Leonberger: Die sanften Riesen für die Familie

Leonberger mit Welpe
  • Der Leonberger trägt seinen Namen, weil er aus der Stadt Leonberg in Baden-Württemberg stammt.
  • Mit seiner Schulterhöhe von bis zu 80 cm und seiner löwenartigen Mähne ist der Leonberger nicht zu übersehen.
  • Trotz der mächtigen Erscheinung zeichnet sich die Rasse durch Gutmütigkeit und Anhänglichkeit aus.

Der Leonberger ist eine vergleichsweise junge Hunderasse: Erst im 19. Jahrhundert wurde sie in Deutschland zum ersten Mal gezüchtet. Schon bald verbreiteten sich die freundlichen Riesen in alle Welt. Kein Wunder, handelt es sich doch gleichermaßen um einen Familienhund wie um einen aufmerksamen Wächter.

Bei derart großen Hunden müssen Sie in Haltung und Pflege einiges beachten, damit sie gesund und glücklich bleiben. Was das ist, erklären wir Ihnen hier.

1. Eine neue Rasse entsteht

leonberger mit familie and bierzeltgarnitur im freien

Als echter Familienhund ist der Leonberger gern überall mit dabei.

In Leonberg lebte im 19. Jahrhundert der Hundezüchter Heinrich Essig, der zunächst einen Bernhardiner-Rüden mit einer Neufundländer-Hündin kreuzte. Später kreuzte er die Tiere mit Pyrenäenberghunden.

Er selbst gibt 1846 als das Jahr an, seit dem es die neue Rasse gibt.  Es geht die Mär, dass Essig einen Hund von beeindruckender Größe schaffen wollte, der eine schöne Mähne trägt, weil das Tier der Stadt Leonberg ein Löwe ist.

Vorfahren-Verwirrung

Manchmal heißt es, dass die Leonberger aus einem Bernhardiner-Rüden und einer Landseer-Hündin hervorgegangen sind. Das ist so nicht ganz korrekt: Zwar bezeichnet man im Volksmund Neufundländer auch als Landseer, als eingetragene Rasse gibt es sie aber erst seit 1960 und damit deutlich später als die Leonberger.

1955 wurde der Leonberger schließlich vom größten kynologischen Dachverband, der Fédération Cynologique Internationale (FCI) endgültig als eigenständige Rasse anerkannt. Sie gehören zur FCI-Gruppe 2 (“Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen”).

Trotz ihrer Beliebtheit sind die sanften Riesen in den beiden Weltkriegen fast ausgerottet worden. Allerdings hab es einige beherzte Züchter, die alles daransetzten, den großen Hund am Leben zu halten. Inzwischen ist die Zucht wieder weiter verbreitet, und die Tiere erfreuen sich vor allem auf dem Land und in Familien großer Beliebtheit. Dabei darf es auch gern ein Mischling sein, der die guten Charaktereigenschaften des großen Hundes trägt – zum Beispiel ein Mix aus Leonberger und Schäferhund.

2. Die Größe ist nicht das einzige Rassenmerkmal des Leonbergers

leonberger auf wiese

Ein Leonberger ist ein muskulöses Tier mit einer charakteristischen Fellfärbung.

Zugegeben, die beachtliche Schulterhöhe von bis zu 80 Zentimetern bei Rüden und bis zu 75 Zentimetern bei Hündinnen fällt als Erstes ins Auge. Rüden bringen es auf ein Gewicht von bis zu 70, Hündinnen auf bis zu 60 Kilogramm.

Doch auch das herrlich weiche Fell, das viele unterschiedliche Schattierungen zwischen hellem Gold, einem rötlichen Ton und einem satten Braun haben kann, ist ein unverkennbares Merkmal.

An Hals und Brust wachsen die Haare länger und vermitteln den Eindruck einer Mähne. Das Gesicht der Tiere ist dunkel, die Nase an der geraden Schnauze schwarz. Der Leonberger ist ein muskulöses Tier mit breitem Rücken und einer ovalen Brust. Seine kräftigen Beine können weit ausgreifen.

3. Der Leonberger hat ein sanftes Wesen

Kinder spielen und streiten lautstark, in der Küche fällt etwas klappernd zu Boden, jemand knallt die Autotür, es herrschen Stress und Hektik – das alles macht dem Leonberger nichts aus. So lange dieser Hund bei seinem Rudel (also seiner Familie) sein darf, ist er zufrieden. Bei all seiner Riesenhaftigkeit hat er einen ausgesprochen gutmütigen und gelassenen Charakter. Daher eignet er sich auch für Familien mit Kleinkindern.

Bei aller ruhigen Freundlichkeit kann der Leonberger aber auch ausgelassen sein: Er spielt und tobt ebenso gern, wie er schwimmt. In seinem Bewegungsdrang fordert er seine Familie gern dazu auf, mit ihm hinauszugehen. Im Alltag ist er aufmerksam und zeigt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, den er durch lautes Bellen unter Beweis stellt. Aggressiv ist er aber nicht, nur von gelassenem Selbstbewusstsein.

Tipp: Bei der Erziehung des Welpen sollten Sie darauf achten, dass Sie den natürlichen Beschützerinstinkt nicht zu stark fördern. Sonst kann das Tier später Übereifer an den Tag legen, wenn es Fremde anzukündigen gilt. Wenn Sie insgesamt freundlich, aber konsequent sind, ordnet sich der Leonberger Ihnen gern unter.

4. Haltung: Zwei Aspekte sind besonders wichtig

Ein Leonberger eignet sich für Sie nur, wenn Sie Lust auf Bewegung haben – denn er hat sie auf jeden Fall. Außerdem braucht er eine ganze Menge Platz und Familienanschluss. Und auch beim Futter gilt es einiges zu bedenken.

4.1. Balance zwischen Bewegung, Nähe und Ruhe ist ideal

leonberger in berglandschaft vor fluss

Ein Leonberger braucht viel Auslauf und Bewegung im Freien.

Ein Hund von der Statur und dem Temperament eines Leonbergers muss sich auf jeden Fall ausreichend bewegen können. Er genießt lange Spaziergänge, tobt aber auch gern mit Artgenossen oder mit seiner Familie.

Von seinen Neufundländer-Vorfahren hat er die Liebe zum Wasser geerbt; er schwimmt sehr gut und gerne. Am besten geht es dem großen Hund auf dem Land, wo er viel Auslauf und Bewegungsfreiheit hat; Stadtwohnungen sind für das Tier eher ungeeignet.

Achtung: Das Leben in einem Zwinger ist für den Leonberger eine Quälerei. Er muss bei seinem Rudel sein dürfen, um sich wohlzufühlen. Für Isolation ist der Familienhund gänzlich ungeeignet.

Auch wenn der Leonberger besonders gern mitten im Geschehen ist, sollten Sie ihm einen Rückzugsort schaffen, an dem er Ruhe haben kann, wenn er sie braucht. Ideal ist es, wenn dieser Ort relativ kühl ist – vor allem im Hochsommer wird den Tieren mit dem prächtigen Fell schnell heiß. Erklären Sie etwaigen kleinen Familienmitgliedern, dass sie den Hund an diesem Ort in Frieden lassen sollen.

4.2. Ein großer Hund hat großen Hunger

leonberger welpe neben futter schüssel

Die Futterkosten für einen Leonberger sind nicht zu unterschätzen.

Wenn Sie sich für einen Leonberger entscheiden, fallen die Futterkosten naturgemäß deutlich höher aus als zum Beispiel bei einem Dackel. Hinzu kommt, dass Sie bei der Ernährung auf bestimmte Dinge achten müssen, je nachdem, wie alt Ihr Hund ist und ob er an gesundheitlichen Problemen leidet:

Gegebenenfalls muss seine Therapie von einem bestimmten Diätfutter gestützt werden. Behalten Sie auf jeden Fall das Futter als regelmäßigen Kostenpunkt im Hinterkopf!

5. Der Leonberger ist für einige Krankheiten anfällig

Fast alle Hunderassen sind für bestimmte Krankheiten anfällig. Der große Leonberger ist keine Ausnahme: Bei ihm kann es vor allem Herz, Knochen und Gelenke treffen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei der Gesundheit Ihres Tieres achten müssen.

5.1. Herzerkrankung ist möglich

Bei der Rasse Leonberger tritt überdurchschnittlich oft eine Herzerkrankung auf, bei der der Herzmuskel sich nicht ausreichend stark zusammenziehen kann. Die Folge sind erweiterte Herzkammern und eine schlechtere Durchblutung. Stellen Sie fest, dass Ihr Hund weniger belastbar ist als sonst, kaum mehr Lust zum Spielen hat und hustet, sollten Sie ihn zum Tierarzt bringen.

Mit Medikamenten und einem Diätfutter können Sie dafür sorgen, dass Ihr Liebling seine volle Lebenserwartung von sieben bis neun Jahren trotz Erkrankung ausschöpft. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen – und die können tödlich enden.

5.2. Große Hunde neigen zu Arthrose

leonberger in hydrotherapie station

Bei manchen degenerativen Erkrankungen kann eine Hydrotherapie helfen.

Vor allem, wenn Leonberger zu schnell wachsen und Übergewicht haben, entwickeln sie eine Neigung zu Arthrose. Dabei verschwindet die schützende Knorpelschicht aus den Gelenken, sodass die Bewegung den Tieren Schmerzen bereitet.

Am besten können Sie dem vorbeugen, indem Sie schon den Welpen sorgfältig zusammengestelltes Futter geben, damit sie weder zu schnell wachsen noch zu schwer werden. Der Tierarzt kennt Therapien, um den Hunden die Bewegung zu erleichtern, etwa die Hydrotherapie.

5.3. Hüftgelenksdysplasie und Neigung zu Knochenkrebs

Leider sind nicht nur die Gelenke der großen Hunde anfällig: Wie viele andere große Hunderassen auch neigen auch Leonberger zu Hüftgelenksdysplasie, einer Erkrankung des Skeletts, die das Hüftgelenk deformiert. Auch Knochenkrebs ist bei der Hunderasse weiter verbreitet als bei vielen anderen.

5.4. Magendrehung ist ein Notfall

Ebenfalls gesteigert ist bei Hunden ab einer gewissen Größe das Risiko der Magendrehung. Dabei dreht sich tatsächlich der Magen, was einerseits verhindert, dass entstehende Gase das Organ verlassen können, und andererseits die Blutzufuhr unterbricht. Der Hund bekommt starke Kreislaufprobleme und Schmerzen.

Er muss sofort zum Arzt – eine Magendrehung ist ein medizinischer Notfall! Den Risikofaktor der Größe können Sie nicht beeinflussen. Allerdings hilft es, wenn Sie Ihren Hund mehrmals am Tag und in kleinen Portionen füttern. Das verhindert, dass er zu viel Futter auf einmal aufnimmt.

6. Leonberger kaufen: Diese Kosten kommen auf Sie zu

leonberger welpe mit wolkigem himmel im hintergrund

Ein reinrassiger Leonberger Welpe hat einen stolzen Preis.

Wenn Sie einen reinrassigen Leonberger-Welpen kaufen möchten, sollten Sie mit einem Preis von rund 1000 bis 1500 Euro rechnen. Eingetragene Züchter finden Sie zum Beispiel auf der Seite des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Viele gute Züchter sorgen dafür, dass bereits die Jungtiere an das Leben mit Menschen gewöhnt werden.

Statt nur online zu schauen, ist es besser, wenn Sie sich vor Ort ein Bild davon machen, wie die Tiere versorgt werden und wie es ihnen geht. Einen Hund lernen Sie schließlich nicht über ein Bild kennen. Bedenken Sie weiterhin, dass die Anschaffung nur einen Teil der Kosten ausmacht.

  • Kosten für die Anschaffung ungefähr 1000 bis 1500 Euro
  • Entwurmen und Nachimpfungen beim Tierarzt etwa 75 Euro
  • Versicherung ungefähr 60 Euro
  • Grundausstattung ca. 100 Euro

Für das Futter können Sie jährlich grob 1200 Euro rechnen. Hinzu kommen weitere Anschaffungen wie Transportboxen, Kissen und Spielzeug. Auch die Tierarztbesuche und die Ausgaben für Medikamente sollten Sie im Hinterkopf behalten.

Möchten Sie sich keinen reinrassigen Welpen zulegen, können Sie sich im Tierheim auch nach einem Leonberger umsehen. Die Vermittlungsgebühr liegt für reinrassige Tiere hier meist zwischen 300,00 und 350,00 Euro. Einen Leonberger-Mischling hingegen dürfen Sie meist schon gegen eine Gebühr von etwa 200,00 Euro adoptieren.

 

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