Vogel als Haustier: Tipps zur Anschaffung und artgerechten Haltung

Vogel für zuhause
  • Vögel sind als Haustiere beliebt. Sie sind unterhaltsam und manche sprechen auch.
  • Es gibt viele Vogelarten, die für den Heimtierbereich gezüchtet werden.
  • Vögel brauchen mindestens einen Lebenspartner und die Gelegenheit zum Fliegen.

Vielen Menschen bereitet es große Freude, Vögel zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen. Wellensittich, Papagei und Co. sind schon lange in europäischen Wohnzimmern zu Hause. Damit sie sich dort wohlfühlen, müssen Sie ihnen einen möglichst artgerechten Lebensraum einrichten, der ihren Eigenschaften entspricht. Dabei genügt es nicht, wenn Sie einen Käfig einrichten, der eine Sitzstange und einen Futterbehälter enthält.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte zur Haltung von Vögeln. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, welche Vogelarten als Haustier infrage kommen und wie Sie den Piepmätzen einen möglichst artgerechten Lebensraum einrichten. Dazu erhalten Sie Tipps zur Anschaffung, Haltung und Pflege. Am Ende des Ratgebers sind alle wichtigen Informationen zu Vögeln noch einmal in einem Steckbrief zusammengefasst.

1. Die Welt der Vögel ist vielfältig

vogelarten farben vielfalt

Vögel gibt es in allen möglichen Farben, Formen und Größen.

Weltweit gibt es etwa 10.700 Vogelarten. Über 500 Arten leben in Europa. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht.

Vögel zählen zur Klasse der Wirbeltiere. Die wichtigsten gemeinsamen Merkmale sind:

  • Flügel,
  • Körperbedeckung aus Federn,
  • Schnabel ohne Zähne.

Die angeborene Flugfähigkeit der meisten Vögel hat Menschen schon immer begeistert und gilt als ein Wunder der Natur. Der Vogelflug wird durch Auf- und Abbewegung der Flügel gesteuert. Vögel wenden verschiedene Flugarten an, je nach Ziel, Anatomie der Vogelart und den im Flugumfeld vorherrschenden Verhältnissen.

Diese Flugarten beherrschen Vögel:

  • Artistischer Flug,
  • Balzflug,
  • Formationsflug,
  • Gleit- oder Segelflug,
  • Rüttelflug,
  • Ruderflug,
  • Schwirrflug,
  • Unterwasserflug.

Info: Nicht alle Vogelarten können fliegen. Zu den flugunfähigen Arten gehören zum Beispiel Emu, Strauß oder Pinguin.

1.1. Bunte Vogelarten liegen bei Hausvögeln vorn

Für die Domestizierung spielen die Farbenpracht exotischer Vogelarten sowie deren Sanges- und Sprechkünste eine Rolle. Raumgreifende Flugkünste sind weniger gefragt. Sie sind in der Begrenzung des menschlichen Wohnraums eher unpassend. In deutschen Haushalten sind rund 5,3 Millionen Ziervögel beheimatet hat der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. ) in seiner jüngsten Heimtierzählung ermittelt. Sittiche, Kanarienvögel, Papageien, Finken und Beos sind die Vogelarten, die am häufigsten als Hausvogel vorkommen.

Warnung: Es ist verboten, Vögel, die in der freien Natur vor der Haustüre leben, in Käfigen im Wohnbereich einzusperren.

1.2. Die beliebtesten Vögel für zu Hause

Die in Europa im Heimtierbereich bekanntesten Vogelarten mit ihren Eigenschaften haben wir für Sie in der folgenden Tabelle zusammengetragen.

Vogelart Größe Gewicht Lebenserwartung Wesen
Sittiche 19 cm 50 g 10–12 Jahre eher ruhig, ausgeglichen
Kanarienvögel 13–23 cm 15–25 g 6–15 Jahre aktiv, gesellig
Papageien 8 (Spechtpapagei)–100 cm (Hyazinth-Ara) 12–1.500 g 20–70 Jahre laut, sprachfähig
Prachtfinken 10–17 cm 100 g 7–10 Jahre neugierig, lebhaft
Beos 26–35 cm 250 g 15–20 Jahre lebhaft, laut, sprachfähig
Rote Liste

“Rote Liste” wurden ursprünglich die Listen zu den weltweit vom Aussterben gefährdeter Tier- und Pflanzenarten von der Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUNC) genannt. Heute gibt es solche Listen auch von anderen Organisationen auf internationaler, nationaler oder regionaler Ebene.

Viele exotische Vogelarten dürfen nicht nach Europa eingeführt, hier gehalten, gezüchtet oder verkauft werden. Bestimmte Vogelarten stehen nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen und vielen weiteren internationalen und nationalen Bestimmungen unter besonders strengem Artenschutz.

Sie können teilweise gar nicht oder nur unter Einhaltung strenger Auflagen als Haustiere gehalten werden. Dazu zählen Arten, die auf der sogenannten “Rote Liste” stehen. Für die Haltung von Papageien etwa besteht in Deutschland eine Haltebewilligungspflicht.

2. Was Sie vor Anschaffung eines Vogels als Haustier bedenken müssen

Vögel sind muntere Lebewesen. Sie geben gerne Laute von sich, müssen regelmäßig fliegen und brauchen Artgenossen als Familienangehörige oder Freunde für ein ausgiebiges Sozialleben. Die Einzelhaltung von Vögeln ist nicht artgerecht. Sie müssen also immer mehrere Vögel anschaffen.

hausvoegel wellensittich kind schmusen

Als Schmusetier sind Vögel nicht die erste Wahl.

Auch wenn Vögel handlich klein sind, mögen sie in der Regel nicht gerne angefasst werden. Wenn Sie für Ihr Kind ein Schmusetier suchen, ist ein Vogel nicht die richtige Wahl. Vögel bereiten vor allem den Menschen Spaß, die gerne das Sozialleben der Tiere beobachten.

Hausvögel können sehr alt werden. Viele Ziervögel erreichen ein Alter von über 15 Jahren, Papageien mit 70 Jahren sind keine Seltenheit. Entscheiden Sie sich für ein so langlebiges Tier nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie es auch ein Leben lang versorgen können und wollen.

Vögel können nicht auf Reisen mitgenommen werden. Es ist dann am besten, wenn sie in der gewohnten Umgebung betreut werden. Wer beruflich viel unterwegs ist, braucht eine verantwortungsbewusste Vertretung.

Die Haltung von Vögeln ist anspruchsvoller als viele annehmen. Die folgenden Punkte sollten Sie besonders beachten:

  • Vögel erwachen mit den ersten Sonnenstrahlen und machen sich dann lautstark bemerkbar.
  • Käfig oder Voliere und das Umfeld müssen regelmäßig sorgfältig gereinigt werden.
  • Es kommt zu Geruchsbelästigung durch Futter und Kot.
  • Vögel verursachen pausenlos eine Geräuschkulisse durch fliegen, piepsen, pfeifen.
  • Bei Freiflug werden Exkremente in der Wohnung verteilt.
  • Federn verunreinigen vor allem während der Mauser die Wohnung.
  • Rauch und bestimmte Duftstoffe schädigen die Atmungsorgane der Vögel und können tödlich sein. Im Vogelbereich sind tabu: Zigaretten-, Zigarren- Pfeifenrauch, Kochgeschirr mit Teflon oder Antihaftbelag, aromatisierte Kerzen, Luftbefeuchter und andere Duftprodukte.

3. So sieht ein möglichst artgerechter Lebensraum aus

In ihrer natürlichen Umgebung ist der Raum für Vögel unbegrenzt. Sie können fliegen, wohin sie wollen. Dies ist in einer Wohnung niemals möglich.

Sie sollten Ihren Vögeln mindestens diese Bedingungen bieten:

  • viel Raum und Zeit zum Fliegen
  • mindestens einen artgleichen Partner, möglichst mehrere Vögel
  • ein permanent hygienisches Umfeld
  • ärztliche Versorgung bei Krankheit und Verletzungen

Achtung: Vögel, die für die Heimtierhaltung gezüchtet sind, können in der freien Wildbahn nicht überleben. Es hilft einem Hausvogel also nicht, wenn er freigelassen wird.

3.1. Das Vogelhaus soll möglichst groß sein

hausvoegel voliere sittich

Eine Voliere an der frischen Luft kommt dem natürlichen Lebensraum nahe.

Behausungen für Vögel sollen keine Gefängnisse sein, sondern Lebensräume. Darin müssen sie fliegen und sich auch einmal ungestört zurückziehen können. Je nach Wohnraumgröße werden Vögel in Volieren oder im Käfig gehalten. Beides gibt es im Zoofachhandel in verschiedenen Größen und mit unterschiedlicher Ausstattung.

Geräumige Volieren sind Käfigen immer vorzuziehen. Sie werden als Zimmer- und Freiversionen angeboten.
Handwerklich geschickte Personen haben Spaß daran, den Aufenthaltsraum für ihre Vögel individuell zu gestalten. Manche Vogelliebhaber richten komplette Zimmer zum ständigen freien Flug für ihre gefiederten Freunde ein.

Außenvolieren sind Lebensbereiche, die dem Vogelleben am nächsten kommen.
Die Vor und Nachteile von Außenvolieren:

  • Vögel leben in natürlicher Tag- und Nachtzeit.
  • Können großzügig gestaltet werden.
  • Keine Geruchsbelästigung im Wohnraum.
  • Bei Frost müssen die Vögel frostfrei untergebracht werden.
  • Nachbarn können sich an der Lärmbelästigung stören.
  • Für größere Volieren im Garten kann eine Baugenehmigung notwendig sein.

Die Mindestgröße für Käfig oder Voliere ist abhängig von

  • der Vogelart,
  • der Anzahl und Größe der gehaltenen Vögel,
  • den außerhalb des Käfig- oder Volierenbereichs gewährten Freiflugzeiten.

Zu Ihrer Orientierung hier die Empfehlungen für Mindestmaße der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. :

Vogelart Anzahl Mindestgröße (B x T x H)
Kanarienvogel und Wellensittich 1–3 Paare 150 x 60 x 100 cm
Nymphensittich 1–3 Paare 200 x 60 x 150 cm
Zebrafink 1–3 Paare 120 x 60 x 100 cm

Vögel fühlen sich immer bedroht. Geben Sie ihnen Sicherheit, indem Sie ihr Domizil vor einer Wand, besser noch in einer Ecke, platzieren. Der Standort darf keiner direkten Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt sein.

3.2. Statten Sie das Innere der Vogelhäuser bedürfnisgerecht aus

Käfig und Voliere dienen den Vögeln als Futterstelle, Schlafplatz, Badeort, Aufenthaltsraum und Rückzugsort.

Entsprechend müssen Sie Ausstattung anpassen:

  • Bodenabdeckung: in der Regel Vogelsand
  • Behälter für Futter: pro Vogel einen
  • Behälter für Trinkwasser
  • mehrere Sitzstangen: Äste oder Zweige in verschiedenen Stärken
  • Gegenstände zum Spielen und zur Beschäftigung: Schaukeln, Leitern, Ringe
  • Bademöglichkeit
  • Möglichkeiten zum Klettern und Verstecken
  • Ruhezonen

Warnung: Achten Sie darauf, dass die Ausstattungsgegenstände und Spielzeuge ausschließlich aus schadstofffreien Materialien gefertigt sind. Vor Hartplastikgegenständen warnen Tierschützer. Sie könnten bei den Vögeln zu Neurosen führen.

3.3. Vögel brauchen täglich Freiflug

Vögel brauchen täglich mehrere Stunden Freiflug in einem größeren Raum. Aus Sicherheitsgründen müssen Sie dafür diese Vorkehrungen treffen:

  • Fensterscheiben mit Haftzetteln bekleben;
  • alle Fenster und sonstige Öffnungen schließen;
  • keine tiefen Gefäße mit Flüssigkeit offen herumstehen lassen;
  • giftige Pflanzen entfernen;
  • größere Lücken zwischen Wand und Möbelstücken schließen, in denen Ihr Vogel eingezwängt werden und sich nicht mehr befreien kann;
  • herumliegende Kabel sichern;
  • Schnüre oder Fäden entfernen, mit denen sich der Vogel strangulieren kann.

3.4. Hygiene ist oberstes Gebot

Ein hygienisch einwandfreier Zustand von Käfig und Voliere ist ein absolutes Muss. Nur so kann die Ausbreitung von Keimen oder Bakterien verhindert werden, die zu Krankheiten führen. Vögel produzieren viel Federstaub und Kot. Je mehr Tiere sich in einer Behausung aufhalten, desto öfter muss sie gereinigt werden.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, in welchen Zeitintervallen Reinigungsarbeiten auszuführen sind.

Intervall Reinigungsmaßnahme
Täglich
  • Frisches Futter und Trinkwasser auffüllen
  • Kot und Futterreste vom Boden entfernen
  • Frisches Wasser für Badestelle
Wöchentlich
  • Grundreinigung Käfig
  • Gehäuse reinigen
  • Bodenbelag austauschen
Monatlich
  • Grundreinigung Voliere
  • Alle Einrichtungsgegenstände und Spielsachen reinigen
  • Sitzstangen austauschen
  • Boden reinigen und neu bestreuen

Tipp: Verschmutzungen lassen sich mit heißem Wasser entfernen. Nehmen Sie eine Bürste oder ein Tuch zu Hilfe. Trocknen Sie die gereinigten Teile zum Schluss sorgfältig ab. Auf Reinigungsmittel sollte verzichtet werden. Zumindest müssen alle Rückstände wieder restlos abgewaschen werden.

Auch die Umgebung der Käfige und Volieren ist stets sauber zu halten. Schaffen Sie sich dafür einen leistungsstarken Staubsauger an, der die aus dem Käfig fallenden Körner, Spelzen und feinen Sandkörner gut aufsaugen kann.

4. So versorgen Sie Ihren Vogel richtig

Sind alle Voraussetzungen für eine möglichst artgerechte Haltung erfüllt, benötigt ein Vogel wenig Pflege. Gefiederreinigung und die Informhaltung von Schnabel und Krallen erledigt er normalerweise alleine. Sie müssen ihm lediglich für die Gefiederreinigung eine Bademöglichkeit als Badehäuschen oder Badeschale im Vogelgehäuse anbieten. Manche Vögel mögen es lieber, wenn sie mit einer Blumenspritze besprüht werden. Diese sollte dann aber ausschließlich als Vogeldusche verwendet werden.

4.1. Bausteine für eine gesunde Ernährung

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Kolbenhirse macht dick und sollte nur als besonderes Leckerli gereicht werden.

Eine gesunde Vogelnahrung setzt sich zusammen aus Körnern, Samen sowie Frischfutter. Damit das Futter gut verdaut werden kann, benötigt ein Vogel Grit. Das sind winzige, mineralhaltige Steinchen, die die aufgenommene Nahrung zerkleinern.

Für die verschiedenen Vogelarten gibt es im Zoofachhandel spezielle Futtermischungen. Dazu reichen Sie Frischfutter aus Gemüse, Obst und Küchenkräutern – möglichst aus biologischem Anbau.
Sehr beliebt ist Kolbenhirse, die von Vögeln gerne als Leckerei geknabbert wird. Da sie aber sehr kalorienreich ist, sollten Sie sie nur als Besonderheit und spärlich auf den Futterplan setzen – etwa um den Vogel anzulocken.

Mauser

Die Mauser ist bei Vögeln ein ganz natürlicher Vorgang. Der Federnwechsel dient dazu, die Funktionsfähigkeit der Federn und damit die Flugfähigkeit aufrechtzuerhalten. Während der Mauser ist auf eine ausreichende Versorgung des Vogels mit Vitaminen zu achten.

Vögeln ist nicht anzusehen, wenn sie eine Krankheit ausbrüten. Bei diesen Alarmzeichen ist der Besuch bei einem vogelkundlichen Tierarzt angesagt:

  • aufgeplustertes, verschmutztes, mattes oder lückenhaftes Gefieder
  • Interessen- und Teilnahmslosigkeit
  • Kot ist dünnflüssig, blutig, riecht schlecht
  • Verletzungen durch Absturz oder Schnittwunden
  • unnatürliche Haltung von Kopf, Schwanz oder Flügeln
  • verstopfte Nasenlöcher, schorfiger Belag über der Nasenwachshaut
  • geschwollene, gerötete oder verkrustete Augen

Tipp: Vogelkundliche Tierärzte sind nicht überall ansässig. Erkundigen Sie sich gleich bei Anschaffung Ihres Vogels, wo der nächstgelegene Facharzt zu finden ist. Dadurch sparen Sie sich dann im Notfall viel Zeit für die Suche.

5. Brüten muss nicht sein

Viele Vogelliebhaber möchten ihren Vögel das Brüten ermöglichen oder sich als Züchter betätigen. Allerdings mahnen Tierschützer, Vögel nur dann brüten zu lassen, wenn der Nachwuchs auch langfristig gut untergebracht und versorgt wird. 

Wer das Ausbrüten der Eier unterbinden will, darf die gelegten Eier nicht einfach entfernen. Sonst wird das Vogelweibchen weiter Eier legen, bis es sein angeborenes Brutverhalten ausleben kann.

Um das Ausbrüten der Eier zu verhindern, gibt es diese Möglichkeiten:

  • Eiwegnahme, wobei das ganze Nest und alle Spuren davon entfernt werden müssen;
  • Sterilisieren der Eier durch Abkochen; die Eier werden dann wieder an den Nistplatz gelegt;
  • Austauschen der Eier durch im Zoofachhandel erhältliche Eiattrappen.

5.1. So funktioniert die Fortpflanzung bei Vögeln

wellensittich kueken brut

Wer seine Wellensittiche brüten lassen will, sollte erst an eine gesicherte Zukunft für sie denken.

Vögel pflanzen sich über die Eiablage fort. Hahn und Henne pressen zur Begattung ihre Kloaken aufeinander, sodass die Samenflüssigkeit des Hahns in das Weibchen gelangt. Als Kloake wird eine Körperöffnung bezeichnet, bei der alle Produkte von Darm, Harnleiter und Geschlechtsorganen durch eine einzige Öffnung aus dem Körper ausgeschieden werden. Die Befruchtung der Eizellen findet im Körperinneren der Henne statt.

Für die Eiablage bauen viele Vögel ein Nest, manchmal werden die Eier einfach auf der Erde abgelegt. Das Gelege wird von den Vogeleltern teils gemeinsam, teils in Rollenverteilung mit ihrer Körperwärme ausgebrütet. Sobald die Entwicklung des Embryos im Ei abgeschlossen ist, bricht das Vogelküken die Kalkschale des Eis auf und schlüpft. Die Brutdauer ist von der Vogelart und einigen anderen Parametern, wie etwa der Temperatur und anderen Umweltbedingungen abhängig.

Wird ein Gelege zerstört oder entfernt, legt die Henne kurz darauf ein neues an. Die Brut ist eine anstrengender Vorgang für die Henne. Bei unsachgemäßer Betreuung drohen ihr und den Küken irreparable Gesundheitsschäden. Beispielsweise kann es zur lebensbedrohenden „Legenot“ kommen. Dabei bleibt das Ei im Körper des Vogelweibchens stecken. Dann muss die Henne von einem kompetenten Tierarzt behandelt werden.

Info: Vögel pflanzen sich je nach Vogelart mehrmals im Jahr fort. Beispielsweise sind Wellensittiche ständig brutbereit.

6. Zur Vogelzähmung ist viel Geduld nötig

Vogelbesitzer möchten gern, dass ihr Vogel zutraulich ist, dass er ihnen aus der Hand frisst. Vögel sehen den Menschen aber erst einmal als Bedrohung. Bevor ein Vogel zahm wird, müssen Sie sich lange mit ihm beschäftigen.

Diese vertrauensbildenden Maßnahmen sind nötig:

  • Füttern Sie Ihren Vogel regelmäßig und halten Sie seine Behausung sauber.
  • Bedrängen Sie den Vogel nicht, lassen Sie ihn auf sich zukommen.
  • Nehmen Sie den Vogel nicht gewaltsam in die Hand.
  • Nähern Sie sich langsam an: Positionieren Sie beim Freiflug Leckerli zwischen sich und dem Vogel. Danach verkürzen Sie den Abstand immer weiter, bis Sie die Leckerei auf Ihrer Hand füttern.

Wie schnell und ob es überhaupt gelingt, einen Vogel zu zähmen, hängt von jedem einzelnen Tier ab. Manche Vogelhalter berichten davon, dass ihre gefiederten Mitbewohner bereits nach wenigen Tagen die Scheu verloren haben. Bei anderen stellte sich ein solches Verhalten nur sehr zaghaft oder überhaupt nicht ein.

7. Tipps für die Anschaffung

Die beste Adresse für den Kauf eines Vogels sind verantwortungsvolle Züchter, die sich liebevoll um ihre Tiere kümmern. Der Zoofachhandel bietet auch diverse Vogelarten zum Kauf an. Allerdings sind die Vögel dort oft nicht optimal untergebracht. Zu viele Tiere im Käfig, künstliches Licht oder laute Umgebung stressen die Vögel.

Wenn Sie einen Vogel kaufen, achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Vogel

  • alleine fressen kann
  • gesund ist
  • in einer sauberen und möglichst artgerechten Umgebung lebt

7.1. Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab

Der Preis für die Ausgaben zur Vogelhaltung ist je nach Vogelart, Anzahl der Vögel und Qualität des Zubehörs sehr unterschiedlich.

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. hat für die Haltung eines Wellensittichs beispielsweise folgende Ausgaben ermittelt:

Anschaffungskosten pro Wellensittich: circa 40–50 Euro (mindestens 2 Tiere kaufen)
Käfig/Voliere in angemessener Größe: 100–450 Euro
Erstausstattung Käfig: 150–500 Euro
Körner- und Frischfutter, Vogelgrit und Vogelsand: jährlich circa 150 Euro
Zusätzliche Kosten: Tierarzt nach Bedarf bei Krankheit oder Verletzung

8. Steckbrief: Vogel

Wichtige Informationen
Klassifizierung Klasse: Vögel; übergeordnet: Unterstamm Wirbeltiere
Merkmale Flügel, Federn, Schnabel, Kloake
Verbreitungsgebiet weltweit
Kleinster Vogel der Welt Hummelkolibri (circa 5–6 cm)
Größter Vogel der Welt Afrikanischer Strauß (250 cm)
Größter flugfähiger Vogel der Welt
  • nach Gewicht: Riesentrappe (130 cm)
  • nach Flügelspannweite: Wanderalbatross (324 cm Spannweite)
Lebenserwartung
  • Greifvögel: bis 70 Jahre
  • Papageien: bis 100 Jahre
  • Sittiche: bis 15 Jahre
Anschaffungskosten Hausvögel variiert nach Vogelart

9. Empfehlenswerte Bücher zur artgerechten Haltung von Vögeln

Natur-Volieren im Selbstbau. Artgerechte Vogelhaltung für Sittiche und Prachtfinken
  • Andreas Wilbrand
  • Herausgeber: Oertel + Spörer
  • Auflage Nr. 22018 (27.07.2018)
  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

Das Papageienhandbuch: Ein Nachschlagwerk für (un-)erfahrene Papageienbesitzer und die, die es werden wollen
  • Viktoria Kirschbaum
  • Herausgeber: Independently published
  • Taschenbuch: 190 Seiten

Das Prachtfinken-Buch: Sämtliche Arten, ihre Haltung, Pflege und Zucht
  • Horst Bielfeld
  • Herausgeber: Ulmer, E
  • Auflage Nr. 5 (01.01.1970)
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

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