Schwarzschwanz-Präriehund: Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten

Schwarzschwanz Präriehund mit Jungtier

Schwarzschwanz- oder Gewöhnlicher Präriehund
wissenschaftlicher Name: Cynomys ludovicianus. Der Schwarzschwanz-Präriehund gehört zur Familie der Hörnchen.

(Ord, 1815)

praerihund

Foto von Schwarzschwanz-Präriehunden im Hagenbecks Tierpark, Hamburg, Deutschland.
© Copyright Bild / Foto: Schwarzschwanz Praeriehund
Martina Klein

  • Englisch: Black-tailed Prairie-dog
  • Französisch: Chien de prairie à queue noire
  • Finnisch: Mustahäntäpreeriakoira
  • Niederländisch: Zwartstaartprairiehond

 

  • Gattung: Präriehunde (Cynomys)
  • Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
  • Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
  • Familie: Hörnchen (Sciuridae)
  • Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Überordnung: Euarchontoglires
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Der Schwarzschwanz-Präriehund erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 20 bis 35 cm, eine Schwanzlänge von 7 bis 11,5 cm und ein Gewicht von 0,7 bis 1,5 kg. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Die Oberseite des Körpers ist rötlichbraun bis dunkelbraun, die Unterseite hellgelb bis weiß. Im Sommer tragen die Haare schwarze Spitzen, im Winter helle. Die Tasthaare und das letzte Drittel des Schwanzes sind schwarz. Der Bereich um Oberlippe, Nase und Augen ist aufgehellt. Der Körper ist gedrungen, der Kopf groß und die Beine kurz. Der kurze Schwanz ist buschig. Die Ohren sind sehr klein und die Schnauze spitz zulaufend. An den Füßen befinden sich kräftige Krallen.

Der Schwarzschwanz-Präriehund hat eine Lebenserwartung von 7 bis 8 Jahren.

Verbreitung

Die Heimat reicht von Südwestkanada bis nach Nordmexiko. Als Wohngebiete dienen in Nordamerika die großen Ebenen in Höhen von 1.300 bis 2.200 m und der wüstenähnliche hohe Norden Mexikos. Schwarzschwanz-Präriehunde leben, wie ihr Name ja bereits verrät, in de Prärie.

Feinde

Die Feinde sind Greifvögel, Schlangen, Schwarzfußiltisse und andere Bodenraubtiere, wie Kojoten, Pumas und Luchse. Der Mensch war einst der schlimmste Feind, aber durch Schutzmaßnahmen sind die Präriehunde weitestgehend vor dem Menschen geschützt.

Lebensweise

Schwarzschwanz-Präriehunde sind tagaktiv und leben in großen gegliederten Verbänden. Diese Verbände bestehen aus vielen Familienverbänden. Ein Familienverband besteht aus einem Männchen, mehrere Weibchen und deren Nachwuchs. Die Kolonien legen unterirdische Gänge an, die man auch „Dörfer“ oder „Städte“ nennt und die sogar bis zu 30 m lang werden können. Um ihr unterirdischen Labyrinth vor Wasser zu schützen, legen die Präriehunde an den Ausgängen Erdwälle an, die 30 bis 60 cm hoch werden können. Jeder Familien-Verband hat seinen eigenen Wohnbereich mit Wohnkessel, der auch gegen die Artgenossen verteidigt wird. Ansonsten sind die Schwarzschwanz-Präriehund sehr sozial und gesellig.

Es fressen nie alle Tiere einer Kolonie gleichzeitig. Es halten immer einige Tiere Wache. Wenn Gefahr droht geben die „Wachposten“ einen schrillen Pfiff von sich.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus verschieden Pflanzen und ist abhängig von der Jahreszeit. So stehen im Sommer beispielsweise Weizengras und Büffelgras und im Winter Disteln und Kakteen, sowie unterirdische Wurzeln und Zwiebeln auf dem Speiseplan. Aber auch Insekten werden gelegentlich erbeutet.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit ist von Januar bis April. Die Männchen verpaaren sich mit allen Weibchen seines eignen Familienverbandes. Nach einer Tragzeit von 33 bis 37 Tagen bringt das Weibchen 2 bis 10, meistens jedoch 4 bis 5 nackte, blinde Junge mit einer Länge von etwa 7 cm und einem Gewicht von etwa 15 g zur Welt. Das Fell wächst ab der dritten Woche. Die Augen der Jungen öffnen sich mit etwa 33 bis 37 Tagen. Sofort fangen die Jungen an, die Höhlen zum Sonnen und Erdkunden zeitweise zu verlassen. Die Jungen werden insgesamt 7 bis 8 Wochen gesäugt, selbständig werden sie allerdings erst mit etwa einem Jahr. Dann verlassen die Männchen ihre Familie und versuchen eigene Gruppen zu bilden. Die Weibchen bleiben in der Regel in ihrer Gruppe.

Der Schwarz-Schwanzpräriehund wird mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Präriehunde gehören zur Familie der Hörnchen (Sciuridae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Furchenzahn-Gleithörnchen (Aeretes)
  • Schwarze Gleithörnchen (Aeromys)
  • Antilopenziesel (Ammospermophilus)
  • Atlashörnchen (Atlantoxerus)
  • Haarfuß-Gleithörnchen (Belomys)
  • Namdapha-Gleithörnchen (Biswamoyopterus)
  • Echte Schönhörnchen (Callosciurus)
  • Rotwangenhörnchen (Dremomys)
  • Afrikanische Palmenhörnchen (Epixerus)
  • Felsgleithörnchen (Eupetaurus)
  • Asiatische Zwerghörnchen (Exilisciurus)
  • Gestreifte oder Echte Palmenhörnchen (Funambulus)
  • Rotschenkelhörnchen, Afrikanische Streifenhörnchen (Funisciurus)
  • Neuweltliche Gleithörnchen (Glaucomys)
  • Borneo-Zwerghörnchen (Glyphotes)
  • Sonnenhörnchen (Heliosciurus)
  • Pfeilschwanz-Gleithörnchen (Hylopetes)
  • Ferkelhörnchen (Hyosciurus)
  • Horsfield-Gleithörnchen (Iomys)
  • Schwarzstreifenhörnchen (Lariscus)
  • Präriehunde (Marmota)
  • Berdmore-Palmenhörnchen (Menetes)
  • Neuweltliche Zwerghörnchen (Microsciurus)
  • Afrikanische Zwerghörnchen (Myosciurus)
  • Braune Zwerghörnchen (Nannosciurus)
  • Olisthomys
  • Afrikanische Buschhörnchen (Paraxerus)
  • Kleinstgleithörnchen (Petaurillus)
  • Riesengleithörnchen (Petaurista)
  • Zwerggleithörnchen (Petinomys)
  • Sulawesi-Zwerghörnchen (Prosciurillus)
  • Ölpalmenhörnchen (Protoxerus)
  • Echte oder Altweltliche Gleithörnchen (Pteromys)
  • Rauchgraue Gleithörnchen (Pteromyscus)
  • Riesenhörnchen (Ratufa)
  • Borneo-Hörnchen (Rheithrosciurus)
  • Langnasenhörnchen (Rhinosciurus)
  • Sulawesi-Riesenhörnchen (Rubrisciurus)
  • Neuweltliche Kleinsthörnchen (Sciurillus)
  • Chinesische Rothörnchen (Sciurotamias)
  • Eichhörnchen (Sciurus)
  • Zieselmäuse (Spermophilopsis)
  • Ziesel (Spermophilus)
  • Sunda-Baumhörnchen (Sundasciurus)
  • Mittelamerikanische Berghörnchen (Syntheosciurus)
  • Streifenhörnchen (Tamias)
  • Rothörnchen, Chickarees (Tamiasciurus)
  • Baumstreifenhörnchen (Tamiops)
  • Komplexzahn-Gleithörnchen (Trogopterus)
  • Afrikanische Borstenhörnchen (Xerus)

Systematik

Zur Gattung der Präriehunde (Cynomys) gehören auch die Arten:

  • Mexikanischer Präriehund (Cynomys mexicanus)
  • Weißschwanz-Präriehund (Cynomys leucurus)
  • Gunnisons Präriehund (Cynomys gunnisoni)
  • Utah-Präriehund (Cynomys parvidens)

Status

Schwarzschwanz-Präriehunde gelten als fast bedroht. Früher wurden sie allerdings stark bejagt. Sie galten als Schädlinge. Die Präriehunde hatten damals ganze Getreidefelder, wie Weizen durch seine Nahrungsgewohnheit vernichtet. Auch sind Pferde und Vieh in den Höhlen der Präriehunde eingebrochen. Daher wurden sie damals so stark bejagt, dass der Bestand drastisch zurückging. Das hatte zur Folge, dass auch der Schwarzfußiltis (dessen alleinige Beute Präriehunde waren) stark bedroht wurde.

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Bildnachweise: EBFoto/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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