose Bekämpfung zu bezahlen.

Info: Die Kosten für die Bekämpfung des Hausbockes richten sich nach dem Ausmaß des Schadens. Sie können zwischen wenigen 100 Euro und mehreren 1000 Euro als Kosten für einen komplett neuen Dachstuhl liegen.

6. Hausbock vorbeugen: Geeignetes Holz wählen

Hausbock Bekämpfung

Nach Entfernung der äußeren Holzschicht sind die Fraßschäden durch den Hausbock klar zu erkennen.

Um dem Befall durch den Holzschädling vorzubeugen, kann in erster Linie ein Holz gewählt werden, dass von dem Insekt nicht gemocht wird. Da die Tiere nur das äußere Splintholz befallen, hat es sich außerdem bewährt, nur das Kernholz von Nadelhölzern zu verwenden. Besonders widerstandsfähig gegen den Hausbock ist dabei das Kernholz der Kiefer, Lärche und Douglasie.

Wird Splintholz für den Bau des Dachstuhls verwendet, kann in Erwägung gezogen werden, das Baumaterial vorab chemisch mit einem Holzschutzmittel zu imprägnieren.

Ein Dachstuhl sollte möglichst wenig Feuchtigkeit sammeln und möglichst beheizt werden, denn die Tiere lieben es warm und feucht. Deshalb sollten keine größeren Mengen an Wäsche auf dem Dachboden getrocknet werden und im besten Fall keine wärmeisolierende Verschalung erfolgen, die Wärme und Feuchtigkeit staut. Auch sollte Holz im Dachbereich möglichst nicht eingemauert werden, da es an diesen Stellen die Feuchtigkeit des Mauerwerks aufnimmt.

Im Sommer sollten die Dachbodenfenster geschlossen gehalten werden. Denn zu dieser Zeit können Käfer unterwegs sein und durch das geöffnete Fenster in den Dachstuhl eindringen. Es ist nicht bekannt, dass der Hausbock über Brennholz aus dem Wald in ein Haus gelangen kann. Jedoch sollte man Holzreste aus Dachstühlen zur Vorsicht getrennt von Brennholz aufbewahren, damit der Schädling nicht überspringen kann.

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