Agility Hundesport – Spaß und Fitness für Hund und Mensch

Hundesport Agility
  • Agility ist eine Hundesportart, die Schnelligkeit, Konzentration und gute Zusammenarbeit erfordert.
  • Auf einem Parcours muss der Hund verschiedene Hindernisse in einer vorgegebenen Reihenfolge überwinden. Der Hundeführer gibt dabei die Kommandos.
  • Agility ist für fast alle Hunde geeignet, die Spaß an schnellen Bewegungen und am Lernen haben.

Beim Thema Hundesport denken die meisten Menschen sicher sofort an Agility. Und das zurecht, schließlich ist es die perfekte Kombination aus Bewegung und Konzentration für Hund und Herrchen. Während der Vierbeiner unterschiedliche Hürden überwindet, führen Sie ihn durch den Parcours. Das schweißt obendrein zusammen, lastet ihren Hund aus und macht natürlich auch jede Menge Spaß.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Regeln es beim Agility gibt, wie Sie als Einsteiger damit am besten beginnen und für wen sich der Hundesport eignet.

1. Agility vereint Schnelligkeit und Präzision

Sheltie springt über ein Hindernis

Im Agility gibt es unterschiedliche Sprünge wie zum Beispiel den Weitsprung.

Agility ist eine beliebte Hundesportart, mit der die Bewegungsfreude und Geschicklichkeit von Hund und Mensch trainiert wird. Sie treten dabei als Team auf einem Parcours an, der aus unterschiedlichen Hindernissen wie Tunnel, Sprünge, Slalom oder Wippe besteht. Ziel ist es, dass der Hund die Hürden möglichst schnell und fehlerfrei überwindet. Die Aufgabe des Menschen ist dabei, den Hund durch den Parcours zu leiten. Dies erfordert von beiden sehr viel Konzentration, Training und Geschicklichkeit. Das Wort Agility bedeutet Wendigkeit oder auch Flinkheit.

Im Vordergrund sollte für Sie und Ihren Hund immer der Spaß stehen, deswegen ist eine richtige Heranführung an das Hundetraining sehr wichtig.

1.1. Seit rund 40 Jahren gibt es den Hundesport

Seinen Ursprung hat das Agility 1977 in England und ist an das Pferdespringreiten angelehnt. Der Schöpfer der Hundesportart war nämlich ein großer Reitsportfan. Er sollte für die Crufts Dog Show ein neues Unterhaltungsprogramm entwickeln – und so erfand er einen Parcours, der Sprünge und andere Geräte vorsah, die nach gewissen Regeln zu überwinden waren. Nachdem er ein Jahr lang mit zwei Vereinen an dem Konzept gefeilt hatte, wurde die erste Agility-Show 1978 auf der Hundeausstellung präsentiert.

Sofort fand die neue Hundesportart gefallen und ein offizielles Regelwerk wurde erstellt. Nach und nach entstanden erste Vereine und schon 1988 fand die erste Europameisterschaft statt. In den 1980ern fand Agility auch seinen Weg nach Deutschland. Mittlerweile ist es weltweit als Hobby- und Turniersport verbreitet.

2. Die Agility-Grundlagen: Hindernisse, Parcours und Regeln

trainingsparcous

Ein typischer Agility Parcours besteht aus Tunnel, diversen Sprüngen, Slalom und anderen Hindernissen.

Der Parcours besteht beim Agility in der Regel aus mehreren Hürden, die in unterschiedlicher Anordnung aufgebaut werden. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade und Größenklassen. Folgende Hindernisse sind standardmäßig auf einem Parcours zu finden:

  • Sprünge: Stangen, Reifen, Weitsprung
  • Kontaktzonenhindernisse: A-Wand, Steg, Wippe, Leiter
  • Tunnel

Die Kontaktzonenhindernisse haben am Ende jeweils spezielle farbliche Kennzeichnungen, die der Hund beim Auf- und Abgehen mit mindestens einer Pfote berühren muss. Ansonsten gibt es Punktabzug.

Die Schwierigkeit beim Agility besteht darin, dass der Hund die festgelegte Reihenfolge des Parcours fehlerfrei und in einer bestimmten Zeit absolviert. Dafür sind schnelle Aktionen und vor allem auch viel Wendigkeit gefragt. Der Hundeführer muss dem Vierbeiner die ganze Zeit per Stimmkommandos und Körpersprache den richtigen Weg leiten und darauf achten, dass er alle Geräte korrekt meistert.

2.1. Jeder Sport braucht Regeln

Agility wird ohne Halsband und Leine absolviert, der Hund läuft im Parcours also vollkommen frei und wird nur durch Kommandos vom Hundeführer geleitet. Damit Agility gelingt, ist eine sehr exakte Zusammenarbeit notwendig.

Die Anordnung der Hindernisse wird bei offiziellen Turnieren vom Leistungsrichter geplant. Die Hindernisse sind durchnummeriert und müssen in der entsprechenden Reihenfolge absolviert werden. Führfehler des Hundeführers, Auslassen von Hindernissen oder Verweigerungen des Hundes werden als Fehler gezählt und können bis zur Disqualifikation des Teams führen. Damit das nicht passiert, ist eine sorgfältige Vorbereitung notwendig. Der Hundeführer muss sich den Parcours sehr gut einprägen, damit er selbst bei einem hohen Tempo jederzeit seinen Hund richtig leiten kann.

Diese Regeln gelten selbstverständlich nur bei richtigen Turnieren. Dennoch wird auch im Hobbysport darauf geachtet, auf diese grundsätzlichen Richtlinien hinzuarbeiten.

2.2. Fitness und Konzentration werden gefordert

Hundeführer und Hund im Agility Parcours

Nicht nur der Hund muss viel rennen – auch das Frauchen oder Herrchen hat jede Menge zu tun beim Agility.

Agility erfordert von Mensch und Hund eine gute Kondition, Koordination und schnelle Reaktionen. Sowohl Ihr Hund als auch Sie selbst brauchen eine sehr gute Fitness, da Sie nicht einfach nur in der Mitte stehen und Kommandos geben, sondern den gesamten Parcours mit Ihrem Hund zusammen bestreiten.

Sie müssen als perfekt aufeinander eingespieltes Team auftreten. Dies bedeutet sehr viel Disziplin für beide, denn der Hund muss beim Menschen auf jedes kleine Körpersignal achten und darf sich nicht ablenken lassen.

3. Tipps für den Einstieg ins Agility

Sie fragen sich, ob Sie und Ihr Hund für Agility geeignet sind? Sofern Ihr Hund nicht unter starken gesundheitlichen Einschränkungen leidet, ist die Antwort ein eindeutiges: Ja. Agility ist die ideale Beschäftigung für alle Hunde, die nicht zu groß und schwer sind.

Grundsätzlich kann aber jeder Agility ausprobieren. Sie werden schnell herausfinden, ob es Ihnen und Ihrem Hund Spaß macht. Ein Versuch ist es allemal wert.

3.1. Ist Agility für alle Hunde geeignet?

Besonders schnelle und wendige Hunde wie Border Collies, Jack Russel Terrier oder Shelties sind natürlich prädestiniert für das Agility. Es ist die perfekte Auslastung für ihren großen Beschäftigungs- und Bewegungsdrang. Größere und massigere Hunderassen haben zum Teil Schwierigkeiten, die raschen Richtungswechsel zu meistern und sind dadurch in ihrer Beweglichkeit etwas eingeschränkt.

Wenn Ihr Hund körperlich oder geistig mit dem Training überfordert ist, wird ihm Agility keinen Spaß bereiten und dann sollten Sie auch nichts erzwingen. Gefällt ihm die Beschäftigung hingegen und er hat keine Hüft- oder Gelenkprobleme und ist nicht übergewichtig, steht einer Ausübung nichts im Weg. Ein größerer Hund wird natürlich schwerlich an die Geschwindigkeit eines Border Collies auf professionellem Turnierniveau herankommen. Aber zum Freizeitvergnügen eignet sich der Hundesport schließlich genauso gut.

3.2. Der Hundesport im Verein

Wenn Sie mit Agility beginnen möchten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, je nachdem ob Sie es zunächst alleine ausprobieren möchten oder lieber in einem Verein.

Bereits in der Hundeschule integrieren manche Trainer erste Agility-Übungen, um mit dem Hund auf speziellen Trainingsparcours Gehorsamkeitsübungen zu machen. In diesem Fall können Sie schon früh feststellen, ob Ihrem Hund die Beschäftigung mit solchen Geräten Spaß macht. Sobald Ihr Hund ausgewachsen ist, können sie dann einen Agility-Kurs für Anfänger in einem Verein besuchen.

Ein Kurs hat den natürlich Vorteil, dass Ihnen dort ein ausgebildeter Trainer die richtigen Anweisungen zum Training gibt, Sie und Ihren Hund korrigiert und Ihnen erklärt, worauf Sie achten sollten. Außerdem müssen Sie dort keine eigene Ausrüstung anschaffen, dafür aber natürlich eine Kursgebühr bezahlen.

Tipp: Für einen jungen Welpen ist Agility als Sport noch nicht geeignet, da die vielen Sprünge schlecht für seine Gelenke sind. Außerdem muss er zunächst Gehorchen lernen, damit er den Parcours überhaupt bewältigen kann. Jedoch können Sie einen Welpen schon im frühen Alter spielerisch an gewisse Geräte wie den Tunnel oder die Wippe gewöhnen.

3.3. Auch im eigenen Garten kann das Training beginnen

Hund kommt aus Hundesport Tunnel

Ob groß oder klein – Hauptsache der Hund hat Spaß beim Hundesport.

Möchten Sie selbst mit Ihrem Hund ein wenig Agility im eigenen Garten üben, brauchen Sie als Anfänger keinen perfekt ausgestatteten Trainingsparcours. Aus Zubehör wie Kisten, Baumstämmen und Stangen können Sie einfache Hindernisse wie Sprünge und Slalom ganz leicht selbst zusammenbauen. Natürlich gibt es im Fachhandel auch ein fertiges Agility Set zu kaufen, das Sie beliebig erweitern können.

Agility hat zwar sehr viel mit Disziplin und klaren Anweisungen zu tun, sollte aber trotzdem immer – und gerade am Anfang – sehr spielerisch vermittelt werden. Motivieren Sie Ihren Vierbeiner, achten Sie auf Abwechslung bei den Übungen und überfordern Sie ihn vor allem nicht. Sind Sie und Ihr Hund noch Anfänger, ist die Konzentration noch nicht von langer Dauer. Üben Sie also besser mehrmals am Tag kurz als einmal zu lange.

Folgende Ratschläge können wir Ihnen für das Training mit auf den Weg geben:

  • Vor dem Agility ist Aufwärmen angesagt: Gassi gehen, Dauerlauf, Spielen etc.
  • Kurze Trainingseinheiten sind effektiver als ein überforderndes langes Training
  • Geduld, Motivation und Einfühlungsvermögen – Ihr Hund soll Spaß an der Sache haben!
  • Achten Sie auf eine gelenkschonende und korrekte Durchführung, damit Ihr Hund keine gesundheitlichen Schäden erleidet

Ab einem gewissen Leistungsstand ist das Training in einem Verein jedoch auf jeden Fall vorzuziehen. Die Übungen zu Hause sind als kleiner Einstieg oder Zwischentraining durchaus angebracht, aber auf Dauer ist die richtige Anweisung durch einen Trainer sowie die Zusammenarbeit mit anderen Hunden und Menschen eher zu empfehlen.

3.4. Agility-Turniere: Training in der Meisterklasse

Haben Sie und Ihr Hund schon etwas Erfahrung im Agility gesammelt und möchten noch einen Schritt weitere gehen, gibt es auch die Möglichkeit, an Turnieren teilzunehmen. In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt werden regelmäßig Wettbewerbe auf unterschiedlichen Ebenen abgehalten.

Gestartet wird in drei Größenklassen:

  • Small (bis 35 cm)
  • Medium (35 bis 42,99 cm)
  • Large (ab 43 cm)

Zusätzlich gibt es drei Leistungsklassen beginnend von A1 bis A3. Das Mindestalter für die Teilnahme an einer Meisterschaft beträgt 18 Monate. Für Hunde ab 6 Jahren gibt es zusätzlich eine eigene Senioren-Klasse. Zur Teilnahme an offiziellen Turnieren ist eine bestandene Begleithundeprüfung erforderlich sowie eine Mitgliedschaft in einem beim VDH angeschlossenen Verein.

Die Prüfungsordnung und Geräte-Richtlinien finden Sie bei der FCI zum Herunterladen.

3.5. Wo finde ich einen Verein?

Agility vereint zahlreiche positive Aspekte, sowohl für Ihren Hund als auch für Sie selbst: Es fördert die Fitness, Koordination, Konzentration sowie die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Dieser erhält zudem beim Agility zugleich mehr als genug Auslastung für Kopf und Körper.

Möchten Sie Agility ausprobieren, wenden Sie sich am besten an einen der zahlreichen Vereine in Deutschland. Einen Verein in Ihrer Nähe finden Sie beispielsweise über den Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine.

4. Hilfreiche Bücher zum Agility-Training

Bestseller Nr. 1
Agility: Spaß und Sport im Team
  • Elke Calmbacher
  • Herausgeber: Verlag Eugen Ulmer
  • Gebundene Ausgabe: 136 Seiten
Bestseller Nr. 2
Agility (Die Hundeschule)
  • Uta Reichenbach, Tanja Sinner
  • Herausgeber: Müller Rüschlikon
  • Auflage Nr. 1 (29.01.2014)
  • Taschenbuch: 96 Seiten
Bestseller Nr. 3
Stressfrei über alle Hürden: Leistungsbereite Hunde durch Aufmerksamkeitstraining
  • Leslie McDevitt
  • Herausgeber: Kynos
  • Auflage Nr. 0 (02.10.2012)
  • Taschenbuch: 240 Seiten
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