Auerhahn: Der Größte Hühnervogel Europas ist ein scheuer Waldbewohner

Auerhahn schreit
  • Der Auerhahn ist ein großer und wild lebender Waldvogel. Die Männchen haben ein schönes metallisch glänzendes Gefieder, die Weibchen sind bräunlich und weiß gestreift.
  • Einst wurde Auerwild vom Adel gejagt. Heute stehen die Vögel unter Schutz, da ihre Populationen stark zurückgegangen sind aufgrund der schwindenden Lebensräume.
  • Auerhähne sind besonders für ihr imposantes Balzverhalten bekannt.

Der Auerhahn ist ein scheuer und sensibler Waldbewohner. Als größter Hühnervogel Europas war er einst ein beliebtes Jagdtier, heute ist er aber nur noch selten in unseren heimischen Wäldern anzutreffen, da der Bestand der schönen Vögel leider sehr stark zurückgegangen ist. In manchen Regionen ist das Männchen zur Balzzeit jedoch beim Wandern gut zu hören, wenn er mit seinem Gesang eine Auerhenne anlockt.

In unserem Steckbrief geben wir Ihnen einen Einblick in die Lebensweise der faszinierenden Tiere, wo sie beheimatet sind und wie ihre Balz abläuft.

1. Auerhahn und Auerhenne unterscheiden sich optisch sehr

Auerhahn im Portrait

Der Auerhahn ist ein schöner Vögel mit einem schillernden Gefieder.

Der Auerhahn gehört zur Familie der Fasanenartigen und der Ordnung der Hühnervögel. Er ist ein ausgesprochen großer Vogel, der von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende eine Länge von über einem Meter erreichen kann. Das weibliche Auerhuhn ist hingegen wesentlich kleiner und auch weniger auffällig gefärbt. Auerwild ist demnach durch einen Geschlechtsdimorphismus leicht zu unterscheiden.

Im folgenden Steckbrief haben wir die Unterschiede für Sie zusammengefasst:

Aussehen auerhahn auerhuhn
Größe 90 Zentimeter 60 Zentimeter
Spannweite 90 – 120 Zentimeter 70 Zentimeter
Gewicht 4 – 5 Kilogramm 2 Kilogramm
Gefieder dunkelgrau, Brust blaugrün schimmernd, Flügel braun braun-weiße Federn mit schwarz-weißen Querbändern
Besonderheit kleiner weißer Fleck an den Seiten rotbraunes Brustschild

Gemeinsam ist dem Auerwild ein roter Fleck über den Augen, auch Rose genannt, die beim Männchen zur Balz leuchtend anschwillt. Charakteristisch sind zudem die befiederten Nasenlöcher sowie im Winter auch die Beine und Füße.

1.1. Das Auerhuhn lebt in kalten bis gemäßigten Regionen

Der Auerhahn ist eigentlich weit verbreitet, sein Lebensraum erstreckt sich vom westlichen Schottland über ganz Nordeuropa bis nach Zentralsibirien. Er lebt in lichten Bergwaldregionen, die einen hohen Anteil an Nadelbäumen haben. In Europa besiedelt er größtenteils Nadelwälder, die 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegen.

In Mitteleuropa und vor allem in Deutschland ist sein Vorkommen jedoch sehr stark zurückgegangen. Auerwild braucht unberührte, stille Natur, die er in Österreich und Schweiz nur noch in Teilen der Alpen findet, wo auch die größten Populationen Mitteleuropas zu finden sind. In Deutschland besiedelt er hauptsächlich den Schwarzwald mit einem relativ stabilen Bestand. Zudem gibt es kleine Populationen in Bayern, darunter im Fichtelgebirge und im Bayrischen Wald.

1.2. Der Auerhahn ist als bedrohte Tierart streng geschützt

Auerwild Weibchen

Die Auerhenne ist weniger bunt gefärbt, besitzt dafür aber ein schönes schwarz-weißes Muster.

Einst war das Auerhuhn in ganz Mittel- und Nordeuropa stark verbreitet, weswegen es auch viel gejagt wurde. Es zählte zum Hochwild und durfte demnach nur vom Hohen Adel bejagt werden. Aufgrund des zunehmenden Rückgangs seines natürlichen Lebensraums, ging der Bestand jedoch immer weiter zurück. In Deutschland leben laut Schätzungen nur noch um die 1000 Tiere, wobei die Zahlen stark schwanken.

Der Grund für den starken Rückgang des Auerwilds ist der extrem eingeschränkte Lebensraum, der durch Besiedlung, Landwirtschaft, Industrie und Tourismus immer mehr eingenommen wird. Der Auerhahn hat hohe Ansprüche an sein Verbreitungsgebiet und braucht große, unberührte Flächen, die immer schwieriger zu finden sind.

In Deutschland ist der Auerhahn als vom Aussterben bedrohte Vogelart besonders geschützt. Er steht auf der “Roten Liste” und darf ganzjährig nicht bejagt werden. Aber auch im restlichen Europa ist er streng geschützt. Seine wenigen verbleibenden Lebensräume werden per EU-Verordnung als Vogelschutzgebiete ausgewiesen.

2. Verhalten und Lebensweise der Vögel

Der Auerhahn ist ein tagaktiver Vogel, der gerne in Mischwäldern wohnt, am besten dort, wo es auch Sümpfe und Moore gibt. Zum Schlafen zieht er sich auf einen Schlafbaum zurück, den er häufig für mehrere Nächte hintereinander besucht. Tagsüber ist er meist am Boden unterwegs auf der Suche nach Nahrung.

Der Auerhahn ist ein scheues und unauffälliges Tier, das Menschen nur selten zu Gesicht bekommen. Hat man ihn jedoch in einem Gebiet entdeckt, lässt er sich dort regelmäßig beobachten. Es sind nämlich Standvögel, die ihrem Revier das ganze Jahr über treu bleiben.

Beim Fliegen legt das Auerhuhn nur kurze Strecken zurück. Besonders der Start ist bei den großen Vögeln etwas schwerfällig, weswegen sie lichte Wälder bevorzugen. Fliegen zählt nicht zu ihren größten Stärken. Deswegen bleiben sie grundsätzlich lieber am Boden und versuchen auch bei Gefahr zuerst zu Fuß zu fliehen.

2.1. Das Auerwild kommt mit karger Nahrung durch den Winter

Der Auerhahn ist ein Pflanzenfresser, der sich auf besonders ballaststoffreiche Nahrung spezialisiert hat. Dazu zählen unter anderen:

  • Blätter
  • Beeren
  • Nadeln
  • Knospen
Auerhahn Balz

Bei der Balz legt sich der Auerhahn ordentlich ins Zeug, um die Weibchen zu beeindrucken.

Im Sommer ernähren sich die Vögel vor allem von Beeren, am liebsten Heidelbeeren, und Blättern, im Winter hingegen von Nadeln und Knospen, insbesondere von Kiefer und Fichte. Somit findet der Auerhahn auch in den kalten Jahreszeiten genügend Futter. Als Jungtiere sind sie zudem auf tierisches Eiweiß angewiesen, sodass auch Insekten eine Zeit lang auf ihrem Speiseplan stehen.

Wie andere Hühner auch, frisst das Auerwild kleine Steinchen, die im Magen helfen, die zähen Nadeln zu zerkleinern und zu verdauen.

2.2. Die Balz beginnt mit dem Gesang

Der Gesang des Auerhahns

Der Ruf besteht nur aus einer kurzen Strophe, die keine kunstvollen Melodien wie bei Singvögeln enthält, sondern eigentlich vielmehr wie ein Knacken und Gurren klingt. Er hat eine feste Folge: Knappen – Triller – Hauptschlag – Schleifen. Ein Hörbeispiel finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz.

Auerhähne sind besonders für ihr außergewöhnliches Balzritual bekannt, das im März bis Mai stattfindet. In dieser Balzzeit ist der Auerhahn ausschließlich von seinem Fortpflanzungstrieb gesteuert. In seinem Liebesrausch wird er manchmal so übermütig, dass er sogar seine ganze Scheu verliert und aggressiv wird. Es kann sogar vorkommen, dass er dann Wanderer oder Fahrradfahrer angreift, die er für Eindringlinge hält.

Je nach Höhenlage und Witterung beginnt die Balz früher oder später im Jahr. Der Auerhahn beginnt zunächst auf einem Balzbaum mit seinem charakteristischen Ruf, den er immer fortwährend wiederholt. Er beginnt zunächst sehr leise, wird dann aber immer lauter und ist über weite Strecken im Wald zu hören.

2.3. Mit der Bodenbalz beeindruckt er die Weibchen

Sobald die Sonne aufgegangen ist, begibt sich der Auerhahn auf den Boden und nimmt seine imponierende Balzhaltung ein: Er stellt seinen Schwanz zu einem Halbkreis auf, spreizt die Flügel ab und stolziert umher oder springt flatternd in die Luft. Jeder Hahn hat einen bestimmten Balzplatz, den er jeden Morgen wieder aufsucht und dort sein Balzlied ertönen lässt.

Hat er endlich ein Weibchen mit seinem Ruf und Gehabe beeindruckt, kommt es zur Paarung. Auerhühner sind keine monogamen Tiere, sie pflanzen sich mit vielen Partnern fort.

2.4. Der Nachwuchs wird schnell flügge

Um die Jungen kümmert sich ausschließlich die Auerhenne. Nach der Paarung legt sie etwa 4 bis 10 Eier, die sie 4 Wochen lang in einem geschützten Bodennest ausbrütet. Sobald die Jungen geschlüpft sind, verlassen sie im Schutz der Mutter das Nest. Die ersten drei Wochen wärmen sie sich noch gerne bei der Mutter, werden aber schnell selbständig. In dieser Zeit sind sie auch auf tierische Nahrung angewiesen, ernähren sich im Erwachsenenalter aber nur noch rein pflanzlich.

 

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