Frettchen – Der zahme Verwandte des Iltis

Frettchen Haltung
  • Frettchen wurden aus wilden Iltissen gezüchtet, um als Jagdtiere gehalten zu werden.
  • Sie haben einen kurzen Dickdarm, der für die Ernährung mit Fleisch optimal ausgelegt ist.
  • Frettchen benötigen als Haustiere mindestens vier Stunden Auslauf am Tag.

Wer sich ein zahmes Frettchen und einen wilden Iltis anschaut, wird die nahe Verwandtschaft sofort wahrnehmen. Die verspielten Haustiere stammen von ihren wilden Verwandten ab und den rauen Charme haben sie sich bewahrt. Sie kuscheln gern, haben aber vor allem viel Freude an ausreichend Bewegung und Spiel – wobei selten alles an seinem Platz bleibt.

Lernen Sie hier das besondere Haustier, die artgerechte Haltung des Wildfangs und die spezielle Ernährung kennen.

1. Herkunft des Frettchens: Von Natur aus Weiß

weißes frettchen an einer leine

Frettchen können an der Leine laufen.

Die genaue Herkunft des Frettchens (Mustela putorius furo) ist nicht geklärt. Es gibt jedoch klare Hinweise darauf, dass das Frettchen vom Europäischen Iltis oder dem afrikanischen Steppeniltis abstammt und durch Einkreuzungen anderer Arten zu dem zahmen Haustier wurde, das es heute ist. Einen natürlichen Lebensraum haben die Frettchen deshalb nicht.

Es gibt Vermutungen, dass das Frettchen in Afrika und Europa unabhängig voneinander gezüchtet wurden. Ursprünglich wurde das Wildtier von Menschen gezielt gezüchtet, um Kleinsttiere wie Mäuse und Ratten von den Höfen fernzuhalten. Der Adel entdeckte das Frettchen als Unterhaltungstier: Die Damen der höheren Gesellschaft vertrieben sich mit dem verspielten Tier die Zeit. Die Herren nutzten es als Jagdhelfer. Sie bevorzugten schlanke und beißfreudige Albinofrettchen, da sich diese mit ihrem weißen Fell besser von der Beute, vor allem Hasen, abzeichneten.

Dabei war die besondere Farbe wichtiger als genetisch bedingte Krankheiten, die die Tiere aufgrund der Kreuzungen erlitten. Ab dem 18. Jahrhundert wurden dann auch wieder vermehrt andersfarbige Frettchen gezüchtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann das Tier zunehmend an Beliebtheit, weil es der immer hungrigen Nachkriegsbevölkerung bei der Nahrungsbeschaffung half. Seit den 1970er-Jahren wird das Frettchen auch als Haustier zunehmend beliebter.

Achtung: Sollen Frettchen als Haustiere mit in den Urlaub genommen werden, müssen sie innerhalb der EU zur Identifizierung gechippt sein und die Halter einen gültigen EU-Heimtierausweis mit sich führen.

Frettchen Europäischer Waldiltis
geringer  Jagdinstinkt starker Jagdinstinkt
passen sich dem Tagesrhythmus des Menschen an in der Dämmerung und nachts aktiv
gesellige Tiere Einzelgänger
klettert gern lebt bevorzugt am Boden
bis zu 60 cm lang bis zu 46 cm lang

2. Merkmale des Frettchens: Wendig und wild

Das Frettchen ist an der schlanken und länglichen Körperform gut zu erkennen. Der Kopf ist klein und gedrungen, auch die Füße sind kurz. Der Schwanz ist im Vergleich zum Körper sehr lang und buschig. Das Fell des Frettchens besteht aus einer kurzen Unterwolle und längeren Deckhaaren, wobei zwischen Kurz- und Langhaar sowie Halblanghaar unterschieden wird. Neben der Wildfarbe, die der des Iltis ähnelt, gilt die Albinoform als klassische Frettchen-Farbe.

Daneben gibt es jedoch viele weitere Farbschläge – von deckenden Farben bis hin zu gescheckten Varianten, die durch das Züchten entstehen.

  • Körperlänge/ Größe: 48 – 80 cm, davon 13 bis 19 cm Schwanzlänge (Rüde), 42 – 60 cm, davon 11 bis 14 cm Schwanzlänge (Fähe, weibliches Tier)
  • Gewicht: 800 – 2000 Gramm (Rüde), 600 – 1000 Gramm (Fähe)
  • Fellfarbe: Albino, Cinnamon, Schwarz, Silver, Chocolate, Snow, Iltis-Wildfärbung
  • Lebenserwartung: 6 – 8 Jahre

Bei Wildtieren ganz normal, gibt es bei Frettchen zwei Mal im Jahr einen Fellwechsel. Zur kalten Jahreszeit legt das Tier sich eine dickere Fellschicht zu, im Frühjahr verliert es diese wieder und trägt sein dünneres und etwas dunkleres Sommerfell. Im Winter wiegt das Frettchen mit einer Zunahme von etwa einem Drittel seines Körpergewichts auch bedeutend mehr.

3. Wesen des Frettchens: Intelligent und lebendig

frettchen wird von besitzerin in spieltunnel gelassen

Frettchen verbringen viel Zeit mit Spielen und benötigen entsprechende Anreize.

Das Frettchen ist ein echter Wildfang: Das Haustier ist sehr lebendig, wenn es denn einmal wach ist und äußerst neugierig. Es schläft zwischen 14 und 18 Stunden am Tag, was das Frettchen zu einem optimalen Haustier für berufstätige Menschen macht. Sind die Menschen dann zu Hause, möchten die Tiere gern beschäftigt werden.

Durch den intensiven Kontakt zu seinen Haltern wird das Frettchen zahm. Das zeigt sich darin, dass es auch sehr liebebedürftig ist und gern zum Schmusen vorbeikommt.  Frettchen sind sehr eigensinnig, was eine konsequente Erziehung der quirligen Geister eher schwierig macht.

4. Haltung von Frettchen: Sicherheit ist das A und O

frettchen entspannt sich im bett

Die Nagetiere gibt es auch in der Farbe Silver.

Bei der Haltung von Frettchen muss vor allem ihr wilder Charakter berücksichtig werden. Im besten Falle dürfen die Tiere in den Wohnräumen ganztätig frei herumlaufen oder haben ein eigenes Zimmer für sich. Ansonsten benötigen Frettchen mindestens vier, besser sechs Stunden Auslauf in einer gesicherten Umgebung.

Frettchen sind neugierig und fressen gern alles an. Das bedeutet, dass alle Räume, in denen sich das Tier bewegen darf, abgesichert sein müssen. Dazu gehört, dass alle Steckdosen und Stromkabel gesichert sind. Wertvolle Gegenstände und Bücher, die die Tiere anknabbern könnten, müssen hinter Glas oder anderweitig verstaut werden.

Da Frettchen sich liebend gern in Ecken und Ritzen verstecken, müssen auch alle potenziellen Verstecke sicher sein. Gern legen sie sich in Waschmaschinen oder Trockner, weshalb Halter vor dem Waschgang sicher gehen sollte, dass es sich in dem Gerät kein Frettchen bequem gemacht hat. Halter von Frettchen müssen sich auch beim Einhalten von allen Sicherheitsmaßnahmen darauf gefasst machen, dass beim spielerischen Gerangel der eine oder andere Blumentopf zu Bruch geht.

4.1. Frettchen brauchen ausreichend Platz und Beschäftigung

Bei Frettchen ist eine Einzelhaltung nicht erstrebenswert, da sie das Herumtollen und Spielen mit ihren Artgenossen für ein gesundes und artgerechtes Leben benötigen. Für zwei Tiere sollte das Gehege mindestens zwei Quadratmeter Grundfläche bieten. Am besten haben die verspielten Tiere mehrere Ebenen zur Verfügung, auf denen sie mit passendem Zubehör ausreichend Beschäftigung finden: Frettchen möchten klettern, spielen und sich verstecken. Selbstgebaute Tunnel, Hängematten, Höhlen, Stoffreste zum Herumtollen bieten ausreichend Material.

iltis im wald

Das Frettchen stammt von dem Wildtier Iltis ab.

Neben dem Futter- und Wassernapf sollte in jedem Frettchengehege für jedes Tier ein Schlafhäuschen zur Verfügung stehen, in denen sich die Tiere ausruhen und fressen können. Am besten sind Käfige, wenn sie selbstgebaut sind. So können Halter die Gehege ganz nach den alters- und typgerechten Bedürfnissen der jeweiligen Tiere gestalten.

Im Wohnraum wird von den sportlichen Tieren ein Katzenkratzbaum als Spielgerät angenommen. Wer die Möglichkeit hat, kann die Frettchen auch in einem Außengehege im Garten oder auf dem Balkon halten. Die Halter sollten dann aber bereits sehr erfahren sein, denn Frettchen brechen leicht aus, was in diesem Fall zu Unfällen führen kann.

Frettchen lassen sich gut bespaßen. Sie lieben das Herumtollen untereinander und mit ihren Bezugspersonen. Gummimaus, Angel und Wedel: Von typischem Spielzeug für Katzen lassen sich auch Frettchen begeistern. Ein Highlight sind für die wilden Tiere auch immer naturnahe Spielsachen. Die Tiere lieben Buddelkisten, in denen Sand, Laub oder Plastikbälle zum Wühlen einladen. Beliebt sind neugierig machende Röhrensysteme aus Plastikrohren oder Beinhosen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Info: Zur Pflege des Frettchens gehört das regelmäßige Kürzen der Krallen. Hin und wieder sollte nach Bedarf das Fell mit einer weichen Bürste gereinigt werden.

4.2. Frettchen können an der Leine gehen und stubenrein werden

Frettchen können mit etwas Arbeit stubenrein werden. Es reicht dabei, ihnen eine Katzentoilette ohne Abdeckung zur Verfügung zu stellen. Ähnlich gute Chancen wie beim Stubenrein werden gibt es für das an der Leine gehen. Tatsächlich kann man die Tiere daran gewöhnen, sich ein spezielles Frettchengeschirr oder ein umgebautes Meerschweinchengeschirr anziehen zu lassen.

Jedoch reagieren sie auf diese beengten Verhältnisse zunächst einmal abwehrend. Mit Übung und Geduld gewöhnen sie sich daran und freuen sich vielmehr über die aufregenden Spaziergänge in der freien Natur.

Tipp: Frettchen können mit Hund und Katze gehalten werden. Kaninchen können hingegen als Beute wahrgenommen werden.

4.3. Ernährung: Es muss immer Fleisch sein

frettchen frisst eine portion fleisch

Frettchen ernähren sich am liebsten einfach nur von Fleisch.

Die Nagetiere sind reine Fleischfresser und bevorzugen Kleintiere als Leibspeise. Schon Babys von drei Wochen fressen feste Nahrung. Die Natur hat sie dafür besonders gut ausgestattet, denn sie verfügen über einen sehr kurzen Dickdarm. Außerdem haben sie keinen Blinddarm.

In nur drei bis vier Stunden passiert der Mageninhalt den kompletten Darm, was wenig Zeit zum Aufspalten der Nährstoffe lässt. Deshalb besteht das Futter des Frettchens zu 80 Prozent aus tierischen Eiweißen, die schnell aufgenommen werden können. Pflanzliche Proteine werden zwar über die Nahrung auch aufgenommen, dem Frettchen fehlen aber die Enzyme, um diese zu verwerten

4.3.1. Tipps zur Zusammenstellung der Ernährung

Die Ernährung des Frettchens ist sehr speziell. Das sollte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen:

Futtertiere

Mindestens ein Mal in der Woche sollten Futtertiere gegeben werden. Wenn diese in einem spezialisierten Tierfachhandel oder einer Falknerei nicht frisch zu beschaffen sind, können sie als Frostfuttertiere im Internet bestellt werden.

  • Eintagsküken
  • Mäuse (Babymäuse wie auch adulte Mäuse)
  • Ratten
  • Wachteln
  • Hamster
  • Tauben
  • Kaninchen

Fleisch

Neben Futtertieren sollte auch Fleisch verfüttert werden. Mindestens ein Mal am Tag sollte Rindfleisch, Geflügelfleisch von Huhn oder Pute, Wild- oder Kaninchenfleisch auf dem Speiseplan stehen. Frettchen fressen auch Mägen, Hälse, Herzen und Hühnerklein. Filterorgane wie Niere und Leber sollten aufgrund des hohen Vitamin A- Gehaltes nur ein bis zwei Mal pro Monat verfüttert werden.

Achtung: Über Schweinefleisch kann sich das Frettchen mit der tödlich verlaufenden Aujeszkyschen Krankheit anstecken, weshalb es nicht verfüttert werden sollte.

Fisch

Das Frettchen frisst auch Fisch. Dabei sollte auch Arten wie Pangasius oder Thunfisch zurückgegriffen werden, da diese nicht das Enzym Thiaminase enthalten.

Trockenfutter

Ganz wichtig ist das Trockenfutter, dass den Tieren den ganzen Tag über im Überfluss zur Verfügung stehen sollte. Da Frettchen alle drei bis vier Stunden verdauen, müssen sie regelmäßig Nahrung aufnehmen. Mit einem geeigneten Frettchenfutter, das über einen hohen Anteil an tierischen Eiweißen enthält, können Halter diesen Bedarf decken. Etwas Abwechslung bietet Katzennassfutter, das eine ähnliche Zusammensetzung wie das Trockenfutter haben sollte.

4.4. Kastration

Zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat werden Frettchen geschlechtsreif. Sowohl weibliche wie auch männliche Frettchen werden in der Haustierhaltung spätestens dann kastriert. Weibchen werden damit vor einer Dauerranz geschützt, die zum Tod führen kann. Rüden neigen während der Ranz dazu, ihren Geschlechtstrieb auch an Möbeln und anderen Gegenständen auszulassen. Sie werden teilweise aggressiv und haben einen starken Eigengeruch.

Deshalb ist für Frettchen, die in einer Wohnung gehalten werden, die Kastration fast unumgänglich. Eine Alternative zum chirurgischen Eingriff ist die chemische Kastration. Dabei wird dem Tier ein Implantat eingesetzt, das den Wirkstoff Deslorelin enthält. Dieser macht Frettchen unfruchtbar. Nach dem Einsetzen vergehen bis zu 14 Wochen, bis der Wirkstoff voll wirksam ist. Dann hält die Wirkung bis zu 16 Monate an.

5. Drei typische Krankheiten des Frettchens und Tollwut-Übertragung

frettchen vor einem holzeimer

Frettchen lieben Verstecke wie Höhlen und Ritzen.

Ein herausstechendes Merkmal der Frettchen ist, dass sie ihrem Organismus und Wesen nach eher Wildtiere sind, die aber als zahme Haustiere gehalten werden. Sie fressen rohes Fleisch und haben den saisonabhängigen Fellwechsel, sind aber in einem kuscheligen Zuhause gut behütet.

Dieser Widerspruch zeigt sich auch darin, dass die Tiere zumeist an Tumoren sterben. Forschungen weisen darauf hin, dass die Ursache dafür vor allem in der unnatürlichen Haltung in Wohnungen liegt. Es fehlt der natürliche Lichtzyklus und Temperaturschwankungen, die den Biorhythmus von Wildtieren bestimmen. Eine andere Ursache für die Tumorbildung liegt wahrscheinlich an der Zucht, die weniger auf den gesunden Genpool der Tiere, dafür aber mehr auch ein interessantes Aussehen der Frettchen wert legt.

Es gibt einige wenige Krankheiten, für die Frettchen besonders anfällig sind. Diese sind leider auch zumeist tödlich.

5.1. Dauerranz: Immer zur Fortpflanzung bereit

Das weibliche Frettchen kommt zumeist im März in die Ranz. Innerhalb der Ranzzeit ist es fortpflanzungswillig und zeigt das dem Männchen durch ein Anschwellen der Geschlechtsteile und dem Markieren von Orten und Gegenständen. Wird das Weibchen innerhalb der ersten sechs Wochen nach dem Beginn der Ranz nicht gedeckt, endet diese Ranz. Nach einer Pause wiederholt sich die Ranz, dieses Mal aber mit einer längeren Dauer. Kommt es zu keiner Befruchtung, kommt die Fähe in immer kürzeren Abständen in die Ranz, bis das Eintreten des Herbstes (oder eine Befruchtung) die Ranz für dieses Jahr endgültig beendet.

frettchen mit dauerranz beim tierarzt

Um das Auftreten von Dauerranz zu vermeiden müssen Weibchen immer kastriert werden.

Frettchen, die in Haushalten leben, fehlt ihr natürlicher Biorhythmus. Durch künstliches Licht und fehlende Temperaturschwankungen ist für das weibliche Frettchen das ganze Jahr über Ranzzeit.

Diese Dauerranz führt zu einer enormen Belastung des Weibchens, an dem es bei fehlender Regulation stirbt. Es erleidet eine hochgradige Anämie und der hohe und anhaltende Östrogenspiegel vergiftet das Tier. Deshalb sollten Fähen immer kastriert werden.

Rüden werden zumeist kastriert, weil sie während der Ranzzeit zum Markieren neigen, was einen unangenehmen Duft in der Wohnung zur Folge hat.

5.2. Staupe

Über Paramyxoviren erfolgt die Ansteckung, der Krankheitsverlauf endet fast immer mit dem Tod des Tieres. Frettchen sind sehr anfällig für die Erkrankung, die sowohl direkt (Kontakt mit erregerhaltigen Sekreten) wie auch indirekt (über Hände, Kleider etc., die Erreger enthalten) übertragen werden kann.

Info: Eine Ansteckung ist auch über gesunde Tiere möglich, die den Virus ausscheiden.

Grundsätzlich ist eine Impfung gegen Staupe möglich. Geschieht dies nicht, ist die Ansteckungsgefahr nicht nur durch andere Frettchen gegeben, sondern auch durch nicht-geimpfte Hunde, die den Virus weitertragen.

Inkubationszeit

Als Inkubationszeit wird die Zeit zwischen der eigentlichen Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit bezeichnet.

Die Inkubationszeit beträgt etwa 7 – 10 Tage. Das Auftreten der Staupe beginnt bei der typischen katarrhalischen Form des Staupe-Virus mit grippeähnlichen Symptomen wie wenig Appetit, hohes Fieber, Niesen und Husten. Zudem entzünden sich die Augen und die Nase.

Ein klares Erkennungsmerkmal der Staupe tritt nach etwa 10 bis 15 Tagen auf, wenn sich unter dem Kinn, in der Leistengegend, um den Anus und an den Lippen eine stark juckende Entzündung der Haut zeigt. Außerdem entwickelt sich an den Fußsohlen oft eine besonders starke Hornhaut.

Neben der katarrhalischen Form gibt es die nervöse Form der Staupe. Hier treten die Entzündungen im Nervensystem auf. Das Tier speichelt stark, krampft, hat Bewegungsausfälle und in schlimmen Fällen komatöse Zustände.

Eine Behandlung der Erkrankung ist nicht möglich. Es können lediglich die Symptome behandelt und die Entzündungen bekämpft werden. Die Staupe endet nach etwa vier bis fünf Wochen mit dem Tod des Tieres. Bei einer Autopsie kann der Staupe-Virus nachgewiesen werden.

5.3. Aleutian Disease Virus (ADV)

Familie der Marder

Zur Gattung der Marder (Mustelidae) gehören neben Frettchen und Wieseln auch Otter, Dachse, Iltisse, Nerze und der namensgebende Echte Marder.

Noch relativ wenig erforscht ist das Aleutian Disease Virus (ADV), das bei Frettchen, Nerzen und anderen Tieren aus der Familie der Marder auftauchen kann. Als Ursache gilt das Pravovirus, das auch in anderer Form auch Hunde und Katzen betreffen kann. Es wird über einen engen Kontakt mit anderen marderähnlichen Tieren übertragen. Die Ansteckung erfolgt über den direkten und indirekten Austausch von Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Urin, Kot).

Die Symptome der immer tödlich verlaufenden Erkrankung sind nicht eindeutig und reichen zur Diagnose nicht aus. Die betroffenen Tiere leiden häufig an Symptomen wie ein schwaches Hungergefühl, Gewichtsverlust, mattes Fell und Müdigkeit. Hinzu kommen je nach Ausbreitung des Virus eine nachlassende Leber- und Nierenfunktion, Entzündungen der Augen und der Lunge sowie Herzfunktionsstörungen.

Ein spezieller Virenstamm führt zu neurologischen Problemen, wobei zumeist die Hinterläufe schwächer und teilweise gelähmt werden. Es kann aber auch auf die Vorderläufe zutreffen. Der Virus kann nicht am lebenden Tiere festgestellt werden und es gibt keine Behandlungsmöglichkeit, die zu einer Besserung führen könnte.

ADV wurde zunächst in Ländern wie Amerika, Kanada, Japan und England wahrgenommen, mittlerweile ist der Virus jedoch auch in europäischen Ländern registriert worden.

5.4. Frettchen übertragen Tollwut

tollwut hinweisschild im wald

Seien Sie in Waldgebieten stets vorsichtig, um den Kontakt mit Wildtieren zu vermeiden.

Die Tollwut ist in Europa faktisch nicht mehr vorhanden, d.h. es gibt nur sehr seltene Ansteckungen des Menschen, zumeist durch tollwütige Hunde. Diese werden zumeist aus Ländern eingeführt, in denen Tollwut unter Haustieren eher verbreitet ist.

Die Infektionskrankheit zählt jedoch noch immer zu den weltweit verbreitetsten Viruserkrankungen, vor allem in Indien und China sind Menschen betroffen. Tollwut führt so gut wie immer zum Tod. Wer Frettchen kaufen möchte, muss diese unbedingt auf Tollwut testen und auch dagegen impfen lassen.

Außerdem sollte auf die Herkunft des Tieres geachtet werden, wobei diese nicht aus Ländern stammen sollten, die eine hohe Tollwutrate haben. Eine Übertragung des Tollwut-Virus ist trotz Impfung möglich. Deshalb sollten Frettchenhalter darauf achten, dass diese in keinem Fall mit tollwutanfälligen Wildtieren wie Fuchs oder Fledermaus in Berührung kommen.

6. Frettchen kaufen: Auf seriöse Zucht achten

Wer ein Frettchen als Haustier halten möchte, der kann sich mit allen Fragen an die verschiedenen Frettchenvereine und Frettchenclubs wenden, die es in ganz Deutschland gibt. Diese geben wertvolle Tipps und den Kontakt zu seriösen Frettchenzüchtern. Der Preis für Frettchen liegt bei Welpen zwischen 150 und 200 Euro.

Hinzu kommen dann mindestens die Kosten für die Kastration, die sich auch zwischen 70 und 120 Euro bewegen können. Es werden auch Frettchen in Tierheimen oder bei der Frettchenhilfe abgegeben. Diesen Tieren kann man gegen eine Schutzgebühr ein schönes Zuhause bieten.

Info: Frettchen können in der Natur nicht überleben, da sie aufgrund ihrer speziellen Verdauung alle drei Stunden ausreichend  Beute machen müssten. Dazu fehlt ihnen aber der Jagdinstinkt.

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