Pelzkäfer identifizieren und loswerden

  • Der Pelzkäfer ist in der freien Natur ein Nützling.
  • Es sind die Larven, die die Löcher in Textilien nagen.
  • Die erwachsenen Käfer zieht es zum Licht.

Wenn Sie plötzlich Löcher im Teppich oder in Ihrer wollenen Kleidung entdecken, die Sie für die heißen Monate fortgeräumt hatten, kann der Pelzkäfer am Werk sein. Genauer gesagt: die Pelzkäferlarven, denn sie sind es, die organische Textilien fressen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie einen Befall mit den Schädlingen erkennen und wie Sie die Tiere wieder loswerden.

1. Der Pelzkäfer hat ein sehr typisches Äußeres

Der Pelzkäfer (Attagenus) zählt wie die Teppichkäfer auch zur Familie der Speckkäfer. Es gibt mehrere verschiedene Arten: Ein Gemeiner bzw. Gefleckter Pelzkäfer ist ebenso eine Gefahr für Ihre Textilien wie ein Brauner. Ersterer bringt es allerdings auf bis zu sechs Millimeter Länge, während Letzterer nur rund vier Millimeter lang wird.

1.1. Der erwachsene Käfer trägt Pelz

larve gemeiner pelzkäfer

Die Larven des Pelzkäfers sind häufig leichter zu entdecken als die Käfer selbst. Sie können auch etwas heller gefärbt sein.

Seinen Namen hat der Pelzkäfer nicht von ungefähr bekommen: Sein ganzer ovaler Körper ist bedeckt von feinen Haaren – wie ein Pelz. Der gemeine Pelzkäfer ist dunkelbraun oder schwarz und hat hellere Flecken auf den Flügeln. Beim etwas kleineren Braunen Pelzkäfer fehlen diese Flecken; die Insekten sind insgesamt heller. Erstere Art stammt aus Mitteleuropa, die Zweite aus Afrika.

Die Weibchen legen jeweils etwa 50 Eier auf einmal. Dabei achten sie darauf, dass die schlüpfenden Larven in der Nähe etwas zu fressen finden. Die ausgewachsenen Käfer können sich nicht mehr wie die Larven ernähren: Sie fressen ausschließlich Nektar und Pollen aus Blüten.

1.2. Die Larven sind bedeutend größer als adulte Tiere

Larvenzeit ist variabel

Je nach Temperatur und Nahrungsmenge verpuppen sich die Larven nach sechs Monaten bis hin zu drei Jahren. Der ausgewachsene Käfer lebt noch etwa einen Monat.

Die Pelzkäferlarven sind viel heller als die erwachsenen Käfer: Sie haben eine goldgelbe Färbung und laufen nach hinten leicht konisch zu. Am Rumpf tragen sie ein Büschel aus längeren Haaren. Sie bringen es auf eine Größe von 12 bis 15 Millimeter und überragen damit die erwachsenen Tiere deutlich. Während ihrer Larvenzeit häuten sie sich mehrmals, ehe sie sich verpuppen.

In der freien Wildbahn übernehmen die Pelzkäferlarven eine wichtige Rolle: Sie sind imstande, Keratin zu verdauen – das ist der Stoff, aus dem Fell, Haut, Horn und Federn bestehen. Sie tragen also wesentlich dazu bei, dass die Überreste toter Tiere möglichst schnell verschwinden.

2. So gelangen die Pelzkäfer ins Haus

vogelhäuschen im garten

Der Pelzkäfer legt seine Eier gern in Nestern, Vogelhäuschen oder Kobeln ab.

In der freien Natur legen die Weibchen der Pelzkäfer ihre Eier zum Beispiel gern in die Nester von Vögeln, Bienen oder Wespen. Auch Eichhörnchenkobel sind beliebt. Hier finden die Larven meist viel organisches Material, das sie nach dem Schlüpfen fressen können. So kommt es leichter zu einem Befall in der Wohnung, wenn unter dem Dach Vogelnester hängen oder wenn ein Vogelhäuschen direkt in Hausnähe aufgehängt ist.

Die Käfer fühlen sich vom Licht angezogen und kommen so durch offene Fenster in die Wohnung. Finden sie hier ideale Bedingungen, ist das eine weitere Ursache für den Befall: Perfekt für die Tiere sind etwa durch Spalten oder Ritzen erreichbare Kleidungsstücke, die länger nicht bewegt werden. Aber auch dunkle Verstecke in Teppichnähe (oder darunter) sind wie gemacht für die Eiablage, ebenso wie Stellen tief unter den Schränken, wo sich Staub und Haare sammeln.

3. Vom Pelzkäfer geht keine Gefahr aus

Sie werden kaum mal einen Pelzkäfer im Bett entdecken, und Bisse oder Stiche haben Sie von den Tieren auch nicht zu befürchten: Sie sind für den Menschen nicht gefährlich. Die einzige mögliche Beeinträchtigung für die menschliche Gesundheit besteht darin, dass die feinen Haare der Larven unter Umständen eine Allergie auslösen können.

Schädlinge im Museum

In Naturkundemuseen können Pelzkäfer erheblichen Schaden anrichten: Die Larven tun sich gütlich am Fell- oder Federkleid ausgestopfter Tiere.

Trotzdem sind die Tiere im Haus Schädlinge. Die Pelzkäferlarven sind ausgesprochen gefräßig und vergreifen sich an

  • Teppichen
  • Bettwäsche
  • Kleidung aus Wolle
  • Pelz
  • Leder

Verstecken sie sich in dunklen, schwer zugänglichen Ecken, können sie sich auch von Haaren ernähren, die sich hier sammeln. So richten sie zwar weniger Schaden an, sind aber auch schwerer zu finden.

4. Befall entdecken Sie durch Käfer oder Schäden

fraßschäden in teppich durch pelzkäferlarven

Wenn Sie Löcher in Ihren Textilien entdecken, können die Larven des Pelzkäfers daran Schuld sein.

Die Pelzkäferlarven verstecken sich gern im Dunkeln, daher werden Sie sie ohne Nachforschung nicht finden. Viel eher kann es sein, dass Sie die ausgewachsenen Tiere selbst entdecken: Sie sitzen ab und zu am helllichten Tag am Fenster und möchten hinaus ins Licht. Finden Sie solche Tiere, können Sie sie getrost hinauslassen: Draußen sind sie ja nützlich. Allerdings sollten Sie rasch Ihre Teppiche, Polstermöbel und anderen Textilien auf einen Larvenbefall untersuchen.

Vielleicht fallen Ihnen auch als Erstes unregelmäßig geformte Löcher in Ihren Gebrauchstextilien auf. Auch jetzt sollten Sie auf die Suche gehen. Vermuten Sie einen Befall, stellen Sie am besten eine Pheromonfalle auf: Sie lockt die männlichen erwachsenen Tiere an, die an einem Klebestreifen hängen bleiben. So stellen Sie fest, ob ein Befall besteht, und verhindern zumindest eine weitere Vermehrung.

5. Es gibt viele Wege, den Pelzkäfer zu bekämpfen

Es gibt mehrere Schritte, die Sie bei einem Befall durch Pelzkäfer durchführen müssen. Wichtig ist zunächst die Behandlung der befallenen Textilien:

  • Was bei mindestens 60 Grad waschbar ist, sollten Sie waschen.
  • Polstermöbel und Teppiche reinigen Sie mit dem Dampfstrahler (den können Sie im Baumarkt ausleihen).
  • Größere Textilien können bei 60 Grad in den Herd – mindestens für eine, besser noch für zwei Stunden.
  • Was die Hitze nicht verträgt, kommt für zwei bis drei Tage in die Gefriertruhe – oder im Winter nach draußen.

6. Mit Hausmitteln gegen den Pelzkäfer

staubsauger unter dem bett um pelzkäfer zu bekämpfen

Saugen Sie auch an unzugänglichen Stellen Staub, nehmen Sie den Pelzkäferlarven den Lebensraum.

Nach der Behandlung der Textilien sollten Sie dafür sorgen, dass die Larven keinen Lebensraum mehr finden: Reinigen Sie die Wohnung sehr gründlich mit dem Staubsauger. Rücken Sie dafür die Möbel von den Wänden und saugen Sie darunter und dahinter sowie die Rückwand und die Oberseite sorgfältig ab.

Alle Schubladen und Schränke, in denen Larven waren, räumen Sie ganz aus. Saugen sie sorgfältig aus und wischen sie danach mit Essigwasser durch. Verschließen Sie wenn möglich alle Ritzen und Lücken oder streuen Sie Kieselerde hinein.

Manche Larven haben auch natürliche Fressfeinde:

7. Fallen helfen bei der Bekämpfung

Mit Fallen fangen Sie zwar nicht die Larven, aber zumindest die erwachsenen Tiere. Pheromonfallen locken nur die Männchen an. UV-Licht-Fallen hingegen wirken für alle Pelzkäfer: Sie werden vom Licht angelockt und bleiben je nach Falle an einem Klebestreifen hängen oder sterben durch einen kurzen Elektroschock.

Tipp: Beugen Sie der Wiederkehr der Tiere vor: Kleben Sie Fliegengitter in die Fenster und legen Sie Zedernholz oder Lavendelpäckchen in Ihre Schränke. Die Tiere mögen den Geruch nicht und bleiben fern.

8. Bei schwerem Befall hilft der Schädlingsbekämpfer

Helfen alle genannten Maßnahmen nicht gegen den Befall, verständigen Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Er kann die genaue Brutstätte lokalisieren und weiß, wie er die Schädlinge loswerden kann. Überlassen Sie es auch ihm, mit Insektengiften umzugehen – in Laienhand können diese Stoffe auch für Menschen gefährlich werden.

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