Schlange: Die faszinierende Welt der lautlosen Jäger

grüne Schlange
  • Die Schlange ist in fast allen Teilen der Erde zu Hause und hat sich an die unterschiedlichsten Lebensräume angepasst.
  • Ob Gift- oder Würgeschlangen – sie sind Meister im Jagen. Auch zur Verteidigung haben die scheuen Tiere wirksame Methoden entwickelt.
  • Als Haustier im Terrarium erfreut sie sich bei Reptilienfans großer Beliebtheit. Ihre Haltung erfordert jedoch eine sehr gute Schlangenkenntnis.

Schlangen faszinieren uns Menschen seit jeher. Der schlanke Körper, das konstante Züngeln, und vor allem die geduldige Gefahr, die von diesen Tieren ausgeht. Zahlreiche Mythen ranken sich um die Tiere. Im Christentum ist sie das Sinnbild der hinterlistigen Sünderin. In Indien hingegen gilt sie als heilig und wird in verschiedensten Kulten verehrt.

Die Faszination verdankt sie ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten, mit denen sie sich an nahezu alle Lebensräume der Erde angepasst hat. Ihre Sinnesorgane sind für ein Leben als lauernder Jäger perfekt ausgebildet – und die aus menschlicher Sicht brutale Art, ihre Beute zu töten und zu verschlingen, macht sie für uns geheimnisvoll und abschreckend zugleich. Wahrscheinlich wird sie gerade deswegen auch gerne von Reptilienfans im Terrarium gehalten und beobachtet. Bei uns erfahren Sie, was die Schlange so besonders macht.

1. Schlangen besiedeln fast die ganze Welt

giftschlange in der natur

Die Puffotter ist auf ein Leben in der trockenen Wüste perfekt angepasst.

Bei Schlangen handelt es sich um Reptilien der Ordnung Schuppenkriechtiere. Es gibt mehr als 3000 Schlangenarten, die sich auf die unterschiedlichsten Lebensräume angepasst haben. Sie ist in trockenen Wüsten beheimatet, im Dschungel sowie auf Wiesen. Ob im hohen Gebirge oder in Seen, sogar das Meer hat sie erobert. Sie hat sich in allen Teilen der Erde breit gemacht, bis auf die kalten Regionen wie Arktis und Antarktis sowie auf einigen Inseln wie Island, Irland, Neuseeland oder den Azoren.

Wie viele Schlangenarten und niedrigere Klassifizierungen es genau gibt, wird aktuell viel diskutiert, da einerseits immer neue, noch unentdeckte Arten hinzu kommen. Andererseits besteht unter den Biologen eine große Uneinigkeit bei der internen Systematik, ob es sich also um eine eigenständige Art oder lediglich um eine Unterart handelt. So kommt es zu sehr vielen Abweichungen und ständigen Revisionen bei der Klassifikation der Tiere.

1.1. Schlangen bewohnen unsere Erde schon sehr lange

Die ältesten fossilen Funde von Schlangen sind etwa 140–170 Millionen Jahre alt und stammen aus Großbritannien, Portugal und den USA. Schon damals waren sie sehr vielfältig und beheimateten unterschiedliche Lebensräume.

Einige Fossilien beweisen auch, dass Schlangen einst noch Beine hatten, diese sich jedoch aufgrund einer Mutation nach und nach zurückbildeten. Dadurch hatten sie in bestimmten Lebensräumen erhebliche Vorteile bei der lautlosen Beutejagd und Fortbewegung und konnten so Nischen für sich gewinnen.

1.2. Anpassung an verschiedenste Lebensräume

Heute findet man Schlangen, die in Bäumen leben, in unterirdischen Bauten, unter Wasser sowie Mischformen. Die artenreichsten Gegenden der Welt sind die Tropen, jedoch haben sich manche Schlangenarten auch an vermeintlich lebensfeindliche Gebiete wie Wüsten angepasst.

Jeder Lebensraum erfordert besondere Fähigkeiten und stellt spezielle Anforderungen an das Erscheinungsbild der Schlange. Die in Regenwäldern lebende Schmuckbaumnatter kann sogar von Baum zu Baum durch die Luft gleiten. Die Seeschlange hat einen abgeflachten Schwanz, der ihr als Flosse dient. Es gibt Tiere, die gerade einmal wenige Zentimeter groß sind, bis zur Riesenschlange von mehreren Metern Länge, wie die Python.

2. Schlangen haben viele gemeinsame Merkmale

So vielfältig sich die Schlange auch entwickelt hat, gibt es trotzdem einige Gemeinsamkeiten beim Aussehen und Verhalten. Egal welche Größe sie erreicht, jede Schlange hat einen schlanken, langen Körper ohne Gliedmaßen. Der Bauch ist meist abgeflacht. Sie besitzt ein schuppiges Hautkleid, das jedoch je nach Art ganz unterschiedliche Färbungen und Muster zeigt.

Eine besondere Schuppe

Die Schlange hat keine Augenlider, stattdessen schützt eine durchsichtige Schuppe das Auge. Diese Schuppe bedeckt das Auge komplett, damit kein Schmutz eindringen kann. Die Schlange hätte sonst keine Möglichkeit, sich von Fremdkörpern im Auge zu befreien.

Die wenigsten Schlangenarten zeigen einen auffälligen Geschlechtsdimorphismus. Männchen und Weibchen unterscheiden sich also im Aussehen nicht besonders voneinander, wobei die Weibchen in der Regel etwas größer werden. Eine Ausnahme bildet die Kreuzotter, bei der das Männchen grau mit sichtbarem Muster ist, das Weibchen hingegen rötlich-braun mit blassem Muster.

Da das Schuppenkleid der Schlange nicht mitwächst, muss sie sich regelmäßig häuten. Die alten Schuppen lösen sich allmählich von der neuen Hautschicht, die sich darunter bildet und verhornt. Ist der Prozess abgeschlossen, reibt die Schlange ihren Kopf an einem harten Gegenstand, bis die Haut aufreißt. Anschließend kann die alte Schlangenhaut abgestreift werden.

 2.1. Die Tiere bevorzugen Ruhe und Einsamkeit

Schlangen sind größtenteils Einzelgänger und haben dementsprechend kein ausgeprägtes Sozialverhalten. Außer zur Fortpflanzung finden sie sich nur selten zusammen. Gelegentlich kommt es zu einem Treffen an Orten mit sehr viel Beute oder zur Ablage der Schlangeneier an geeigneten Brutplätzen.

cobra mit drohgebärde

Eine Kobra in ihrem charakteristischen Abwehrverhalten.

Zur Regulierung ihrer Körpertemperatur ist die Schlange von ihrer Umgebung abhängig. Da sie ihre Temperatur nicht eigenständig halten kann, benötigt sie Wärme von außen und legt sich hierfür beispielsweise in die Sonne, um sich aufzuwärmen. Das ist für sie lebensnotwendig, da eine gewisse Temperatur notwendig ist, um sich bewegen oder verdauen zu können.

Entgegen ihres Rufs ist die Schlange ein scheues Tier, das einem Kampf lieber aus dem Weg geht und flüchtet. Fühlt sie sich jedoch bedroht, versucht sie zu imponieren, indem sie sich aufstellt und zischt. Manche nutzen zur Warnung auch rasselnde Geräusche oder schlagen mit dem Schwanz auf den Boden. Andere Arten wie die Kobra spreizen auch ihren Nacken bei einer Bedrohung. Dies alles dient der Warnung und soll den Angreifer abschrecken, bevor die Schlange notfalls zubeißt.

2.2. Schlangen nutzen zwei unterschiedliche Methoden zur Jagd

Zur Jagd haben Schlangen unterschiedliche Techniken entwickelt, um ihre Beute zu fangen und zu töten. Es gibt Würgeschlangen, wie die Boa oder die Königspython, die sich in das Opfer verbeißen und anschließend ihren muskulösen Körper um die Beute schlingen und es erwürgen. Giftschlangen hingegen töten ihre Opfer mit einem Giftbiss, um sie anschließend zu verspeisen.

Jede Schlange verschlingt ihre Nahrung im Ganzen. Dabei kann es sich um Tiere handeln, die deutlich größer sind als ihr eigener Kopf. Dies ist deswegen möglich, weil ihr Kiefer sehr flexibel ist und lediglich durch elastische Bänder und dehnbarer Haut verbunden ist. Dadurch kann sie ihr Maul sehr weit aufsperren und die Beute unzerteilt herunterwürgen. Das Verdauen eines solchen Brockens kann mitunter mehrere Wochen dauern.

Die Zähne der Schlange dienen also nicht dem Kauen, sondern ausschließlich zum Festhalten der Beute. Bei Giftschlangen sind zudem Giftzähne vorhanden, mit denen sie dem Opfer ihr Gift injiziert.

2.3. Das Schlangengift dient zur Abwehr und Jagd

Klapperschlange setzt zum tödlichen Biss an

Eine Klapperschlange setzt zum Angriff an.

Schlangen nutzen Gifte mit unterschiedlicher Wirkung:

  • neurotoxische Gifte lähmen das Opfer, indem sie die Nervenbahnen zerstören
  • hämotoxische Gifte zersetzen das Blut und Gewebe der Beute und töten sie damit

Giftschlangen können selbst kontrollieren, wie viel Gift sie bei einem Biss abgeben. Zur Abwehr nutzen sie weit weniger Gift als zur Jagd.

Achtung: Der Biss der meisten Giftschlangen hat auch für den Menschen schwerwiegende Folgen und führt häufig zum Verlust von Gliedmaßen oder sogar zum Tod. Etwa Fünf Millionen Menschen werden jährlich von Giftschlangen gebissen. Davon sterben je nach Schätzung 21.000 – 100.000 Menschen pro Jahr.

Die giftigste Schlange der Welt lebt in Australien: Der Inlandtaipan. Die Menge an Gift, die in einem Biss steckt, reicht aus, um über 200 Menschen zu töten. Trotzdem gibt es noch keine einzige bekannte tödliche Begegnung zwischen Mensch und Inlandtaipan. Das hängt damit zusammen, dass die Schlange sehr scheu ist und bei Gefahr sofort in sein Erdloch flüchtet.

Die giftigste Schlange ist damit keinesfalls die gefährlichste. Diesen Titel hält die Schwarze Mamba: Sie ist nicht nur sehr giftig – ihr Biss tötet einen Menschen binnen weniger Minuten bis Stunden – noch dazu ist sie extrem aggressiv und schnell. Die größte Schlange der Welt ist hingegen die Anakonda mit neun Metern Länge und rund 250 Kilogramm Gewicht.

2.4. Der Geruchssinn ist am stärksten ausgeprägt

Sehen und Hören zählen nicht gerade zu den Stärken von Schlangen. Dafür haben sie einen sehr gut ausgebildeten Geruchssinn. Über ihre gespaltene Zunge nehmen sie beim Züngeln Duftmoleküle auf und spüren so Beute oder potentielle Partner auf. Außerdem nehmen sie Erschütterungen des Bodens wahr.

Manche Schlangen wie Boa, Python und Grubenottern besitzen außerdem ein spezielles Organ, mit dem sie Temperaturunterschiede wahrnehmen können. Sie erstellen sich im Grunde ein Wärmebild ihrer Umgebung und können so selbst bei Nacht ihre Beute aufspüren.

3. Heimische Schlangen in Deutschland

die heimische Giftschlange Kreuzotter im Wald

Die Kreuzotter zählt zu den bekanntesten Schlangen in Deutschland.

In Deutschland sind Schlangen nur noch sehr selten in der Natur anzutreffen. Aufgrund des starken Rückgangs ihres natürlichen Lebensraums sind die heimischen Schlangen massiv zurückgegangen und teilweise vom Aussterben bedroht. Deswegen stehen sie alle mittlerweile unter Artenschutz. Gerade einmal sechs Arten gibt es bei uns, davon gehören zwei zu den Vipern und vier zur Natter-Familie.

In Deutschland gibt es nur zwei giftige Schlangenarten: Die Kreuzotter und Aspisviper. Der Biss beider Schlangen ist für einen gesunden Menschen nicht tödlich, kann aber bei Kindern, älteren Menschen und Allergikern gefährlich werden. Während die Kreuzotter noch relativ weit verbreitet ist in Deutschland, kommt die sehr stark gefährdete Aspisviper nur noch im Südschwarzwald vor.

Tipp: Wenn Sie einer Schlange begegnen, verhalten Sie sich unbedingt ruhig. Vor unseren heimischen Schlangen brauchen Sie keine große Angst haben, da die scheuen Tiere sowieso vor Ihnen fliehen werden, sofern Sie nicht gereizt und bedroht werden.

3.1. Deutsche Nattern sind ungiftig

Zu den weiteren Schlangenarten in Deutschland zählen ausschließlich ungiftige Nattern. In einem kleinen Steckbrief finden Sie alle wichtigen Infos zu den Tieren. Ausführliche Beschreibungen finden Sie bei der AG Schlangen.

Schlangenart beschreibung
Ringelnatter weder Gift- noch Würgeschlange; lebt im Wasser und an Land; flüchtet bei Gefahr sofort ins Wasser oder stellt sich tot, wobei sie ein stinkendes Sekret absondert; lähmt ihre Beute mit einem leicht giftigen Speichel; absolut ungefährlich für den Menschen
Würfelnatter Wasserschlange; sehr gefährdet aufgrund der zunehmenden Verschmutzung und Begradigung der Flüsse; benötigt üppige Uferböschung zur Eiablage
Äskulapnatter Würgeschlangen; größte Schlangenart in Europa mit einer Körperlänge von bis zu zwei Metern Länge; großes Verbreitungsgebiet und (noch) nicht gefährdet; Wappentier der Ärzte und Apotheker
Schlingen-/Glattnatter Würgeschlangen; mit 70 Zentimetern kleinste heimische Art; wird häufig mit Kreuzotter verwechselt; Bestand ist in Deutschland stark zurückgegangen, in Europa aber noch weit verbreitet

4. Die Schlange als Haustier

Kornnatter um Baumstamm

Die Kornnatter ist eine  beliebte Terrarien-Schlange und besonders für Anfänger gut geeignet.

Wenn Sie sich überlegen, eine Schlange als Haustier anzuschaffen, sollten Sie sich vorab umfassend über die Tiere und ihre Anforderungen informieren. Nur mit einem umfangreichen Wissen können Sie der Schlange eine artgerechte Haltung ermöglichen. Im folgenden Kapitel geben wir Ihnen einige allgemeine Informationen zur Schlangenhaltung, die jedoch nur als eine erste Hilfestellung dienen.

Auch wenn Schlangen nach wie vor zu den exotischen Haustieren zählen, halten Reptilienfreunde allein Deutschland mehrere tausend Schlangen in Terrarien. Schlangen sind schließlich faszinierende Tiere, die Ihnen beim Beobachten viel Freude bereiten werden. Als Kuscheltiere sind die scheuen Reptilien selbstverständlich nicht geeignet. In einem gesicherten Terrarium hingegen, sind es angenehme und interessante Haustiere.

4.1. Darf ich eine Schlange in der Wohnung haben?

Möchten Sie eine ungiftige, kleine Schlange in Ihrer Wohnung halten, benötigen Sie in der Regel keine besondere Genehmigung. Auch der Vermieter kann das Halten solcher Schlangen nicht verbieten, da sie in die gleiche Kategorie fallen wie Mäuse, Meerschweinchen und andere Kleintiere. Dies gilt jedoch ausschließlich für ungefährliche und ungiftige Arten.

Anders sieht es bei Giftschlangen aus: Hierfür ist eine Genehmigung erforderlich sowie ein Nachweis, dass man mit der Schlange umgehen kann. Die genaue Regelung ist allerdings in jedem Bundesland unterschiedlich. In manchen Bundesländern, darunter Berlin und Bayern, ist die private Haltung gänzlich verboten. Generell ist die Anschaffung einer Giftschlange für Anfänger ohne praktische Erfahrung absolut abzuraten, aufgrund der Gefahren für Halter, Tier und Mitmenschen.

4.2. Für Anfänger eignet sich die Kornnatter

Zu den beliebten Anfängerschlangen zählt vor allem die Kornnatter, da sie im Vergleich zu anderen Arten recht anspruchslos ist und mit einer Länge von etwa 1,40 Meter zu den kleineren Schlangen zählt. Sie ist zudem pflegeleicht und ihr Biss wenig schmerzhaft und ungefährlich.

Weitere beliebte Einsteigerschlangen sind andere kleine Nattern wie die Ringel- oder Strumpfbandnatter. Die Boa constrictor imperator gilt ebenfalls als einfach in der Haltung. Im Gegensatz zur “richtigen” Boa bleiben die imperator-Arten meist unter zwei Metern. Abzuraten ist generell von Regenwaldbewohnern, da diese besondere Ansprüche an das Klima im Terrarium stellen.

Auch die Königspython eignet sich weniger für Anfänger, auch wenn es immer wieder anders zu lesen ist. Sie reagiert jedoch sehr empfindlich auf Haltungsfehler und eignet sich daher besser als Folgeschlange, wenn Sie schon erste Reptilien-Erfahrung gemacht haben.

5. Allgemeine Tipps zur Haltung

schwarze ringelnatter im wald

Die Ringelnatter steht unter Artenschutz und darf nur aus einer Nachzucht als Haustier gehalten werden.

So vielfältig ihre Lebensräume sind, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse an eine artgerechte Haltung. Die Größe des Terrariums hängt von der Größe der Schlange ab, die Einrichtung von ihrer natürlichen Umgebung, und auch bei der Nahrung und dem Klima gibt es große Unterschiede. Waldbewohner brauchen Klettermöglichkeiten, Wüstenschlangen einen sandigen, trockenen Boden.

Vor der Anschaffung einer Schlange, müssen Sie sich also zunächst für eine Art entscheiden und ihr entsprechend die nötige Ausstattung besorgen.

5.1. Das richtige Terrarium

Bei der Größe des Terrariums gibt es einige Richtwerte, die als Orientierungshilfe dienen:

  • Schlangen unter 1,50 Meter:  75 x 50 x 70 Zentimeter
  • größere Schlangen: mindestens 120 x 60 x 100 Zentimeter

Grundsätzlich richtet sich das Terrarium nach der Größe und dem Bewegungsbedarf der Schlange. Beachten Sie aber auch, dass ein Terrarium nicht zu groß sein sollte, es muss mit der Schlange “mitwachsen”. Eine junge Kornnatter benötigt ein kleineres Zuhause als eine ausgewachsene Natter.

Da Schlangen wechselwarme Tiere sind, müssen mehrere Temperaturzonen im Terrarium vorhanden sein: Sie brauchen mindestens einen Sonnenplatz sowie eine Stelle zum Abkühlen. Auch die Tages-, Nacht- und Wintertemperatur muss unter Umständen unterschiedlich geregelt werden. Die optimale Luftfeuchtigkeit muss zudem durch eine Besprühungsanlage oder durch manuelles Sprühen gewährleistet sein.

5.2. Schlangen brauchen eine gute Einrichtung

Verstecke, Klettermöglichkeiten, Wasserstelle, Wetbox – Schlangen haben viele Ansprüche an ihre Einrichtung. Als Bodenuntergrund eignen sich je nach Art Rindenmulch, Sand, Holzgranulat oder andere Terrarien-Streu. Manchen Schlangen graben sich gerne ein, andere mögen feuchtes Moos als Rückzugsort. Beschäftigen Sie sich mit der natürlichen Lebensweise Ihrer Schlange und richten Sie das Terrarium entsprechend ein, damit sich Ihr Haustier wohlfühlt.

5.3. Die Ernährung: Lebendig oder Frostfutter?

grüne Schlange Baumnattter frisst Ratte

Eine Baumnatter verspeist ihre Beute.

Schlangen jagen ihre Beute und bevorzugen demnach Lebendfutter. Im Terrarium lebende Schlangen kann man allerdings in den meisten Fällen auf Frostfutter umstellen. Die meisten Zuchttiere werden von Anfang an daran gewöhnt, tote Tiere zu fressen.  Hierfür gibt es sogenannte Frostmäuse oder -ratten fertig zu kaufen.

Manche Schlangen verweigern aber totes Futter. In einem solchen Fall sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie Ihrer Schlange lebendige Mäuse zum Fraß vorwerfen müssen. Die Fütterung von Lebendfutter sollte immer unter Beobachtung erfolgen, da hier natürlich ein Verletzungsrisiko besteht: Die Beute wird sich wehren und Ihre Schlangen eventuell kratzen und beißen.

Wie oft Sie Ihre Schlange füttern müssen, ist von Tier zu Tier ganz unterschiedlich. Als Richtwert gilt etwa alle zwei bis vier Wochen.

5.4. Anschaffung und Kosten einer Schlange

Bevor Sie sich eine Schlange anschaffen, sollten Sie sich nicht nur über die Tiere informieren, sondern auch die anfallenden Kosten durchrechnen. Denn Schlangen sind keine günstigen Tiere: Terrarium, Strom, Futter, Beleuchtung, das alles kostet viel Geld. Bedenken Sie auch, dass einige Schlangenarten 20 Jahre oder älter werden.

Eine pauschale Antwort, welche Kosten auf Sie zukommen werden, gibt es natürlich nicht. Grob müssen Sie mit diesen Ausgaben rechnen:

  • Terrarium ca. 100 €
  • Heizung 60–80 €
  • Beleuchtung 30–50 €
  • Grundausstattung 20–30 €

Hinzu kommen die Anschaffungskosten der Schlange, die laufenden Stromkosten, das Futter sowie eventuelle Tierarztbesuche.

Tipp: Haben Sie sich für eine Schlange als Haustier entschieden, empfiehlt sich für Anfänger kein Jungtier zu kaufen, sondern ein größeres Exemplar, das bereits eigenständig fressen kann.

Wenden Sie sich am besten an einen erfahrenen Züchter, der die Tiere professionell herangezogen hat. Sowohl Zoohandlungen als auch Reptilien-Börsen sollten Sie meiden, da die Tiere dort häufig gestresst und krankheitsanfälliger sind. Auch von Wildfängen sollten Sie unbedingt Abstand nehmen und ausschließlich Exemplare aus einer Nachzucht erwerben.

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