Wespen: Mit diesen Maßnahmen schützen Sie sich effektiv

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  • Wespen sind für die meisten Menschen gefürchtete Insekten. Sie wollen die Biester loswerden.
  • Die Angst vor einem Stich oder einer Wespenplage vermiest im Sommer vielen den Aufenthalt im Freien.
  • Wer die richtigen Schutzmaßnahmen kennt, für den gibt es keinen Grund zum Rückzug.
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Bei einem Grillabend sind Wespen lästig.

Wespen sind lästig. Sie stören den Menschen im Sommer beim Grillen, bei Kaffee und Kuchen im Garten, beim gemütlichen Zusammensein im Biergarten. Bevor Sie in Panik geraten, machen Sie sich lieber mit der Lebensweise dieser für die Umwelt nützlichen Insekten vertraut. Dann wissen Sie, wie sie bei Kontakt mit den schwarz-gelben Brummern richtig reagieren.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles über das Leben der Wespen und das gefahrlose Zusammenleben mit ihnen. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Wespenarten und informieren Sie über Maßnahmen zur Wespenabwehr. Darüber hinaus erhalten Sie Tipps, wie Sie mit Wespennestern umgehen und was im Falle eines Wespenstichs zu tun ist.

1. Wespen sind nützliche Insekten

Wespen

Gelb-schwarze Streifen sind das Markenzeichen der Wespen. Ihr Körper gliedert sich in Kopf, Brust und Hinterleib. Brust und Hinterleib sind wie eingeschnürt miteinander verwachsen. Dies ist das Vorbild für die von vielen Frauen angestrebte “Wespentaille”. Weibliche Wespen haben einen Stachel mit einer Giftblase.

Die Wespe an sich gibt es gar nicht. Vielmehr existieren zahllose Wespenarten. Allein in Deutschland schwirren nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland e.V. (NABU) mehrere hundert Arten herum.

Wespen erfüllen wichtige Funktionen im Naturkreislauf. Sie fressen jede Menge Schädlinge: Fliegen, Blattläuse, Motten und Heuschrecken. Auch sind sie an der Pflanzenbestäubung beteiligt. Sie sammeln zwar selbst keine Pollen oder produzieren Honig wie Bienen, sie transportieren Pollen aber bei der Nahrungsaufnahme von Blütennektar weiter.

1.1. Die Lebensformen der Wespen

Wespen leben in drei Organisationsformen:

Soziale Wespen: bilden Nester mit mehreren tausend Tieren.
Solitäre Wespen: Ein Weibchen zieht alleine den Nachwuchs auf.
Sozialparasitische oder Kuckuckswespen: nehmen die Nester anderer Wespen ein zur Ablage der eigenen Larven.
wespen ausrotten

Die Gemeine Wespe ist in Deutschland sehr verbreitet.

Wespen gehören zur Insektenordnung der Hautflügler. Dazu zählen auch Bienen, Hummeln und Ameisen. Es gibt weitere Einteilungen, die die Vielzahl der Wespenarten spezifizieren. Bedeutsam in Deutschland ist vor allem die Familie der sozial lebenden Faltenwespen.

Die wichtigsten Wespenarten in Deutschland sind:

  • Deutsche Wespe (Kurzkopfwespe)
  • Gemeine Wespe (Kurzkopfwespe)
  • Rote Wespe (Kurzkopfwespe)
  • Mittlere Wespe (Langkopfwespe)
  • Sächsische Wespe (Langkopfwespe)
  • Waldwespe (Langkopfwespe)
  • Norwegische Wespe (Langkopfwespe)
  • Hornisse (Echte Wespe)
  • Feldwespen

Als Störenfriede fallen nur die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe auf. Da sie große Staaten mit mehreren tausend Tieren bilden und auf süße und fleischliche Nahrungsmittel stehen, kommen sie öfters den Menschen in die Quere.
Andere Wespenarten bilden viel kleinere Völker, haben eine kürzere Lebensdauer oder halten sich nicht in von Menschen besiedelten Gebieten auf. Sie treten allenfalls durch Verteidigungsbereitschaft rund um ihre Nester in Erscheinung.

1.2. Die großen Hornissen stehen unter Naturschutz

Hornissen sind die größten Vertreter der sozial lebenden Wespenarten. Ihre Königin wird bis zu vier Zentimeter lang. Hornissen ergreifen eher die Flucht, als dass sie lästig werden. Sie sind die einzige Wespenart, die auch nachts aktiv ist. Hornissen fliegen abends auf Licht in der Wohnung, wenn kein Insektenschutz vorhanden ist.

Achtung: Hornissen stehen nach der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz unter besonders strengem Schutz. Es ist verboten, sie zu töten. Ohne behördliche Genehmigung dürfen ihre Nester nicht verändert werden.

1.3. Der Unterschied zur Biene

Immer wieder werden Wespen und Honigbienen verwechselt. Die grundlegenden Unterschiede haben wir für Sie in einer Tabelle zusammengestellt.

Merkmale Wespe Honigbiene
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Farbe
  • leuchtend gelb und schwarz gestreift
  • bernsteinfarben und dunkelbraun gestreift
Aussehen
  • schlanker Körperbau
  • haarlos
  • schnelle Fortbewegung
  • massiger Körperbau
  • behaart
  • behäbige Fortbewegung
Fortbewegung
  • schnell
  • behäbig
Nahrung
  • Nektar, Früchte
  • süße Speisen und Getränke
  • Fleisch
  • Schädlinge
  • Nektar, Pollen
Stachel
  • nur Weibchen
  • ohne Widerhaken
  • kann mehrmals stechen
  • lebt nach dem Stich weiter
  • nur Weibchen
  • mit Widerhaken
  • kann nur einmal stechen
  • stirbt nach dem Stich
Nestbau
  • aus gesammeltem Holz und Speichel
  • aus selbst produziertem Wachs

2. Wie der Wespenstaat funktioniert

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Fleißige Arbeiterinnen bauen das Wespennest aus und sorgen für den Nachwuchs.

Ein Wespenstaat wird im Frühjahr von einer einzelnen Königin gegründet. Er besteht nur einen Sommer lang. Das Wespennest bildet die Heimstatt für das Wespenvolk. Die Königin baut an einem geeigneten Platz die ersten Waben, in denen sie ihre Eier ablegt. Daraus entwickeln sich Larven und später Arbeiterinnen-Wespen, unfruchtbare Weibchen.

Sind genügend Arbeiterinnen geschlüpft, übernehmen diese den Nestausbau, die Nahrungsbeschaffung, die Verteidigung des Nests und die Aufzucht der Larven. Die Königin ist dann nur noch mit der Eiablage beschäftigt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt legt sie Eier für die Geschlechtstiere. In größeren Wabenzellen werden künftige Königinnen und männliche Wespen (Drohnen) herangezogen. Zur Paarung verlassen sie das Nest zum sogenannten Hochzeitsflug.

Im Juli und August erreicht die Population im Wespenstaat ihren Höhepunkt. Die Deutsche und die Gemeine Wespe bringen es in der Regel auf bis zu 8.000 Tiere. Im Herbst sterben die Wespenvölker: Gründerkönigin, Arbeiterinnen, Drohnen.

Nur befruchtete Jungköniginnen überleben. Sie verharren in Winterstarre bis zum folgenden Frühjahr. Dann gründen sie selbst ein neues Wespenvolk. Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur etwa jede 10. Jungkönigin den Winter überlebt.

3. Wespennester sind gefürchtete Bauwerke

Ein Wespennest besteht aus vielen Waben, die etagenförmig übereinander angeordnet sind. Baumaterial sind Holzfasern, die die Wespen mit Speichel zu einer papierartigen Masse zerkauen. Die Larven hängen kopfüber in den nach unten geöffneten Waben.

Über ein Loch gelangen Wespen nach drinnen und draußen. Dort herrscht reger Flugbetrieb, sobald Arbeiterinnen Nahrung in das Nest hinein und Abfallstoffe hinaus transportieren. Auch zur Paarungszeit, wenn Jungköniginnen und Drohnen das Nest verlassen, wimmelt es dort nur so von Wespen. Jeder sollte sich dann von dort fernhalten.

Achtung: Der Aufenthalt in der Nähe eines Wespennestes ist gefährlich. Halten Sie einen Abstand von mindestens zwei bis drei Metern. Stören Sie auf gar keinen Fall die Flugbahn der Wespen und stochern Sie niemals in einem bewohnten Wespennest herum.

3.1. Bevorzugte Orte für den Nestbau

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Wespen bauen sich auch unter der Erde ein Nest.

Wespennester werden je nach Wespenart entweder in dunklen Hohlräumen, in Erdlöchern oder frei hängend in Büschen, Bäumen oder Gebäuden angelegt. An diesen Orten sollten Sie besonders vorsichtig sein.

Dies sind beliebte Stellen für ein Wespennest:

  • trockene Hohlräume: Baumstämme, Rollladenkästen, Holzverschalungen am Haus oder im Dach,
  • Geräteschuppen,
  • Nistkästen von Vögeln oder Fledermäusen,
  • geschützte Nischen,
  • verlassene Erdbauten von Mäusen oder Maulwürfen.

3.2. Der richtige Umgang mit einem Wespennest

Entdecken Sie ein Wespennest in Ihrem Wohnumfeld, ist nicht blinder Aktionismus, sondern wohlüberlegtes Handeln angesagt. Viele wollen auf eigene Faust das störende Wespennest entfernen. Ausräuchern oder chemische Mittel kommen dabei zum Einsatz.

Wespennester können nicht einfach beseitigt werden. Zum einen lassen dies gesetzliche Bestimmungen nur im äußersten Notfall zu, zum anderen bringt sich jeder selbst in Gefahr, der versucht, ein Wespenvolk zu verjagen.

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Am Haus kann ein Wespennest gefährlich sein – muss es aber nicht.

Nicht jedes Wespennest ist eine Gefahr. Nur ein Fachmann kann das richtig einschätzen. In vielen Stadtverwaltungen und Landratsämtern gibt es speziell ausgebildete Wespenberater. Sie kennen die gesetzlichen Bestimmungen an Ihrem Wohnort und können Auskunft geben, was in Ihrem Fall zu tun ist.

Auch viele Unternehmen der Schädlingsbekämpfer halten speziell geschulte Wespenexperten vor, die über das notwendige Know-how und eine Sicherheitsausrüstung für einen solchen Einsatz verfügen.

Diese Maßnahmen werden angewendet:

  • Das Nest stört nicht und kann bleiben.
  • Kleine Maßnahmen – etwa Umlegung der Flugöffnung – reduzieren die Gefahr.
  • Nester, die ernsthaft gefährlich sind, werden umgesiedelt.
  • Zerstörung des Nestes. Dies nur, wenn eine reelle, akute Gefahr für Leib und Leben von Menschen oder Tieren besteht.

3.3. Das kostet Wespenhilfe

Informative Auskünfte im Internet oder telefonische Beratung sind meist kostenlos. Notwendige Eingriffe muss in der Regel der Auftraggeber der Dienstleistung zahlen. Es gibt auch Fälle, bei denen zwei Nachbarn um den Erhalt oder die Beseitigung eines Wespennests streiten. Eine Nestumsiedlung kostet circa 80-150 Euro, eine Beseitigung rund 250 Euro. Der genaue Betrag ist vom jeweiligen Aufwand abhängig.

Info: Wenn Sie als Mieter ein Wespennest entdecken, informieren Sie umgehend Ihren Vermieter. Er muss sich um eine fachgerechte Behandlung kümmern.

4. Leben mit Wespen

Wespen werden erst aggressiv, wenn sie sich angegriffen fühlen. Dann fahren weibliche Wespen Stacheln aus. Verängstigte Wespen holen zudem mittles Absenden von Duftstoffen Hilfe aus dem Nest herbei.

Achtung: Das oberste Gebot im Kontakt mit Wespen lautet: ruhig bleiben, keine heftigen Bewegungen vollführen, nicht um sich schlagen und die Tiere nicht anpusten.

4.1. Maßnahmen zur Vorbeugung

Wenn Sie sich im Sommer gerne draußen aufhalten, aber nicht von Wespen umschwärmt oder gestochen werden wollen, gibt Ihnen die folgende Tabelle darüber Auskunft, was zu tun ist.

Das lockt Wespen an Das hilft
Speisen und Getränke
  • Lebensmittel immer abdecken
  • nicht unnötig lange im Freien stehen lassen
  • aus Dosen und Flaschen immer nur mit einem dünnen Trinkhalm trinken
Grillfleisch
  • gut abdecken
  • Speisereste sofort abräumen und abwischen
Schweiß
  • auf Körperhygiene achten
bunte Kleidung
  • helle Kleidung ohne bunte Muster zieht weniger Insekten an
faulendes Obst
  • Obst im Garten rechtzeitig ernten
  • Fallobst regelmäßig aufsammeln

Achtung: Auf Grasflächen und Blumenwiesen sind Wespennester in Erdlöchern schwer zu erkennen. Laufen Sie dort am besten nicht barfuß.

Denken Sie auch daran, Ihre Wohnräume möglichst frei von Wespen zu halten. Schutz bieten Ihnen folgende Maßnahmen:

  • Engmaschige Insektenschutzgitter an allen Türen, Fenstern und Öffnungen nach draußen anbringen.
  • Rollläden täglich bewegen, sodass ein möglicher Nestbau gestört wird. Bei vorhandenem Nest den Rollladen nicht mehr bewegen.
  • Dichte und verschließbare Abfallbehälter verwenden, regelmäßig leeren und reinigen.
  • Pflanzen von Blattläusen freihalten. Deren Ausscheidungen sind Leckerbissen für Wespen.

4.2. Nicht jede Abwehr hilft

Wer danach sucht, findet zahlreiche Ratschläge, Wespen mit einfachen Hausmitteln fern zu halten oder zu vertreiben. Auch der Handel bietet diverse Mittel zum Bekämpfen von Wespen an: Insekten- und Wespenfallen, Wespenschaum oder -spray. Der Nutzen solcher Produkte ist umstritten. Wir haben die Vor und Nachteile für Sie zusammengestellt:

  • versprechen schnelle Hilfe beim Abschrecken von Wespen
  • sind einfach zu beschaffen
  • sind einfach in der Anwendung
  • locken teils Insekten erst an
  • enthalten teils Giftstoffe, die nützlichen Insekten oder den Menschen schaden

Tricks können helfen, lästige Wespen zu vertreiben. Viele Wespenexperten schwören auf die sogenannte Ablenkungsfütterung mit Trauben. Dafür stellen Sie ein Schälchen mit überreifen Trauben fünf bis zehn Meter von dem Ort entfernt auf, den Sie wespenfrei halten wollen.

5. Keine Panik bei einem Wespenstich

Hornisse

Fast schon ein Kunstwerk: Hornisse mit ausgefahrenem Stachel.

Wespen stechen, wenn Sie sich bedroht fühlen. Ein Wespenstich ist für die meisten Menschen zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Über den Stachel wird Gift unter die Haut des Menschen gepumpt. Doch erst mehrere hundert Stiche könnten einen Menschen vergiften.

Da allerdings der Wespenstachel keine Widerhaken wie der der Honigbiene hat, können Wespen mehrmals hintereinander zustechen.

5.1. Was nach einem Wespenstich zu tun ist

Nach einem Wespenstich schmerzt anfangs die Einstichstelle. Danach schwillt sie an. Später geht der Schmerz in der Regel in Juckreiz über. Wie heftig und andauernd die Beschwerden sind, ist individuell verschieden. Es kann mehrere Tage dauern, bis alles abgeklungen ist.

Das hilft auf jeden Fall nach einem Wespenstich:

  • mit Eiswürfeln oder Kühlpads kühlen,
  • mit Insektensalbe oder -gel aus der Apotheke behandeln,
  • Schnittseite einer aufgeschnittenen Zwiebel auflegen,
  • Umschlag mit kaltem Essig,
  • Speichel.

5.2. Schutz für Allergiker

Für Menschen, die auf Wespengift allergisch reagieren, kann ein Stich lebensbedrohlich werden. Betroffene erhalten ein Notfallset, das in den Sommermonaten immer mitgenommen und bei einem Stich sofort angewendet werden muss.

Info: Ein Allergie-Notfallset besteht aus mehreren Medikamenten, die allergische Reaktionen nach einem Bienen- oder Wespenstich lindern und Kreislauf und Blutdruck stabilisieren. Enthalten ist eine Adrenalin-Fertigspritze, deren Einsatz vorher geübt werden sollte. Auch Freunde und Bekannte eines Allergikers sollten damit vertraut sein, damit sie im Notfall sofort helfen können. Für Kinder gibt es ein spezielles Set mit kindgerechter Dosierung.

Ist keine Allergie bekannt, muss auf jeden Fall beobachtet werden, ob Allergiesymptome auftreten.

Diese Symptome sind für eine allergische Reaktion typisch:

  • Atemnot,
  • Herzrasen,
  • Schweißausbruch,
  • Schwindel,
  • Übelkeit, Erbrechen,
  • Ohnmacht.

Sollten sich Symptome zeigen, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Dies ist auch dringend erforderlich, wenn eine Person im Hals oder Mund von einer Wespe gestochen wurde oder eine Wespe verschluckt hat. Schwellen Hals oder Mund an, besteht Erstickungsgefahr.

6. Wespen und Kinder

Für Kinder gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für Erwachsene. Erklären Sie Ihren Kindern, wie sie sich verhalten sollen, wenn eine Wespe naht.

Diesen besonderen Schutz sollten Sie für Babys und Kleinkinder treffen:

  • Kinderwägen und Bettchen mit hellem Tüllstoff abdecken.
  • Hände und Mund von Kindern immer sauber halten. Speisereste sind für Wespen eine Nahrungsquelle.
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