Marderabwehr: Der richtige Umgang mit den ungebetenen Gästen

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  • Die beste Marderabwehr ist die Prävention: Sobald der Marder eingezogen ist, wird es schwierig, ihn wieder loszuwerden.
  • Als Marderschutz haben sich einfache Maßnahmen bewährt, mit denen Sie die Tiere fernhalten können.
  • Um einen Marder aus dem Haus oder Auto zu verjagen, ist ein Marderschreck die beste Lösung.

Eine Marderabwehr wird dann notwendig, wenn sich die Tiere im Haus oder Auto niedergelassen haben und dort ihr Unwesen treiben. Denn der nachtaktive Marder raubt den Hausbewohnern gerne den Schlaf und kann erhebliche Schäden am Dachboden und im Motorraum anrichten.

Wir erklären Ihnen, wie Sie einen guten Marderschutz installieren und welche Mittel sich zur Abwehr eignen.

1. Der Marder lebt gerne in der Nähe des Menschen

Marder leben sehr gerne in der Nähe der Menschen, was jedoch immer wieder zu Konflikten führt. Denn die Tiere sind für Beschädigungen bekannt, machen Lärm und bringen durch Kot, Urin und Aas hygienische Probleme mit sich. Als Kulturfolger mögen sie den Schutz unserer Siedlungen, denn dort finden sie Schutz und Nahrung. Eine Marderabwehr ist oftmals die einzige Möglichkeit, die Tiere wieder zu verjagen.

Spricht man in diesem Zusammenhang von Mardern, meinen wir den Steinmarder. Dieser liebt nämlich die Nähe des Menschen und wird deswegen immer wieder zum Problem. Andere Arten wie der Baummarder leben lieber im Wald und meiden den Menschen normalerweise.

1.1. Marder verteidigen ihr Revier vor Artgenossen

steinmarder springt im garten

Steinmarder können sehr gut klettern und springen.

Auch wenn Steinmarder sich gerne in Städten niederlassen, sind sie sehr scheue Tiere, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Gefährlich werden sie deswegen dem Menschen nicht, solange sie sich nicht bedroht und bedrängt fühlen. Unter Artgenossen sind Männchen hingegen sehr aggressiv, besonders zur Paarungszeit.

Diese findet im Juni/Juli statt. Deswegen kommt es von März bis Spätsommer immer wieder zu Revierkämpfen. Besonders in dieser Zeit ist eine Marderabwehr besonders wichtig.

Der Steinmarder wurde aufgrund seines Fells lange Zeit gejagt, bis er fast ausgerottet war. Seit den 1950er Jahren sorgen bessere Gesetze jedoch dafür, dass sich der Bestand wieder erholt hat. Er steht unter dem Jagdrecht und darf daher keinesfalls einfach getötet oder vergiftet werden. Wenn Sie einen Marder loswerden möchten, ist die einzige legale Methode, ihn zu vertreiben.

2. Bissspuren und Geruch verraten einen Marderbefall

Ob bei Ihnen Zuhause im Dach wirklich ein Marder eingezogen ist, erkennen Sie vor allem an den nächtlichen Geräuschen, die vom Dachboden kommen. Besonders wenn es sich um ein lautes Poltern handelt. Finden Sie zusätzlich Zerstörungen an der Dämmung, Bissspuren am Mobiliar, längliche Kotreste in einer Ecke und Aas, dann ist es ein eindeutiges Zeichen: Sie haben einen Marder im Haus. Außerdem bemerken Sie die Tiere am unangenehmen Geruch, den sie hinterlassen.

Am Auto erkennen Sie den Marder, wenn er Spuren auf dem Fahrzeug hinterlässt. In diesem Fall sollten Sie einen Blick in den Motorraum werfen, ob es dort bereits einen Marderschaden gibt: kleine Bissspuren an Kabeln und Schläuchen, zerstörte Dämmung sowie Abfälle von Kadavern, Kot und Urin sind klare Indizien. Ein Marderbiss kann die Schläuche bereits komplett durchlöchert haben. Manchmal ist er aber auch an kleinen Bissspuren an der Kabelmantelung zu erkennen.

Tipp: Marderspuren ähneln zwar denen von Katzen, jedoch laufen die Samtpfoten nur selten über Autos. Außerdem haben Katzen vier Zehen an den Vorderpfoten, ein Marder jedoch fünf. Daran erkennen Sie leicht, um welche Spuren es sich handelt.

2.1. Marder nutzen Auto und Dachboden als sicheren Unterschlupf

marder versucht über das dach ins haus zu kommen

Ein Marder klettert über das Dach und sucht eine Stelle zum Eindringen.

Im Haus richten sich Marder meist einen Schlafplatz ein, denn dort ist es ruhig und geschützt. Außerdem bietet der Dachboden im Winter einen trockenen und warmen Platz. Der Steinmarder mag in dieser Jahreszeit außerdem die Nähe zu Mülltonnen, die ihm ausreichend Nahrung bieten, wenn sie in der Natur knapp wird.

Das Auto nutzen Marder gerne als Unterschlupf und Speisekammer. Zu den Beschädigungen kommt es aber erst durch das Revierverhalten der Tiere: Fahren Sie mit ihrem Auto in ein anderes Marderrevier, kommt es zu aggressivem Verhalten des Kontrahenten, der den Geruch als Eindringling wahrnimmt. Die Folge ist, er verteidigt sein Revier durch Beißattacken und zerstört damit Kabel und Schläuche. In diesem Fall ist eine schnelle Marderabwehr angesagt.

Marder wechseln übrigens regelmäßig ihre Schlafplätze. Wenn Sie einige Tage nichts von ihm mitbekommen, heißt das noch lange nicht, dass er ausgezogen ist. Wenn Sie nicht handeln, wird er wieder zurückkommen.

3. Ein guter Marderschutz verhindert mögliche Schäden

Die beste Marderabwehr beginnt mit dem richtigen Marderschutz am Haus und Auto. Die kleinen Tiere können sehr gut klettern und finden zahlreiche Einstiegsstellen. Suchen Sie das Haus also nach Löchern und Kletterhilfen ab, durch die er ins Haus eindringen könnte. Besonders beliebt ist der Dachboden, deswegen ist der beste Marderschutz, diesen gut abzusichern.

Die beste Methode, um Löcher zu verschließen, ist ein feinmaschiges Gitter. Sichern Sie am besten jede noch so kleine Ritze, denn Marder passen locker auch durch kleinere Löcher, vor allem wenn es sich um Jungtiere handelt. Überprüfen Sie am besten auch mit Hilfe eines Dachdeckers die Dachziegel. Wenn diese locker sind, findet der Marder darüber schnell seinen Weg ins Haus.

Auch ein Fallrohr, die Regenrinne oder Äste und Pflanzen dienen dem Marder als Einstiegshilfe.  Für Fallrohre gibt es spezielle Marderabwehrgürtel, mit denen Sie die Tiere fernhalten können. Diese werden einfach um das Rohr geschnallt und verhindern durch abstehende Streben, dass er hochklettern kann. Im Garten wird es fast unmöglich sein, ihn komplett abzusichern. Stutzen Sie deswegen am besten alle Äste, die sich in der Nähe der Hauswand und des Dachs befinden.

3.1. Das Auto bietet viele Einstiegsmöglichkeiten

marderschaden an einem auto

Haben Marder mit ihren Revierkämpfen im Motorraum begonnen, sieht es am Ende so aus.

Auch beim Auto gilt: Es ist einfacher, die Tiere abzuhalten, als sie nach dem Einnisten zu bekämpfen. Der einfachste Marderschutz ist eine abgesicherte Garage ohne Einstiegsmöglichkeit. Müssen Sie Ihr Auto auf der Straße parken, gibt es aber auch andere Mittel gegen einen Marderschaden.

Wie auch im Haus, sollten Sie alle Zugänge versperren. Hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Abdichtungen, um Radkästen und andere Einstiegslöcher zu verschließen. Unter dem Motorraum können Sie ebenfalls mit engmaschigem Draht den Einstieg verhindern. Die Autokabel können Sie außerdem durch spezielle Hüllen schützen, durch die der Marderbiss nicht hindurchgeht. Lassen Sie sich am besten in der Werkstatt beraten, welche Methode für Ihr Auto am geeignetsten ist.

Achtung: Passen Sie auf, dass Sie keinen Marder einschließen, sollte er bereits eingezogen sein. Am besten bringen Sie Schutzvorrichtungen in der Abenddämmerung an, wenn er sich auf Nahrungssuche befindet. Beim Versuch auszubrechen, richten Marder sehr viel Schaden an. Außerdem ist das bewusste Einsperren Tierquälerei und strafbar.

4. Ultraschall und Hausmittel als Marderabwehr

Wenn es bereits zu spät für Schutzmaßnahmen ist und der Marder sich bereits eingenistet hat, gibt es unterschiedliche Methoden der Marderabwehr, um die Tiere wieder zu vertreiben. Grundsätzlich geht es darum, den Mitbewohner soweit abzuschrecken, dass er fernbleibt.

Die beste Methode hierfür ist der Marderschreck, der mit Ultraschall arbeitet. Der Ultraschall ist für das Tier sehr unangenehm und vertreibt ihn. Allerdings ist es auch möglich, dass er sich an den Lärm gewöhnt. Besser sind Geräte mit wechselnder Frequenz. Für Menschen ist der Lärm nicht hörbar, allerdings sind Babys und Hunde in der Lage einige der Frequenzen zu hören. Mit Kind und Haustieren verzichten Sie also lieber auf einen Marderschreck mit Ultraschall.

4.1. Mit Hausmitteln lässt sich der Marder nur kurzzeitig vertreiben

marder hinter maschendrahtzaun

Ein solcher grobmaschiger Zaun bietet keinen Schutz vor einem Marder – da kommt er ganz einfach durch.

Marder haben eine sehr sensible Nase, weswegen es viele Informationen zur Marderabwehr mit gewissen Gerüchen gibt. Hausmittel wie Hundehaare, WC Steine oder ein in Diesel getränkter Lappen sind zwar einen Versuch wert und bringen gelegentlich Erfolg, jedoch ist die Wirksamkeit sehr umstritten. Die Tiere gewöhnen sich schnell an die Gerüche oder bemerken, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht.

Im Handel gibt es auch spezielle chemische Marderabwehrsprays, die bei den meisten Mardern zuverlässig wirken. Das Spray riecht für das Tier sehr unangenehm und er meidet es. Jedoch hilft das Spray nur solange man es auch anwendet. Haben Sie den Marder vertrieben, müssen Sie alle Eingänge abdichten, sonst kommt er wieder, sobald der Geruch weg ist.

4.2. Das Auto schützen Sie mit einem Marderabwehrgerät

Haben Sie einen Marderschaden am Auto, ist der erste Schritt zur Abwehr, eine gründliche Motorwäsche vorzunehmen. Denn erst die Reviermarkierungen ziehen Konkurrenten an, die den Schaden verursachen. Um die Tiere dauerhaft fernzuhalten, hat sich ein Marderabwehrgerät bewährt, das mit Ultraschall mit wechselnder Frequenz und Hochspannung funktioniert. Sind die Töne nicht effektiv, sorgen Elektroschocks für die nötige Abschreckung.

Der Einsatz von Gerüchen ist am Auto nicht effektiv, da diese zu schnell vom Regen oder Wind abgetragen werden. Der Marderschreck ist beim Fahrzeug die effektivste Methode zur Marderabwehr.

4.3. Marderfallen und Vergiften sind verboten

Der Einsatz einer Marderfalle ist in der Regel nicht sinnvoll, da ein freies Revier von einem anderen Konkurrenten schnell wieder neu besetzt wird. Da Marder unter das Jagdrecht fallen, ist der Einsatz von Gift oder einer Marderfalle mit Köder verboten. Selbst das Aufstellen einer Lebendfalle verstößt bereits gegen das Gesetz. Möchten Sie dennoch eine Marderfalle aufstellen, wenden Sie sich an den zuständigen Jäger in Ihrem Landkreis oder an einen professionellen Schädlingsbekämpfer.

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