Mäusegift – Schädlinge wirksam bekämpfen

  • Mäusegift ist ein Mittel gegen starken Mäusebefall. Es sollte nur bei einer großen Plage angewendet werden.
  • Viele Mäusegifte werden nur an Fachleute verkauft. Bei unsachgemäßer Anwendung besteht die Gefahr, andere Tiere zu vergiften.
  • Bei Ratten und Mäusen können die gleichen Gifte verwendet werden.

Eine Mäuseplage ist nicht nur unangenehm, sie kann auch gefährlich werden: Die kleinen Nager können Viren und Parasiten übertragen und so Sie, Ihre Lieben oder Ihre Haustiere krankmachen. Haben Sie mit einem großen Mäusebefall im Haus oder im Garten nahe dem Haus zu tun, müssen Sie die Nager bekämpfen. Das funktioniert mittels Fallen oder eben mit Mäusegift.

Bei jedem Einsatz von Gift aber gilt es viele Dinge zu beachten, damit auch wirklich nur die Schädlinge sterben, die Sie beseitigen möchten. Worauf Sie dabei achten müssen und welche Alternativen es zur Bekämpfung von Mäusen gibt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

1. Mäusegift wirkt über mehrere Tage hinweg

körner mit mäusegift gemischt

Mäuse lernen schnell, wenn Sie ihr Futter vergiften.

Es gibt Stoffe, die für Mäuse giftig sind und die sofort wirken. Die Maus frisst davon und verendet auf der Stelle. Da die kleinen Nager aber klug und vorsichtig sind, lernen die anderen Mäuse aus dem Schicksal der ersten und meiden nun ihrerseits das Gift. So werden Sie also keine große Population los.

Die aktuell verwendeten Arten von Mäusegift wirken überwiegend mit sogenannten Rodentiziden. Das sind Gerinnungshemmer, die die Adern durchlässig machen. Sie sorgen dafür, dass die Tiere innerlich verbluten. Das kann – je nach Gift und Maus – zwei bis fünf Tage dauern. Zu diesen Giften zählen

  • Bromadiolon
  • Warfarin
  • Coumatetralyl
  • Chlorophacinone
  • Diphacinon
Ratten- und Mäusegift

Rattengift wirkt auf die gleiche Weise – tatsächlich können Sie viele der Giftköder sowohl bei Ratten- wie auch bei Mäusebefall verwenden. Allerdings dauert es bei Ratten meist etwas länger, bis sie sterben. Das ist auf ihre Größe und das höhere Körpergewicht zurückzuführen.

Laut Herstellerangaben ist der Tod für die Tiere schmerzfrei. Sie werden nach dem Fressen schwächer und müde und ziehen sich häufig in ihr Nest zurück. Schließlich schlafen sie ein und wachen nicht mehr auf. Allerdings werden viele tote Mäuse auch außerhalb des Nests gefunden, und das langsame Sterben geht mit Herzrasen und Stress einher. Gift sollte also grundsätzlich das letzte Mittel zur Bekämpfung von Mäusen darstellen: Vor allem bei wenigen Tieren gibt es noch andere Mittel, um die Mäuse erfolgreich zu vertreiben.

2. Es gibt verschiedene Formen von Giften

Mäusegift kann den Schädlingen auf verschiedene Arten beigebracht werden. Einerseits besteht die Möglichkeit, es ihnen in ihre Nahrung zu mischen. Andererseits sehen manche Formen der Verabreichung aber auch Schutzmechanismen vor, die Tiere und Kinder vor dem Gift schützen.

2.1. Köderblöcke sind nur Mäusen zugänglich

geschlossene köderbox an hauswand

Die geschlossene Köderbox sorgt dafür, dass andere Wild- und Haustiere nicht an das Mäusegift gelangen.

Extra entworfene kleine Kisten enthalten die Köder, die dank ihrer Zusammensetzung einen für Mäuse unwiderstehlich wirkenden Duft ausströmen. Hunde und Katzen hingegen werden von dem Duft nicht angezogen, und der Aufbau der Kisten macht es ihnen unmöglich, an die Köder zu gelangen.

Gleiches gilt für Kleinkinder. Die Mäuse hingegen gelangen hinein und fressen den Köder im Inneren.

Achtung: Es kann vorkommen, dass die Mäuse Teile vom Köder abreißen und mit sich aus der Kiste schleppen. So sorgen sie für später vor. Entsprechend sollten Sie darauf achten, ob Sie Köderbrocken irgendwo liegen sehen und sie gegebenenfalls umgehend entsorgen.

2.2. Mit Gel und Schaum Mäuse vertreiben

Es gibt den gleichen Wirkstoff wie in den Ködern auch in Gel oder Schaum. Diese Form von Gift lässt sich auch an schwer zugängliche Orte schmieren oder sprühen, etwa auch in die Ritzen, durch die die Mäuse kommen. Da Mäuse reinliche Tiere sind, putzen sie die klebrigen Stellen ihres Fells und nehmen das Gift dabei auf.

3. Bei der Handhabung der Mäuseköder ist Vorsicht geboten

mädchen wird von arzt untersucht

Hat Ihr Kind etwas von dem Gift probiert, bringen Sie es sofort ins Krankenhaus.

Das Mäusegift ist auch für Menschen und andere Tiere nicht ungefährlich. Entsprechend vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie die Mäuseköder auslegen: Stellen Sie sie nur in den entsprechenden Kisten aus und setzen Sie sie mit Gummihandschuhen ein.

Verschluckt ein Kind ein Bröckchen des Köders, fahren Sie sofort mit ihm ins Krankenhaus und nehmen Sie die Verpackung des Giftes mit: Der Arzt kann aus den Warnhinweisen ersehen, was zu tun ist. Gleiches gilt, wenn ein Haustier einen Köder gefressen hat – fahren Sie es rasch zum Tierarzt und zeigen Sie auch ihm die Gebrauchsanweisung für das Gift.

4. Mäusegift im Garten ist bedenklich

Gift wird nicht schwächer

Die Giftköder verlieren ihre Wirksamkeit nicht im Laufe der Zeit. Sind Sie der Plage Herr geworden, sollten Sie sie also dringend wieder einsammeln und vorschriftsmäßig entsorgen, um nicht mehr Tiere zu gefährden.

Möchten Sie aus Ihrem Garten die Mäuse vertreiben, gefährden Sie mit dem Gift auch viele andere Tierarten. Vor allem Vögel picken an den Bröckchen herum, aber auch Katzen können das Gift aufnehmen, wenn sie vergiftete Mäuse fressen. Bleibt Ihnen keine Wahl, sollten Sie auf jeden Fall zu schwer zugänglichen Köderblöcken greifen und darauf achten, dass Sie alle toten Mäuse entsorgen, die Sie finden.

5. Mäuse loswerden ohne Verwesungsgeruch

Auch, wenn das moderne Mäusegift die Tiere nicht mehr sofort umbringt, sterben sie doch häufig an Stellen, an denen Sie sie nicht unbedingt finden können. Ein unangenehmer Verwesungsgeruch kann die Folge sein. Es gibt aber Mittel gegen die Mäuseplage im Haus, die als Wirkstoff Brodifacoum enthalten.

Die Mäuse sterben auf die gleiche Weise wie bei den anderen Giften, nur dauert es hier rund fünf bis zehn Tage. In dieser Zeit nehmen die Tiere keine Nahrung mehr zu sich, sodass sie austrocknen und mit einem leeren Magen-Darm-Trakt sterben. So kommt kaum Verwesungsgeruch auf, allerdings ist diese Form der Vergiftung auch quälender als die durch die schneller wirksamen Mittel.

6. Mäusegift wird nur selten an Privatpersonen verkauft

mehrere flaschen mit gift

Viele Mäusegifte werden nur mehr an Fachleute und nicht an Privatpersonen verkauft.

In manchem Baumarkt können Sie noch Mäusegift mit dem Wirkstoff Warfarin kaufen. Allerdings gelten seit 2013 neue Regeln für den Verkauf und die Anwendung von Rodentiziden:

Sie sollen nur mehr an Fachkräfte abgegeben werden, die verantwortungsvoll damit umgehen und andere Tiere möglichst wenig gefährden. Tatsächlich kann es hilfreich sein, sich bei einer Mäuseplage im Haus direkt an die Schädlingsbekämpfer zu wenden: Sie wissen, wie sie die gefährlichen Stoffe so zum Einsatz bringen, dass die Nagerinvasion gestoppt und andere Tiere nicht gefährdet werden.

7. Der Preis kann sehr unterschiedlich sein

Kleine Portionen Mäusegift in Köder- oder Pastenform bekommen Sie im Baumarkt bereits für unter zehn Euro. Allerdings handelt es sich dabei um so geringe Mengen, dass sie einen größeren Mäusebefall nicht aufhalten können.

Die Kosten für hochwertige Ware und für den Kammerjäger, der sie an den richtigen Stellen unter den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ausbringt, können hingegen auch bei einigen Hundert Euro liegen. Allerdings ist in letzterem Falle auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Problem tatsächlich behoben wird.

8. Es gibt Alternativen zum Mäusegift

lebendige maus in lebendfalle

In der Lebendfalle bleibt die Maus unversehrt, sodass Sie sie weit weg vom Haus aussetzen können.

Haben Sie nur hier und da einmal ein Tier bemerkt und sind die Kratz- oder Kotspuren gering, können Sie die Mäuse vertreiben. Reparieren Sie die Ritzen und Löcher, durch die sie kommen, und schneiden Sie ihnen den Weg zum Futter ab.

In Lebendfallen mit einem Köder aus Schokolade, die Sie häufig kontrollieren, fangen Sie die Tiere lebendig und können sie aussetzen – weit weg vom Haus, sodass sie nicht zurückkommen. Schlagfallen und Elektrofallen töten die Tiere rascher als Mäusegift. Bei einem großen Befall hilft allerdings nur Gift zuverlässig.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (28 votes, average: 4,50 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.