Meerechse: Einzigartiger Bewohner der Galapagos-Inseln

Galapagos Meerechse

wissenschaftlicher Name: Amblyrhynchus cristatus. Die Meerechse gehört zur Familie der Leguane.

Bell, 1825

meerechse

© Copyright Bild / Foto: Meerechse Oder Galapagos Meerechse.
Rolf Hicker Fotografie

  • Englisch: Marine iguana, Galapagos marine iguana, Sea iguana
  • Französisch: Amblyrhynche à crête, Iguane marin
  • Niederländisch: Zeeleguan
  • Schwedisch: Havsleguan, Havsödla
  • Spanisch: Iguana marina

 

    • Gattung: Meerechsen Amblyrhynchus
    • Familie: Leguane (Iguanidae)
    • Teilordnung: Leguanartige (Iguania)
    • Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
    • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
    • Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
    • Unterklasse: Diapside Reptilien (Diapsida)
    • Klasse: Reptilien (Reptilia)
    • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
    • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
    • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
    • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
    • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
    • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
    • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
    • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
    • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Die Meerechse erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50-70 cm, eine Schwanzlänge von 80-110 cm und ein Gewicht von 500 g (Weibchen) bis maximal 11 kg (kräftige Männchen). Über den gesamten Rücken, vom Hals/Nacken bis zur Schwanzspitzen befindet sich ein hoher Kamm. Die Kopfoberseite ist stark höckerig. Der Schanz ist seitlich zusammengedrückt und dient als Ruderschwanz. Die Grundfarbe ist je nach Alter und Unterart unterschiedlich, sie ist dunkel bis schwarz mit grauen Flecken. Ganz schwarz ist sehr selten. Am Rücken befinden sich graue und schwarz Flecken, die Querbinden und -reihen darstellen. Die Unterseite ist schmutzig gelbbraun. Manche Unterarten bekommen zur Paarungszeit leuchtend rote Flecken am gesamten Körper.

Die Lebenserwartung liegt bei etwa 30 Jahren.

Verbreitung

Die Heimat sind die Galápagos-Inseln. Als Lebensraum dienen die Lavablöcke, die in Meer ragen und – natürlich das Meer.

Feinde

Die Meerechse hat, bis auf Haie, kaum Feinde.

Lebensweise

Die Meerechse hat sich auf das Leben im Meer spezialisiert. Die Alttiere tauchen meistens im Meer nach ihrer Nahrung und können dabei Tiefen von bis zu 15 m erreichen und bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Aber das ist eher eine Ausnahme. Meistens bleiben Meerechsen maximal 10 Minuten unter Wasser und fressen im flacheren Gewässern.

Wenn der Morgen anbricht, sonnen sich die Tiere erst mal, um ihren Körper von der Nacht aufzuwärmen. Während der heißen Mittagstunden halten sich die Meerechsen im Schatten auf. Nach Sonnenuntergang dängen sich die Tiere in Spalten oder unter Steinen dicht aneinander.

Bei der Nahrungsaufnahme wird auch viel Salzwasser aufgenommen. Das überschüssige Salz wird dann durch ein Drüse in den Nasenlöchern abgesondert, indem die Meerechsen die konzentrierten Salzkristalle in Form von einem weißen Puder in die Luft niesen. Daher haben auch viele Tiere einen weißen Kopf.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Algen und Tang, die die Meerechsen sowohl über (hauptsächlich die Jungtiere), als auch unter Wasser (Alttiere) von den Felsen abweiden.

Fortpflanzung

Wenn die Zeit der Paarung ansteht, thront das Männchen regelrecht auf einen Steinblock, der aus dem Wasser herausragt und sammelt mehrere Weibchen um sich herum. Ihre Paarungs-Reviere verteidigen die Männchen sehr energisch. Traut sich ein Männchen in das Revier eines anderen, kommt es zu einem Kräftemessen. Hierzu stemmen sie ihre Köpfe gegeneinander und versuchen, sich gegenseitig vom Platz zu schieben. Der Sieger paart sich dann mit mehreren Weibchen.

Die Weibchen legen etwa fünf Wochen nach der Paarung jeweils ein bis sechs Eier in Sandhöhlen (wobei häufig sich viele, oft tausende Weibchen aus Platzmangel zusammennisten), aus denen dann nach 89-120 Tagen die Jungen schlüpfen. Diese sind gleich nach der Geburt selbständig, verstecken sich sofort unter Felsen und weiden die Algen an den zugänglichen Felsen über Wasser ab.

Geschlechtsreif werden die Weibchen mit 3-5 Jahren, die Männchen erst mit 6-8 Jahren.

Verwandtschaft

Meerechsen gehören zur Familie der Leguane (Iguanidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

      • Anisolepis
      • Anolis (Anolis)
      • Basilisken (Basiliscus)
      • Kurzkammleguane (Brachylophus)
      • Callisaurus
      • Caiolaemus
      • Chalarodon
      • Chamaeleolis
      • Drusenköpfe (Conolophus)
      • Cophosaurus
      • Corytophanes
      • Halsbandleguane (Crotaphytus)
      • Ctenoblepharis
      • Schwarzleguane (Ctenosaura)
      • Wirtelschwanzleguane (Cyclura)
      • Diplolaemus
      • Wüstenleguane (Dipsosaurus)
      • Enyalioides
      • Enyalius
      • Gambelia
      • Holbrookia
      • Hoplocercus
      • Leguane im engeren Sinne (Iguana)
      • Kronenbasilisken (Laemanctus)
      • Glattkopfleguane (Leiocephalus)
      • Leiosaurus
      • Erdleguane (Liolaemus)
      • Microlophus
      • Morunasaurus
      • Norops
      • Oplurus
      • Felsenleguane (Petrosaurus)
      • Phenacosaurus
      • Phrynosaura
      • Krötenechsen (Phrynosoma)
      • Phymaturus
      • Plesiomicrolophus
      • Plica
      • Polychrus
      • Pristidactylus
      • Sator
      • Chcukwallas (Sauromalus)
      • Sceloporus
      • Stenocercus
      • Tropidurus
      • Uma
      • Uracentron
      • Uranoscodon
      • Urosaurus
      • Urostrophus
      • Seitenfleckleguane (Uta)

Systematik

Zur Gattung der Meerechsen (Amblyrhynchus) gehört nur eine Art, die Galápagos-Meerechse.

Status

Auf den Inseln Albermarle und Narborough sind die Meerechsen noch in einer großen Zahl vertreten. Gerade aber in der Nähe von Siedlungen der Menschen gehen die Bestände bedenklich zurück.

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Meerechse: Einzigartiger Bewohner der Galapagos-Inseln
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Bildnachweise: schame87/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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