Kojote: Der kleine Verwandte des Wolfs

Coyote

Kojote, Präriewolf oder Heulwolf
wissenschaftlicher Name: Canis latrans. Der Kojote gehört zur Familie der Hunde.

Say, 1823

  • Englisch: Coyote
  • Französisch: Coyote
  • Dänisch: Prærieulv
  • Finnisch: Kojootti
  • Niederländisch: Coyote, Prairiewolf
  • Norwegisch: Prærieulv
  • Portugiesisch: Coiote
  • Schwedisch: Prärievarg

 

  • Gattung: Wolfs- und Schakalartige Canis
  • Tribus: Echte Hunde (Canini)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

koyote, kojote

Foto von einem jungen Kojoten in Kanada
© Copyright Bild / Foto: Kojote
Rolf Hicker Fotografie

Der Kojote erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 70 bis 97 cm, eine Schwanzlänge von 30 bis 38 cm, eine Schulterhöhe von 45 bis 53 cm und ein Gewicht von 10 bis 18 kg, wobei der Durchschnitt aber eher bei 12,5 kg liegt. Allerdings können besonders kräftige und große Tiere sogar ein Gewicht von bis zu 30 kg erreichen. Das dicke, ziemlich lange und grobe Fell ist graugelb bis braun. Die Unterseite des Körpers ist aufgehellt. Der Lippenrand ist weißlich, das Schwanzende schwarz. Von der Statur ähneln sie ihren nächsten Verwandten, den Wölfen. Allerdings sind Kojoten etwas schlanker und die Ohren sind größer. Der Schwanz ist lang und buschig.

Kojoten gelten als gute Läufer und sollen eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen.

In Menschenobhut haben die Kojoten eine Lebenserwartung von etwas über 15 Jahren. Obwohl die Kojoten sehr anpassungsfähig sind, so ist es doch schwierig, diese an ein Leben in Zoo bedingungslos zu gewöhnen. Es ist schwierig, die Tiere zu züchten. Auch nimmt man an, dass sie in Gefangenschaft nicht so alt werden, wie in der freien Natur. Aber wie alt sie in freier Natur wirklich werden ist bis heute nicht geklärt.

Verbreitung

Die Heimat der Kojoten ist Nord- und Mittelamerika. Da der Kojote sehr anpassungsfähig ist, findet man ihn in fast jedem Lebensraum. Bevorzugen tut er allerdings offene Landschaften.

Feinde

Der schlimmste natürliche Feind ist der Wolf, aber auch Pumas und weiter im Süden Jaguare machen gerne Jagd auf die jungen Kojoten. Leider muss der Kojote auch den Menschen fürchten.

Lebensweise

Kojote leben paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Dieser Familienverband wird von einem Elternpaar angeführt und es gehören ihm mehrere Jungtiere unterschiedlichsten Alter an. Ein Kojotenpaar bleibt meistens über viele Jahre zusammen, entsprechend lange hält auch so ein Familienverband. Innerhalb der Familie herrscht überwiegend ein freundliches Sozialverhalten. Gejagt wird entweder alleine, als Paar oder in der Gruppe.

Kojoten bilden Reviere, die sie mit ihrem Urin kennzeichnen. Aber auch ihr bekanntes Heulen dient u.a. der Revierkennzeichnung. Leider lässt sich der Kojote auch vom Heulen anlocken. Daher ahmen diese das Heulen nach, locken so die Kojoten an und schießen sie dann regelrecht ab.

Wanderung

Auf der Suche nach einem neuen Revier können die jungen Kojoten sich bis zu 150 km von ihren Eltern entfernen.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Kleinsäugern, Fischen, Krabben, Insekten und sogar Früchten. Aber auch Aas und Abfälle verschmäht der Kojote nicht. Große Tiere erjagt der Kojote nur, wenn es sich um schwache oder kranke Tiere handelt. Gegen gesunde Tiere hat der Kojote keine Chance und kann von ihnen verletzt – ja sogar getötet werden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit fällt meistens in den Januar und Februar. Bei den Kojoten sind nicht nur die Weibchen nur begrenzt paarungsbereit, sondern auch die Männchen. Wenn ein Weibchen noch keinen festen Partner hat, bewerben sich mehrere Männchen um die Gunst. Dabei kommt es zwischen den Männchen häufig zu heftigen Kämpfen, wobei es in seltenen Fällen auch zu tödlichen Verletzungen kommen kann. Wenn sich das Weibchen für ein Männchen entschieden hat, zieht das Paar sich in einen Wohnhöhle zurück und paart sich mehrmals am Tag.

Nach einer Tragzeit von 60 bis 64 Tagen bringt das Weibchen 5 bis 7, teilweise sogar bis zu 10 blinde Junge mit einem Gewicht von 350 g zur Welt. Das Fell der Neugeborenen ist seidig und braun. Die Augen öffnen sich mit 10 bis 15 Tagen. Kurz danach beginnen die Jungen neben der Muttermilch auch von der Mutter ausgewürgtes Fleisch zu fressen.

In der ersten Woche kümmert sich der Vater um die Nahrungsbeschaffung und legt die Beute vor den Höhleneingang, wo das Weibchen diese dann aufnimmt. Nach etwa 5 bis 6 Wochen beginnen die Jungen mit der Erkundung ihrer Umgebung außerhalb ihres Baues. Mit 8 Wochen werden sie entwöhnt, und verstärkt im Jagen unterrichtet. Hierzu schleppen die Eltern immer wieder lebende Beute an, damit die Jungen das Erbeuten und Töten üben können.

Wenn der Sommer sich dem Ende nähert lösen sich nach und nach die Jungen von den Eltern und begeben sich auf Reviersuche. Junge Weibchen bleiben teilweise bei den Eltern und ziehen im folgenden Jahr die Jungen mit auf. Die jungen Kojoten werden mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Kojoten gehören zur Familie der Hunde (Canidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Polarfüchse (Alopex)
  • Kurzohrfüchse (Atelocynus)
  • Waldfüchse (Cerdocyon)
  • Mähnenwölfe (Chrysocyon)
  • Rothunde (Cuon)
  • Falklandfüchse (Dusicyon)
  • Lycalopex
  • Afrikanische Wildhunde (Lycaon)
  • Marderhunde (Nyctereutes)
  • Löffelhunde (Otocyon)
  • Pseudalopex
  • Waldhunde (Speothos)
  • Graufüchse (Urocyon)
  • Vulpes

Systematik

Zur Gattung der Wolfs- und Schakalartige (Canis) gehören auch die Arten:

  • Streifenschakal (Canis adustus)
  • Goldschakal (Canis aureus)
  • Haushund (Canis familiaris)
  • Wolf (Canis lupus)
  • Timberwolf (Canis lycaon)
  • Schabrackenschakal (Canis mesomelas)
  • Rotwolf (Canis rufus)
  • Äthiopischer Wolf (Canis simensis)

Coydogs

Coydogs sind die Bastarde zwischen Kojoten und Haushunde. Diese Tiere gelten als unberechenbar und scheu und gelten daher als „Störenfried“ in der Natur. Auch sind diese Bastarde Haustieren gegenüber wesentlich aggressiver als der Kojote und greift diese auch an. Dann pflanzen sie sich viel stärker fort, da diese Tiere bereits mit einem Jahr geschlechtsreif werden und zweimal im Jahr Junge bekommen können.

Status

Für die Kojoten besteht heute keine unmittelbare Bedrohung. Obwohl er teilweise auch recht stark vom Menschen gejagt wurde (und leider immer noch wird), profitierte er doch von dem Rückgang der Wolfbestände (diese wurden noch stärker durch den Menschen gejagt). Da der Wolf sein einziger natürlicher Feind ist, war es durch die Reduzierung derer möglich, sich in dessen Verbreitungsgebiete mit auszubreiten. Daher ist das Verbreitungsgebiet der Kojoten größer geworden. Auch führt seine verhältnismäßig hohe Fortpflanzung dazu, dass es trotz der Jagd der Menschen zu keiner Reduzierung des Kojoten-Bestandes kommt. Ebenso ist es vom Vorteil, dass der Kojote sich als Kulturfolger besonders gut an Veränderungen anpassen kann als die meisten anderen Raubtiere.

Warum wird der Kojote immer noch vom Menschen gejagt? Er steht bis heute nicht unter Schutz und es werden teilweise sogar noch Abschussprämien gezahlt. Denn viele Farmer sehen in den Kojoten eine Gefahr für ihr Vieh. Was die Farmer nicht sehen: Der Kojote erbeutet im Normalfall nur schwache und kranke Tiere, fungiert somit praktisch als „Gesundheitspolizei“.

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Kojote: Der kleine Verwandte des Wolfs
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Bildnachweise: Jim Cumming/shutterstock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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