Zahnstein beim Hund: Tipps zum Entfernen und Vorbeugen

Woran erkennt man, ob ein Hund Zahnstein hat?

Anfangs bilden sich gelb-braune bis grau-gelbe Verfärbungen, die sich mit der Zeit zu einer harten Schicht entwickeln.

Ist Zahnstein gefährlich für Hunde?

Kleinere Verfärbungen sind zunächst nicht schlimm. Breiten sie sich jedoch aus, kann es zu schmerzhaften Entzündungen kommen.

Kann man Zahnstein vorbeugen?

Es gibt gute Methoden, um Zahnstein beim Hund vorzubeugen. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Ernährung an. Auch Kauknochen und einige Spielzeuge helfen, die Bildung zu vermeiden.

Wie Sie erkennen, ob Ihr Hund Zahnstein hat und warum es wichtig ist, ihn rechtzeitig zu behandeln, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Außerdem geben wir Ihnen Tipps für die richtige Vorsorge und wie fortgeschrittener Zahnstein am besten behandelt wird.

1. Nehmen Sie Zahnstein beim Hund ernst

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Erste Anzeichen von Zahnstein sind hier bereits anhand der bräunlichen Verfärbungen zu erkennen.

Wenn ein Hund Zahnstein hat und dieser nicht behandelt wird, kann das wie beim Menschen schlimme Folgen haben. Denn dabei handelt es sich nicht nur um einen unschönen Zahnbelag, sondern um einen potenziellen Entzündungsherd, der Mundgeruch, Schmerzen und sogar Zahnausfall verursachen kann.

Wir Menschen gehen zum Arzt, sobald es wehtut. Außerdem wissen wir, wie wir mit der richtigen Mundhygiene Zahnstein vorbeugen können. Bei einem Hund ist das jedoch anders.

Ein Hund kann sich nicht selbständig die Zähne putzen. Und wenn er Schmerzen hat, kann er uns das nicht einfach sagen. Häufig werden Probleme erst erkannt, wenn er vielleicht nicht mehr kauen mag oder keine Lust mehr zu spielen hat. Deswegen ist es wichtig, dass man als Hundebesitzer Probleme wie Zahnstein frühzeitig erkennt und weiß, wie man sie verhindern kann.

2. Was ist Zahnstein?

Im Speichel eines Hundes sammeln sich Futterreste, Bakterien, Schleimhautzellen, Pilze und alle anderen organischen Partikel. Das alles bildet auf den Zähnen eine Schicht, die auch als Plaque bezeichnet wird. Hier lagern sich mit der Zeit Mineralsalze ein, wodurch die Plaque erhärtet und Zahnstein bildet. 

Fast jeder Hund bekommt irgendwann in seinem Leben Zahnstein. Das ist ganz normal. Solange es sich nur um ein paar Zahnverfärbungen als alter Hund handelt, ist das auch nicht weiter dramatisch. Jedoch bleiben an dem rauen Zahnbelag Bakterien hängen und die sind auf Dauer schlecht für die Zähne und das Zahnfleisch.

2.1. Ursachen für Zahnstein beim Hund

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Ein regelmäßiges Kontrollieren der Zähne hilft, Zahnstein frühzeitig zu erkennen.

Zahnstein hat unterschiedliche Ursachen, die nicht immer nur auf das falsche Futter zurückzuführen sind. Besonders folgende Faktoren begünstigen die Zahnsteinbildung:

  • Ernährung: Viele Nass- und Trockenfutter sind häufig sehr kohlenhydratreich und mit Zucker versetzt. Das ist nicht nur sehr ungesund für den Hund, sondern auch ein idealer Nährboden für Bakterien im Maul. Dadurch entsteht mehr Plaque, was die Bildung von Zahnstein begünstigt.
  • Anatomie: Tatsächlich haben auch die Kopfform und das Gebiss Einfluss auf die Zahnsteinbildung beim Hund. Vielen Rassen wurde ein sehr kleiner Kopf sowie besonders schmale oder kurze Kiefer angezüchtet. Dadurch stehen die Zähne sehr eng, wodurch es zu mehr Ablagerungen kommt. Außerdem ist die natürliche Kaufunktion, die für eine gute Zahnhygiene notwendig ist, dadurch eingeschränkt.
  • Trockener Mund: Hunde, die sehr viel hecheln, haben häufig einen zu trockenen Mund. Der Speichel hat jedoch eine sehr wichtige Funktion, um Bakterien abzutöten. Ist der Speichelfluss zu gering, kann das die Entstehung von Zahnstein ebenfalls begünstigen.
  • Veranlagung: Manche haben Glück mit ihren Zähnen, andere weniger – auch bei Hunden spielt die genetische Veranlagung eine Rolle bei Zahnerkrankungen.

2.2. Manche Hunde sind besonders gefährdet

Grundsätzlich können alle Hunde Zahnstein zu bekommen. Besonders mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Zahnstein bildet. Trotzdem gibt es manche Hunderassen, die häufiger davon betroffen sind: Vor allem kleine Hunderassen mit einem schmalen oder sehr kleinen Kiefer haben ein erhöhtes Risiko. In den eng stehenden Zähne lagern sich Nahrungsreste ab und das Kauen ist eingeschränkt, sodass sich Bakterien schneller ausbreiten.

Schmale Kiefer haben vor allem Hunderassen wie Pudel und Dackel, von eng stehenden Zähnen sind hingegen Rassen wie Malteser und Yorkshire Terrier betroffen. Zusätzlich neigen kleine Hunderassen dazu, mehr zu hecheln, was wiederum die Bildung von Zahnstein begünstigt. 

3. Beim Hund Zahnstein richtig erkennen

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Höchste Zeit zu handeln: Die Zähne sind bereits komplett verfärbt und das Zahnfleisch entzündet.

Am häufigsten tritt Zahnstein bei Hunden an den Reißzähnen sowie an den Backenzähnen auf. Sie erkennen einen beginnenden Zahnstein ganz einfach an dem gelb-gräulichen Zahnbelag. Ist der Zahnstein schon weiter fortgeschritten, ist er als feste, braun-gelbliche Schicht auf dem Zahn zu erkennen. Meist treten die Verfärbungen am Zahnhals auf, also dort, wo das Zahnfleisch beginnt. Von da aus breitet er sich allmählich auf den ganzen Zahn aus.

Neben den optischen Veränderungen macht sich Zahnstein auch in Form von Mundgeruch bemerkbar. Der Grund für einen schlechten Atem beim Hund kann zwar vielfältige Ursachen haben, ist aber oftmals ein gutes Anzeichen für Zahnstein. Schließlich sammeln sich Bakterien an den Zahnbelägen und zersetzen dort Futterreste, wodurch diese faulen und den schlechten Geruch verursachen.

3.1. Folgen von Zahnstein bei Hunden

Wird Zahnstein nicht rechtzeitig behandelt, kann das sehr schmerzhafte Folgen für den Hund haben. Oftmals bildet sich eine feste Schicht um den Zahn, die ihn und weitere Zähne umhüllt. Am Zahnfleischrand kommt es aufgrund der Fäulnis zu Entzündungen, das Zahnfleisch geht zurück und beginnt irgendwann zu eitern. 

Spätestens jetzt sollte dringend etwas unternommen werden, da sonst der Zahnhalte-Apparat Schaden nimmt, wenn die Entzündung weiter voranschreitet. Der Hund leidet unter Blutungen, starken Vereiterungen, bis hin zu Zahnausfall. Das alles ist begleitet von einem ekelerregenden Mundgeruch sowie sehr starken Schmerzen.

Soweit lassen Sie es natürlich nicht kommen. Dennoch sollten Sie den Zahnstein Ihres Hundes nicht ignorieren und ihn rechtzeitig entfernen lassen, um derartige Probleme zu vermeiden.

4. Die richtige Behandlung bei Zahnstein

Hat Ihr Hund bereits größere Verfärbungen an den Zähnen, sollten Sie grundsätzlich einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann nämlich abschätzen, wie groß das Ausmaß ist und welche Behandlung am besten geeignet ist. Zum Entfernen gibt es in der Regel zwei Methoden:

Ist eine Narkose notwendig?

Bei einer umfangreichen Zahnreinigung auf jeden Fall. Die Behandlung ist sehr unangenehm für den Hund und mit vielen unbekannten, angsteinflößenden Geräuschen verbunden. Es besteht ein Verletzungsrisiko durch plötzliche, abrupte Bewegungen des Hundes.

  1. Leichte Beläge können manuell mit einer einfachen Zahnsteinentfernung beim Hund entfernt werden. 
  2. Ist der Zahnstein bereits weiter fortgeschritten, ist eine professionelle Zahnreinigung mit leichter Narkose notwendig. Hierfür benutzt der Tierarzt in der Regel Ultraschall, mit dem er den Zahnstein lösen und anschließend mit Wasser wegspülen kann. Zusätzlich säubert er die Zahnfleisch-Taschen. Anstatt Ultraschall verwenden manche Tierärzte auch eine sogenannte Zahnstein-Entfernungszange, mit der er die festen Schichten absprengen kann.

4.1. Kosten einer Zahnsteinentfernung beim Tierarzt

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Nach der Zahnreinigung mit Ultraschall sind die Zähne wieder glänzend weiß.

Wie so oft lassen sich Kosten für eine Tierarztbehandlung nicht pauschal angeben, da sie von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängen. So kann das Entfernen von Zahnstein je nach Aufwand, Praxis und Hunderasse zwischen 100 und 400 Euro kosten.

Das Entfernen selbst ist zwar in der Gebührenordnung für Tierärzte geregelt. Hinzu kommen jedoch weitere Kosten wie

  • Narkose
  • Vor- und Nachuntersuchung
  • ästhetische Korrekturen
  • zusätzliche Materialien und Medikamente

5. Zahnstein beim Hund vorbeugen

Um Ihrem Hund die Torturen beim Tierarzt und unnötige Schmerzen zu ersparen, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Vorbeugung. Eine gute Prävention ist am erfolgreichsten, wenn sie regelmäßig  durchgeführt wird. 

5.1. Die richtige Ernährung

Viele Fertigfutter haben einen sehr hohen Anteil an Getreide und Zucker, was sehr schlecht für die Zähne ist. Achten Sie deswegen auf hochwertiges und artgerechtes Futter, das auf solche Zusätze möglichst verzichtet. 

Tipp: Ein Apfel wirkt natürlich gegen Zahnstein. Geben Sie Ihrem Hund alle paar Tage einen Apfel zum Zerbeißen, denn die enthaltene Säure bringt Ablagerungen zum Aufweichen. Das ist allerdings nur sinnvoll, wenn Ihr Hund nichts gegen einen solchen Snack hat, da nicht jeder Hund gerne Obst isst.

5.2. Kauknochen und Spielzeuge

Wie sieht es mit Dental-Snacks aus?

Im Handel gibt es zahlreiche Dental-Sticks für Hunde. Da es zu diesen bisher keine wissenschaftlich eindeutigen Erkenntnisse gibt, ist die Wirkung umstritten. Fakt ist: Die Stangen bestehen größtenteils aus Getreide und enthalten kaum zahnpflegende Zusätze. Außerdem sind sie so weich, dass ein großer Hund sie ohne Nagen in kurzer Zeit verschlingt. Der hygienische Nutzen ist also eher fraglich.

Ochsenziemer, Schweineohren, Büffelhautknochen und andere Kauknochen sind ideal zur Zahnreinigung. Das Kauen auf den harten Knochen löst Ablagerungen und regt den Speichelfluss an, wodurch die Ablagerungen aufweichen. Nehmen Sie aber keine verarbeiteten Kauknochen mit Zuckerzusatz. Sonst ist der Effekt wieder hinfällig.

Zudem gibt es im Handel diverses Spielzeug zur Zahnpflege, zum Beispiel Bälle oder Knochen. Diese haben spezielle Oberflächen aus Lamellen und Noppen, durch die der Hund beim Spiel seine Zähne reinigt.

Auch ein Zergel ist hierfür sehr gut geeignet und kann ganz leicht selbst hergestellt werden. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Video:

5.3. Zahnbürsten und Zahnsteinentferner

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Auch ein Stück Geweih zum Kauen ist eine ideale Zahnreinigung.

Im Fachhandel finden Sie zahlreiche spezielle Zahnbürsten und Fingeraufsätze, mit denen Sie Ihrem Hund regelmäßig die Zähne putzen können. Es gibt sogar spezielle Zahncremes und Pulver gegen Zahnstein. Diese wirken gut zur Vorbeugung oder bei beginnendem Zahnstein. Je früher Sie Ihren Vierbeiner an das Putzen gewöhnen, desto einfacher haben Sie es später, wenn es ein alter Hund ist und die Reinigung immer nötiger wird.

Neben den genannten Hausmitteln gibt es auch diverse Utensilien wie Zahnsteinschaber oder Zahnsteinentferner-Zangen zu kaufen. Wenn Sie sich damit nicht auskennen, sollten Sie diese Gegenstände jedoch nicht verwenden, da die Verletzungsgefahr hier sehr groß ist. Lassen Sie das lieber von einem Tierarzt oder ausgebildeten Tierpfleger durchführen.

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Ein Gedanke zu „Zahnstein beim Hund: Tipps zum Entfernen und Vorbeugen

  1. Lisa

    Das ist wirklich mal ein interessanter Beitrag! Under Hund hat ständig Zahnschmerzen und Besuche beim Tierarzt sind die Folge. Wir werden die Tipps ausprobieren und hoffen auf Erfolg 🙂

    Vielen Dank!!

    Antworten

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