Fellwechsel beim Pferd: Unterstützen Sie es mit der richtigen Pflege und dem richtigen Futter

Pferd mit Trense im Winterwald
Wann findet der Fellwechsel beim Pferd statt?

Der Fellwechsel von Pferden findet im Herbst und im Frühling statt.

Muss man bei der Fütterung bestimmte Dinge beachten?

Der Fellwechsel beim Pferd kostet viel Energie, daher sollten Sie in der betreffenden Zeit anders füttern als sonst, um den höheren Nährstoffbedarf zu decken.

Was kann man sonst noch tun, um den Fellwechsel fürs Pferd einfacher zu gestalten?

Um Ihrem Pferd den Fellwechsel zu erleichtern, können Sie zudem durch sorgfältiges Putzen einen Großteil der alten Haare entfernen und den Juckreiz durch schuppige Haut lindern.

Der Fellwechsel beim Pferd findet zweimal im Jahr statt, nämlich im Herbst und im Frühjahr. Im Herbst entwickeln die Tiere das Winterfell, mit den länger werdenden Tagen verlieren sie es wieder. Wie Sie Ihr Pferd in dieser Zeit unterstützen können, erfahren Sie hier.

1. Wie der Fellwechsel beim Pferd abläuft

Mädchen mit zwei Pferden im Stall

Gerade im Winter, wenn es kein frisches Grünfutter gibt, beginnt der Fellwechsel beim Pferd.

Jeweils um die Sonnenwende herum beginnt der Organismus der Tiere, sich langsam auf die kommende Saison einzustellen. Das heißt, dass sich im Spätsommer in der Haut der Tiere bereits der dichte, tiefliegende Winterpelz zu bilden beginnt. Im Herbst haaren die Tiere nicht so sehr, schließlich brauchen sie im Winter alle Wärme, die sie bekommen können. Wie dicht das Winterfell wird, hängt vor allem von der Rasse ab: Ein Isländer zum Beispiel bekommt ein wesentlich dickeres Fell als ein Araber.

Ende Dezember, nach der Wintersonnenwende, beginnt die Zeit, in der das Sommerfell gebildet wird. Es ist schon ganz ausgebildet, ehe das Winterfell ausfällt. Das bedeutet, dass das Pferd in den kalten Monaten, in denen es oft selten nach draußen kommt und nur wenig frisches Futter erhält, viel Energie für die Haarneubildung benötigt. Ist das Sommerfell bereit zum Wachsen und werden die Tage spürbar länger, beginnt das Winterfell auszufallen. Das kann – je nach Rasse und Alter des Pferdes – wenige Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern.

Pferde, die besonders beansprucht werden, leiden besonders unter dieser zusätzlichen Anstrengung: Ein Sportpferd, eine Zuchtstute, ein chronisch krankes oder ein altes Pferd müssen Sie daher besonders sorgfältig unterstützen. Auch Tiere mit einem schwachen Immunsystem oder Stoffwechselstörungen sind jetzt gefährdet. All diese Tiere können etwa mit einer Gewichtsabnahme auf den Fellwechsel reagieren, dauerhaft müde sein oder krank werden.

2. Das richtige Futter während des Fellwechsels beim Pferd

Pferde fressen aus einem Trog

Während des Fellwechsels müssen Sie Ihren Pferden über das Futter mehr Energie zuführen.

Achten Sie darauf, dass das Raufutter für die Tiere möglichst hochwertig ist – Silage kann schädlich sein, besser ist gutes Heu. Das allein reicht allerdings nicht aus, um den steigenden Eiweiß- und Mineralstoffbedarf der Pferde zu decken, die ein neues Fell für den Sommer bilden müssen. Es braucht eine ganze Reihe von Nährstoffen dafür, etwa

  • Omega-3-Fettsäuren
  • Zink
  • Selen
  • Schwefel
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Biotin
  • Mangan
  • Folsäure
  • Vitamin E

Um sicherzustellen, dass Sie Ihrem Pferd über das Zusatzfutter genau die Nährstoffe geben, an denen es ihm mangelt, sollten Sie ein Blutbild anfertigen lassen. Zwar gibt es extra Mineralfutter, aber wenn Ihr Pferd nicht alle Inhaltsstoffe braucht, können diese den Stoffwechsel auch belasten. Die wichtigen Fettsäuren verabreichen Sie dem Tier über Öle wie Leinöl, Raps- oder Nachtkerzenöl, Hanf- oder Borretschsamenöl. Wenn Sie davon pro Tag etwa 50 Milliliter unter das Futter mischen, reicht das aus.

Tipp: Alte Pferde sollten Sie am besten getrennt von jungen und starken füttern – so stellen Sie sicher, dass sie auch wirklich ihre ganze Ration abbekommen.

2.1. Kräuter und Bierhefe sind gängige Ergänzungen zum Futter

Setzen Sie grundsätzlich soweit möglich auf natürliche Futtermittel statt auf synthetische. Kräuter entlasten die Leber und reinigen die Atemwege in dieser anstrengenden Zeit. Es gibt spezielle Kräutermischungen für den Herbst und das Frühjahr, in denen alle wichtigen und hilfreichen Kräuter enthalten sind. Die Tiere freuen sich über den würzigen Zusatz im Futter. Außerdem tut ihnen auch ein Apfel und eine Karotte am Tag gut.

Ein beliebtes Hausmittel, das den Fellwechsel beim Pferd unterstützt, ist auch Bierhefe. Diese regt die Darmbakterien der Tiere an, die so die wichtigen Nährstoffe besser aufnehmen können. Die Bierhefe dosieren Sie nach dem Gewicht Ihres Pferdes: es reichen 10 Gramm je 100 Kilogramm aus.

Tipp: Ein immer beliebteres Ergänzungsfuttermittel für Pferde im Fellwechsel ist auch Naturmoor. Dabei handelt es sich um Torf, welcher schonend aus einem Moorgebiet abgebaut wird. Das Moor enthält viele wichtige Mineralien, ist natürlich und wird von Pferden häufig leicht mit dem Futter aufgenommen, da es geruchs- und geschmacksneutral ist. 

3. So putzen Sie während des Fellwechsels Ihr Pferd

Hand putzt Rücken eines Pferdes mit Bürste

Mit den passenden Bürsten lösen Sie das dichte Winterhaar und verschaffen Ihrem Pferd so Erleichterung.

Mit Striegeln und Kämmen oder Bürsten, die tief in das weiche Fell greifen, lösen Sie die dicken Winterhaare. Sie werden feststellen, dass Ihr Pferd das Putzen in dieser Phase mehr genießt als sonst, denn Sie befreien es von einer Last. Stellen Sie fest, dass Ihr Pferd schuppige Haut hat, können Sie den Anteil an zinkhaltigem Futter erhöhen – dies kann nämlich ein Anzeichen für einen entsprechenden Mangel sein.

Neben ausgedehnten Putzrunden können Sie Ihrem Pferd auch anderweitige Unterstützung bieten: Bringen Sie zum Beispiel Wurzelbürsten in seiner Box an, an denen es sich reiben kann. Und auch auf der Weide sollte es die eine oder andere hölzerne Ecke geben, an der das Tier gegen den Juckreiz vorgehen kann.

Achtung: Verzichten Sie besser darauf, Ihr Pferd während des Fellwechsels zu waschen: Das dichte Unterhaar trocknet nur langsam.

Sie können mit den richtigen Fellwechselhelfern möglichst viele der ausfallenden Haare entfernen. Wie das funktioniert, sehen Sie in diesem Video:

4. Reagieren Sie, wenn Probleme auftreten

Tierärztin untersucht ein Pferd

Tierärzte finden heraus, woran die Probleme beim Fellwechsel Ihres Pferdes liegen.

Durch den Energiebedarf beim Fellwechsel kann Ihr Pferd an Gewicht verlieren. Das ist vor allem der Fall, wenn es sich nicht um ein starkes, jung erwachsenes und gesundes Tier handelt. Erhöhen Sie in diesem Fall die Futterration – Sie können ihm bis zu einem Drittel mehr geben. Lassen Sie am besten vorher abklären, welche Nährstoffe dem Tier fehlen, und passen Sie die Rationen entsprechend an.

Geht der Fellwechsel beim Pferd gar nicht oder nur sehr zögerlich vonstatten, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Er kann den Grund dafür herausfinden und überprüfen, ob unter Umstände das Equine Cushing Syndrom vorliegt. Gleiches gilt, wenn das Pferd kahle Stellen entwickelt – hier kann ein Mineralstoffmangel (vor allem ein Zinkmangel) vorliegen, aber auch ein Pilz kommt in Betracht.

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