Angorakatze: Alles über die fast vergessene türkische Hauskatze

Angorakatze
  • Die Angorakatze stammt aus der ehemals kleinasiatischen Region Angora und ist heute als Rassekatze unter dem Namen „Türkisch Angora“ bekannt.
  • Die Geschichte der Angorakatze verlief eine lange Zeit lang parallel zur Geschichte der Perserkatze.
  • Die Langhaarkatze ist eine anhängliche Hauskatze, die sich durch ihr elegantes Wesen und den Spieltrieb auszeichnet.

Fluffig weich ist das Fell der Angorakatze, weshalb es sich mit der anschmiegsamen Katze wunderbar schmusen lässt. Zwar ist der Begriff „Angorakatze“ weit verbreitet, jedoch werden darunter im Volksmund oft auch andere Katzenrassen verstanden.

Die heutige Rassekatze „Türkisch Angora“ ist erst seit wenigen Jahrzehnten (wieder) eine angesehene Katze mit Stammbaum. Hier erfahren Sie alles über die Herkunft und den Charakter der türkischen Katze.

1. Die Herkunft der Angorakatze

Die Geschichte der heutigen Türkisch-Angora geht weit zurück. Die historische halblanghaarige Angorakatze gelangte im 17. Jahrhundert nach Europa. Der Herkunftsort der Katze liegt mit großer Wahrscheinlichkeit in der früheren Region Angora in Kleinasien (heute in der Türkei). Aus dieser Region stammen auch das Angoraschaf und die Angoraziege.
Dort wurde die Katze als Haustier gehalten und von Europäern entdeckt. So fanden die Tiere ihren Weg zunächst nach Frankreich.

Dort soll der Sammler von seltenen Tieren und Pflanzen, Nicolas Claude Fabri de Peiresc, eine Angorakatze für seine Sammlung geordert haben. Von dort ging es für die an Angorakatze an den Hof Ludwig XIII. und schließlich nach England. Auf historischen Bildern sieht man die elegante Katze durch englische Parkanlagen spazieren.

1.1. Die Angorakatze war nicht immer eine eigenständige Rasse

Angora katze rassekatzen

Die Türkisch Angora ist verspielt und verbringt gern Zeit mit seinen Bezugspersonen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden nahezu alle Katzen mit längerem Fell als „Angorakatzen“ bezeichnet. Deshalb ist die Frage berechtigt, was denn nun eine echte Angorakatze ausmacht. Nach der Entdeckung der fernöstlichen Katzenarten durch Europäer, wurden diese insbesondere in England gezüchtet und mit anderen Arten gekreuzt. Anfang des 20. Jahrhunderts löste die Perserkatze die Angorakatze als Rassenstandard ab.

Letztere war somit keine eigenständige Rasse mehr. Deutschland bildete hierbei eine Ausnahme. Dort wurde noch bis zur 3. Katzenausstellung in Berlin im Jahr 1929 der Begriff „Angorakatze“ genutzt.

Erst in den 1960er fanden Züchter ihr Interesse an den Angorakatzen wieder. Auch die haben lange Haare, haben aber kein „Peke-Face“ (Pekinesengesicht). 1970 wurde die heutige Angorakatze „Türkisch Angora“ vom CFA als eigenständige Katzenrasse anerkannt, jedoch nur der in der Farbe Weiß. 1978 erfolgte die Anerkennung der farbigen Angorakatzen, 1988 die Anerkennung als eigenständige Rasse in Europa durch den FIFé. Noch in 2018 suchen interessierte Züchter nach dem Urtypus der wilden Angorakatze.

2. Die Angorakatze ist sehr anpassungsfähig

Angora katze langhaarkatzen

Wie andere Katzen mit längeren Haaren muss die Angorakatze regelmäßig gebürstet werden.

Die Angorakatze ist eine sehr angenehme Mitbewohnerin. Sie benötigt kein spezielles Katzenfutter und verträgt sich auch gut mit stürmischen, kleinen Kindern oder anderen tierischen Bewohnern. Sie drängt sich ihren Bezugspersonen nicht auf, möchte aber auch gern am Familienleben teilnehmen.
Sie ist nicht gern allein, weshalb es besonders schön für sie ist, wenn sie nicht als einzige Angorakatze gehalten wird. Gern ist sie eine Freigängerkatze, was aber kein Muss ist.

2.1. Das lange Fell bedarf besonderer Pflege

Grundsätzlich ist die Haltung von Angorakatzen nicht sehr aufwändig. Eine Ausnahme bilden die halblangen Haare der Katze. Diese müssen regelmäßig gepflegt werden. Dazu gehört es, die Tiere alle paar Tage zu bürsten. Da die Tiere keine dichte Unterwolle haben, geht das aber verhältnismäßig schnell.

Um die Tiere von Beginn an die Prozedur zu gewöhnen, sollte das Bürsten in den Tagesablauf eingebaut werden. Im besten Fall beschäftigt sich die Katze mit etwas anderem, womit der Halter die Möglichkeit erhält, ganz nebenbei zu bürsten.

Tipp: Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte die Angorakatze häufiger gebürstet werden.

Diese regelmäßige Fellpflege ist wichtig, damit sich das feine Haar der Angorakatze nicht verfilzt. Dann sieht das Fell zum einen nicht mehr schön aus und wirkt stumpf. Zum anderen kann die fehlende Belüftung der Haut zu Hautreizungen bis hin zu Entzündungen und Pilzerkrankungen der Haut führen.

Kommt es dennoch zu verfilzten Stellen, sollten diese vorsichtig mit einer Schere oder einem Entfilzungsmesser herausgeschnitten werden. Zur täglichen Routine sollte für Halter die Pflege des Hinterteils der Katze gehören. Dort können sich in den langen Haaren Kotreste verfangen, die das Tier allein nicht beseitigen kann. Die betroffenen Stellen rund um den After sollten deshalb täglich gesäubert werden.

Auf ausgiebiges Baden der Angorakatze sollte verzichtet werden, da es schnell zu Hautreizungen kommen kann. Wirkt das Haar der Katze dennoch sehr fettig, dann sollten Halter für die Fellpflege Babypuder oder im besten Fall ein spezielles Trockenshampoo nutzen.

3. Rassenmerkmale der Angorakatze

Angorakatze zuhause

Die Angorakatze ist von eleganter Statur.

• Größe: mittelgroß
• Gewicht: Katze: 2,5 – 4 kg; Kater: etwa 5 kg
• Felllänge: Halblanghaar
• Fellfarben: Weiß, Rot, Schwarz, Grau
• Augenfarbe: divers

Die Angorakatze ist durch eine schlanke und elegante Statur charakterisiert. Das herausstechende Merkmal der Türkisch Angora ist der extrem buschige Schwanz, der stolz getragen wird.

Das Fell der Angorakatze ist bei guter Pflege seidig glänzend und eher halblang. Die Beine der Katze sind lang und schlank, im Winter zieren dichte Hosen die Hinterbeine. Auch an der Brust und um die Schultern erhalten sie im Winter eine dichte Fellkrause. Die türkische Katze ist in den Farben weiß, rot und schwarz sowie in vielen Scheckungen und Tabbymustern anerkannt. Nachfolgend haben wir die Unterschiede zur ähnlichen Perserkatze aufgelistet:

Türkisch Angora Perserkatze
Kopf Mittellang, gerader Keil Rund, massiv
Nase Mittellang, leichter Schwung erlaubt Kurz, breit
Kinn Leicht gerundet stark
Körperbau Lang, schlank, feingliedrig Gedrungener Körper auf kurzen, stämmigen Beinen
Ohren Groß, stehen dicht beieinander Klein, weit auseinanderliegend

4. Charakter der Angorakatze

Tabbymuster

Getigert, getupft oder getickt: Katzen mit Tabbymuster sehen besonders wild aus, denn sie verfügen über die typische Musterung mit Streifen und Tupfen in mehreren Farben wie etwa schwarz, grau und rot.

Die Langhaarkatze gilt wie andere Vertreter ihrer Art als ruhiger Artgenosse. Sie fällt nicht durch lautes Katzenschreien auf und neigt auch nicht zu einem auffälligen Verhalten. Sie möchte aber in jedem Fall Aufmerksamkeit haben und in das Familienleben miteinbezogen werden.

Angorakatzen gelten als sehr intelligent, weshalb ihr anregende Spiele besonders Spaß machen. Sowieso ist das ausgiebige Spielen ihre liebste Beschäftigung. Die türkische Katze ist aber auch durchaus ein Schmusetier.

5. Krankheiten der Angorakatze

Die Angorakatze ist nicht besonders krankheitsanfällig, wenn sie unter gesunden Bedingungen gezüchtet wurde. Dennoch gibt es zwei Krankheiten, die die Katzenrasse besonders häufig betreffen.

5.1. Autosomal rezessiv vererbte Ataxie

Angorakatze

Die Perserkatze ist stämmiger als die Angorakatze und hat ein flaches Gesicht.

Unter Ataxien werden im Allgemeinen Störungen im Bewegungsapparat verstanden. Die betroffenen Kätzchen können nicht laufen und sterben sehr jung. Eine Behandlung ist bisher nicht möglich.
Die Erkrankung betrifft nur Kitten, erwachsene Katzen können nicht daran erkranken.
Bisher ist noch nicht klar, wo die Ursache für diese Ataxie liegt. Die jungen Katzen können auf die schwere Erkrankung hin getestet werden.

5.2. Genetischer Defekt bei weißen Katzen

Katzen mit weißem Fell, also nicht nur Angorakatzen, sind besonders häufig von Schwerhörigkeit, Taubheit und Störungen des Gleichgewichtssinnes betroffen.

Bei dem Kauf einer Katze sollte der Nachweis vorliegen, dass die Katzen negativ auf diese Krankheiten getestet wurden.

6. Eine Angorakatze sollte von einem seriösen Züchter kommen

Angorakatze

Angorakatzen gibt es auch in Tabbymusterung un der Farbe Rot.

Der Preis für eine Angorakatze hängt davon ab, wo man die Katze kauft. Wer Katzenbabys kaufen möchte, der sollte sichergehen, dass die Angorakatze gesund und auch reinrassig ist. Das kann man mit dem Kauf bei einem anerkannten Züchter.

So unterstützen Käufer auch die artgerechte Haltung und Aufzucht der Tiere. Seriöse Züchter erkennen Kaufinteressierte zum Beispiel daran, dass die Kitten in einem guten sozialen Umfeld aufwachsen und nicht zu früh von der Mutter getrennt werden. Der Züchter sollte alle Fragen zur Rasse, dem Charakter des Tieres und der Aufzucht beantworten können.

Es sollte auch ein Blick in den Stammbaum geworfen werden. Die Inzucht sollte ausgeschlossen werden können, das Tier sollte außerdem auf alle typischen Erbkrankheiten, die bei der türkischen Katze bekannt sind, negativ getestet worden sein. Die Langhaarkatze sollte vor dem Verkauf mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt worden sein. Die Kosten für eine seriös gezüchtete Angorakatze liegen im Durchschnitt bei 800 Euro.    

7. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie groß werden Angorakatzen?

Die Größe der Türkisch Angora liegt zwischen 30 und 35 cm.

Wie lange leben Angorakatzen?

Die Lebensdauer der Angorakatze hängt zum einen von der Haltung ab, zum anderen von der Züchtung. Wurde auf gesundheitseinschränkende Züchtungsmerkmale verzichtet und bestehen keine Gendefekte, die bei der Züchtung entstanden sind, ist ein Alter von bis zu 15 Jahren möglich.

Welches Spielzeug benötigen Angorakatzen?
Angorakatze

Die Angorakatze ist eine aktive Katze, die auch gern einmal schmust.

Die Angorakatze benötigt kein spezielles Spielzeug. Sie ist glücklich über einen angemessen großen Kratzbaum, braucht natürlich ein Katzenklo, freut sich aber besonders über das gemeinsame Spielen mit der Bezugsperson.
Dafür kann eine Katzenangel, die Plüschmaus oder Softbälle zum Einsatz kommen. Wie andere Katzen freut sie sich über Möglichkeiten des Freigangs, um herumzustromern.

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