Leguan: Alles zu Herkunft, Haltung und Pflege

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  • Leguane sind kleine bis große Echsen, deren Heimat Zentral- und Südamerika ist.
  • Obwohl ihre Haltung sehr anspruchsvoll ist, gehören sie dennoch zu den beliebtesten Tieren in Terrarien.
  • Der Grüne Leguan ist mit Abstand die größte wildlebende Leguanart.

Leguane gehören fraglos zu den faszinierendsten Reptilien. Ihr Äußeres flößt Respekt ein und erinnert an prähistorische Echsen. Viele spielen mit dem Gedanken, einen dieser attraktiven Leguane im heimischen Terrarium zu halten. Dabei vergisst man oft, dass Leguane viel Sachkenntnis, Zeit und Platzangebot vom Halter erfordern.

Informieren Sie sich in diesem Ratgeber über die gängigen Leguanarten und ihre Besonderheiten. Erfahren sie auch, was Sie bei der Haltung der Tiere zu beachten haben.

1. Leguan im Kurzportrait

gruener leguan hebt den hals

Leguane sind majestätische Tiere: Grüner Leguan mit typischer Wamme und Kamm.

Der Leguan gehört zur Familie der Leguanartigen und ist ein Reptil aus der Ordnung der Schuppenkriechtiere. Leguane kommen am häufigsten in Zentralamerika, im Süden von Nordamerika bis zu den Grenzen von Uruguay vor. Darüber hinaus leben bestimmte Arten endemisch auf den Galápagos-, Fidschi- und den Karibischen Inseln.

Leguane sind geradezu einschüchternde Erscheinungen. Doch ihre beachtliche Gesamtgröße von bis zu zwei Metern erreichen sie nur aufgrund ihres mächtigen Schwanzes, der häufig länger als ihr restlicher Körper ist. Bei den Leguanen sind die Weibchen deutlich kleiner und in der Gesamterscheinung unauffälliger als die Männchen.

Arttypisch ist ihr Rückenkamm, der aus hautlappenartigen „Stacheln“ besteht. Einige Arten wie der Grüne Leguan haben einen auffälligen Kehlsack, der Wamme heißt und aus Fettgewebe besteht. Leguane gibt es je nach Art in Blau, Orange, Grün, Rot oder Schwarz. Zudem können einige Arten die Farbe je nach Stimmung, während der Paarungszeit oder im Alter wechseln.

Ihr größter Feind ist der Mensch, der Leguane mutwillig tötet und ihre natürlichen Lebensräume zerstört. Gefährlich für die Leguane sind zudem streuende Katzen und Hunde. Mindestens drei Leguanarten gelten als ausgestorben, einige andere sind vom Aussterben bedroht.

1.1. Leguane können gefährlich sein

Sind Leguane giftig?

Im Gegensatz zu einigen Echsen wie dem Komodowaran, der Krustenechse und der Östlichen Bartagame gibt es bislang keinen Hinweis darauf, dass Leguane giftig sind.

Insbesondere die großen Echsen wie der Grüne Leguan haben außerordentlich starke Kiefer, und sind während der Paarungszeit aggressiv genug, um auch Menschen zu beißen. Solche Bisswunden sind nicht zu unterschätzen und können bei Unachtsamkeit vor allem an Fingern und Weichteilen erhebliche Verletzungen verursachen.

Auch ist der Schlag mit dem kräftigen Schwanz einer großen Echse sehr schmerzhaft. Doch auch hier passieren die Unfälle nur, wenn die Echse sich bedroht fühlt.

Achtung: Leguane lassen sich bis zum gewissen Grad zähmen. Sie erdulden die menschliche Berührung, die sie jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht genießen.

2. Leguanarten im Kurzüberblick

halsbandleguan sonnt sich auf stein

Ein Halsbandleguan-Weibchen gibt ein schönes Haustier im Terrarium ab.

Diese vier Leguanarten können gut in artgerechten Terrarien gehalten werden. Einige, wie der Leopardleguan sind sogar als „anfängertauglich“ eingestuft:

  • Schwarzer Leguan (Yukátan-Leguan)
  • Halsbandleguan
  • Malachid Leguan
  • Leopardleguan

 

LEGUANARTEN HERKUNFT & LEBENSRAUM GESAMTLÄNGE & AUSSEHEN
Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) Mexiko, Südwesten der USA; Halbwüste, felsige Trockengebiete Bis ca. 35 cm; schwarz-rote Bänder am Hals
Blauer Leguan (Cyclura lewisi) oder Grand-Cayman-Leguan Endemisch Grand Cayman Insel, vom Aussterben bedroht durch Menschen (ca. 25 Exemplare) Bis ca. 75 cm; blau-türkis, blau-grau, grünlich-blau-grau
Grüner Leguan (Iguana Iguana) Zentralamerika, Südamerika; tropische Gebiete, nah am Wasser, Regenwald Bis ca. 200 cm; grün, Männchen orange in der Paarungszeit; auffällige Kehlwamme, beringter Schwanz
Yucátan Leguan oder Schwarzer Leguan (Ctenosaura similis) Mexiko; Trockengebiete, Felsen, Strandnähe Bis ca. 100 cm; schwarz-grau, grau mit schwarzen Streifen
Chuckwalla (Sauromalus) Nordmexiko, Südwesten der USA; Trockengebiete, Felsen Bis ca. 45 cm; gesprenkelt mit grau-orange-gelber Färbung
Nashornleguan (Cyclura cornuta) Karibische Inseln; durch Menschen stark vom Aussterben bedroht Bis ca. 150 cm; athletischer bräunlicher Körper, bis 3 kleine „Hörner“ auf der Schnauze
Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) Endemisch Galápagos-Inseln; Meeresküste, Mangroven; einzige im und vom Meer lebende Echse Bis ca. 100 cm; schwarz, manche ziegelrot gemasert
Leopardleguan (Gambelia wislizenii) Südwesten der USA, Mexiko; Trockengebiete Bis ca. 40 cm; leopardenartige Fleckenmuster
Fidschi-Leguan (Brachylophus) Endemisch auf Fidschi und Tonga; stark vom Aussterben durch Menschen bedroht Bis ca. 100 cm; gras-grün mit dunklen Streifen

3. Reptilienexperten warnen vor der Haltung von Grünen Leguanen

Zweifelsohne gehört der Grüne Leguane, auch unter dem Namen Amerikanischer Leguan bekannt, zu den schönsten Reptilien überhaupt. Daher wundert es nicht, dass dieser Leguan zu den begehrtesten Terrarientieren zählt.

Dabei warnen Reptilienexperten, Tierschützer und Tierärzte gleichermaßen vor der Anschaffung dieses Leguans. Allein aufgrund seiner Größe von gut 2 m sind diese riesen Leguane in den meisten Terrarien kaum artgerecht untergebracht. Auch ihre Lebenserwartung von ca. 20 Jahren wird selten mitbedacht.

Grüne Leguane kommen in tropischen Regionen Südamerikas in Regenwäldern vor und brauchen entsprechende klimatische Bedingungen im Terrarium. Sie klettern gerne, schwimmen gut und brauchen eine artgerechte körperliche Auslastung. Sie sind während der Paarungszeit aggressiv und ihren Weibchen gegenüber aufdringlich. Gleichwohl sind sie, wie die meisten Leguane, keine Einzeltiere!

Info: Grüne Leguane sind die am häufigsten importierten Haustiere Deutschlands. Jährlich werden ca. 6.000 Tiere verkauft. Der Deutsche Tierschutzbund hat dazu ein Informationsblatt herausgebracht.

Fazit: Bei Grünen Leguanen ist sehr gute Sachkenntnis und ein sehr großes, hohes Terrarium mit entsprechender Ausstattung erforderlich. Auch sind sie nicht als „Zimmermitbewohner“ geeignet, die permanent freien Ausgang haben.

Wer sich für Grüne Leguane in Terrarienhaltung interessiert, kann sich hier darüber informieren.

4. So sieht eine artgerechte Haltung von Leguanen aus

Noch bevor der ausgesuchte Leguan in sein neues Zuhause umsiedeln darf, müssen Sie für den richtigen Standort, das passende Terrarium und geeignetes Futter sorgen. Dabei sind fachspezifische Literatur und am besten ein aufklärendes Gespräch mit einem professionellen Züchter unentbehrlich.

Info: Die Mindestgröße eines Leguan-Terrariums liegt bei 200 (L) x 80 (B) x 100/120 (H) cm. Dies gilt nicht für Grüne Leguane, die mehr Platz benötigen. Allein die kleinen Malachid Leguane können mit einem 100 x 60 x 80 cm großen Terrarium auskommen.

In Abhängigkeit von der Leguanart müssen Sie ein großes bis sehr großes Terrarium besorgen und brauchen dementsprechend viel Stellplatz. Ideal ist hierfür ein Wintergarten. Denken Sie bei der Anschaffung gleich eine Nummer größer, denn Ihr Leguan wird bei guter Haltung lange leben und wachsen.

Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie ein vorgefertigtes oder ein selbstgebautes Terrarium aus Holz, Glas, Plexiglas, Kunststoff oder Sandwich-Platten kaufen. Zu bedenken ist, dass vorgefertigte Terrarien im Tierfachhandel oft nicht die notwendigen Größen haben.

Tipp: Im Internet gibt es mittlerweile viele auf Terrarien spezialisierte Händler. Sie bieten relativ günstige Terrarien nach Maß an.

Das Wichtigste bei einer Leguan-Haltung ist die Qualität seiner Unterbringung, worunter zählt:

  • Platzwahl
  • Größe des Terrariums
  • Artgerechte Ausstattung mit Kletter-, Bade- und Sonnenmöglichkeiten
  • Heizstäbe, Heizmatten mit Temperaturregler (ggf. Zeitautomatik)
  • Tageslicht-, UVA-, UVB- sowie Wärmelampen
  • Luftbefeuchtungsgeräte (ggf. Beregnungsanlage)

5. Artgerechtes Futter entscheidet über gute Entwicklung

zwei grüne leguane mit frischem gemüse

Die artgerechte Haltung und das richtige Futter sind entscheidend  für die Entwicklung der Echsen.

Viele Erkrankungen der Leguane resultieren aus falscher Frischfutterernährung. Daher ist es absolut notwendig, dass Sie über die artgerechte Fütterung informiert sind.

Zuviel oder falsches Frischfutter führt zu Blähungen und Darmproblemen, die ernsthaft die Gesundheit der Tiere gefährden können. Die betroffenen Leguane fressen nicht und verkümmern.

Von Bedeutung ist bei der Fütterung das Verhältnis von Calcium und Phosphor. Daher empfehlen Experten einen Speiseplan von 90 % pflanzlicher und 10 % tierischer Nahrung. Der beliebte Grüne Leguan ist hingegen ein 100-prozentiger Vegetarier.

Info: Obst- und Gemüsereste sollten spätestens am Abend aus dem Terrarium entfernt werden, damit sie nicht vergammeln.

Omnivore (allesfressende) Leguanarten brauchen ein möglichst breites Spektrum an Futter. Dazu gehören Blattsalate, einige Kräuterarten, Wurzelgemüse und verschiedene Früchte. Insekten, die in Maßen verfüttert werden können, sind: Larven, Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Wachsmotten, Zophobas, Seidenraupen. Tierische Frischnahrung sollte höchstens zwei Mal in der Woche angeboten werden.

Mindestens eine Schale mit frischem Wasser gehört in jedes Terrarium. Leguane baden gerne, einige urinieren ins Wasser, daher sollten das Wasser am besten mehrmals täglich gewechselt werden.

6. Die Innenausstattung des Terrariums ist außerordentlich wichtig

artgerecht eingerichtetes sehr großes terrarium mit zwei leguanen

Artgerechte Terrarien für Leguane sind hell, warm und haben viele Möglichkeiten zum “abhängen”.

Das Terrarium wird in Abhängigkeit von der Leguanart eingerichtet: für am Boden lebende Arten lange und breite Terrarien, die mit Steinen und Höhlen ausgestattet sind; und hohe mit senkrechter Bepflanzung ausgerüstete Terrarien für Leguane aus tropischen Waldregionen.

Auch der Bodenbelag ist von Bedeutung. Für feuchte Terrarien eignen sich Materialien, die nicht so schnell Schimmelpilz ansetzen. Gleichzeitig ist hier für die nötige Ablüftung zu sorgen. Da Rindenmulch feuchtgehalten werden kann, eignet er sich gut, um die Luftfeuchtigkeit stabil zu halten. Allerdings können Leguane Partikel davon verschlucken, was zu Darmproblemen führen kann.

Alle Leguane liegen gerne auf Ästen, Baumstämmen und Steinen, von wo aus sie einen guten Überblick über ihre Umgebung haben. Bringen Sie über diesen „Aussichtspunkten“ Wärmelampen an, die zudem für die richtige UVA- und UVB-Bestrahlung sorgen.

Wichtig für jede Echse sind geeignete Rückzugsorte und Versteckmöglichkeiten. Das ist vor allem für Weibchen in der Paarungszeit unentbehrlich, die sich vor den aufdringlichen Männchen zurückziehen wollen.

Tipp: Schöne Abwechslung bieten Korkröhren und Wurzeln. Statten Sie die Seitenwände mit Naturkork so aus, dass die Leguane daran klettern können.

Ein begrüntes Terrarium sieht nicht nur schön aus – es ist auch artgerecht. Doch die verwendeten Pflanzen müssen ausnahmslos ungiftig für die Leguane sein. Von Plastikpflanzen ist abzuraten, da sie von den Leguanen angenagt werden können. Als mögliche Bepflanzung eignen sich zum Beispiel:

  • Hibiscusbaum
  • Yuccapalmen
  • Brasilianischer Regenbaum
  • Malayischer Stachelbeerbaum

6.1. Die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind unerlässlich

Ob Ihre Leguane sich wohlfühlen, hängt auch von dem richtigen Klima im Terrarium ab. Auch hierbei entscheidet die genaue Sachkenntnis der Leguanart.

Beispielsweise fühlt sich ein Halsbandleguan bei 50-60 % Luftfeuchtigkeit wohl. Hingegen braucht der Melachit Leguan, der aus tropischen südamerikanischen Bergwäldern kommt, Luftfeuchtigkeit von 90-100 %. Zusätzlich müssen Sie auch auf die Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen und Luftfeuchtigkeit achten.

Tipp: Terrarien für Leguane aus den Regenwäldern sollten gegebenenfalls mit Beregnungsanlagen ausgestattet sein. Eine solche Anlage sollte stufenverstellbar sein, denn ein dauerhafter Nebeldunst kann zu gesundheitlichen Problemen bei den Lungen führen.

Leguane brauchen viel Licht und viel Wärme – leider sind die meisten Terrarien für diese Tiere zu dunkel. 45° in der Sonne ist für die meisten Leguane kein Problem. Allerdings benötigen die Tiere kühle Plätze im Terrarium, um ihre Körpertemperatur nach Bedarf runter zu regulieren.

Darüber hinaus sollten die für Leguane unerlässlichen Licht- und Wärmelampen so angebracht sein, dass sie für die notwendige Wärme sorgen, gleichzeitig die Echsen bei ihren Klettereskapaden nicht verbrennen. Je nach Lampe sollte der Abstand zum Leguan zwischen 30 bis 45 cm groß sein.

7. Steckbrief Leguan

Merkmal Ausprägung
Name Leguan (Iguanidae)
Klasse Reptilien
Ordnung Schuppenkriechtiere (Squamata), Toxicofera
Familie Leguanartige (Iguania)
Aussehen/Farben Reptilien mit Kämmen auf dem Rücken; blau, schwarz, braun-rot, orange, grün, gemustert
Größe/Gewicht Ca. 14-200 cm; von 3 bis 14 kg
Ursprungsheimat/Verbreitung Zentralamerika/Südamerika, Zentralasien
Lebensraum Regenwald und Halbwüsten
Lebenserwartung Ca. 20 Jahre, ältester bekannter Leguan ca. 70 Jahre
Lebensform/Ernährungsform Tagaktiv, meistens Pflanzenfresser oder Allesfresser: Insekten (insektivor), Pflanzen (herbivor), Schnecken
Geschlechtsreife Zwischen 1 und 3 Jahren
Paarung/ Vermehrung Dezember bis Januar/ Eiablage i.d.R. 20 bis 50 Eier
Artbestand Gefährdet
Feinde Große Raubvögel, Schlangen, Menschen, Hunde, Katzen
Geschwindigkeit Bis ca. 35 km/h
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