Tierarzt: So finden Sie den besten Veterinär für Ihr Haustier

Tierärztin behandelt Hund
  • Ist Ihr Tier krank oder benötigt eine Routineuntersuchung, müssen Sie es zu einem Tierarzt bringen.
  • Die Tiermedizin bietet für jede Tierart und nahezu jede Krankheit umfangreiche Behandlungsmethoden an. In einer Tierheilpraxis wird auch alternative Medizin angeboten.
  • Ein guter Tierarzt sollte über Kompetenz sowie eine modern ausgestattete Praxis verfügen.

Wenn Sie sich ein Tier anschaffen, müssen Sie früher oder später einen Tierarzt aufsuchen. Tierhalter sind gesetzlich verpflichtet, sich um die Gesundheit Ihrer Tiere zu kümmern. Das gilt sowohl für die Haltung von Nutztieren als auch für die Haltung von Haustieren.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, was einen guten Tierarzt ausmacht und wie Sie einen solchen in Ihrer Nähe finden. Zudem geben wir Ihnen einen Überblick darüber, wann Sie tierärztliche Betreuung in Anspruch nehmen sollten. 

1. Tiermediziner haben viele Arbeitsbereiche

Info Tierarzt

Tierärztinnen und -ärzte werden auch Veterinäre genannt. Um in Deutschland als Tierarzt arbeiten zu können, bedarf es einer staatlichen Erlaubnis, der sogenannten Approbation. Diese kann nach Abschluss des Studiengangs Veterinärmedizin beantragt werden.

Die meisten Tierärzte arbeiten niedergelassen oder angestellt in Tierarztpraxen oder -klinken. Laut Bundestierärztekammer gibt es nach jüngsten Erhebungen in Deutschland rund 12.000 niedergelassene Tierärzte. In städtischen Gebieten ist die Dichte hoch und damit die Wahlmöglichkeit entsprechend groß. Tierhalter finden dort selbst für exotische Tierarten oder komplizierte Krankheitsverläufe Spezialisten. Im ländlichen Raum muss man oft lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.

Spezialisierte Tierärzte werden in folgende Fachgebiete unterteilt:

  • Chirurgie,
  • Homöopathie,
  • Labordiagnostik,
  • Pathologie,
  • Psychologie,
  • Tiergärten.

Bei den Tierarztpraxen unterscheidet man zwischen

  • Kleintierpraxis für Kleintiere wie Haustiere, Vögel und Fische;
  • Nutztierpraxis für Nutztiere wie Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen.

Info: Pferde werden soweit möglich über mobile Tierarztpraxen versorgt. Weitergehende Behandlungen werden in pferdetauglich ausgestatteten stationären Praxen oder Kliniken durchgeführt.

Zunehmend bieten auch Kleintier-Veterinäre ihre Dienste mobil an. Sie fahren mit einem Fahrzeug zu ihren tierischen Patienten. Das ist oft für beide Seiten praktischer als der Besuch in Praxisräumen. Welche Vor- und Nachteile die mobile Tierarztpraxis mit sich bringt, sehen Sie in der folgenden Tabelle.

  • Die Anfahrtsprozedur für das Tier entfällt, was vor allem bei transportunwilligen Katzen ein Pluspunkt ist.
  • Das kranke Tier wird in seiner gewohnten Umgebung behandelt.
  • Für den Tierbesitzer ist die Wartezeit auf den Tierarzt entspannt, er kann anderen Tätigkeiten nachgehen.
  • Nicht alle Untersuchungen und Behandlungen können mit einer mobilen Tierarztpraxis durchgeführt werden.
  • Wegen Verkehrsstaus oder einem Notfall kann sich der Tierarzt bei Terminen verspäten.
  • Für die Fahrtkosten berechnet der Tierarzt zusätzliche Gebühren.

2. Der richtige Tierarzt für Ihr Haustier

Für Tiere, die im Haus und in Wohnungen gehalten werden, ist die Kleintierartpraxis der erste Anlaufpunkt. Für die Gesundheit Ihres Haustiers ist es gut, wenn es von Beginn an von einem Tierarzt betreut wird.

Der beste Tierarzt ist der, dem Sie vertrauen. Falls kein Vertrauensverhältnis besteht, werden Sie unter Umständen Behandlungsmethoden anzweifeln oder sich finanziell über den Tisch gezogen fühlen.

Sind Sie auf der Suche nach einem Tierarzt, erkundigen Sie sich am besten zunächst im Bekanntenkreis oder bei Tierhaltern in der Nachbarschaft nach deren Erfahrungen. Übrigens sind viele Tierarztpraxen im Internet vertreten und vermitteln dort einen ersten Eindruck über ihr Behandlungsangebot. Möchten Sie Ihr Tier mit alternativmedizinischen oder naturheilkundlichen Methoden behandeln lassen, kommt für Sie vielleicht nur eine Tier-Heilpraxis infrage.

In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die wichtigsten Kriterien zusammengestellt, die für eine gute Tierarztpraxis sprechen.

Was/Wer Positive Kriterien
Praxisausstattung
  • wichtige Untersuchungsgeräte sind vorhanden
  • die wichtigsten Medikamente sind vorrätig
Praxiszustand
  • modern
  • sauber und hygienisch
Praxis
  • liegt möglichst nahe zum Wohnort
  • hat Parkplätze
  • bietet günstige Sprechstundenzeiten an
  • bietet Notfallversorgung an
  • hat Zusatzangebote wie Informationen zur Tierhaltung, Welpenspielstunden etc.
  • berechnet faire Gebühren
Tierarzt
  • ist kompetent und vertrauenswürdig
  • befasst sich eingehend und einfühlsam mit dem Tier
  • zeigt Verständnis für Ihre Fragen, Bedenken, Ängste
  • bietet verschiedene Behandlungsmethoden an
  • kann Krankheitsbilder, Behandlungen und Vorgehensweisen verständlich erklären
Personal
  • pflegt freundlichen Umgang untereinander, mit Tierhaltern und Tieren
  • verfügt über die für Ihre Bedürfnisse notwendige Ausbildung und Erfahrung (z.B. für Fische, Reptilien, Vögel)
  • nimmt regelmäßig an Fortbildungen teil

Info: Eine Datenbank Datenbank für die Tierarztsuche in Deutschland finden Sie beim Tierärzteverband.

Tipp: Falls Sie im Ausland einen Tierarzt benötigen: Im englischen Sprachraum heißt der Tierarzt vet, im italienischen und spanischen veterinario.

3. Wann Sie mit Ihrem Haustier zu einem Tierarzt müssen

In der Regel erfolgt der erste Tierarztbesuch kurz nachdem das Haustier bei Ihnen eingezogen ist. Der Tierarzt macht beim ersten Besuch in der Tierpraxis eine Bestandsaufnahme vom Gesundheitszustand des Tieres, erfasst seine individuellen Besonderheiten und spricht darüber hinaus Empfehlungen zur Haltung und zur weiteren Gesundheitsvorsorge mit Ihnen ab.

katzenbabys beim impfen

Katzenbabys sollten zur Grundimmunisierung zum Tierdoktor.

Bei Jungtieren steht die Grundimmunisierung als erste tierärztliche Behandlung an. Damit soll einerseits der Tiernachwuchs langfristig vor Infektionskrankheiten geschützt werden, andererseits wird deren Ausbreitung entgegengewirkt.
Für Welpen und Katzenbabys beginnen die Impfmaßnahmen ab der 8. Lebenswoche. Innerhalb der ersten zwei Lebensjahre erfolgen mehrere Nachimpfungen. Danach sind in längeren Zeitabständen Wiederholungsimpfungen nötig.

3.1. Routineuntersuchungen müssen sein

Routinemäßig müssen Sie in regelmäßigen Zeitabständen weitere Besuche beim Veterinär vornehmen und die entstehenden Tierarztkosten einplanen, beispielsweise für Entwurmungskuren, Parasiten- und Flohschutz.

Weitere häufige Gründe, um einen Tierarzt aufzusuchen:

  • Krallen schneiden,
  • Zecken entfernen,
  • Sterilisation und Kastration,
  • Chippen.

Darüber hinaus ist es zwingend notwendig, dass Sie Ihr Haustier bei akuten Erkrankungen oder Verletzungen sowie zur Behandlung von chronischen Krankheiten von einem Tierarzt behandeln lassen.

Bei den folgenden Anzeichen sollten sie mit Ihrem Haustier umgehend einen Tierarzt aufsuchen:

  • Auffälliges Verhalten,
  • andauerndes Erbrechen, Durchfall, Verstopfung,
  • länger andauernde Erkältungsbeschwerden,
  • Atembeschwerden,
  • lahme Körperteile.

Zu den weniger schönen Aufgaben eines Tierarztes zählt das Einschläfern. Ist Ihr Haustier unheilbar krank und leidet unter starken Schmerzen, werden Sie sich in Absprache mit dem Tierarzt mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob es eingeschläfert werden soll. Wenn keine Behandlungsmaßnahmen eine Besserung herbeiführen können, besteht diese Möglichkeit, um das Leid des Tieres zu beenden. Allerdings wird kein Arzt leichtfertig zu dieser Maßnahme raten.

Nach dem Tierschutzgesetz macht sich ein Tierarzt strafbar, wenn er ohne “vernünftigen Grund” ein Tier tötet.

3.2. Bei einem Notfall müssen Sie schnell handeln

Tritt ein akuter Notfall ein, müssen Sie sofort einen Tiernotarzt oder eine Tierklinik kontaktieren und aufsuchen. Dies wird notwendig, wenn ein Tier etwa durch einen Unfall oder eine Vergiftung schwer oder lebensbedrohlich verletzt ist oder wenn schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen nachts, am Wochenende oder an Feiertagen auftreten.

Frau mit verunfalltem Hund vor Auto

Bei einem Notfall müssen Sie sofort einen Tiernotarzt kontaktieren.

Viele Tierarztpraxen bieten für ihre tierischen Patienten einen Notdienst an, teils auch mit der Möglichkeit einer stationären Versorgung. Oftmals werden solche Bereitschaftsdienste auch regional von mehreren sich abwechselnden Tierarztpraxen gemeinsam ausgerichtet.

In Tierkliniken sind die besten Voraussetzungen für eine optimale Hilfe und Versorgung für Ihr Haustier im Ernstfall gegeben. Dies betrifft die technische Ausstattung ebenso wie die Personalsituation mit Fachkräften. Überdies ist dort rund um die Uhr die tiermedizinisch

Versorgung gewährleistet.

Tierkliniken verfügen über

  • eine umfangreiche Ausstattung für Diagnose und Therapie,
  • Operationssaal und Intensivstation,
  • Fachpersonal für Operationen und tiermedizinische Intensivpflege,
  • Vorrichtungen für stationären Aufenthalt.

Achtung: Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, wo sich die nächstgelegene Tierklinik befindet, wie Sie diese auf dem schnellsten Wege erreichen und wie die Modalitäten für eine Behandlung dort geregelt sind.

4. Was Sie bei einem Tierarztbesuch beachten müssen

Ein Besuch beim Tierarzt ist in der Regel mit Stress verbunden. Das gilt für Sie als Besitzer, genauso wie für Ihr Haustier. Im Folgenden haben wir für Sie ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie Stress mindern können.

4.1. Eine gute Vorbereitung spart Zeit

Tierarzt behandelt Katze

Eine Katze lässt sich oft nur mit Tricks für den Transport zum Tierarzt und nach Hause überreden.

  • Suchen Sie nach einer geeigneten Tierarztpraxis, bevor das Tier bei Ihnen einzieht.
  • Erkunden Sie die Anfahrt, Parkmöglichkeiten oder Erreichbarkeit mittels öffentlicher Verkehrsmittel.
  • Vereinbaren Sie bei Routinebesuchen vorab immer einen Termin.
  • Halten Sie einen Transportbehälter für Ihr Haustier bereit. Gewöhnen Sie es an den Transport in diesem Behälter, damit es die Angst davor verliert.
  • Mit einem Hund empfiehlt sich ein „Vorstellungsbesuch“ in der Praxis, damit er sich an die Umgebung gewöhnen kann.

4.2. Diese Informationen sollten Sie für den Veterinär bereithalten

  • Impfpass,
  • Futterart und Futtermenge,
  • Art und Häufigkeit von Kot und Urin,
  • Verhalten und Verhaltensänderungen des Haustiers im Allgemeinen und gegenüber anderen Tieren.

5. Sie können selbst etwas für die Gesundheit Ihres Haustiers tun

Frisch gebackene Tierbesitzer reagieren oft überängstlich. Sie vermuten hinter jedem Niesen eine schlimme Tierkrankheit. Deshalb lässt sich der ein oder andere überflüssige Tierarztbesuch nicht vermeiden. Zunächst einmal ist es aber wichtig, dass Sie Ihr Tier gut beobachten. Hierdurch nehmen Sie Veränderungen wahr, die Sie mit der Zeit und etwas Erfahrung richtig einzuschätzen lernen. Auf diese Kriterien sollten Sie ein Auge haben:

  • Körpergewicht,
  • Urin uns Kot,
  • Maul, Ohren, Augen,
  • Haut und Fell,
  • Pfoten und Krallen,
  • ungewöhnliche Auswüchse am Körper.

Achtung: Wenn Sie unsicher sind, wie ernst es um die Gesundheit Ihres Tieres steht, suchen Sie nicht im Internet nach möglichen Diagnosen. Kontaktieren Sie lieber Ihren Tierarzt. Der kann oft schon in einem Telefongespräch klären, ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt.

6. Das kostet die tierärztliche Behandlung

tierarzt operiert schäferhund

Für chronisch kranke Tiere oder Operationen können hohe Tierarztkosten entstehen.

Für ihre erbrachten Leistungen berechnen niedergelassene Tiermediziner Gebühren, die sich an der bundesweit geltenden Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) orientieren. Die aktuell gültige Version hat der Tierärzteverband ins Internet gestellt. In gewissen Grenzen besteht aber für die Berechnung ein Gestaltungsspielraum.

Die Kosten für eine Behandlung sind abhängig von

  • der tierärztlichen Leistung,
  • der Tierart,
  • dem angewendeten Gebührensatz.

Überdies können zu den Gebühren je nach Behandlung zusätzlich weitere Kosten entstehen, beispielsweise für

  • Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien oder
  • Fahrtkosten bei Hausbesuchen.

Tipp: Fragen Sie den Tierarzt vor Beginn einer Behandlung nach den zu erwartenden Tierarztkosten.

Die Preise fürs Impfen halten sich in Grenzen. Beispielsweise kostet eine Impfung für Katzen durchschnittlich 30 Euro. Demgegenüber kann eine Operation oder eine chronische Erkrankung den Tierhalter vor ernste finanzielle Probleme stellen. Gegebenenfalls summieren sich die Ausgaben dann auf mehrere tausend Euro pro Jahr.

In der Regel wird die Rechnung verschickt oder direkt nach der jeweiligen Behandlung in bar oder per EC-Karte bezahlt.

Info: Für Haustiere werden Tierkrankenversicherungen in allen möglichen Varianten angeboten. Die Prämien berechnen sich meist nach Tierart, Gesundheitszustand sowie zu erwartenden Gesundheitsrisiken.

6. Bücher über Tiermedizin kaufen

Bestseller Nr. 1
Anatomie und Physiologie der Haustiere
  • Klaus Loeffler, Gotthold Gäbel, Helga Pfannkuche
  • Herausgeber: utb GmbH
  • Auflage Nr. 15 (11.06.2018)
  • Taschenbuch: 375 Seiten
Bestseller Nr. 2
Bewährte Indikationen der Homöopathie in der Veterinärmedizin
  • Barbara Rakow, Michael Rakow
  • Herausgeber: Sonntag, J
  • Auflage Nr. 6 (20.04.2011)
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
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