Fische als Haustier: Was Sie zur Anschaffung und Pflege wissen sollten

  • Fische zählen zu den beliebtesten Haustieren. Als besonders faszinierend gilt dabei der hohe Formen- und Farbenreichtum für das heimische Aquarium.
  • Sehr oft finden sich Aquarien in Räumlichkeiten der Gastronomie, in Arztpraxen oder Seniorenheimen, denn das Beobachten der Tiere zeigt eine beruhigende Wirkung.
  • Um Fische artgerecht zu halten muss das Aquarium entsprechend eingerichtet werden. Zudem ist es wichtig, dass unterschiedliche Fischarten miteinander verträglich sind.

Fische sind die ältesten Wirbeltiere der Welt und finden sich in fast jedem Gewässer unserer Erde. Auch als Haustier erfreuen sie sich einer immer größeren Beliebtheit. Dabei benötigen sie einen wesentlich geringeren Zeitaufwand als viele andere Haustiere. Bei Aquarienfischen handelt es sich vorrangig um um Arten, die im Süßwasser leben.

Wir informieren Welche Fischarten sich für Anfänger eignen, welche Eigenschaften sie haben und wie Sie diese richtig halten und pflegen. Darüber hinaus geben wir hilfreiche Tipps zur Anschaffung. 

1. Worüber Sie sich vor dem Kauf Gedanken machen sollten

sieben goldfische vor holzschiff in aquarium für fische

Goldfische sind sehr beliebte Aquarienfische.

Bevor Sie sich Fische als Haustier anschaffen, gilt es, sich umfangreich über die Bedürfnisse Ihrer künftigen Schützlinge zu informieren. Denn nur so können Sie den Tieren ein möglichst artgerechtes und auch langes Leben ermöglichen. Grob falsche Haltungsbedingungen führen dahingegen oft sehr schnell zum Tod der Fische.

Zu Beginn sollte man sich die folgenden Fragen in dieser Reihenfolge stellen:

  1. Welche Fische möchte ich kaufen?
  2. Was benötigen die Fische für Bedingungen (Temperatur/Platz/Wasserwerte)?
  3. Welche weiteren Fische, Pflanzen und Einrichtungsgegenstände passen dazu?

Denn Fischarten, Bedingungen und Aquarium müssen möglichst gut aufeinander abgestimmt werden. Zur optimalen Nutzung Ihres Aquariums ist es ratsam, sowohl Fische für den Boden- als auch für den Mittleren- und den Oberflächenbereich anzuschaffen. So schaffen Sie zum einen ein möglichst intaktes Ökosystem während das Aquarium auch optisch aufgewertet wird.

Neueinsteigern in der Aquaristik empfehlen wir generell, sich Süßwasserfische zu halten. Denn diese sind meistens in der Anschaffung und Haltung deutlich preisgünstiger und können Abweichungen von ihren optimalen Lebensbedingungen wesentlich besser vertragen als Salzwasserfische.

Zeitaufwand: Auch wenn Fische mit etwa 2 Stunden pro Woche nicht so viel Zeit wie andere Haustiere in Anspruch nehmen, sollten Sie sich vor der Anschaffung sicher sein, diese Zeit immer aufwenden zu können. Insbesondere die Hygiene und Kontrolle der Wasserwerte sollte nie vergessen werden.

2. Die passenden Fische auswählen

Achten Sie grundsätzlich darauf, ausschließlich Fische zu kaufen, die unter denselben Bedingungen leben. Denn die Ansprüche an Wassertemperatur, Wasserwerte, Bodenbeschaffenheiten und Pflanzen müssen übereinstimmen. Zudem ist es bedeutsam, dass sich die gewählten Tiere untereinander vertragen und nicht gegenseitig fressen.

Auch der Charakter und die Lebensweise der Tiere sind wichtig. Während einige Tiere sich ausschließlich im Schwarm wohlfühlen, lieben andere Fische ihr Leben als Einzelgänger (ihrer Art).

Tipp: In der Informationsbroschüre des Tierschutzbundes finden Sie unter anderem hilfreiche Tipps zum Schwarmverhalten und der Vergesellschaftung von Aquarienfischen.

Die Preise von Fischen unterscheiden sich dabei stark. Viele beliebte Aquarienfische sind schon für wenige Euro zu haben. Besondere Arten und Exemplare können hingegen schnell 200 Euro und mehr kosten.

2.1. Beliebte Fische für Anfänger

Für Anfänger eignen sich hauptsächlich einfach zu haltende Süßwasserfische, die zudem robust sind. Beliebte Fische sind unter anderem Guppys, kleine Welse, Salmler, Mollys und Schwertträger. Diese sind oft mit einer Vielzahl weiterer Fische verträglich und vergleichsweise robust. Dennoch sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Fische immer von einer Art ausgehen und danach passende weitere Arten auswählen.

Achtung: Verzichten Sie zum Wohl der Tiere darauf Wildfänge zu kaufen. Etwa 90 % aller gefangenen Fische sterben, bevor sie überhaupt ein Aquarium erreichen. Die verbliebenen Fische haben oft eine sehr geringe Lebenserwartung. Dies gilt für Fische aus Süß- und Salzwasser.

In der folgenden Tabelle stellen wir weitere beliebte Aquarienfische kurz vor.

Fischart BILD Steckbrief
Barben

zwei bitterlingsbarben in süßwasser aquarium

Bitterlingsbarbe

Barben gehören zu den Karpfenfischen. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Variationen. Da sie als sehr unkompliziert in der Haltung gelten sind Barben bei Aquarianern sehr beliebt und auch gut für Anfänger geeignet.
Labyrinthfische

siamesischer kampffisch in süßwasser aquarium

Siamesischer Kampffisch

Labyrinthfische zeichnen sich insbesondere durch ihr zusätzliches Labyrinthorgan aus. Dieses ermöglicht ihnen, bei sauerstoffarmen Wasser an der Luft zu atmen. Auch sonst sind sie sehr robust und vertragen sich gut mit vielen anderen Fischen. Allerdings zeigen sie gegenüber Artgenossen und ähnlich aussehenden Fischen eine sehr hohe Aggressivität, die insbesondere bei Kampffischen fast immer in Kämpfen bis zum Tod ausartet.  Daher sollten sie meist einzeln gehalten werden und die Verträglichkeit mit anderen Fischen vorab geklärt werden.
Regenbogenfische

diamant regenbogenfisch mit weißem hintergrund

Diamant-Regenbogenfisch

Regenbogenfische sind kleine Fische, die oftmals einen Silberglanz aufweisen. Die Männchen sind dabei deutlich auffälliger gefärbt. Trotz ihrer Größe von nur ca. 6 cm verfügen die Fische über einen enormen Bewegungsdrang. Mit anderen Fischen vertragen sie sich meist gut.
Zahnkärpflinge

ein nigeria prachtkärpfling im aquarium

Nigeria Prachtkärpfling

Zahnkärpflinge sind tropische, bis zu 20 cm lange Süßwasserfische. Aufgrund ihrer großen Farbvielfalt sind gerade die kleineren Sorten beliebte Zierfische. Zu ihnen gehören auch lebendgebährende Arten sowie die in der Aquaristik sehr beliebten Killifische.

Bevor Sie sich Fische für Ihr Aquarium kaufen, ist es äußerst wichtig, auf die Gesundheit Ihrer künftigen Haustiere Wert zu legenAtmen die Fische gleichmäßig, sind sie gesund? Stellen Sie fest, dass sich ein Fisch ständig in der Ecke verkriecht oder nicht frisst, kann dieser krank sein.

Aber auch ein Blick auf die Schuppen und Flossen liefert Hinweise darauf, ob das Tier krank oder gesund ist. Sofern diese Beschädigungen aufweisen, sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen.

2.2. Aquarienfische werden meist nur wenige Jahre alt

Gekaufte Fische

Bei Fischen ist meist unklar, wie alt die sie zum Zeitpunkt des Kaufs sind. Daher kann es sein, dass auch gut gepflegte Fische schnell sterben. Verlässliche Altersangaben erhalten Sie meist nur bei speziellen Züchtern.

Kleine Fische im Aquarium erreichen meist ein Alter von drei bis vier Jahren. Zu den langlebigsten Aquarienfischen im Hausgebrauch zählen Welse mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 10 Jahren.

Fische für den Gartenteich oder speziell angefertigte Großaquarien können mit einer deutlich höheren Lebenserwartung aufweisen. So werden beispielsweise Kois bis zu 60 Jahre alt.

3. Das richtige Aquarium auswählen

goldfische in einem aquarium

Goldfische sind für ein großes Aquarium oder für den Gartenteich geeignet.

Bereits mit dem Kauf eines Aquariums beginnt die Übernahme einer bedeutenden Verantwortung. Denn ein Aquarium ist nicht nur ein echter Hingucker. Es braucht genauso wie seine Bewohner viel Pflege. Zudem fallen weitere Kosten für das Inventar an, beispielsweise Technik, kleine Steine und Pflanzen.

Es ist keinesfalls ausreichend, einfach ein beliebiges Aquarium zu kaufen und irgendwelche Fische hineinzusetzen. Es muss immer auf seine Bewohner abgestimmt werden. Anfänger können im Handel Komplettsets mit Pumpen und Filtern erhalten. Je nach Art müssen Sie noch zusätzliche Technik anschaffen, um für optimale Bedingungen zu sorgen. Alternativ können Sie sich auch ein eigenes Aquarium einrichten.

Beachten Sie zudem folgende Hinweise:

  • Wählen Sie ein in der Größe an die Fischart angepasstes Aquarium.
  • Passende weitere Fische und Pflanzen auswählen
  • Fische erst nach Überprüfung der Wasserwerte (z.B. Nitritgehalt, Karbonathärte und pH-Wert) in Ihr neues Aquarium einsetzen
  • Passen Sie die Temperatur mit geeigneter Technik an die Lebensbedingungen an.
  • Stellen Sie Ihr Aquarium nicht in direktes Sonnenlicht!

Eine genaue Erläuterung zur Einrichtung und Pflege eines Aquariums finden Sie in unserem umfangreichen Aquarium-Ratgeber.

3.1. Die richtige Größe

Faustregel Fischdichte

Zur artgerechten Haltung belegen Sie das Aquarium mit maximal einem Fisch pro 2l Wasser. Dabei zählt nur die freie Fläche, daher müssen Sie vorher den Bodengrund und die Einrichtungsgegenstände vom Gesamtvolumen abziehen.

Selbst für kleine Arten gilt: Je größer das Aquarium, desto besser. Auch für Anfänger lohnen sich Aquarien mit einem Volumen von 100l  oder mehr, denn diese bedeuten einen wesentlich geringeren Pflegeaufwand. So bilden sich in einem kleinen Aquarium wesentlich schneller Keime und es ist auch wesentlich schwieriger die optimalen Wasserwerte konstant zu halten.

Erfahren Sie mehr zu den Vor- und Nachteilen von größeren gegenüber kleineren Becken:

  • Einsetzen größerer Fischarten möglich
  • mehr Exemplare pro Fischart können gehalten werden
  • größere Diversität ist auch optisch ein Hingucker
  • Reinigung nimmt weniger Zeit in Anspruch
  • höhere Anschaffungskosten
  • mehr Platz für das Aquarium notwendig
  • höherer Wasser- und Stromverbrauch

4. Tipps zur Haltung von Fischen

fünf aquarium fische erhalten flockenfutter

Fische bei der Fütterung zu beobachten bereitet viel Freude.

Nachdem die Einrichtung geschafft ist und die ersten Fische eingezogen sind gilt es, sich um diese zu kümmern. Dies betrifft insbesondere das Füttern, die Kontrolle der Wasserwerte und die Hygiene.

Zudem sollte eine Beleuchtungszeit gewählt werden, welche in etwa einem natürlichen Tag- und Nachtrhythmus der Fische entspricht. Auch die Temperatur sollte bei Bedarf je nach Jahreszeit variieren.

4.1. Füttern Sie nicht zu viel auf einmal

Die richtige Menge

Haben Ihre Fische das Futter nach zwei Minuten aufgefressen, so haben Sie die richtige Menge gewählt. Sofern sich anschließend noch Futter im Becken befindet, war die Menge zu groß. Futterreste belasten die Wasserwerte und müssen entfernt werden.

Wenn Sie Fische halten, ist ein tägliches Füttern erforderlich. Abhängig von der Fischart müssen Sie die Tiere einmal bis dreimal pro Tag zu füttern. Dabei werden tagaktive Arten während der Beleuchtungszeit und nachtaktive Arten bei Dunkelheit gefüttert.

Zur Fütterung eignen sich verschiedene Arten von Fertigfutter. Diese beinhalten unterschiedliche Nährstoffkombinationen aus Mineral- und Ballaststoffen, Eiweiß, Spurenelementen, Kohlenhydraten und Vitaminen. Darüber hinaus variieren sie in Form und Gewicht (z.B. Flocken, Frostfutter, Tabletten). Dies liegt daran, dass Fische ihr Futter je nach Art in oberen, mittleren oder unteren Wasserbereichen aufnehmen.

Achtung: Fischfutter darf nicht zu viele Kohlenhydrate enthalten. Denn dann droht eine Verfettung der Leber, welche schlussendlich zum Tod führt..

4.2. Das müssen Sie bei der Hygiene beachten

Aquarium Scheiben säubern Magnet

Algenmagneten sind eine große Hilfe bei der Säuberung des Aquariums.

Um Ihren Fischen ein möglichst langes Leben zu ermöglichen muss das Aquarium regelmäßig überprüft und bei Bedarf gereinigt werden. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Denn jede Reinigungsaktion stellt einen Eingriff in das Ökosystem Aquarium dar.

Um eine übermäßige Algenbildung und eine Verschlechterung der Wasserqualität zu vermeiden, müssen Futterreste, abgestorbene Pflanzen und tote Fische von Ihnen mit einem Kescher entfernt werden. Zu stark wachsende Pflanzen müssen bei Bedarf zurechtgeschnitten werden. Algen an den Scheiben lassen sich am besten mit einem Algenmagneten oder algenfressenden Schnecken entfernen.

Wenn die Leistung Ihres Filters nachlässt, muss dieser Stück für Stück gereinigt werden. Somit gehen Sie sicher, die wichtigen Filterbakterien nicht abzutöten. Da sich die Wasserwerte eines Aquariums im Zeitverlauf immer verschlechtern, muss einmal wöchentlich etwa ein Drittel des Wassers gewechselt werden. Auch das Absaugen des Bodens muss regelmäßig mit einem Mulmsauger oder einer Mulmglocke geschehen.

4.3. Fische benötigen die richtigen Wasserwerte

Fische reagieren äußerst sensibel auf Änderungen ihrer Lebensbedingungen. Daher sollten die Wasserwerte möglichst gut an die natürlichen Bedingungen der Bewohner angepasst sein.  Um ein massenhaftes Fischsterben zu verhindern ist es daher unabdinglich die Wasserwerte regelmäßig zu kontrollieren. Dazu zählt der pH-Wert, die Wasserhärte, sowie die Menge an Nitrat und Nitrit.

Wir empfehlen, die Werte mindestens ein Mal pro Woche zu kontrollieren. Dies kann sowohl mit technischem Geräten, als auch mit einfachen und preisgünstigen Teststreifen geschehen.

Info: Um für einen ausreichenden Sauerstoffgehalt im Wasser zu sorgen, muss das Aquarium mit einer ausreichenden Menge an passenden Pflanzen bepflanzt werden. Eine Pumpe sorgt dafür, dass weitere essenzielle Nährstoffe und ggf. auch CO2 im Wasser enthalten sind.

5. Empfehlenswerte Bücher über Aquarienfische

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