Feuersalamander: Die versteckte Welt der schwarz-gelben Waldbewohner

Feuersalamander
  • Feuersalamander sind an ihrer charakteristischen schwarz-gelben Färbung leicht zu erkennen. Sie zählen zu den wohl bekanntesten Salamanderarten.
  • Die nachtaktiven Amphibien leben sehr versteckt in Wäldern. Werden sie einmal aufgeschreckt verteidigen sie sich mit ihren Giftdrüsen.
  • Der Feuersalamander ist eine geschützte Tierart, dessen natürlicher Lebensraum erhalten und geschützt werden muss.

Im feuchten Laub ist der leuchtend gelb gefleckte Feuersalamander gerne unterwegs. Menschen bekommen den nachtaktiven Schwanzlurch allerdings nur selten zu sehen – und dennoch ist er wohl der bekannteste Salamander Deutschlands.

Wir stellen Ihnen den faszinierenden Waldbewohner genauer vor, seine Entwicklung, Lebensweise und was für den Schutz der Tiere getan werden kann. Am Ende fassen wir die wichtigsten Informationen in einem Steckbrief noch einmal zusammen.

1. Verbreitung: Der Feuersalamander ist auch in Deutschland heimisch

eidechse schwarz gelb

Ein Gestreifter Feuersalamander sitzt am Bach.

In großen Teilen Europas ist der Feuersalamander beheimatet – überall wo es Laub- und Mischwälder mit sauberen Gewässern gibt. Die braucht er nämlich für seinen Nachwuchs. Auch in Deutschland ist er größtenteils in den bewaldeten Berg- und Hügellandschaften anzutreffen. Das flache Tiefland im Norden meidet er hingegen.

Feuersalamander sind Amphibien aus der Ordnung der Schwanzlurche. Es gibt derzeit 13 bis 14 Unterarten, von den die meisten auf der Iberischen Halbinsel beheimatet sind. In Deutschland werden zwei unterschiedliche Arten unterschieden: Der Gefleckte Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra) und der Gestreifte Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris).

1.1. Sein gelbes Muster fällt sofort auf

Der Feuersalamander hat einen breiten Kopf mit einem recht plumpen Körper und einem kurzen Schwanz. Er wird bis zu 20 Zentimeter lang und zählt damit zu den größten heimischen Salamandern.

An seinem auffälligen Muster ist der Feuersalamander leicht zu erkennen: Leuchtend gelbe Flecken oder Streifen färben seine schwarze, feucht glänzende Haut. Die Zeichnungen sind bei jedem Tier ganz unterschiedlich, woran man die Individuen, wie am Fingerabdruck des Menschen, klar identifizieren kann.

1.2. Das Gift des Salamanders ist stark und lähmend

Feuersalamander und Aberglaube

Früher glaubten die Menschen, dass die giftigen Hautsekrete des Feuersalamanders Brände löschen könnten. Aus diesem Grund wurden die Tiere im Mittelalter ins Feuer geworfen. Daher haben sie auch ihren Namen.

Sein Muster hat eine unmissverständliche Signalfunktion und soll jedem Angreifer direkt klar machen: Feuersalamander sind giftig. Über Giftdrüsen hinter den Augen und auf dem Rücken kann er seine Feinde in die Flucht schlagen. Über die Ohrdrüse presst er eine weißliche Flüssigkeit heraus. Dabei handelt es sich um ein recht starkes Gift, das Lähmungen und Maulsperre bei kleineren Tierarten verursacht.

Bei großem Stress kann der Salamander sogar über seine Drüsenreihen am Rücken das Gift bis zu zwei Meter weit verspritzen. Ein sehr effektiver Abwehrmechanismus, der bei kleineren Tieren sogar bis zum Tod führen kann. Neben der Abwehr von Feinden setzt er das Gift aber auch zum Schutz von Pilzen und Bakterien auf der Haut ein.

Info: Für Menschen ist das Gift ungefährlich und verursacht lediglich ein Brennen auf der Haut. Bei sehr empfindlichen Personen oder Kleinkindern können jedoch auch Übelkeit und Atembeschwerden auftreten.

2. Feuersalamander sind zurückgezogene Waldbewohner

Feuersalamander sind Waldbewohner, deren Lebensraum feuchte Laub- und Mischwälder bilden. Sie verstecken sich tagsüber unter Baumstämmen und Steinen, in Erdhöhlen oder im Laub. Sie mögen es zwar feucht, sind aber im Erwachsenenalter auf ein Leben an Land angepasst. Gewässer wie kühle, saubere Quellbäche und Weiher benötigen sie ausschließlich zur Fortpflanzung und Larvenentwicklung.

Die meiste Zeit verbringt er bevorzugt in seinem sicheren Versteck, das er nur nach starkem Regen und ab Temperaturen über 8 Grad verlässt. In Mitteleuropa überwintert er in Winterstarre in frostfreien Höhlen oder im Waldboden. Sobald die Temperaturen wieder steigen, wird er aktiv. Dies beginnt in der Regel ab Februar oder März.

2.1. Fortpflanzung an Land, Entwicklung im Wasser

Die Fortpflanzung nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Amphibien ein, denn das Weibchen legt keine Eier, sondern setzt voll entwickelte Larven ins Wasser ab. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa zwei bis vier Jahren ein.

Die Paarung findet ausschließlich an Land statt. Das Männchen schiebt sich unter das Weibchen und setzt ein Samenpaket ab. Dieses nimmt das Weibchen in ihre Kloake auf und befruchtet damit ihre Eier. Sie kann die Samen über mehrere Jahre im Körper lagern und ist in dieser Zeit auf keinen weiteren Sexualpartner angewiesen.

Die Eier entwickeln sich bereits im Mutterleib zu Larven. Über mehrere Nächte setzt die Mutter die mit Kiemen ausgestatteten Larven in ein geeignetes Gewässer ab, wo sie weiter heranwachsen. Dafür suchen die trächtigen Weibchen fischfreie, kühle und sauerstoffreiche Gewässer auf, in die sie etwa 20 bis 70 Larven absetzen.

2.2. Von der Larve zum fertigen Salamander

Larve eines Feuersalamanders in einem Bach

Eine junge Feuersalamander-Larve schwimmt durchs Wasser.

Die Larven verbringen rund 3 bis 5 Monate in ihrem aquatischen Lebensraum. Sie erinnern an Kaulquappen, die bereits ihre Extremitäten ausgebildet haben und sind etwa 23 bis 35 Millimeter groß. Auffallend sind die ausgeprägten Kiemenbüschel, die sich allmählich zurückbilden. Ihre bräunliche Färbung verdunkelt sich nach und nach, gleichzeitig kommen die gelben bis rötlichen Musterungen zum Vorschein.

Je nach Temperatur geht die Metamorphose schneller oder langsamer. Bei sehr günstigen Bedingungen ist die Larve bereits nach zwei Monaten fertig. Normalerweise sind die jungen Feuersalamander zwischen Juni und September soweit, an Land zu gehen. In besonders kalten Regionen überwintern sie hingegen auch im Gewässer und verlassen es erst im nächsten Jahr.

Insbesondere heranwachsende Tiere müssen sich regelmäßig häuten. In dieser Zeit ist die Funktion ihrer Giftdrüsen sehr stark eingeschränkt, weswegen sie dann ihre Verstecke kaum verlassen.

Feuersalamander haben übrigens eine ziemlich lange Lebenserwartung. Sie erreichen ein Alter von 15 bis 25 Jahren.

2.3. Ernährung: Der Feuersalamander liebt Insekten

Zur Nahrung des Feuersalamanders gehört alles, was kreucht und fleucht: Regenwürmer, Asseln, Käfern, Schnecken, Spinnen und was sonst noch auf dem Waldboden zu finden ist. Seltener werden auch andere kleine Amphibien verspeist. Der Feuersalamander ernährt sich ausschließlich karnivor. Auch als Larve ernährt er sich von anderen Wasserorganismen wie Krebse, Insektenlarven oder Mücken. Je nach Größe wird auch eine Kaulquappe nicht verschmäht.

Die Larven der Feuersalamander sind zudem selbst ein begehrtes Fressen bei Fischen, Vögeln, Wasserspitzmäusen oder älteren Salamanderlarven. Die adulten Tiere haben aufgrund ihrer Giftdrüsen hingegen so gut wie keine natürlichen Feinde. Alleine schon die warnende Hautfärbung schreckt die meisten Tiere ab. Und sollte eine Ratte, Ente oder Katze doch einmal zubeißen möchte, sondert er einfach sein giftiges Sekret  ab und der Angreifer lässt schnell wieder von ihm ab.

3. Feuersalamander und Mensch

Da der Feuersalamander hauptsächlich nachtaktiv ist und sein Versteck am liebsten bei nassem Wetter wie Regen und Nebel verlässt, wird er vom Menschen nur äußerst selten gesehen. Dennoch ist der Feuersalamander allgemein bekannt, jedoch haben viele Menschen nur eine vage Vorstellung von seinem Aussehen. Deswegen wird insbesondere der Bergmolch oder Kammmolch auch gerne für einen Feuersalamander gehalten, da sie ebenfalls eine gelbliche bis orangerote Färbung aufweisen – allerdings nur am Bauch.

Abgesehen von seltenen zufälligen Beobachtungen sind Begegnungen zwischen Mensch und Feuersalamander sehr selten. Beim Wandern oder Spazierengehen durchstreifen wir zwar relativ häufig seinen Lebensraum, sind uns dessen allerdings oftmals gar nicht bewusst.

Möchten Sie gezielt Feuersalamander beobachten, finden Sie beim BUND Naturschutz in Bayern e.V. eine praktische Bestimmungshilfe für die Hosentasche.

3.1. Gefährdung und Schutz

Feuersalamander im Wald

Feuersalamander halten sich gerne im feuchten Laub auf.

Wie viele andere Wildtiere auch, gilt der Feuersalamander gemäß Bundesartenschutzverordnung als “besonders geschützt”. Sein Bestand gilt zwar in Deutschland aktuell als nicht gefährdet, jedoch wird sein Lebensraum zunehmend eingeschränkt. In der Schweiz gilt er bereits als gefährdet.

Besonders geschützte Tiere dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Insofern bewahrt ihn seine vom Menschen abgeschiedene Lebensweise vor zufälligen oder auch mutwilligen Unfällen. Sein natürlicher Lebensraum wird jedoch zunehmend bedroht. Dies geschiet vor allem durch die Begradigung von Bächen, der Verschmutzung der Gewässer, dem Straßenverkehr in Waldgebieten sowie der Aufforstung von Wäldern (z. B. Beseitigung von Totholz).

Zum Schutz des Feuersalamander sowie anderer Waldbewohner sind zahlreiche Maßnahmen notwendig:

  • Erhalt naturnaher Wälder
  • Wiederherstellung totholzreicher Lebensräume
  • Schutz von Gewässern sowie natürliche Bachläufe
  • Schutzanlagen an Straßen

3.2. Feuersalamander im Terrarium

Manche Amphibienfans halten sich gerne Feuersalamander im Terrarium. Möchten Sie sich ein solches Tier anschaffen, informieren Sie sich vorab umfassend mit seiner Lebensweise und welche Ansprüche er an das Terrarium stellt. Er braucht ein feuchtes, kühles Klima mit ausreichend Rückzugsorten, dicken Moospolstern sowie einem Wasserteil.

Feuersalamander müssen aufgrund ihres Schutzstatus zur Haltung bei der Behörde angemeldet werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Tiere von erfahrenen und seriösen Züchtern zu kaufen, die Ihnen auch einen Herkunftsnachweis ausstellen.

Achtung: Feuersalamander im Terrarium dürfen ausschließlich aus einer Nachzucht stammen. Aufgrund des Artenschutzes ist das Fangen von wildlebenden Feuersalamandern strafbar.

4. Steckbrief Feuersalamander

Klasse Amphibien
Name / Art Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Ordnung Schwanzlurche
Größe 12–20 Zentimeter
Gewicht 25–40 Gramm
Lebenserwartung 15–25 Jahre
Färbung Gelbe Muster auf schwarzer Haut
Nahrung Insekten, Krebse, Würmer, Spinnen
Verbreitung Mittel- und Südeuropa
Lebensraum Laub- und Mischwälder
natürliche Feinde keine
Verteidigung Giftdrüsen am Kopf und Rücken
Fortpflanzung Juni bis September, Paarung an Land
Entwicklung als Larve in Gewässern
Lebensweise nachtaktiv; meist versteckt in Totholz, Laub oder Höhlen

5. Empfehlungen der Redaktion zum Thema Feuersalamander

Feuersalamander: Salamandra algira, Salamandra corsica, Salamandra infraimmaculata, Salamandra salamandra (Terrarien-Bibliothek)
  • Stephan Schorn, Axel Kwet
  • Herausgeber: Natur und Tier
  • Auflage Nr. 1 (14.10.2010)
  • Taschenbuch: 144 Seiten
Feuersalamander: Giftiger Waldbewohneer
  • Heiderose Fischer-Nagel, Andreas Fischer-Nagel
  • Herausgeber: Fischer-Nagel, H
  • Auflage Nr. 1 (06.09.2016)
  • Gebundene Ausgabe: 46 Seiten
Lurchis Abenteuer - Das lustige Salamanderbuch, Band 1 und 2, Doppelband
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