Norwegische Waldkatze – Der sanfte Riese aus dem Norden

Norwegische Waldkatze
  • Die Norwegische Waldkatze ist eine natürlich entstandene Katzenrasse.
  • Die Langhaarkatze wird durch ihr dichtes und im Winter opulentes Fell sowie ihre enorme Größe charakterisiert.
  • Die Waldkatze ist eine liebevolle Familienkatze, die selbstbewusst ist, aber an ihren Vetrauenspersonen hängt.

Ein dichtes Haarkleid schützt die Norwegische Waldkatze vor Wind und Wetter und gibt ihr das besondere Aussehen, das sie prägt. Galant springt sie auf ihren langen Beinen oder rollt sich in ihren buschigen Schwanz ein, um zu dösen. Die natürlich entstandene Katzenrasse ist ausgeglichen und voller Charakter, was sie zu einer interessanten Hauskatze macht.

Erfahren Sie hier, wie die norwegische Bauernhofkatze zu ihrer Haartracht kam, wie diese am besten zu pflegen ist und was sie zu einer tollen Familienkatze macht.

1. Geschichte der Norwegischen Waldkatze

Norwegische Waldkatze

Besonders edel wirkt die Norwegische Waldkatze in Blau.

Als eine der wenigen anerkannten Rassen hat die Norwegische Waldkatze einen durch und durch natürlichen Ursprung. Sie wurde auf den norwegischen Bauernhöfen als Mäusefänger gehalten und wanderte als Haus- und Hofkatze von Ort zu Ort und Fjord zu Fjord.

Ihr spezielles Aussehen könnte sie durch die Vermischung mit langhaarigen Perserkatzen haben, die als Schiffskatzen über das Meer in norwegische Häfen gelangt sind. Sicher ist es nicht, jedoch ist es schwer auszumachen, woher die Norwegische Waldkatze ansonsten ihr halblanghaariges Fell haben sollte.

Ihre Schönheit blieb lange Zeit im Verborgenen, wurde aber Anfang des 20. Jahrhunderts bewusst wahrgenommen. Die Hauskatze sollte um die 1930er-Jahre gezielt gezüchtet werden, 1938 war sie zum ersten Mal auf einer Katzenausstellung in Oslo zu sehen. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam dieses Projekt jedoch erst einmal zum Erliegen. In den 1960er-Jahren nahmen einige Norweger wahr, dass der Bestand an Norwegischen Waldkatzen enorm zurückgeht. Das ist darauf zurückzuführen, dass das Kurzhaar-Gen gegenüber dem Langhaar-Gen dominant ist, wodurch der Nachwuchs sein typisches Aussehen verliert.

Als Antwort darauf wurde ein Erhaltungszuchtprogramm ins Leben gerufen. 1972 erhielt die die Katze in Norwegen einen vorläufigen Standard als Rassenkatze und bereits 1977 wurde die Norwegische Waldkatze bei der Fédération International Feline (FIFé) anerkannt. Bereits 1972 wurde sie zur Norwegischen Nationalkatze ausgerufen. Umgangssprachlich wird sie in Deutschland auch Norweger-Katze genannt.

2. Rassenmerkmale  der Norwegischen Waldkatze

Rote Norwegische Waldkatze auf einer Wiese

Die Norwegische Waldkatze gibt es auch in roter Farbtönung.

Zu den wichtigsten Eigenschaften der Norwegischen Waldkatze gehört ihr schönes Fell. Die Katze besitzt eine sehr dichte Unterwolle, was sie auch im kalten norwegischen Winter warm hält. Darüber liegt das halblange Deckhaar, das eine wasserabweisende Funktion hat.

Die Langhaaarkatze trägt an den Hinterbeinen „Höschen“ aus halblangem Haar, das oft von dem buschigen Schwanz versteckt wird. Im Winter zeigt die Norwegische Waldkatze ihre volle Pracht, wenn sie eine üppige Halskrause ziert.
Der Schwanz der Wildkatze reicht mindestens bis zu den Schulterblättern. Er übernimmt auch eine wärmende Funktion, wenn die Katze sich damit im Winter zusätzlich vor Kälte schützen kann.

  • Schulterhöhe: 40 bis 45 cm
  • Länge: 100 bis 130 cm (Nase bis Schwanzspitze)
  • Gewicht ausgewachsener Tiere: Kater: 5 bis 9,5 kg, Katze: 3,5 bis 7 kg
  • Lebenserwartung: 13 bis 18 Jahre

Die Katzenrasse wird oft mit der Maine Coone verglichen. Es handelt sich um die Amerikanische Waldkatze, die wie die Norwegische Waldkatze eine Naturrasse ist. 1985 wurde sie vom Staat Maine zur Staatskatze ernannt. Seit 1983 ist sie eine anerkannte Rasse. Beide Arten sind Naturrassen, tragen aber deutliche Unterschiede.

Merkmal Norwegische Waldkatze Maine Coon
Kopf Dreieckige Form Kantiger Kopf
Nase gerade Leicht nach oben geschwungen
Kinn kräftig fest und sehr kräftig
Augen Leicht schräg, groß Oval, leicht schräg
Körperbau Lang und grazil Langer Körper mit breitem Brustkorb und robustem Knochenbau
Fell Halblanghaarig langhaarig
Ohren Schmal, spitz groß, am Ansatz breit

Die Norwegische Waldkatze gibt es in vielen unterschiedlichen Farben, denn sie wird nicht auf eine bestimmte Farbe gezüchtet. Bekannt sind folgende Farben:

  • weiß
  • schwarz und blau
  • rot und creme
  • amber (bernstein) und hellamber 

Hinzu kommen Variationen mit Schildpattmuster und im Tabbymuster sowie Silver-Varianten.

Die Fellfarben „amber“ und „hellamber“ sind in den Katzenrassenstandards nur bei der Norwegischen Waldkatze anerkannt.

3. Wesen der Katze: Nah am Menschen und doch unabhängig

Riesige Norweger Katze mit Besitzerin im Schnee

Die Norwegische Waldkatze gehört zu den großen Katzenrassen.

Norweger-Katzen besitzen einen sanftmütigen Charakter, lieben aber auch das temperamentvolle Spiel mit Mensch und Artgenossen, was sie zu unkomplizierten Mitbewohnern macht. Sie lassen sich auf ihre Bezugspersonen vollkommen ein und verbringen gern viel Zeit mit ihren Menschen.

Zum besonderen Wesen der Hauskatze gehört ihre leise Stimme, die einen interessanten Widerspruch zu ihrer Größe ist. Sie gurrt und schnurrt, wenn sie im Gespräch mit ihrem Menschen ist.

Durch ihren ausgewogenen Charakter ist die Norwegische Waldkatze ein perfektes Haustier für Familien mit Kindern. Beim gemeinsamen Spielen, Schmusen und Herumtoben zeigt sie sich geduldig. Ein Waldkater versteht sich grundsätzlich auch mit Hunden und anderen Haustieren gut.

4. Tipps für die Haltung: Norwegische Waldkatzen benötigen Mitbewohner

Norwegische Waldkatze in schwarz-tabby im Wald

Norwegische Waldkatzen gibt es in vielen Farbvarianten und Tabby-Mustern.

Norwegische Waldkatzen sind keine Hauskatzen, die gern allein gehalten werden. Seriöse Züchter geben die geselligen Tiere nahezu nie in Einzelhaltung ab, denn sie brauchen Spielgesellen. Es muss keine zweite Norwegische Waldkatze im Haushalt leben, es kann auch eine andere Katzenrasse sein. Wichtig ist jedoch, dass die Tiere vom Temperament und den Bedürfnissen zusammenpassen.

Die Waldkatze hat einen enormen Bewegungsdrang, ist sie es doch gewöhnt, als alte Bauernhofkatze viel Raum in Anspruch nehmen zu können. Deshalb sollte eine Wohnung genügend Platz für sie bereithalten.

Die Hinterbeine der Norwegischen Waldkatze sind etwas länger als die Vorderbeine. Deshalb ist sie eine exzellente Springerin, die das auch gern ausnutzt.
Es sollte mindestens ein großer Kratzbaum zur Verfügung stehen, der bestenfalls deckenhoch ist. Von ganz oben kann die Katze alles beobachten und ihre weiten Sprünge üben.
Wenn es sich anbietet, ist die Rassekatze gern Freigängerin. Ist das nicht möglich, sollte zumindest ein Balkon vorhanden sein, der katzensicher gestaltet wurde.

Ein Mal pro Woche sollte das halblange Haar der Katze sorgfältig gekämmt werden. Im Frühling, wenn die Norwegische Waldkatze ihr dichtes Winterfell verliert, sollte sie hingegen jeden Tag gekämmt werden. Durch das Haaren können insbesondere die Haare an den Hinterbeinen schnell verfilzen. Die Knoten müssen vorsichtig herausgeschnitten werden. Wer seine Katze regelmäßig bürstet, gewöhnt sie an die regelmäßige Pflege, was die beste Voraussetzung dafür ist, dass sie die Behandlungen problemlos über sich ergehen lässt.

Tipp: Wer an einer Katzenhaarallergie leidet, sollte auf die Anschaffung einer Waldkatze verzichten, da diese vor allem Im Frühjahr stark haart.

5. Häufige Krankheiten der Norwegischen Waldkatze

Norwegische Waldkatze auf einem Baumstamm

Vor allem im Winter schmückt die Katze eine dichte Halskrause.

Die Norwegische Waldkatze gilt als eine robuste Katzenart. Mit der Glykogenspeicherkrankheit und der Hypertrophen Kardiomyopathie kann sie jedoch von zwei Krankheiten betroffen sein, die auch andere Katzenrassen treffen kann.
Die gute Nachricht: Katzen können auf beide Krankheiten getestet werden. So können Tiere mit einem problematischen Genpool zumindest von der Zucht ausgeschlossen werden, so dass die Krankheiten möglichst nicht weitergegeben werden.

5.1. Die Glykogenspeicherkrankheit führt oft zu einem frühen Tod

Die Glykogenspeicherkankheit ist ein Enzymdefekt, bei dem sich Glykogen in den Geweben und Organen, beispielsweise in der Muskulatur, Herz und Leber ablagert. Normalerweise führt diese Stoffwechselstörung zum Tod vor, während oder kurz nach der Geburt des Babys.

Einige Kitten werden scheinbar gesund geboren, entwickeln aber etwa ab dem 4. oder 5. Lebensmonat eine krankheitsspezifische Symptomatik. Es kommt zu einer Muskelschwäche und Muskelkontrakturen, schließlich sterben die Katzen vor dem Ende des 1. Lebensjahres, zumeist an Herzversagen.

5.2. Die Hypertrophe Kariomyopathie kann tödlich enden

Häufiger sind Norwegische Waldkatzen auch von der Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM) betroffen. Bei dieser Erkrankung des Herzmuskels ist dieser krankhaft verdickt, sie ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen.

Oft tritt ein plötzlicher Herztod ohne Vorwarnungen ein. Das betrifft besonders häufig die Katzenrasse Maine Coon. Sie erkranken früh und die Erkrankung nimmt einen schnellen Verlauf.  Perser hingegen sind in späteren Lebensjahren betroffen und der Krankheitsverlauf ist langsamer. Die Norwegische Waldkatze reiht sich in der Diagnose mittig ein. Wenn es Symptome gibt, sind es zumeist Appetitlosigkeit, ein erhöhtes Ruhebedürfnis und eine neue, fehlende Ausdauer. Die Katzen bekommen nach dem Toben schlecht Luft, haben eine erhöhte Herzfrequenz oder entwickeln schnell eine bedrohliche Dyspnoe (Atemnot).

Bei weißen Norwegischen Waldkatzen kann es wie bei allen anderen Tieren aus der Weißzucht zu einer Taubheit kommen. Mit Tests kann herausgefunden werden, ob ein Elterntier die Veranlagung in sich trägt bzw. ob ein Kitten hören kann oder nicht.

6. Das kostet eine Norwegische Waldkatze

Norwegische Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze gibt es auch in einem hellen Creme-Ton.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um Norwegische Waldkatzen bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Ob Interessenten bei einem guten Züchter gelandet sind, erfahren sie bei einem Besuch vor Ort. Die Kitten sollten nicht vor der 14. Lebenswoche abgegeben werden, ein Gesundheitszeugnis haben und gechipt sowie geimpft sein. Außerdem sollten sie auf klassische Katzenkrankheiten wie HCM, GSD IV und Krankheiten, die besonders häufig die Norwegische Waldkatze betrifft, getestet sein.

Bei einem oder mehreren Besuchen der Kitten sollten diese einen gesunden Eindruck machen und ein gutes Sozialverhalten zeigen. Seriöse Züchter lassen sich auch daran erkennen, dass sie selbst aktiv Fragen an den Interessenten stellen. Sie möchten immer sicherstellen, dass die Tiere ein liebevolles Zuhause erhalten.

Eine Norwegische Waldkatze kostet im Durchschnitt 700 bis 750 Euro, der Preis für einen Mix oder eine Norwegische Waldkatze aus dem Tierheim ist günstiger, auch das Alter spielt eine Rolle. Hinzu kommen Kosten für die Ausstattung des Wohnraumes, Ausgehgeschirr, Balkonsicherung, Spielzeug, Kratzbaum und einige individuelle Materialien.

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