Heilige Birma: Blauäugige Schönheit auf weißen Pfoten

Heilige Birma Rassekatzen
  • Die Heilige Birma ist eine sanftmütige Rassekatze, die einen innigen Bezug zum Menschen herstellt.
  • Katzen dieser Rasse sind verspielt, ruhig und gesellig. Sie bleiben nicht gerne allein und eignen sich sehr gut als Familienkatze.
  • Ihr mittellanges seidiges Fell gibt es in vielen verschiedenen Farben.

Die Heilige Birma ist eine ruhige und zutrauliche Halblanghaarkatze. Ihr Fell ist weich und von heller Grundfarbe. Sie ist ein Teilalbino und besitzt dunkle Abzeichen vor allem an Kopf, aber auch an Beinen und Schwanz. Ihre Augen sind tiefblau und ihre Pfoten blütenweiß. Trotz ihres Namens stammt die Rasse ursprünglich aus Frankreich. Sie wird als perfekte Mischung aus der kurzhaarigen Siam- und der langhaarigen Perserkatze bezeichnet.

In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen die Heilige Birma im Detail vor und erklären Ihnen, warum sie nicht alleine gehalten werden sollte, ob sie für Allergiker geeignet ist und zu welchen Krankheiten die Rassekatzen neigen. Abschließend geben wir Ihnen Tipps für den Kauf einer Birma-Katze.

1. Mythen ranken sich um den Ursprung der Heiligen Birma

heilige birma in schwarz weiß mit blauen augen

Charakteristisch sind die blauen Augen der Heiligen Birma.

Der Legende nach lebte die erste Birma-Katze in einem Tempel in Myanmar, dem früheren Birma. Dort lebte ein Mönch mit seiner Katze „Sinh“, die schneeweißes Fell und bernsteinfarbene Augen besaß. Der Mönch verehrte die Göttin Tsun-Kyan-Kse, die goldene Gewänder trug und saphirblaue Augen hatte.

Als der Mönch bei einem Überfall von Tempelräubern ermordet wurde, brach er vor einer Statue der Göttin zusammen. Seine Katze sprang auf ihren sterbenden Besitzer – sofort verfärbten sich ihre Augen blau und das Fell wurde golden. Nur die Pfoten blieben als Zeichen der Reinheit schneeweiß. Die Seele des Mönchs war in die Katze übergangen, die ihn ins Paradies brachte.

1.1. Tatsächlich stammt sie aus Frankreich

Es ist zwar eine sehr schöne Legende, aber die wahre Herkunft der Birma-Katze ist wohl etwas unspektakulärer: Trotz ihres Namens, stammt die Heilige Birma weder aus Myanmar, noch hat sie jemals einen asiatischen Tempel gesehen. Ihr Ursprung liegt im Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Kreuzung einer Perser- mit einer Siamkatze. Daraufhin wurde 1920 gezielt die Zucht dieser Rasse gestartet, die bereits nur wenige Jahre später 1925 offiziell anerkannt wurde.

Auch in Deutschland war die Heilige Birma in den 1930er Jahren sehr beliebt, drohte jedoch mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auszusterben. Die Zucht wurde nach Kriegsende wieder aufgenommen, sodass der Bestand bereits in den 1950ern gesichert war. 1949 erfolgte die offizielle Anerkennung bei der Fédération Internationale Féline (FIFe) in der Kategorie II Halblanghaarkatzen.

2. Die Heilige Birma hat ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild

birma katze mit flauschigem fell liegt auf einem tisch

Gut zu erkennen: Abzeichen im Gesicht, an den Ohren und den Beinen sowie weiße Handschuhe an Pfoten.

Rund und flauschig – so lässt sich das Erscheinungsbild der Birma-Katze am besten zusammenfassen. Sie hat einen runden Kopf, der von zwei abgerundeten Öhrchen gesäumt wird. Ihre großen runden, blauen Augen sind ihr charakteristisches Merkmal. Die runden weißen Pfoten sind samtweich und werden als Handschuhe bezeichnet.

Sie hat kurze, kräftige Beine, einen gestreckten Körperbau sowie einen buschigen Schwanz. Sie gehört zu den mittelgroßen Katzen mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 50 Zentimetern. Ein Kater wiegt etwa 4 bis 6 Kilogramm, eine Katze 3 bis 4 Kilogramm.

Tipp: Birma-Katzen werden sowohl äußerlich als auch namentlich häufig mit den Burma-Katzen verwechselt. Burmesen sind jedoch eine Kurzhaar-Rasse mit schlankem Körper und gelben Augen.

2.1. Die Fellfarbe ist das Ergebnis eines rudimentären Albinismus

Die Heilige Birma besitzt halblanges bis langes seidiges Fell mit wenig Unterwolle. Im Gesicht sind die Haare kürzer und gehen in eine flauschige Halskrause über.

Es handelt sich um sogenannte Point-Katzen: Ihre Grundfarbe ist hell in verschiedenen Tönungen, während Gesicht, Ohren, Schwanz und Beine kontrastreiche dunklere Abzeichen aufweisen. Diese Farbgebung entstand aufgrund eines partiellen Albinismus, wie ihn beispielsweise auch Siam-Katzen haben. Es handelt sich dabei um eine genetische Mutation, wodurch die dunklen Flecken (Points) entstanden. Eine Besonderheit der Heiligen Birma sind ihre weißen Handschuhe an den Pfoten.

2.2. Die Heilige Birma gibt es in vielen Farbvarianten

Ursprünglich wurden die Tiere nur in zwei unterschiedlichen Farben gezüchtet: seal-point und blue-point. In England kamen bald die Farben chocolate-point und lilac-point hinzu. Mittlerweile sind Birma-Katzen in allen Pointfarben anerkannt.

Pointfarbe merkmale
Seal-point möglichst beige mit schwarz-braunen Abzeichen
Blue-point möglichst helles beige mit hellem blau-grau, Verdünnung von Seal-point
Chocolate-point elfenbeinfarben mit warmen schoko-braunen Points, Rücken und Bauch weiß
Lilac-point weiß mit aufgehellten leicht rosa-grauen Flecken, Verdünnung von Lilac
Cinnamon-point elfenbeinfarben mit zimtroten Abzeichen
Fawn-point helles elfenbein mit blassem rotbraun, Verdünnung von Cinnamon-point
Red-point helles creme mit roten Points
Creme-point rötliche cremefarbene Abzeichen, Verdünnung von Red-Point
birma katze in cinnamon tabby point auf kratzbaum

Birma-Katzen gibt es in vielen Farbvarianten, wie diesem hellen Cinnamon-tabby-point.

Neben diesen Farbvarianten können die Pointspitzen auch Streifen aufweisen, was als “tabby” bezeichnet wird. Bei Seal-tabby-point durchzieht dunkles und helles Braun streifenartig die Abzeichen. Der Schwanz weist Ringe auf. Außerdem gibt es noch die gescheckte Variante “tortie”.

Wie alle Point-Katzenrassen werden auch die Kitten der Heiligen Birma fast gänzlich weiß geboren. Sie dunkeln erst mit der Zeit nach. Welche Farbe die Katzenbabys haben werden, stellt sich nach einigen Tagen oder Wochen heraus.

3. Ihr Charakter macht sie zu einem angenehmen Familienmitglied

Nicht nur äußerlich ist die Heilige Birma ein perfekter Mix aus Perser und Siam, sondern auch in ihrem Wesen hat sie sich nur die besten Eigenschaften herausgepickt: Das sanfte und ruhige Gemüt der Perserkatze, verbunden mit dem offenen und menschenbezogenen Charakter der Siamkatze.

Die Heilige Birma ist eine freundliche und soziale Katze. Sie liebt die Nähe des Menschen und baut eine starke Bindung auf. Damit eignet sie sich hervorragend als Wohnungs- und Familienkatze.

Tipp: Birma-Katzen sind sehr gesellige Tiere, deswegen eignen sie sich auch nicht zur Einzelhaltung. Am wohlsten fühlen sie sich zu zweit und verstehen sich auch mit anderen Katzenarten sehr gut.

3.1. Haltung: Die Birmakatze braucht viel Zuneigung

zwei birmakatzen unterschiedlicher größe vor roter tür

Birma-Katzen sind nicht gerne alleine und sollten immer zu zweit gehalten werden.

Die Heilige Birma ist relativ anspruchslos solange sie eine innige Bezugsperson hat. Sie braucht das Familienleben und andere tierische Beziehungen. Am besten ist eine weitere Katze geeignet. Jedoch bauen Birma-Katzen sogar mit einem katzenfreundlichen Hund eine gute Beziehung auf.

Als Freigänger sind die Rassekatzen nicht gut geeignet, da sie auch zu fremden Menschen sehr zutraulich sind, sich kraulen und sogar mitnehmen lassen – durchaus verständlich bei einer so schönen Katze. Auch für Berufstätige ist eine Heilige Birma nicht die richtige Wahl, da sie nicht gerne alleine bleibt.

3.2. Spielen Sie ausgiebig mit Ihrer Heiligen Birma

Die Heilige Birma ist sehr neugierig. Sie braucht viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung: am besten ist dafür ausgiebiges Spielen geeignet. Die Tiere bleiben bis ins hohe Alter verspielt. Geben Sie Ihrer Katze unterschiedliche Spielzeuge und ausreichend Klettermöglichkeiten. Ihre Katze freut sich besonders über kleine Jagdspielchen. Wenn sie keine Lust mehr hat, zeigt sie das deutlich, indem sie sich zurückzieht.

4. Die Fellpflege ist ganz einfach

Katzenallergie

Ob Sie als Allergiker eine Heilige Birma halten können, lässt sich leider nicht einfach beantworten. Auslöser für die Allergie sind die Eiweiße in Speichel und Hautdrüsen der Katze, die sie auf das Fell überträgt. Wie stark Sie auf eine Katze reagieren, hängt nicht von der Rasse ab, sondern vom jeweiligen Tier.

Wie auch in der Haltung ist die Heilige Birma sehr pflegeleicht. Das Fell sollten Sie regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche bürsten.

Das verhindert vor allem, dass die Katze Haare beim säubern verschluckt. Das kann schlimmstenfalls zu einem Darmverschluss führen.

Das Fell ist sehr glatt, sodass es nicht verknotet. Das Bürsten ist also kinderleicht. Außerdem haben die Tiere nur wenig Unterwolle, die verfilzen könnte.

4.1. Gute Lebenserwartung trotz gelegentlicher Erbkrankheiten

Katzen dieser Rasse sind robust und für ihre gut Gesundheit bekannt. Eine gesunde Birma-Katze hat eine Lebenserwartung von 12-20 Jahren. Dennoch gibt es ein paar rassetypische Krankheiten, die auftreten können.

Dazu zählen:

  • Dermoidzysten (gutartige Hautwucherungen, meist an Hoden oder Eierstöcken)
  • Hypomyelination (Gendefekt, Nervenkrankheit mit spastischen Zuckungen)
  • Anämie
  • Herzkrankheiten
  • Progressive Retinaatrophie (Netzhauterkrankung, die zur Blindheit führt)

Die meisten Krankheiten und Gendefekte kommen nur sehr selten bei Birma-Katzen vor. Dennoch sollte ein Züchter darauf achten, betroffene Katzen nicht zur Weiterzucht zu verwenden.

5. Alles über die Anschaffung einer Heiligen Birma

glückliche birma katze in den armen der besitzerin

Die Heilige Birma ist sehr zutraulich und liebt es, mit ihrem Menschen zu schmusen.

Haben Sie sich dafür entschieden, eine Heilige Birma zu kaufen, müssen Sie bei einem seriösen Züchter mit einem Preis von etwa 600 bis 800 Euro rechnen. Schauen Sie sich auf jeden Fall die Elterntiere vorab an und überprüfen Sie, dass sie aus einem guten Zuhause mit sozialer Anbindung kommen.

Ein seriöser Züchter lässt sein Katzen auf mögliche Erbkrankheiten testen, um diese ausschließen zu können, außerdem impft und entwurmt er die kleinen Katzenbabys.

Auf der Homepage des Birma Club Deutschland finden Sie ein umfangreiche Übersicht mit Züchtern nach Postleitzahlen.

5.1. Auch das Tierheim kann eine gute Adresse sein

Möchten Sie sich kein junges Tier anschaffen oder einer verlassenen Katze ein neues Zuhause geben, lohnt sich auch ein Blick ins Tierheim. Eine Katze können Sie dort bereits für eine Tierschutzgebühr ab 100 Euro kaufen – und werden mit einem guten Gefühl belohnt, einem einsamen Tier eine neue Familie zu schenken.

Dennoch sollten Sie sich auch hier die Katze genau vorher anschauen, besonders wenn Sie Kinder oder andere Tiere haben. Da meist nicht bekannt ist, wo die Tiere herkommen, können sie Verhaltensstörungen aufweisen.

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