Dalmatiner: Ein Familienhund mit schwarz auf weiß

Dalmatiner
  • Die Herkunft des Dalmatiners ist nicht zweifelsfrei geklärt, der Name leitet sich aber wahrscheinlich von der kroatischen Region Dalmatien ab.
  • Dalmatiner sind familienfreundliche Hunde mit einem großem Bewegungsdrang.
  • Die Rassehunde sind signifikant häufiger als andere Hunde von Taubheit und Harnsteinen betroffen.

Spätestens seit dem Kinofilm „101 Dalmatiner“ kennt ihn die ganze Welt: Der Dalmatiner gehört mit seinen schwarzen Flecken auf weißem Fell sicher zu den berühmtesten Hunderassen. Der hübsche Hund hat einiges an Temperament und Ausdauer, ist aber auch ein sehr sensibler Hund.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber, warum Nähe und liebe Worte dieser Hunderassen besser bekommen als Strenge. Darüber hinaus geben wir hilfreiche Tipps zu einer artgerechten Ernährung.

1. Geschichte des Dalmatiners: Von Dalmatien an den Fürstenhof

Dalmatiner

Der Dalmatiner mag es auch mit Kindern zu spielen und zu toben.

Weiße Hunde mit schwarzen Flecken finden sich bereits auf griechischen und ägyptischen Relikten, weshalb davon auszugehen ist, dass die Geschichte des Dalmatiners weit zurückreicht.

Eine bekannte Theorie folgt dem Namen des Hundes: Demnach stammt er aus der Region Dalmatien im Süden Kroatiens, nach der er auch benannt ist. In kirchlichen Chroniken aus dem 14. Jahrhundert und aus dem Jahr 1719 wird der Hund aus der Region Dalmatien erwähnt.

Gentests sagen dem Dalmatiner eine Verwandtschaft zum English Pointer nach. Seine frühere Geschichte und auch seine Zuchtbestimmung bleiben so weiterhin verborgen. Zu Beginn der Neuzeit erfreute sich der gefleckte Hund großer Beliebtheit im europäischen Adel. Dort wurde der ausdauernde Hund eingesetzt, um Kutschen zu begleiten.

In US-amerikanischen Staaten kam er für die Polizei zum Einsatz. Der Dalmatiner lief als “lebende Sirene” vor den Feuerwehrwagen voraus, die damals noch von Pferden gezogen wurden. Die Hunde machten alle auf die heraneilende Feuerwehr aufmerksam und hielten durch ihr Bellen andere herrenlose Hunde fern, die ansonsten unter die Räder gekommen wären.

Den ersten Rassestandard definierte der Engländer Vero Shaw, 1890 wurde der Standard offiziell anerkannt. Heute ist der Dalmatiner eine weltweit vom Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte Hunderasse.

2. Rassenmerkmale des Dalmatiners

Schwarz auf Weiß: Seine besondere Fellfarbe macht den Dalmatiner aus. Das Fell des Hundes ist von Grund auf Weiß und ist mit zahlreichen schwarzen oder braunen Flecken versehen. Die Flecken müssen bei den Rassehunden klar umrissen sein und dürfen nicht verschwimmen.

Steckbrief Info
Größe Rüde 56-61cm, Hündin 54-59 cm
Gewicht Rüde: 27-32 kg, Hündin: 24-29 kg
Fell kurz, hart, dicht, glänzend,
Farbe schwarzer oder brauner Farbschlag auf weißem Grund
Augenfarbe braun bei schwarzem Farbschlag, bernsteinfarben bei braunem Farbschlag
Lebenserwartung 10 bis 13 Jahre

Der Dalmatiner ist mittelgroß und verfügt über einen schlanken Körperbau. Die Schultern sind muskulös, dafür ist der Hals lang und elegant. Sein Kopf ist sanft gerundet, die mittelgroßen Ohren sind hoch angesetzt und fallen leicht herunter.

Weniger bekannt ist der Dalmatiner als Langhaar. Er gehört zu den exotisch anmutenden Typen und gehört zur Seltenheitszucht.

Eine der häufigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Dalmatiner ist die, woher der Hund seine Flecken hat. Wichtig ist zu wissen, dass der Hund trotz seines weißen Fells kein Albino ist. Das erkennt man unter anderem daran, dass er keine rosafarbene Schnauze hat.

Vielmehr fehlt seinem Fell zu großen Teilen die Pigmentierung. In seltenen Fällen gibt es eine Teilpigmentierung. Die zeigt sich dann an den sogenannten Platten, großflächige Bereiche in schwarz oder braun. Sie finden sich oftmals am Ohr oder um das Auge.

Im Gegensatz zu diesen Platten entstehen die typischen Flecken nach der Geburt erst nach und nach. Warum sie entstehen, konnten Forscher noch nicht entschlüsseln. Wahrscheinlich handelt es sich um ein spezielles Gen, dessen Vorkommen jedoch noch nicht bestätigt werden konnte.

3. Wesen des Dalmatiners: Gelehrig und familienorientiert

Dalmatiner Haltung

Bei gemeinsamen Aktivitäten möchte der Hund ausgelastet werden.

Der Dalmatiner ist ein lebendiger und liebevoller Mitbewohner. Er mag es inmitten einer Familie zu leben und aktiv durch das Leben zu gehen. Er ist grundsätzlich kinderfreundlich, jedoch lässt er ungern an sich herumspielen, weshalb die Kinder ihn mit Respekt behandeln und nicht als Spielzeug betrachten sollten.

Manche Dalmatiner haben einen leichten Jagdtrieb. Um diesen in Schach zu halten, ist eine gute Erziehung unabdingbar. Auch wird ihnen eine gewisse Sturheit nachgesagt. Mit Strenge ist bei diesem sensiblen Hund jedoch nicht viel zu erreichen. Er braucht vielmehr die liebevolle Ansprache sowie lobende oder tadelnde Worte, um Orientierung zu erhalten. Der Rassehund ist lebhaft und passt sich seiner Umgebung gut an. Zu einem Couchhund kann man den Dalmatiner jedoch nicht erziehen.

4. Tipps zur Haltung von Dalmatinern

Der Dalmatiner besitzt einen großen Bewegungsdrang, dem Besitzer unbedingt nachkommen sollten. Mindestens zwei Stunden, besser drei bis vier Stunden am Tag sollten die Hunde aktiv bewegt werden, was das Herumtollen im Garten nicht mit einschließt. Dalmatiner möchten körperlich wie auch geistig gefördert werden, weshalb ein Hundesport, der beides vereint, besonders geeignet ist:

Film “101 Dalmatiner”

Durch den Film “101 Dalmatiner” wurde der Rassehund zum Trendhund. Das hatte einen Anstieg der unseriösen, profitorientierten Züchtung von verhaltensauffälligen bis hin zu aggressiven Hunden zur Folge.

  • Clicker-Training: Diese Erziehungstechnik stärkt das Zusammenspiel von Mensch und Hund.
  • Suchspiele: Eine große Herausforderung ist das Suchen von Gegenständen und Menschen.
  • Dog Dance: Die Bezugsperson erarbeitet gemeinsam mit dem Hund eine Choreografie, die je nach Disziplin Sprünge und Figuren enthalten kann.
  • Ausbildung zum Rettungshund: Die Vorbereitung zur VDH-Rettungshundeprüfung fordert den Dalmatiner sportlich und intellektuell heraus, was genau seinen Bedürfnissen entspricht.

Ist der Dalmatiner dauerhaft unterfordert, kann er ungewünschte Verhaltensweisen entwickeln.

5. Häufigste Krankheiten bei Dalmatinern

Dalmatiner Fell

Das Fell des Dalmatiners ist nicht unterfüttert, was ihn schnell frieren lässt.

Sein weißes Fell mit schwarzen Flecken macht den lustigen Charakter des Dalmatiners aus. Aber genau dieses Aussehen führt auch zu Besonderheiten.

Wie auch andere Hundearten mit hohem Weißanteil ist für den Dalmatiner das Risiko taub zu werden signifikant höher. Eine weitere Besonderheit ist das Dalmatiner-Syndrom, das im Einzelfall eine besondere Ernährung des Rassehundes nötig macht.

5.1. Genbedingte Taubheit

Dalmatiner sind besonders häufig von der kongenitalen, sensorineuralen Taubheit betroffen. Innerhalb der ersten Tage nach der Geburt verlieren Welpen durch die Zerstörung von Sinneszellen ihre Hörfähigkeit entweder auf einem oder auf beiden Ohren. In den ersten sechs bis acht Lebenswochen wird die Erkrankung sichtbar, indem die betroffenen Hunde den Kopf schief halten und einen unsicheren Gang entwickeln.

Mit der Zeit wird das fehlende Hörvermögen jedoch von anderen Sinnesorganen ausgeglichen. Das ermöglicht den Tieren ein beschwerdefreies Leben. Die artspezifische Taubheit tritt bei blauäugigen Hunden signifikant häufiger auf, weshalb sie von der Zucht ausgeschlossen werden.

Info: Dalmatiner mit einer Plattenzeichnung (durchgängig schwarze oder braune Körperstellen) sind seltener von Taubheit betroffen.

5.2. Erhöhter Harnsäurespiegel

Dalmatiner

Die Plattenzeichnung am rechten Ohr lässt das Risiko von Taubheit sinken.

Dalmatiner verfügen aufgrund eines Stoffwechseldefekts über ein in der Tierwelt einmaliges Urinsystem. Anstatt wie andere Hunde Harnstoffe und Allantoine über den Urin abzugeben, gibt er die Harnsäure ungefiltert ab. Ihm fehlt das Enzym Uricase, das Harnsäure in Allantoin umwandelt.

Die Ursache ist ein gestörtes Harnsäuretransportsystem und eine Einschränkung der Harnsäure-Reabsorption. Die Folge ist in erster Linie eine zehnfache Menge an Harnsäure, die der Hund täglich mit dem Urin ausscheidet. Eine Folge der vermehrten Harnsäure ist eine einzigartige Form der Dermatitis sowie eine besondere Anfälligkeit für Harnsteine.

5.3. Dalmatiner-Syndrom (Hyperurikosurie)

Aufgrund der Häufigkeit von Harnsteinen bei Dalmatinern hat diese Erkrankung den Beinamen “Dalmatiner-Syndrom” erhalten. Die Hunde erkranken aufgrund ihres Stoffwechseldefekts sehr häufig von Blasen- oder Nierensteinen.

Männchen sind häufiger als Weibchen betroffen. Wahrscheinlich können Hündinnen kleinste Nierensteine mit ihren Harnleitern leichter abtransportieren. Mit der richtigen Ernährung kann der Bildung von Harnsteinen möglichst entgegen gewirkt werden.

6. Ernährung des Dalmatiners: Purinarmes Fleisch bevorzugen

Dalmatiner Flecken

Die typischen Flecken tauchen erst nach ein paar Lebenstagen auf.

Der genbedingt erhöhte Harnsäurespiegel sollte durch das Einhalten einiger Regeln oder einer speziellen diätetischen Ernährung möglichst niedrig gehalten werden.

So ist es wichtig, dass der Dalmatiner purinarm ernährt wird. Auf Dosenfutter mit einem hohen Fleischanteil sollte verzichtet werden.

Besser ist Trockenfutter mit weniger als 15 Prozent Rohproteingehalt, das es auch in üblichen Tierhandlungen zu kaufen gibt. Es hat sich gezeigt, dass sich Harnsteine weniger häufig bilden, wenn der Hund nur ein Mal am Tag, am besten nachmittags, gefüttert wird. Außerdem sollten Dalmatiner viel trinken und möglichst häufig Wasserlassen.

Achtung: Dalmatiner sollten weder Rindfleisch noch Innereien erhalten. Gesünder ist eine purinarme Ernährung mit Lamm, Huhn, Eiern und geeignetem Gemüse.

7. Dalmatiner kaufen: Auf Hörvermögen testen lassen

Dalmatiner braun

Den Dalmatiner gibt es auch mit braunen Flecken.

Ein Dalmatiner-Welpe kostet durchschnittlich zwischen 1.000 und 1.400 Euro. In den relativ hohen Kosten sind alle Aufwendungen enthalten, die die Züchter bis zur Abgabe des Tieres hatten. Dazu gehören die typischen Impfungen, Entwurmungen, Untersuchungen sowie das Chippen des Tieres. Wichtig bei dieser Hunderasse ist der Hörtest. Bevor ein Tier gekauft wird, sollte sicher sein, ob es beidseitig hören kann.

Wer einen Dalmatiner kaufen möchte, der findet auf den Informationsseiten des Verbandes für Deutsches Hundewesen (VDH) alle verbandsinternen Züchter. Außerdem gibt es auf speziellen Tierportalen einen Tiermarkt mit vielen angebotenen Welpen. Möchte man sichergehen, dass die Tiere psychisch wie physisch gesund sind, sollten sie einen reinrassigen Stammbaum vorweisen.

Interessenten können sich bei seriösen Züchtern vor Ort einen Eindruck von den Lebensumständen des Wurfes machen und Antworten auf Fragen erhalten. Züchter sollten immer den Eindruck vermitteln, dass ihnen das Wohl der Tiere am Herzen liegt.

Wem der Preis für einen reinrassigen Dalmatiner zu hoch ist, der kann auch mit einem Mischling viel Freude haben. Beliebt ist beispielsweise der Labrador-Dalmatiner-Mix. Eine Alternative ist auch die Suche nach einem Dalmatiner im Tierheim. Hier gibt es ältere Dalmatiner mit etwas Glück auch etwas günstiger zu erstehen.

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