Gnadenhof: Hilfe für Tiere im Ruhestand

Tierasyl Lebenshof
  • Auf einem Gnadenhof werden alte und verletzte Tiere aufgenommen, die nicht mehr weitervermittelt werden können.
  • Die Betreiber der Einrichtungen setzen sich für den Tierschutz ein und die Rechte der Tiere, indem sie ihnen helfen, sie pflegen und ein würdiges Lebensende ermöglichen.
  • Gnadenhöfe sind auf ehrenamtliche Helfer und Spenden angewiesen.

Nicht jedes Tier hat das Glück, seinen Lebensabend umgeben von einer liebevollen Familie zu verbringen. Auf einem Gnadenhof finden sie oftmals ihre letzte Zufluchtsstätte. Meist handelt es sich um alte, verletzte oder ausgediente Tiere, die ein neues Zuhause brauchen. Nur durch den aufopfernden Einsatz einiger Tierschützer sind diese Auffangstationen möglich.

Worin die Arbeit auf einem Gnadenhof besteht, wie die Einrichtungen finanziert werden und wie Sie die Arbeit unterstützen können, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

1. In einem Gnadenhof finden Tiere ihr letztes Zuhause

frau streichelt 3 hunde in großem käfig

Viele Tiere suchen dringend ein neues Zuhause. Ein Gnadenhof ist oftmals ihre einzige Hoffnung.

Auf einem Gnadenhof werden Tiere in Not aufgenommen, um die sich sonst keiner mehr kümmert, weil sie nicht mehr vermittelbar sind. Dabei handelt es sich größtenteils um alte und kranke Tiere oder solche, die Beeinträchtigungen oder schwere Traumata hinter sich haben. Ein Gnadenhof wird deswegen auch als Tierasyl bezeichnet.

Die Einrichtungen sind als endgültige Auffangstation gedacht, denn die Tiere bleiben dort bis zu ihrem Tod. Es ist ihr letzter Lebenshof, auf dem sie ihre verbleibende Zeit in Ruhe genießen dürfen. Die Menschen, die sich um die Tiere kümmern, handeln aus Gründen des Tierschutzes. Sie bieten ihnen Hilfe, Schutz und versorgen sie, so gut sie können.

1.1. Ein Gnadenhof unterscheidet sich von einem Tierheim

Im Gegensatz zu einem Gnadenhof, geht es in einem Tierheim vorrangig um die Aufnahme und Vermittlung von Haustieren. Sie leben dort im besten Fall nicht dauerhaft, sondern sollen so schnell wie möglich ein neues Zuhause finden.

Die Bewohner eines Gnadenhofs werden in der Regel nicht mehr weitervermittelt. Trotzdem kommt es natürlich auch vor, dass Tiere aus einem Gnadenhof wieder woanders unterkommen. Im Gegenzug gibt es leider auch Tiere, die bis zu ihrem Lebensabend in einem Tierheim bleiben, weil sie keine neue Familie finden.

1.2. Tierhilfe und – schutz sind Aufgaben eines Gnadenhofs

freiwillige aus tierschutzverein vor großem außenkäfig mit zwei hunden

Nur durch den Einsatz zahlreicher Unterstützter und ehrenamtlicher Helfer, sind Gnadenhöfe möglich.

Die Arbeit auf einem Gnadenhof und in einem Tierheim unterscheidet sich dabei kaum. Meist sind es ehrenamtliche Helfer, die sich mit viel Engagement um die Tiere kümmern. Im Tierheim geht es daneben vorrangig um die Vermittlung der Tiere.

Gnadenhöfe bieten häufig interessierten Menschen einen Einblick in ihre Arbeit und kooperieren mit Tierschutzvereinen, um ein Bewusstsein für einen würdigen Umgang mit den Tieren zu schaffen. Durch Weiterbildungen, Kurse oder einen Tag der offenen Tür, werden auch Kinder und Jugendliche angesprochen, die Arbeit kennenzulernen.

1.3. Gerettet Tiere werden aufgenommen und gepflegt

Viele Gnadenhöfe setzen sich auch für die Tierrettung ein, indem sie notleidende Tiere aus schlimmen Situationen befreien und sie medizinisch betreuen. Dabei sind sie meist jedoch auf die Unterstützung von Feuerwehren oder anderen Tierschutzvereinen angewiesen.

Leider haben die Betreiber und Mitarbeiter der Lebenshöfe nur begrenzte Mittel und Kapazitäten zur Verfügung. Nicht jedes Tier, das sie retten oder das ihnen zur Pflege gebracht wird, kann auf dem Hof bleiben. Dennoch leisten sie durch ihre Arbeit eine aktive Tierhilfe, indem sie mit ihrem Handeln Aufklärungsarbeit leisten.

Tipp: Nicht jedes Tier kann gerettet werden, aber je mehr Menschen sich für die Rechte der Tiere einsetzen, desto einfacher und akzeptierter wird die Arbeit der Gnadenhöfe.

2. Gandenhöfe beherbergen alle Arten von Tieren

kuh trinkt wasser auf weide

Ob Hund, Katze, Kuh oder Schwein – alle Tiere sind auf einem Gnadenhof willkommen.

Grundsätzlich gibt es den Gnadenhof für alle Tierarten, allerdings beschränken sich einige der Tierasyle auf eine spezielle Art, wie Hunde oder Pferde. Daneben gibt es auch andere Höfe, die eine bunte Vielfalt an Tieren beherbergen. Neben Haustieren wie Katzen, Vögeln oder Kaninchen werden auch Nutztiere aus der Landwirtschaft aufgenommen. Wenn Schweine, Kühe oder Schafe ausgedient haben, aber noch genügend Lebensfreude besitzen, haben manche das Glück auf einem Lebenshof unterzukommen.

Wildtiere leben ebenfalls auf einigen Gnadenhöfen, wenn sie aufgrund von Verletzungen oder einer langen Gefangenschaft nicht mehr ausgewildert werden können. Auch hier gibt es Einrichtungen für eine spezielle Tierart wie Füchse, Igel oder Fledermäuse.

Auf vielen Gnadenhöfen sind die unterschiedlichsten Tiere versammelt. Vereint werden sie meist durch eine tragische Leidensgeschichte. Als Zirkustier, Melkkuh oder Hochleistungs-Sportpferd wurden sie die meiste Zeit ihres Lebens im Dienste des Menschen ausgenutzt. In artgerechter Haltung dürfen sie nun ihre letzten Lebenstage in Ruhe und Zuneigung verbringen.

2.1. Pferdeschutzhof und Hundegnadenhof

altes sportpferd frisst gras vor scheune

Auf einem Pferdeschutzhof dürfen alte Tiere ihren Ruhestand genießen.

Pferde und Hunde sind die Tierarten, für die es wahrscheinlich die meisten Gnadenhöfe gibt. In vielen Ländern sind wildlebende Straßenhunde eine missachtete Plage und die Tiere landen in Tierheimen und Tötungsstationen. Aber auch zahlreiche misshandelte und ausgesetzte Hunde suchen ein neues Zuhause. Da sie oftmals Verhaltensstörungen aufweisen, ist ein Gnadenhof die letzte Chance.

Pferdehaltung bedeutet sehr viel Aufwand und verursacht hohe Kosten, vor allem bei alten Tieren. Sie brauchen spezielles Futter, medizinische Versorgung und eignen sich nicht mehr für den Pferdesport. Auf einem Pferdeschutzhof erhalten sie ihr Gnadenbrot.

3. Spenden sind wichtigste Einnahmequelle der Einrichtungen

Die Finanzierung der Höfe erfolgt hauptsächlich über Spenden. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit über Stiftungen, Förder- und Mitgliedsbeiträge sowie Nachlässe an Gelder zu kommen. In der Regel erhält ein Gnadenhof keine öffentliche Unterstützung von Bund und Ländern und ist dementsprechend auf die großzügige Hilfe von privaten Geldgebern angewiesen.

Meist bietet sich die Gründung eines gemeinnützigen Vereins an, wodurch die Organisation Spendenquittungen ausstellen sowie Mitglieder akquirieren kann, die durch Beiträge den Gnadenhof unterstützen.

schwarzer hund wird von tierärztin untersucht

Nur durch Spenden und andere Zuwendungen können die Höfe Tieren in Not medizinisch helfen.

Die wichtigste Einnahmequelle bleiben Sach- und Geldspenden, mit denen die Betreiber Futter kaufen sowie die medizinische Versorgung und den Unterhalt finanzieren können.

Die freiwillige und ehrenamtliche Mithilfe von Tierliebhabern ist dabei genauso wichtig, denn die Tiere brauchen viel Pflege und Zuwendung, der Hof muss in Stand gehalten werden und die Verwaltung nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch.

3.1. Durch Aktive Mithilfe und Tierpatenschaften die Höfe unterstützen

Die meisten Höfe bieten regelmäßig Helfertage an, bei denen Spenden gesammelt und die Arbeit auf dem Hof kennengelernt werden kann. Auch über weitere ehrenamtliche Mithelfer oder Praktikanten freuen sich die Organisatoren.

Eine Tier-Patenschaft ist ebenfalls eine gute und schöne Art, die Höfe zu unterstützen. Der Gnadenhof bietet dann für einzelne Tiere eine Patenschaft an, die Tierfreunde übernehmen können. Mit dem Geld wird die Verpflegung des Tiers und die Arbeit des Hofes unterstützt. Die Patenschaften werden auch gerne verschenkt. So kann jeder einen kleinen Beitrag zum Tierschutz leisten und den Tieren in Not helfen.

4. Gnadenhöfe und Tierschutzvereine in Ihrer Nähe finden

Wenn Sie gerne einen Gnadenhof unterstützen möchten, gibt es also zahlreiche Möglichkeiten, wie Spenden, Patenschaften oder ehrenamtliches Engagement, um dies zu tun. Die meisten Einrichtungen bieten die Möglichkeit, den Hof vorab zu besuchen und die Tiere sowie die Arbeit der Helfer kennenzulernen. Je nachdem, ob Sie einem Hof in der Nähe ihres Wohnortes helfen, ist das eine schöner Anlass für einen kleinen Ausflug.

fuchs mit futter auf einem gnadenhof

Mit einer Patenschaft kann jeder einen Beitrag zur Unterstützung seines Lieblingstieres leisten.

Der WDR bietet zum Beispiel eine Übersicht aller Höfe in NRW an. Im Internet werden Sie aber auch in anderen Bundesländern schnell fündig, egal ob Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Thüringen – Lebenshöfe finden Sie in ganz Deutschland.

Auch der Deutsche Tierschutzbund mit Sitz in Bonn sowie einem Hauptstadtbüro in Berlin betreibt in Norddeutschland einen eigenen Gnadenhof und engagiert sich darüber hinaus im In- und Ausland für den Tierschutz. Auf der Homepage gibt es ebenfalls eine nach Bundesländern sortierte Auflistung deutscher Tierschutzvereine.

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