Berner Sennenhund: Alles über Charakter, Verhalten und Pflege dieses schönen Hundes

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  • Berner Sennenhunde sind mit ihrem freundlichen und treuen Wesen beliebte Familienhunde.
  • Hunde dieser Rasse brauchen engen Familienanschluss, Bewegungsfreiheit und sinnvolle Beschäftigung.
  • Wer einen Berner Sennenhund anschaffen will, sollte genug Raum und Zeit haben, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Der Berner Sennenhund ist der ideale Familienhund.

Ein Berner Sennenhund ist schön und ein treuer Lebensgefährte.

Der Berner Sennenhund gilt als der Schönling unter den Haushunden. Mit seinem dichten Fell in den drei Farben schwarz, braunrot und weiß sowie seinen sanften braunen Augen zieht er bewundernde Blicke nicht nur von Hundeliebhabern auf sich. Anziehend sind auch seine inneren Werte, mit denen er viele Herzen im Sturm erobert: Aufmerksamkeit, Gutmütigkeit, Gelassenheit.

Wenn Sie sich einen Berner Sennenhund ins Haus holen, bekommen Sie einen anhänglichen und treuen Lebensbegleiter, der Ihr Wohl und das Ihrer Familie liebevoll im Auge behält. Dabei bleibt er besonnen und zurückhaltend.

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über den Berner Sennenhund. Sie erhalten Informationen zu seiner Herkunft und wir berichten über seine Stärken und Schwächen. Darüber hinaus geben wir Ihnen Tipps für die Anschaffung. Am Ende finden Sie in einem Steckbrief alle wichtigen Merkmale noch einmal kurz zusammengefasst.


1. Die Herkunft des Berner Sennenhundes

Die Vorfahren des Berner Sennenhundes lebten in verschiedenen Regionen in der Schweiz, hauptsächlich im Kanton Bern. Es waren Bauernhunde, die als Wachhunde für Haus und Hof, zum Viehtreiben und zum Ziehen von Lasten eingesetzt wurden.

Rassestandard

Der Rassestandard beschreibt in der Hundezucht das Idealbild für die jeweilige Hunderasse. Züchter versuchen, diesem Idealbild möglichst nahezukommen. Tatsächlich erfüllen nur wenige Hunde die vorgegebenen Standards vollständig. Rassestandards werden immer wieder neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Inzwischen wird auch auf Gesundheitsfaktoren Wert gelegt.

Ursprünglich hießen sie „Dürrbächler“. Der Name geht auf den südlich von Bern gelegenen kleinen Weiler Dürrbach zurück. Von dort aus nahm die Verbreitung dieser Hunderasse ihren Ursprung.
1907 wurde der „Schweizerische Dürrbach-Klub“ (heute der “Schweizerische Klub für Berner Sennenhunde”) gegründet, der die Rassemerkmale für die Züchtung aufstellte.

Im kynologischen Weltverband FCI (Fédération Cynologique Internationale), der für die einheitliche Beschreibung der Rassestandards für Hunde zuständig ist, ist die „Schweizerische Kynologische Gesellschaft“ (SKG) für die Rassestandards der Schweizer Hunderassen verantwortlich.

In der FCI-Rassennomenklatur sind über 340 Hunderassen gelistet. Berner Sennenhunde zählen zur Gruppe der Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde.

1.1. Weitere Schweizer Sennenhunde

Neben dem Berner Sennenhund, der mit seinem gemäßigten Temperament oft liebevoll nur “Berner” genannt wird, gibt es noch weitere Arten, die zur Rasse der Schweizer Sennenhunde gehören.

Welche dies sind und welche Eigenschaften sie vom Berner Sennenhund unterscheiden, haben wir für Sie in einer Tabelle zusammengestellt.

Schweizer Sennenhunde Besondere Merkmale
Appenzeller Sennenhund
  • sehr bewegungsfreudig
  • sehr bellfreudig
  • misstrauisch gegenüber Fremden
  • für sportliche, aktive Hundehalter
  • Kurzhaar
  • wenig verbreitet
Entlebucher Sennenhund
  • klein: bis 50 Zentimeter (Rüde)
  • sehr agil
  • Kurzhaar
Großer Schweizer Sennenhund
  • groß: bis zu 72 Zentimeter (Rüde)
  • braucht Vollzeitbeschäftigung
  • Kurzhaar

1.2. Der Bernhardiner ist kein Schweizer Sennenhund

Bernhadiner Bergrettung Rum

Der Bernhardiner gehört zu den doggenartigen Hunden.

Der Bernhardiner – offiziell St. Bernhardshund – gehört laut FCI-Systematik nicht zum Rassetyp der Schweizer Sennenhunde, sondern zu den doggenartigen Hunden und dort zur Unterkategorie Berghunde.

Er stammt aus dem Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, das von den Augustiner-Chorherren gegründet wurde.  Die Mönche haben diese Hunderasse lange Zeit gezüchtet. Bernhardiner wurden als Rettungshunde für Lawinenopfer eingesetzt und haben viele Menschenleben gerettet.

Der Bernhardiner ist der Nationalhund der Schweiz und noch eine Nummer größer als der Berner Sennenhund. Ein ausgewachsener Rüde kann 90 Zentimeter groß und 85 Kilogramm schwer werden.

2. Der Berner Sennenhund ist gutmütig und wachsam

Der Berner Sennenhund ist heute vor allem wegen seiner Gutmütigkeit ein sehr beliebter Familienhund. Unter seinem dicken und schön gezeichneten Fell verbirgt sich ein liebevolles Wesen. Er ist ein treuer und kinderlieber Hund. Kleinen Kindern gegenüber ist er sehr tolerant und übernimmt die Funktion eines Beschützers. Voraussetzung dafür ist, dass er von klein auf nur gute Erfahrungen mit Kindern gemacht hat. Trotzdem sollten Kinder nur unter Aufsicht von Erwachsenen mit einem so großen Hund zusammen sein.

Ein Berner Sennenhund übernimmt auch gerne den Wachdienst für Ihr Anwesen. Es ist ihm angeboren, seine Umgebung aufmerksam zu beobachten. Kommt ihm etwas komisch vor, zeigt er es an. Er hat ein gutes Gespür dafür, wenn Gefahr droht. Ist dies der Fall, verteidigt er furchtlos und ohne zu zögern seine Bezugspersonen. Aggressiv und bissig wird er aber nicht.

Info: Von großen Haushunden wird erwartet, dass sie potenziell gefährliche Situationen für ihre Bezugspersonen erkennen und sie im Ernstfall verteidigen. Angreifer oder Eindringlinge sollen sie in die Flucht schlagen. Dabei dürfen sie knurren, bellen, Zähne fletschen – beißen dürfen sie nicht.

2.1. Diese Merkmale beschreiben den Berner Sennenhund

Zu den wichtigsten Rassemerkmalen des Berner Sennenhundes zählen:

  • Fellfarben: tiefschwarze Grundfarbe mit braunroten Flecken an den Backen, über den Augen, an allen vier Läufen und auf der Brust; weiße Blesse, weiße Kehl- und Brustzeichnung; weiße Pfoten und Rutenspitze
  • Fellstruktur: lang und glänzend, schlicht oder leicht gewellt
  • Körperform: kräftig, muskulös, mittellang
  • Ohren: mittelgroß, in Ruhe flach anliegend, bei Aufmerksamkeit nach hinten aufgerichtet

Die wichtigsten Wesensmerkmale des Berner Sennenhundes sind:

  • intelligent
  • furchtlos
  • aufmerksam
  • gutmütig

Info: Die für eine Hunderasse allgemein anerkannten typischen Wesensmerkmale geben nur tendenziell einen Hinweis darauf, wie ein bestimmter Hund tatsächlich ist. Jedes Tier hat seinen ganz individuellen Charakter. Geprägt wird dieser vor allem vom Erbgut, vom Züchter und den Lebensbedingungen beim Hundehalter.

3. Was der Berner Sennenhund braucht

Der Berner Sennenhund braucht Nähe und engen Kontakt zum Menschen. Sie müssen sich im Klaren sein, dass er Ihre ganze Zuneigung und Aufmerksamkeit haben will. Mehr als jede andere Hunderasse sucht der Berner Sennenhund das Zusammenleben in menschlicher Gesellschaft – auch den körperlichen Kontakt. Berner lieben es, gestreichelt, gekrault und geknuddelt zu werden.

Wandern mit Berner Sennenhunden

Ein Berner Sennenhund lässt sich gerne spannende Dinge zeigen.

Darüber hinaus benötigen Berner Sennenhunde Bewegung, Beschäftigung und Abwechslung. Sie lieben lange Spaziergänge, bei denen sie mit ausgiebigem Herumschnüffeln die Umgebung erkunden können. Damit Ihrem Hund nicht langweilig wird, sollten Sie ihm Aufgaben stellen und Spiele einbauen, die seine Intelligenz herausfordern.

Drei Beispiele für Intelligenzspiele:

  • Verstecken: Verstecken Sie ein Spielzeug oder Leckerli und lassen Sie Ihren Hund danach suchen.
  • Aufräumen: Weisen Sie Ihren Hund an, ein Spielzeug an den Aufbewahrungsort, zum Beispiel eine Kiste, zu bringen.
  • Hütchenspiel: Verstecken Sie ein Leckerli unter einem von drei Hütchen, während der Hund zuschaut. Verschieben Sie die Hütchen und lassen Sie den Hund das richtige anzeigen. Sollte das nicht gleich gelingen, verringern Sie die Geschwindigkeit beim Verschieben, bis Ihr Hund erfolgreich ist.

Bewegungsfreiheit braucht der Berner Sennenhund auch im heimischen Lebensbereich. Ein Anwesen mit Auslauf ist ideal für ihn. Infrage kommen beispielsweise ein Bauernhof, ein Reitbetrieb oder ein Haus mit einem großen Garten. Eine kleine Stadtwohnung ist keinesfalls geeignet.

Sportliche Aktivitäten, bei denen Wendigkeit und Schnelligkeit gefragt sind, sind nicht so das Ding eines Berner Sennenhundes. Wenn Sie Ihre Freizeit gerne mit Joggen oder Radfahren verbringen, ist diese Hunderasse als Begleitung nicht geeignet.

Achtung: Berner Sennenhunde vertragen aufgrund ihres langen und dichten Fells keine Hitze. Lassen Sie Ihren Hund in den Sommermonaten nicht lange ungeschützt im Freien. Er braucht dann ein schattiges und kühles Plätzchen. Wenn Sie Ihren Urlaub gerne im sonnigen Süden verbringen, muss Ihr Hund zu Hause bleiben.

3.1. Bei der Erziehungsarbeit ist Fantasie gefragt

Berner Sennenhunde sollten stets mit Einfühlungsvermögen erzogen werden.

Bei allzu strengen Erziehungsmethoden läuft der Berner einfach davon.

Was für alle großen Hunde gilt, ist auch für den Berner Sennenhund unerlässlich. Sie müssen ihn von klein auf mit einer konsequenten Erziehung an das Leben im menschlichen Umfeld gewöhnen. Da er sich freut, wenn er beschäftigt ist, und gern Neues hinzulernt, ist die Erziehungsarbeit in der Regel nicht besonders schwierig.

Strenge Erziehungsmaßnahmen führen allerdings nicht zum Ziel. Der Hund entzieht sich dann Ihrer Befehlsgewalt und trottet von dannen. Vielmehr ist beim Erziehen Ihre Fantasie gefragt, wie Sie Ihren Hund zum Lernen motivieren und zum Gehorchen bewegen.

3.2. Eine artgerechte Gesundheitsvorsorge

Berner Sennenhunde sind wie alle großen Hunderassen anfällig für Beschwerden am Bewegungsapparat (Hüftgelenks- und Ellbogendysolasie). Deshalb sollten sie nicht Treppen steigen.

“Maligne Histiozytose“ nennt sich eine erblich bedingte Krebserkrankung, die fast nur bei Berner Sennenhunden auftritt,  dafür aber leider sehr häufig. Auch Nieren- und andere Krebserkrankungen können die Gesundheit dieser Hunderasse schwächen. Das Krankheitsrisiko beeinflusst auch das Durchschnittsalter, welches Berner Sennenhunde erreichen. Es liegt bei nur 7-8 Jahren.

Einige Züchter versuchen der hohen Anfälligkeit für Krankheiten des Berner Sennenhundes durch Einkreuzung mit anderen Hunderassen entgegenzuwirken. Populär sind beispielsweise Mischlinge aus Paarungen mit dem Deutschen Schäferhund, dem Australian Shepherd oder ein Mix mit dem Neufundländer.

3.3. Die individuelle Ernährung

Berner Sennenhunde Ratgeber zum Alter

Dem Berner Sennenhund tut’s gut, wenn Sie auf seine Figur achten.

Für die Ernährung eines Berner Sennenhundes sind keine speziellen Kenntnisse notwendig. Er kommt mit allen Möglichkeiten der Hundefütterung zurecht: Trockenfutter, Nassfutter, selbst Zubereitetes. Das Futter sollte aber einen hohen hohen Fleischanteil haben. Seine Vergangenheit als Bauernhund kommt ihm dabei zugute. Damals hat er bekommen, was in der Küche übrig blieb.

Da der Berner Sennenhund zu Übergewicht neigt, sollten Sie die Nahrungsmengen vorsichtig dosieren. Bei Fertigfutter reichen in der Regel Fütterungsempfehlungen im unteren Bereich. Vergessen Sie nicht, auch Leckerli bei der Berechnung der Nahrungsaufnahme zu berücksichtigen.

Welpen und Junghunde sollten vier- bis fünfmal täglich gefüttert werden. Beim erwachsenen Berner Sennenhund sind zwei Mahlzeiten angebracht. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Hund bewegt und wiegen Sie ihn regelmäßig, um das Gewicht unter Kontrolle zu halten.

3.4. Gute Pflege fürs lange Fell

Das langhaarige Fell des Berner Sennenhundes sollte mehrmals wöchentlich gut gebürstet, verfilzte Haare immer vorsichtig ausgekämmt werden. Zum Fellwechsel im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten notwendig. Dennoch werden Sie mit einem Berner Ihren Haushalt kaum frei von den Haaren Ihres Hundes halten können.

Im Sommer wird es dem Berner Sennenhund unter dem dicken Fell schnell heiß. Viele Hundehalter lassen ihren Hund dann scheren.

Hier sehen Sie, welche Vor- und Nachteile dies bringt:

  • der Hund schwitzt weniger
  • es ist weniger Fellpflege nötig
  • in der Wohnung sammeln sich weniger Haare
  • wie das Fell farblich nachwächst, lässt sich nicht absehen
  • oft wächst das Fell noch dichter nach
  • manche Hunde leiden nach dem Kürzen ihres Fells

Besser als eine Schur ist es, die Unterwolle immer sorgfältig auszukämmen und so für eine gute Durchlüftung der Haut zu sorgen.

Zur täglichen Pflegeroutine gehört auch ein Kontrollblick auf Augen, Ohren, Gebiss, Pfoten und Krallen. Damit können Veränderungen rechtzeitig erkannt und die Ursachen behandelt werden.

Info: Ein gepflegtes Fell sieht nicht nur schön aus, es bringt dem Hund auch gesundheitliche Vorteile. Es fördert die Durchblutung und bewirkt eine bessere Luftzirkulation.

4. Was ein Berner Sennenhund kostet

Berner Sennenhund Welpen kaufen

Achten Sie beim Welpenkauf lieber auf die Gesundheit als auf den Preis.

Ein solides Einkommen und finanzielles Polster ist empfehlenswert, wenn Sie sich für einen Berner Sennenhund entscheiden. Kosten für Futter und Tierarzt, die räumlichen Anforderungen sowie unvorhersehbare Ereignisse sind nicht zu vernachlässigende Ausgabeposten fürs Haushaltsbudget. Viele Hundehalter dieser Rasse berichten von beträchtlichen Ausgaben für den Ersatz von zerkauten Sofas, Autositzen oder Kleidungsstücken.

Bei den Anschaffungskosten sollten Sie nicht sparen und sich auf die Kompetenzen von seriösen Züchtern verlassen. Für einen reinrassigen Welpen müssen Sie mit einem Preis ab 1.000 Euro rechnen. Je nach Aufwand, den ein Züchter betreibt, kann diese Summe weit höher liegen.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Züchter großen Wert auf gesundheitliche Aspekte legt und die Welpenversorgung sehr gewissenhaft betreibt. Ansonsten werden Sie später sehr viel Geld für den Tierarzt aufbringen müssen.

Tipp: Beim Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V. (SSV) erhalten Sie Informationen über seriöse Züchter mit Welpen .

Neben den Ausgaben für die Anschaffung fallen diverse Kosten zur Hundehaltung an. Da Berner Sennenhunde sehr viel fressen ist mit monatlichen Kosten von mindestens 100 Euro alleine für das Futter zu rechnen. Weitere Kostenpunkte zur Haltung finden Sie in unserem Artikel über große Hunde.

5. Steckbrief: Berner Sennenhund

Steckbrief Berner Sennenhund
Ursprungsland Schweiz
Gezüchtet seit 1907
Größe Rüden 64-70 Zentimeter
Größe Hündinnen 58-66 Zentimeter
Gewicht Rüden 45-58 Kilogramm
Gewicht Hündinnen 35-48 Kilogramm
Lebenserwartung 7-8 Jahre
Charakter gutmütig und anhänglich mit vertrauten Personen; selbstsicher und friedlich bei Fremden
Verwendung Begleithund, Familienhund
Für wen geeignet Bauernhof-, Reiterhofbesitzer, Familien
Eher nicht geeignet für Anfänger, Sportler
Anschaffungspreis Welpe ab 1.000 Euro
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