Taubenabwehr: so werden Sie die gefiederten Schädlinge los

Taubenabwehr
  • Je nach Art und Ort des Befalls werden verschiedene Mittel zur Taubenabwehr eingesetzt.
  • Grundsätzlich dürfen Sie Tauben nicht töten. Dies ist nur in absoluten Sonderfällen erlaubt.
  • Tauben sind lernfähig und verlieren schnell die Angst vor einfachen Methoden zur Abschreckung.

Die Taubenabwehr wird sowohl in Städten als auch auf Privatgrundstücken auf dem Land mehr und mehr zum Thema. Die Taubenvergrämung, wie das Fachwort lautet, können Sie selbst übernehmen oder Fachleuten für die Schädlingsbekämpfung überlassen. Wir nennen die probaten Mittel und zeigen, für welche Umgebung sich welche Systeme eignen.

1. Tauben schädigen Bausubstanz und übertragen Krankheiten

tauben sitzen auf denkmal

Der ätzende Kot der Tauben beeinträchtigt die Substanz von Gebäuden und Denkmälern.

Anders als Haustauben werden wildlebende Tauben schnell zum Ärgernis: Bestimmte Pilze, die im Taubenkot gedeihen, produzieren Säuren, die auf die Bausubstanz ätzend wirken. Gebäude oder Statuen, die dem Unrat lange ausgesetzt sind, können also auf Dauer starken Schaden nehmen. Entsprechend gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Problem gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Auch wegen der Infektionsgefahr für Menschen ist die Taubenabwehr nötig: Der Kot der Tiere enthält zahlreiche Pilze, Viren und Bakterien wie etwa EHEC oder eines, das die Lungenkrankheit Ornithose auslöst. Außerdem bildet sich hier leicht Schimmelpilz. Die Tauben selbst haben häufig Zecken oder Flöhe, die sie auf die Menschen in ihrer Umgebung übertragen können.

2. Taubenabwehr rund um Haus und Wohnung

Taubengift ist illegal

Laut Tierschutzgesetz dürfen Sie Tauben ohne spezielle Genehmigung weder vergiften noch erschießen oder auf andere Weise töten oder verletzen.

Die Taubenabwehr direkt in Ihrer Nähe ist besonders dringlich – ein Taubennest auf dem Balkon möchte wohl niemand entfernen müssen. Je nachdem, um wie viele Tiere es sich handelt und wie aufdringlich sie sich gebärden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich geht es darum, dass Sie die Vögel davon überzeugen, dass es hier kein geeignetes Umfeld für sie gibt.

2.1. Taubenabwehr auf dem Balkon oder der Terrasse

mädchen nutzt wasserpistole zur taubenabwehr

Ein paar gezielte Spritzer aus der Wasserpistole verscheuchen die Tauben von Ihrem Balkon.

Der wohl wirksamste Taubenschutz für den Balkon ist ein Netz, das allerdings optisch nicht besonders ansehnlich ist. Kommen die Tauben gerade erst auf Ihren Balkon und prüfen, ob es sich hier gut nisten lässt, überzeugen Sie sie eines Besseren: Laute Geräusche oder der Beschuss aus Wasserpistolen (beziehungsweise dem Gartenschlauch auf der Terrasse) verscheuchen die Tiere. Allerdings müssten Sie dafür häufig vor Ort und einsatzbereit sein, um sie immer wieder zu verjagen, bis sie es aufgeben.

Alternativ eignet sich als Taubenschreck der Rabe aus Plastik: Wo er aufgehängt wird, trauen sich die Tauben erst einmal nicht hin. Allerdings sollten Sie ihn häufig umpositionieren. Die Tauben erkennen sonst schnell, dass von diesem speziellen Vogel keine Gefahr ausgeht. Lichtblitze irritieren die Tiere ebenfalls. Haben Ihre Nachbarn nichts dagegen, können Sie Aluminiumfolienstreifen oder CDs aufhängen. Drehen sie sich im Wind, reflektieren sie das Licht und halten so die Tiere vom Landen ab. Auch Windräder können helfen.

Inzwischen wird auch in Deutschland ein Vogelabwehr-Gel aus Asien angeboten. Positionieren Sie es auf dem Balkon, bleiben die Tauben fern, da sie es als Feuer identifizieren. Allerdings ist das Gel nicht ganz ungefährlich, da es starke Hautreizungen hervorrufen kann. Haben Sie kleine Kinder oder Haustiere, sollten Sie diese Möglichkeit daher eher ausschließen.

Entdecken Sie ein Nest auf dem Balkon oder der Terrasse, entfernen Sie es oder rufen Sie den Schädlingsbekämpfer, damit er diese Aufgabe übernimmt.

2.2. Mittel gegen Tauben auf dem Dach

Von Ihrem Dachfirst und den Dachrinnen können Sie Tauben vertreiben, indem Sie Taubenspikes oder Taubenabwehrgitter anbringen. Sie bestehen aus rostfreiem Edelstahl, und ihre langen Spitzen hindern die Tiere am Landen. Auf dem First eignen sich solche Modelle, die etwa 3- bis 5-reihig sind, damit es ganz sicher keinen Platz für den Landeanflug der einheimischen Vögel gibt.

viele tauben auf einem dach

Wird Ihr Dach häufiger derartig von Tauben belagert, sollten Sie etwas dagegen unternehmen.

Kommen Ihnen die Taubenschutzgitter und die Spikes mit ihren langen Stacheln zu rabiat vorkönnen Sie alternativ Ihren Dachdecker die sogenannten Birdslides auf dem Dach befestigen lassen. Diese Platten aus Acryl fallen kaum ins Auge, doch sie sind äußerst effektiv: Da sie sehr glatt sind, finden die Vögel auf ihnen keinen Halt auf ihnen und rutschen ab. Entsprechend suchen sie sich andere Plätze, an denen sie sich ausruhen oder brüten können.

2.3. Unter dem Dach – innen und außen

Schon kleine geschützte Stellen reichen den Tauben aus, um sich ein Nest zu bauen. Entsprechend müssen Sie auch unter Dachüberhängen auf die geeignete Taubenabwehr achten. In den meisten Fällen hilft hier ein Taubennetz weiter: Die Tiere kommen nicht durch die Maschen und erreichen so die angestrebten Plätze nicht. Dies ist auch in größeren Hallen wie etwa Lagern das Mittel der Wahl, wo sonst die gelagerten Gegenstände kontaminiert werden könnten.

3. Möglichkeiten zur Taubenabwehr im Kleinen und im Großen

spikes gegen tauben

Spikes verhindern, dass die Tauben sich auf schmalen Stellen niederlassen, die sie oft bevorzugen.

In Großstädten, die unter einer regelrechten Taubenplage leiden, werden manchmal ganze Gebäude mit Taubennetzen überzogen. Für Simse, Fensterbänke und kleinere Vorsprünge eignen sich Taubenspikes oder glatte Winkel, auf denen die Tiere keinen Halt finden. Gerade für größere Gebäude oder Gelände gibt es jedoch noch verschiedene andere Möglichkeiten, mit denen man die Tiere abschrecken kann.

3.1. Elektroschock und versperrte Zugänge

Gerade bei großen Gebäuden kann es sich lohnen, Elektrodrähte über jene Stellen zu spannen, von denen die Tauben fernbleiben sollen. So bekommt jede Taube, die sich hier niederlassen will, einen elektrischen Schlag. Er ist ungefährlich, aber unangenehm. Bei schmalen Durchgängen, die die Tiere im Normalfall passieren können, helfen dünne Drähte, die Sie straff spannen und die den Tieren den Zugang verweigern. Sie müssen nicht elektrisch sein, sondern wirken nur als Hindernis.

Info: Die Elektrosysteme sind recht wartungsintensiv und lohnen sich vor allem bei öffentlichen Gebäuden.

3.2. Tauben vertreiben mit verschiedenen Geräten

Tauben gewöhnen sich recht schnell an verschiedene Abwehrmechanismen. Daher wurden im Laufe der Zeit verschiedene Geräte entwickelt, um die Schädlinge fernzuhalten. Zu ihnen zählen Geräte mit

  • Ultraschall, die jedoch nicht in Wohngebieten eingesetzt werden sollten, da sie Haustiere verstören
  • Raubvogelschreien, die wegen der Lärmbelästigung nicht in Wohngebieten eingesetzt werden sollten
  • knallenden Geräuschen – auch hier eignen sich Wohngebiete aus demselben Grund nicht
  • Lasersystemen, die für die Vögel unangenehmes Licht aussenden, die aber recht kostspielig sind
  • rotierenden Spiegeln, die die Vögel irritieren – manchmal gewöhnen sie sich aber nach einiger Zeit daran

Weitere Informationen zu gut und weniger gut funktionierenden Maßnahmen zur Taubenabwehr finden Sie in diesem Video:

4. Taubenfalle ist nicht ideal geeignet

Sie können eine Taubenfalle zum Einsatz bringen, die die Tiere lebend fängt. Allerdings stellt sich dann die Frage, was Sie mit den gefangenen Tauben anfangen sollen. Sie können sie nicht loswerden, indem Sie sie wegfahren und anderswo freilassen: Die Vögel haben einen exzellenten Orientierungssinn und kehren heim. Töten dürfen Sie sie, wie oben bereits erwähnt, nicht. Am besten ist es also, wenn Sie das Einfangen der Tiere dem Schädlingsbekämpfer überlassen, wenn all Ihre Maßnahmen nicht fruchten.

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