Biene: Fleißige Bestäuber und Honigproduzenten

Honigbiene Blüte
  • Bienen sind äußerst nützliche Tiere, die durch das Bestäuben für den Fortbestand der Pflanzenwelt sorgen.
  • Bienen haben ganz unterschiedliche Lebensweisen: Honigbienen leben in hochkomplexen Staaten. Andere Bienenarten sind Einzelgänger.
  • Der Schutz der Biene ist global eine wichtige Aufgabe. Jeder kann hierzu seinen Beitrag leisten.

Unter den Insekten genießt die Honigbiene sicherlich das höchste Ansehen bei uns Menschen: Durch die Bestäubung von Blüten und Pflanzen sorgt sie nämlich für deren Fortbestand. Außerdem sammeln wir gerne ihren Honig, um unsere Speisen damit zu versüßen. Sie ist aber nur eine unter zahlreichen Bienenarten, die entweder in Staaten oder als Einzelgänger leben.

Wir möchten Ihnen gerne insbesondere die Honigbiene genauer vorstellen, ihre Lebensweise, ökologische Bedeutung und welchen Beitrag Sie zum Schutz der kleinen Helfer leisten können.

1. Die Biene ist weltweit mit zahlreichen Arten verbreitet

gehörnte Mauerbiene Wildbiene

Die Gehörnte Mauerbiene ist eine von zahlreichen Wildbienenarten in Europa.

Sprechen wir allgemein von einer Biene, meinen wir meistens die staatenbildende Honigbiene. Jedoch handelt es sich bei Bienen eigentlich um eine Insektengruppe, die zahlreiche verschiedene Arten umfasst. Häufig sprechen wir in diesem Fall zur Unterscheidung von Wildbienen, da diese nicht als Honiglieferanten von Imkern gehalten werden, sondern frei in der Natur leben.

Weltweit gibt es etwa 20.000 unterschiedliche Arten von Bienen, wovon rund 700 in Europa heimisch sind. Allein in Deutschland leben ungefähr 500 Arten. Wobei die Zahlen je nach Systematik und Forschungsstand erheblich schwanken können.

1.1. Man unterscheidet Honigbienen und Wildbienen

Wildbienen sind auf der ganzen Welt beheimatet. Sie unterscheiden sich jedoch sehr stark in Größe, Färbung und Lebensweise. Es gibt Bienen, die große Staaten bilden bis hin zu Arten, die als Einzelgänger leben. Manche Arten haben sich auf eine einzige Pflanze als Nahrungsquelle spezialisiert, andere haben sehr umfangreiche Speisepläne.

Die Honigbiene – wissenschaftlich auch Apis genannt – stammt ursprünglich aus Südostasien, wo auch die meisten Arten dieser Gattung zu finden sind. Weltweit am verbreitetsten ist die Westliche Honigbiene, die vom Menschen als Nutztier verbreitet wurde.

Die bekannteste Art unter den Wildbienen ist die Hummel. Diese ist wesentlich größer als die Honigbiene und wirkt insgesamt sehr plump. Fliegend bewegt sie sich eher gemächlich durch die Luft. Wespen hingegen werden trotz der Ähnlichkeit in der äußeren Erscheinung nicht zu den Bienen gezählt, gehören jedoch zur gleichen Ordnung der Hautflügler.

Tipp: Im Gegensatz zur leuchtend gelb-schwarzen Wespe ist die Biene eher bräunlich gefärbt. Da die Biene Maja in der Kinderserie jedoch gelb-schwarz dargestellt war, hat sich dieses Bild bis heute durchgesetzt.

2. Gemeinsame Merkmale der Bienen

Der Bienenstich

Der Stachel einer Biene hat reine Verteidigungsfunktion und dient vor allem dazu, Angreifer abzuwehren. Ein Stich kann für den Menschen sehr unangenehm sein, ist aber in der Regel nicht gefährlich und heilt von alleine wieder ab. Gefahr besteht nur, wenn eine Allergie gegen das Bienengift besteht. Da der Bienenstachel mit Widerhaken versehen ist, bleibt er in der Haut stecken und die Biene stirbt nach dem Stich. Da sich Bienen jedoch in keinster Weise für den Menschen interessieren, sind Stiche eigentlich sehr selten.

Der Körper der Biene besteht aus drei Gliedern: Am Kopf befinden sich die Augen, Fühler sowie die Mundwerkzeuge mit zwei kräftigen Kiefern und einem Rüssel. An der Brust sitzen die Flügel sowie sechs Beine. Die Hinterbeine dienen zum Sammeln der Pollen. Den größten Teil der Biene bildet der Hinterleib, an dem sich der Giftstachel befindet.

Eine Biene besitzt sogenannte Facetten- oder Komplexaugen. Jedes Auge setzt sich aus etwa 6.000 kleinen Einzelaugen zusammen, mit denen sich die Biene ein Bild von der Umgebung machen kann. Sie sieht jedoch kein einheitliches Bild wie wir Menschen, sondern nimmt die Welt gerastert war. Sie ist rotblind und fliegt deswegen bevorzugt an blaue oder gelbe Blüten.

Mit ihren beweglichen Fühlern nimmt sie Gerüche räumlich war und kann ihre genaue Richtung bestimmen, um gezielt eine Blüte anzusteuern.

2.1. Die Eiablage von Wildbienen

Hummel an Lavendelpflanze

Lavendel ist auch für die Hummel ein wahrer Genuss.

Die meisten Wildbienen sind Einzelgänger – auch Solitärbienen bezeichnet – die ihre Eier mit einem Nahrungsvorrat in einem geeigneten Brutplatz in der Erde, in Felsritzen oder Altholz ablegen und fest verschließen. Andere sogenannte Kuckucksbienen legen ihre Eier einfach in die Brutzellen anderer Bienen. Die Larven töten die eigentlichen Brutbewohner und machen sich als Brutschmarotzer über deren Nahrungsvorrat her.

2.2. Die Ernährung umfasst Nektar und Pollen

Bienen sind reine Vegetarier, deren Ernährung hauptsächlich aus Nektar besteht. Dieser zuckerhaltige Pflanzensaft liefert viel Energie. Für die Eiweißversorgung sind sie zusätzlich auf Pollen angewiesen. Staatenbildende Bienen legen Nahrungsvorräte an, die zur Ernährung des gesamten Volkes in Dürreperioden dienen sowie zum Überwintern.

Solitärbienen legen keine Vorräte für sich selbst an, sondern beginnen direkt nach dem Schlüpfen mit dem Sammeln von Nahrung für Ihre Brut. Die meisten Wildbienen haben nur eine Lebensdauer von wenigen Wochen, in der sie sich ausschließlich mit der Fortpflanzung und Nahrungssuche beschäftigen.

Weitere Informationen speziell zur Wildbiene finden Sie im Steckbrief der Deutschen Wilditer Stiftung.

3. Die Honigbiene und ihr Staat

Nur die wenigsten Bienenarten bilden einen großen Staat, darunter die Honigbiene und Hummeln. Dabei handelt es sich um hochsoziale Organismen aus tausenden Individuen, die organisatorisch perfekt zusammenarbeiten. Jede Biene hat ihre Aufgabe, die sie absolut gewissenhaft erledigt und damit zum Funktionieren des Staates beiträgt.

Von außen betrachtet wirkt ein solcher Bienenstock für uns Menschen zunächst sehr chaotisch, aber bei einem genaueren Blick offenbart sich das perfekt koordinierte Zusammenspiel jeder einzelnen Biene.

3.1. Im Bienenstaat übernimmt jeder wichtige Aufgaben

Der Bienenstock allein ist ein bauliches Meisterwerk: Aus Wachs kreieren die Bienen sechseckige Waben, in denen sie die Eier ablegen und ihre Vorräte aufbewahren. Das Bienenvolk besteht aus drei unterschiedlichen Typen von Bienen: Den Arbeiterinnen, der Bienenkönigin sowie den männlichen Drohnen.

3.2. Die Königin kümmert sich um den Fortbestand

Bienenkönigin umgeben von Ammen im Bienenstock

Deutlich an ihrer Größe zu erkennen: Die Königin umgeben von Ammenbienen.

Die Bienenkönigin ist mit bis zu zwei Zentimetern die Größte im Saat. Ihre Aufgabe besteht im Zeugen von Nachkommen – bis zu 2000 Eier kann sie pro Tag legen. Sobald im Frühjahr die jungen Königinnen schlüpfen, verlässt die Altkönigin den Bienenstock mit einem Teil des Volks und gründet einen neuen Staat. Unter den geschlüpften Königinnen bricht ein erbitterter Kampf aus, bis nur noch eine übrig ist. Diese wird die neue Königin.

Nur sie darf Nachkommen zeugen. Auf dem Hochzeitsflug paart sie sich einmalig mit etwa 15 bis 20 Drohnen und sammelt dabei genug Spermien für ihr ganzes Leben. Etwa vier Jahre alt wird eine Königin und legt außerhalb der Wintermonate bis zu ihrem Tod jeden Tag befruchtete und unbefruchtete Eier. Aus den unbefruchteten Eiern entstehen Drohnen, befruchtete bringen die Arbeiterinnen und neuen Königinnen hervor.

3.3. Drohnen pflanzen sich fort und sterben

Die Drohnen hingegen haben nur eine einzige Bestimmung: die Fortpflanzung. Sie besitzen keinen Stachel und werden von den Arbeiterinnen umsorgt und gefüttert, bis sie ihre Pflicht erfüllt haben.

Die männliche Biene besitzt nur eine sehr kurze Lebensdauer von ein bis zwei Monaten. Nachdem sie die Königin auf dem Hochzeitsflug begattet hat, stirbt sie, da ihr Hinterleib beim Lösen von der Königin abreißt. Drohnen, die nicht zum Zug kamen, werden von den Arbeiterinnen irgendwann aus dem Stock geschmissen oder abgestochen, um die Nahrungsvorräte zu sparen.

3.4. Die Arbeiterinnen halten den Stock am Laufen

Arbeiterinnen fliegen zurück in den Bienenstock

Sammlerbienen kehren zum Bienenstock zurück.

Die absolute Mehrheit des Volkes machen die Arbeiterinnen aus, die auch den Großteil der Arbeiten übernehmen, darunter die Pflege und Aufzucht des Nachwuchses, Nahrungssuche, Verteidigung sowie die Herstellung von Honig. Sie sind etwa 12 bis 15 Millimeter groß und unfruchtbar. Im Laufe ihres kurzen Lebens von etwa sechs Wochen übernimmt eine Arbeiterin unterschiedliche Aufgaben. Wird sie im Herbst geboren, lebt sie etwa neun Monate, um die Königin im Winter zu versorgen und die erste Brut im Frühjahr aufzuziehen.

4. Lebenslauf und Alltag einer Arbeiterbiene

Das Leben einer Arbeiterbiene beginnt in einem winzigen Ei aus dem nach einer Woche eine Larve schlüpft. Diese wird von den Ammenbienen umsorgt und gefüttert. Anschließend wird die Wabe mit einem Wachsdeckel verschlossen. Nun verpuppt sich die Larve und nach 21 Tagen schlüpft die fertige Biene.

Bereits am ersten Tag beginnt ihre erste Schicht. Zuerst ist sie selbst eine Ammenbiene und putzt die Waben, füttert und pflegt die Brut. Sobald ihre Drüsen am Hinterleib beginnen Wachs zu produzieren, wird sie zur Baubiene und beginnt mit dem Ausbau der Waben.

4.1. Die Honigproduktion beginnt

Nach zwölf Tagen wird sie zur Honigproduzentin: Sie nimmt den Nektar der Sammlerinnen ab und wandelt ihn mithilfe von Enzymen aus ihren Futtersaftdrüsen in Honig um. Der unfertige Honig wird immer weiter von Biene zu Biene gegeben und so immer weiter eingedickt und mit Enzymen versorgt. Anschließend geben sie den Honig in eine Wabe und verringern durch Fächeln mit ihren Flügeln die Wasserkonzentration, bis der Honig die richtige zähflüssige Konsistenz besitzt. Der Honig dient den Bienen als Nahrungsquelle.

4.2. Verteidigung und Nahrungssuche

Biene mit Pollen an den Beinen neben Blüte

Vollbepackt mit Pollen an ihren Hinterbeinen steuert die fleißige Biene eine weitere Blüte an.

Weiterhin sind die Arbeiterinnen für das Putzen und Füttern ihrer Schwestern und der Drohnen zuständig und helfen beim Bau der Waben. Als Wächterbiene verteidigen sie am Stockeingang das Bienenvolk gegenüber Angreifern.

Bis dahin verbringt die Biene ihre gesamte Zeit im Stock. Erst ab dem 20. Tag beginnen sie auszufliegen und mit dem Sammeln von Nektar und Pollen. Die Bienen signalisieren sich untereinander durch den Schwänzeltanz, wo die besten Blüten zu finden sind. Den gesammelten Nektar übergeben sie an die Stockbienen, die ihnen auch die Pollen sowie den wertvollen Propolis (auch Bienenharz) abnehmen.

Nach sechs Wochen etwa stirbt die Biene, sofern sie nicht gegen Ende des Jahres gemeinsam mit der Königin überwintert.

5. Die Biene und ihr Nutzen für die Ökologie

Die Biene ist eines der wichtigsten Nutztiere für uns Menschen, da sie Pflanzen bestäubt und damit für den Fortbestand zahlreicher Blumen und Pflanzen sorgt. Die ökologische Bedeutung von Bienen ist damit enorm wichtig, da es ohne sie viele Pflanzenarten nicht mehr geben würde.

Tipp: Bienen sind zwar enorm wichtig für die Bestäubung, jedoch nicht alleine dafür zuständig. Auch andere Insekten wie Schmetterlinge, Fliegen, Wespen oder Käfer tragen dazu bei.

Imker in Schutzanzug sammelt Honig ein

Ein Imker sammelt den Honig seines Bienenvolkes ein.

Sowohl Honig- als auch Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern von Wild- und Kulturpflanzen. Damit hat die Biene auch für die Ökonomie eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, denn viele Anbauprodukte würde es ohne die Bienen nicht geben. Durch ihre Arbeit erzielt die Biene einen Marktwert von etwa 500 Milliarden Euro jährlich – und das ganz umsonst. Und auch der von ihnen produzierte Honig wird zu einem der beliebtesten Lebensmittel für uns Menschen.

5.1. Das Bienensterben bedroht zahlreiche Arten

Seit einigen Jahren geht jedoch eine dramatische Botschaft durch die Nachrichten: der Bestand an Bienen nimmt dramatisch ab. Das Bienensterben ist eine globale Folge auf Monokulturen, Pestizide, eingeschleppte Parasiten sowie der Rückgang der natürlichen Lebensräume.

Von den mehr als 500 in Deutschland heimischen Wildbienenarten gelten etwa 50% als gefährdet. Für die Bienen wird es zunehmend schwierig, geeignete Nistplätze und Nahrungsquellen zu finden. Jedoch sind nicht alle Bienen gleichermaßen betroffen. Die Honigbiene wird als Nutztier von Imkern gehalten, die für den Erhalt von Bienenstöcken sorgen. Bedroht sind vorrangig zahlreiche Wildbienenarten. Dies ist jedoch nicht unbedingt ein spezifisches Problem, sondern allgemein eine Folge des Insektensterbens durch den Einfluss des Menschen auf die Ökologie.

5.2. Der Schutz der Bienen beginnt im eigenen Garten

Eines ist sicher: Wenn Bienen und andere Insekten als Bestäuber aussterben, wird auch der Mensch langfristig nicht überleben. Aus diesem Grund ist der Schutz der Biene eine wichtige Aufgabe, zu der jeder etwas beitragen kann. Einen großen Beitrag leisten dabei Imker, die sich häufig als Hobby oder Nebenerwerb Bienenstöcke halten und Honig produzieren.

verschiedene bienenfreundliche Wildblumen

Ein Paradies für Bienen: So sieht eine ideale Wildblumenwiese aus.

Um die Wildbienen zu schützen ist es jedoch wichtig, die Artenvielfalt der heimischen Pflanzenwelt zu erhalten. Jeder kann im eigenen Garten oder auf dem Balkon darauf achten, den Tieren ein reiches Nahrungsangebot zu bieten durch das Pflanzen von entsprechenden Wildblumen. Dazu gehört auch den Rasen nicht zu früh zu mähen und besonders auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verzichten.

Weitere hilfreiche Tipps zu einem bienenfreundlichen Garten finden Sie beim NABU. Möchten sie selbst als Imker aktiv werden und Bienen halten, finden Sie umfangreiche Informationen beim Deutschen Imkerbund.

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