Holzwurm bekämpfen: Einfache Hausmittel gegen den Holzschädling

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  • Holzwürmer sind Larven des gemeinen Nagekäfers, die sich durch Möbel, Balken und Holzgegenstände fressen.
  • Ein Holzwurmbefall kann großen Schaden anrichten und sollte schnell behoben werden.
  • Möchten Sie den Holzwurm bekämpfen, gibt es zahlreiche günstige Mittel, die Abhilfe verschaffen.

Zahlreiche kleine Löcher zieren das Holz und Häufchen aus Sägemehl bedecken den Boden. Ein eindeutiges Zeichen: Da ist der Holzwurm drin. Ein Befall mit den Schädlingen ist nicht nur unschön, sondern kann auch ganze Gebäude gefährden.

Wir geben Ihnen Tipps, mit welchen einfachen Mitteln Sie Holzwürmer bekämpfen können, wie Sie einen Befall frühzeitig erkennen und was zur Vorbeugung hilft.

1. Der Holzwurm ist eigentlich eine Käferlarve

Beim Holzwurm handelt es sich um die Larve des gemeinen oder gewöhnlichen Nagekäfers. Sie leben oft über Jahre in feuchtem, weichem Holz und fressen sich durch Möbel, Brennholz oder  Balken. Deswegen werden die gefräßigen Insekten auch als Holzschädlinge bezeichnet.

Die Larven selbst verlassen ihren Wohnort bis zu ihrem Erwachsenenstadium nie und können dadurch sehr viel Schaden im Holz anrichten. Wenn sie sich einmal zu einem Käfer entpuppt haben, verlassen sie die Kinderstube, um sich zu vermehren.

1.1. Die Larven fressen sich jahrelang durch das Holz

gemeiner nagekäfer auf holz

Aus den Larven im Holz entpuppt sich der Nagekäfer.

Der Nagekäfer legt seine Eier bevorzugt in Holzspalten oder kleine Risse von verbautem Holz. Frisches Holz mag er nicht und gehört deswegen zu den Trockenholzschädlingen. Die geschlüpfte Larve frisst sich durch das Holz und legt in seiner zwei- bis achtjährigen Entwicklungsphase unzählige Fraßgänge an.

Nachdem die Larve mehrere Wachstumsphasen abgeschlossen hat, verpuppt sie sich und ein ausgewachsener, geschlechtsreifer Käfer schlüpft aus einem kleinen Loch. Er sucht sich einen Kopulationspartner und der gesamte Zyklus beginnt von vorne. Dabei sind die Insekten sehr ortstreu und legen ihre Eier am liebsten dort ab, wo sie selbst geschlüpft sind. Bei Bedarf fliegt er aber auch davon und sucht sich einen neuen Nistplatz.

Der Nagekäfer ist etwa 2,5 bis 5 Millimeter groß, bräunlich und besitzt leicht behaarte Flügel. Charakteristisch ist sein höckerartiges Halsschild, unter dem sein Kopf versteckt ist.

1.2. Weiches Holz an kühlen Orten mögen sie am liebsten

Bei der Holzart ist der Schädling nicht sehr wählerisch, weswegen er auch überall zu finden ist: Auf dem Dachstuhl, in Möbeln, Holzfenstern sowie jedem hölzernen Haushaltsgegenstand. Am liebsten hat er jedoch weiche Holzregionen. Kernholz ist ihm zu hart, sodass er meist in Splintholz anzutreffen ist. Frühholz ist ebenfalls weicher als Spätholz, sodass er diese Teile bevorzugt zerfrisst. Das Alter des Holzes ist ihm hingegen relativ egal.

Die Larven brauchen eine Holzfeuchtigkeit von mehr als 10 Prozent und fühlen sich an kühlen Orten besonders wohl. Hitze und sehr trockenes Holz bekommen ihnen nicht gut. Sie sind also besonders in kühlen Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit anzutreffen.

2. Holzwürmer erkennen Sie an kleinen Löchern und Holzmehl

fraßschaden symbolbild holzwurm bekämpfen

Der Holzwurmbefall ist eindeutig: Zahlreiche kleine Lächer durchdringen das Holz und auf dem Boden sammelt sich Holzmehl.

Als Baustoff ist Holz nahezu unverzichtbar. Deswegen ist es nicht nur ärgerlich, sondern auch riskant, wenn sich im Dachstuhl oder anderen Orten Holzwürmer einnisten. Einen Holzwurmbefall erkennt man am einfachsten anhand kleiner Löcher, die als Ausschlupf nach der Verpuppung entstehen. Sie haben einen Durchmesser von ein bis zwei Millimeter. Je nach Stärke des Befalls können es nur vereinzelte Löcher sein oder aber das Objekt ist bereits komplett durchlöchert.

Um herauszufinden, ob die Holzschädlinge noch ihr Unwesen treiben, suchen Sie den Boden nach Holzmehl ab. Am einfachsten ist es, wenn Sie ein Blatt Papier unter den Löchern auslegen. Warten Sie ein paar Tage und kontrollieren anschließend, ob sich darauf feines Holzmehl gesammelt hat, das die Larven durch das Bohren der Gänge und das Fressen produzieren. In diesem Fall ist schnelles Handeln angesagt, um den Holzwurm zu bekämpfen.

2.1. Holzwurm bekämpfen mit einfachen Mitteln

Wie bei allen Schädlingsproblemen gilt, je früher Sie den Befall erkennen und bekämpfen, desto besser – besonders wenn es sich um tragende Balken oder kostbare Möbelstücke handelt. Dabei müssen Sie nicht zwingend auf Chemikalien und Gift zurückgreifen. Es gibt auch zahlreiche einfache Hausmittel, mit denen Sie den Holzwurm bekämpfen können, solange es sich um mobile Gegenstände und keine fest verbauten Hausteile handelt.

Achtung: Viele Holzgegenstände sind sehr sensibel. Verwenden Sie deswegen nur Mittel, die das Objekt auch gut verträgt. Bei Bedenken oder besonders wertvollen Möbeln und Instrumenten erkundigen Sie sich besser vorab bei einem Fachmann.

In der folgenden Übersicht haben wir für Sie einige Methoden zusammengestellt, mit denen Sie auf einfache und günstige Weise den Holzwurm bekämpfen können.

2.1.1. Temperatur

Holzwürmer mögen gemäßigte Temperaturen. Hitze und Kälte sind wirksame Mittel, um die Schädlinge aus befallenen Gegenständen zu beseitigen. Die Larven sterben ab Temperaturen von über 55 Grad oder unter -18 Grad Celsius.

  • Packen Sie Möbel im Sommer in schwarze Folie und stellen sie in die pralle Sonne. Auch ein in der Sonne geparktes Auto entwickelt genügend Hitze, um die Larven abzutöten.
  • Kleinere Gegenstände können Sie gut für ein paar Tage einfrieren oder in den Backofen für 1–3 Stunden bei 55–60 Grad Celsius legen.

Lassen Sie die Gegenstände anschließend langsam abkühlen, damit keine Risse entstehen.

Tipp: Wenn Sie eine Sauna besitzen, können Sie diese natürlich auch gut zur Holzwurmbekämpfung nutzen. Etwas einfacher, jedoch zeitaufwendiger ist ein Föhn: 20 Sekunden lang auf jedes Loch bei höchster Hitzestufe richten.

2.1.2. Eicheln

Für große Gegenstände, die zu schwer zum Tragen sind, ist die Temperatur-Behandlung unpraktisch. Ein sehr humanes Holzwurmmittel ist die Umsiedlung mit Hilfe von Eicheln. Die Larven werden von dem Geruch angelockt und nisten sich darin ein. Sobald Sie ein Loch in der Schale sehen, entfernen Sie die Eichel und legen eine neue hin. Wenn Sie keine Löcher mehr in den Eicheln entdecken können, waren Sie erfolgreich.

2.1.3. Alkohol

toter holzwurm auf balken

Mit dem geeigneten Hausmittel lassen sich die Holzwürmer schnell beseitigen.

Ein weiteres Mittel gegen Holzwurm ist Spiritus, der jedoch nur für kleinere und dünne Gegenstände geeignet ist. Verwenden Sie ausschließlich Isopropanol-Alkohol, der in der Apotheke leicht erhältlich ist.

Das Holz wird die Behandlung meist gut überstehen, testen Sie es aber besser vorab an einer kleinen unauffälligen Stelle. Wenden Sie das Isopropanol nur in gut gelüfteten Räumen oder im Freien an. Tragen Sie den Alkohol großzügig mit einem Pinsel auf das Holz auf und wickeln den Gegenstand für ein paar Tage in Folie ein, damit das Mittel einwirken kann. Damit sollten Sie alle Larven loswerden.

2.2. Bei großen Flächen: Fachmann rufen

Bei tragenden Balken oder wenn bereits große Bereiche im oder am Haus befallen sind, wenden Sie sich unbedingt an einen Spezialisten. Der Fachmann kann Ihnen für diesen Fall die richtige Methode empfehlen. Hierfür eignet sich beispielsweise eine großflächige thermische Behandlung oder der Einsatz von Gas.

Einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe finden Sie beim Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband.

2.3. Den entstandenen Schaden können Sie mit Wachs beheben

Ist der Holzwurm einmal erfolgreich bekämpft, geht es an die Sanierung der Objekte. Dazu können einzelne, stark marode Teile entfernt und durch neue ersetzt werden. Geht es lediglich darum, die unschönen Löcher zu verdecken, finden Sie im Fachhandel farbiges Wachs oder Holzkitt, um die Stellen zu verschließen. Dafür eignen sich am besten kleine Spezialgeräte aus dem Restauratorenbedarf. Durch das Wachs wird das Holz auch gleichzeitig wieder gestärkt.

3. Vorbeugung mit der richtigen Lagerung und Imprägnierung

löcher in holz nach holzwurmbefall

Die entstandenen Schäden lassen sich bei frühzeitiger Bekämpfung des Holzwurms wieder beheben.

Bevor Sie überhaupt den Holzwurm bekämpfen müssen, ist es natürlich noch besser, wenn Sie von vornherein von ihm verschont bleiben. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, Holzmöbel in einer trockenen und warmen Umgebung zu lagern.

Besonders kritische Objekte, wie Gartenmöbel, können Sie zudem mit einem Holzschutzmittel behandeln. Außerdem gibt es für sehr problematische Gegenstände chemische Mittel gegen Holzwürmer, die vorbeugend wirken. Die bekanntesten Präparate sind Holzwurm-Ex und Holzwurmtod.

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Ein Gedanke zu „Holzwurm bekämpfen: Einfache Hausmittel gegen den Holzschädling

  1. Michael Berger

    Mit Holzwurm hatte ich auch schon Probleme, hab aber die Erfahrung gemacht, dass Hausmittel nichts helfen. Auf jeden Fall würde ich immer die Finger von giftigen Mitteln lassen, die schaden sowohl dem Holz als auch den Menschen. Ich habe einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, der alle betroffenen Stellen mit einer Wärmebehandlung bearbeitet hat. Das hat auch gut geholfen, seitdem habe ich keine Probleme mehr mit Holzwürmern. Es war auch ein echter Schock, die Insekten in meinem Haus zu entdecken, aber zum Glück hat die Wärmebehandlung gut geholfen.

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