Hundeleine: Für jede Situation das richtige Modell

hund mit hundeleine
  • Die Hundeleine ist das wichtigste Zubehör beim Spaziergang oder im Hundetraining.
  • Auf eine Leine muss in jeder Situation Verlass sein. Die Wahl des richtigen Modells ist deswegen sehr wichtig für Hund und Mensch.
  • Hundeleinen gibt es in den unterschiedlichsten Längen, Materialien und Farben.

Die Auswahl an Hundeleinen auf dem Markt ist gerade für Neulinge gigantisch. Es gibt sie nicht nur in den unterschiedlichsten Farben, auch im Material, der Länge und Funktionsweise unterscheiden sie sich gravierend. Jede Hundeleine hat eine spezielle Funktion und damit Vor- und Nachteile.

Beim Kauf gibt es also einiges zu beachten. Im folgenden Artikel helfen wir Ihnen, die passende Leine zu finden.

1. Die Hundeleine verbindet Mensch und Tier

Eine Hundeleine ist der verlängerte Arm des Hundeführers und damit entscheidend für die Kommunikation zwischen Vier- und Zweibeiner beim Spaziergang. Sie dient der Kontrolle, damit der Hund nicht ungehindert davonlaufen kann und stellt eine essenzielle Verbindung her.

Damit der Hund dies akzeptiert, ist es wichtig, ihn bereits im Welpenalter daran zu gewöhnen. Nur so funktioniert das Team Mensch und Hund. Ist der Hund bereits leinenführig, gibt es unterschiedliche Modelle für den Spaziergang, den Sport oder das Training.

Große Marken wie Trixie oder Hunter bieten ein umfangreiches Sortiment an Materialien und Farbvarianten. So findet jeder die geeignete Hundeleine für sich und seinen Liebling.

1.1. Auf die Länge kommt es an

Muss der Hund im Wald an die Leine?

In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung, wo man einen Hund freilaufen lassen darf und wo nicht. Jedes Bundesland und sogar jede Stadt kann die Leinenpflicht selbst regeln. Informieren Sie sich also vorab, wie die Gesetzeslage in Ihrem Bundesland aussieht. In fünf Bundesländern besteht im Wald jedoch keine Leinenpflicht: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Hundeleinen gibt es in den unterschiedlichsten Längen, von einem halben bis hin zu zwanzig Metern ist alles im Angebot. Kurze Leinen dienen der besseren Kontrolle, lange Leinen ermöglichen dem Hund viel Freiraum. Für den Alltag genügt jedoch in der Regel eine Leine mit einer Länge von 3–5m. Längere Leinen werden vorrangig beim Hundesport und -training eingesetzt.

Im Grunde ist es ganz einfach: Wenn Sie mit Ihrem Hund in der Stadt unterwegs sind, ist eine kurze Leine sinnvoll, da sie ihn damit gut unter Kontrolle haben. Sind Sie im Park oder Wald unterwegs, empfiehlt sich eine längere Hundeleine, mit der ihr Hund eine größere Freiheit genießt.

2. Unterschiedliche Modelle im Detail

Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Leinenmodelle vor und wofür sie am besten eingesetzt werden. Neben Halsband und Hundegeschirr gehört die Leine zum wichtigsten Hundezubehör und sollte daher nicht unüberlegt gekauft werden. Eine Hundeleine muss spezielle Anforderungen erfüllen, damit Sie und ihr Hund möglichst viel Freude zusammen haben.

2.1. Die Führleine gehört zur Grundausrüstung

berner sennenhund mit führleine im wald

Ein Berner Sennenhund geht im Wald an einer klassischen Führleine spazieren.

Bei der Führleine handelt es sich um das Standardmodell unter den Hundeleinen: Sie hat eine Länge von 1,5–3m, unterschiedliche Ösen sowie zwei Karabinerhaken – einen für das Halsband und einen weiteren, um die Länge der Leine sowie die Handschlaufe einzustellen.

Die Führleine ist durch ihre verstellbare Länge sehr flexibel und sowohl für kleine wie auch große Hunde geeignet. Sie wird in der Stadt eingesetzt, wenn Sie mit Ihrem Hund durch größere Menschenmenge gehen müssen und viele Straßen überqueren. Sie können die Leine aber auch wunderbar beim Spaziergang im Park oder Wald einsetzen, wo das Ableinen nicht erlaubt ist. Durch die verstellbare Länge können Sie Ihrem Hund trotzdem etwas Freiraum ermöglichen.

Mit Hilfe der zwei Karabiner und der verschiedenen Ösen können schnell und einfach unterschiedlich große Schlaufen gebildet werden. Dadurch kann sie in der Hand gehalten oder ganz einfach als Umhängeleine um die Schulter gelegt werden.

Tipp: Die Führleine gehört in jeden Haushalt eines Hundebesitzers, da sie eine sehr gute Kontrolle bietet, aber gleichermaßen sehr flexibel einsetzbar ist.

2.2. Trainingsleinen für Erziehung und Sport

Trainingsleinen werden eingesetzt, wenn dem Hund sehr viel Bewegungsfreiheit ermöglicht werden soll, beispielsweise auf dem Hundeplatz beim Gehorsamstraining. Andere Trainingsleinen dienen dem unkomplizierten An- und Ausziehen für Hundesportarten wie Agility.

2.2.1. Die lange Schleppleine

sheltie steht neben herrchen mit 10m schleppleine

Die lange Schleppleine ist vor allem bei der Erziehung großer, aktiver Hunde sehr hilfreich.

Besonders Besitzer von großen Hunden kennen diese sehr lange Art von Hundeleine, die gerne von Hundetrainern bei der Erziehung zum Einsatz kommt. Die Schleppleine hat eine Länge von etwa 10m, teilweise sogar bis zu 20m. Sie hat den Vorteil, dass der Hund sich frei bewegen kann, im Notfall aber immer noch eine Verbindung zum Herrchen besteht.

Die Schleppleine kann eingesetzt werden, um jungen Hunden das Herkommen beizubringen, ist aber auch bei der Fährtensuche sehr nützlich. Durch die Schleppleine behält der Besitzer stets den Kontakt zum Hund, falls dieser einmal nicht folgen sollte.

Für normale Spaziergänge kann sie ebenfalls eingesetzt werden, jedoch wird sie aufgrund der Länge sehr schnell schmutzig und nass. Das kann besonders im Winter sehr unangenehm sein. Deswegen ist das Tragen von Handschuhen empfehlenswert. Auch wenn der Hund einmal schnell wegrennt und Sie ihn zurückhalten möchten, haben Sie mit Handschuhen deutlich mehr Griff.

Achtung: Die lange Leine kann schnell zu einer Stolperfalle für andere Fußgänger werden, wenn Sie nicht aufpassen.

2.2.2. Zwei in einem: Die Retrieverleine

labrador an moxonleine

Die Schlaufe der Retreiverleine zieht sich um den Hals des Labradors fest zusammen.

Bei der Retrieverleine – oder auch Moxonleine genannt – handelt es sich um eine spezielle Führleine, bei der Halsband und Leine miteinander kombiniert sind. Diese Leine macht also ein zusätzliches Halsband überflüssig, da die Retrieverleine selbst eine Schlaufe um den Hals bildet. Diese zieht sich zusammen oder löst sich, je nach Zugverhalten des Hundes.

Ursprünglich wurde dieses Modell für die Jagd entwickelt, wo es auch bis heute eingesetzt wird. Der Vorteil besteht darin, dass der Hund nach dem Entfernen der Moxonleine nichts mehr am Körper hat, mit dem er im Unterholz oder unter der Erde hängen bleiben könnte. Außerdem lässt sich die Leine sehr schnell an- und abziehen, weswegen sie mittlerweile auch beim Hundesport wie Agility sehr beliebt ist.

Zum gewöhnlichen Gassigehen ist diese Leine weniger geeignet, da der Würgeeffekt bei falscher Anwendung sich nicht nur negativ auf das Verhalten des Hundes auswirkt, sondern auch gesundheitliche Gefahren birgt.

2.3. Der Klassiker: Die Flexi-Leine

Besonders beliebt für kleine Hunde ist die Flexi-Leine: Sie ist ausgestattet mit einem Wickelmechanismus, worüber man das dünne, mehrere Meter lange Gurtband per Knopfdruck aufrollen kann. Aus diesem Grund wird dieses Modell auch Rollleine bezeichnet. Das Gehäuse, in das sich die Leine einwickelt dient gleichzeitig als Haltegriff. Das bekannteste Modell ist die Flexi Comfort, die mittlerweile schon zu den Klassikern zählt.

frau mit beagle an flexi leine am see

Die Flexi-Leine ist bei vielen Hundebesitzern sehr beliebt.

Der Vorteil dieser Leine ist zunächst die komfortable Handhabung: Dem Hund wird viel Bewegungsfreiheit gegeben, ohne dass die Leine ständig im Dreck schleift, wie es bei der Schleppleine der Fall ist. Außerdem kann die Länge per Knopfdruck ganz schnell fixiert und wieder entriegelt werden.

Der Nachteil dieses Modells ist jedoch, dass der Hund Zug auf die Flexi-Leine ausüben muss, damit sie sich abrollt. Damit gewöhnt er sich das konstante Ziehen an der Leine an, anstatt locker und frei neben seinem Herrchen zu gehen. Außerdem verursacht das abrupte Ende der Leine oder die Betätigung der Stoppfunktion eine enorme Erschütterung auf den Hund aus, was besonders am Hals und Genick zu Schäden führen kann.

Für große Hunde ist eine Rollleine nicht geeignet, da es bei einem starken Zug auch passieren kann, dass die Stoppfunktion versagt, was in einer Gefahrensituation verheerende Folgen haben könnte. Deswegen eignet sich die Flexi-Leine nur für kleine Hunde, die weniger Kraft haben.

2.4. Spezielle Leinen für alle Anlässe

Neben den bereits beschriebenen gängigen Modellen gibt es auch noch Hundeleinen, die nur gelegentlich in speziellen Situationen zum Einsatz kommen:

Modell Beschreibung
Kurzführer Sehr kurze und leichte Führleine mit einer Länge von unter 1/2m. Eignet sich für gehorsame, große Hunderassen, die in gewissen Situationen schnell angeleint werden müssen. Ungeeignet für kleine Hunderassen, junge Hunde und zum Erlernen des Bei Fuß-Gehens.
Doppelleine Eine Leine für zwei Hunde. Optimal für gehorsame Hunde, die gut an der Leine gehen.
Joggingleine Speziell für das gemeinsame Joggen entwickelt: Besteht aus einem gepolsterten Bauchgurt, einer verstellbaren Leine sowie einem Rückdämpfer, der das Ziehen des Hundes abfedert.
Befreiungsleine Halsband und Hundeleine sind verbunden (ähnlich der Retrieverleine). Die Besonderheit ist, dass selbst unter Zug ein Karabiner gelöst werden kann, um den Hund zu befreien. Wird vor allem bei der Jagd eingesetzt, wenn der Hund schnell lossprinten muss.

3. Die Wahl des Materials spielt ebenfalls ein Rolle

Nicht nur das richtige Modell ist entscheidend, sondern auch aus welchem Material die Leine bestehen soll. Meist sind es persönliche Vorlieben, die über die Materialwahl entscheiden. Manchmal sind es aber auch ganz praktische Gründe. Hauptsächlich werden drei Materialien für Hundeleinen verarbeitet:

  • Leder
  • Nylon
  • Biothane

3.1. Leder ist angenehm und sieht gut aus

Leder ist der Klassiker unter den Hundeleinen: Es ist reißfest, beständig, liegt gut in der Hand und sieht edel aus. In der Anschaffung sind diese Hundeleinen zwar etwas teurer als andere Materialien, sind dafür bei guter Pflege aber sehr langlebig.

Besonders bei Führleinen ist Leder sehr beliebt, da es einlagig nicht zu schwer und damit auch für kleinere Hunde geeignet ist. Für große Hunde eignen sich mehrlagige Lederleinen, die dadurch schwerer sind, aber dafür umso robuster. Für sehr lange Schleppleinen wird Leder jedoch aufgrund des Gewichts selten verwendet.

3.2. Nylon ist am vielseitigsten

welpe beißt auf hundeleine

So eine Leine muss einiges aushalten, wenn ein Welpe darauf herum beißt.

Die meisten Hundeleinen werden aus Nylon hergestellt, denn das Textilgewebe ist reißfest, leicht und zudem sehr günstig. Die Fasern werden entweder miteinander verwoben oder geflochten. Nylon eignet sich als Material für sämtliche Arten von Leinen. Ob rot, schwarz, gelb oder pink – es ist in allen Farben erhältlich und kann zusätzlich mit Reflektoren ausgestattet werden für den Spaziergang in der Dämmerung.

Besonders für Welpen eignet sich eine Leine aus Nylon, da sie besonders leicht ist und den jungen Hund nicht belastet. Außerdem beißen Welpen gerne noch in die Leine. Auch wenn die meisten Leinen bissfest sind, können die spitzen Zähnchen auf Dauer viel Schaden anrichten. Bei einer günstigen Nylonleine ist das verkraftbarer als bei einer teuren Lederleine.

3.3. Biothane ist besonders pflegeleicht

Ähnlich dem Nylon ist Biothane, ein Polyestergewebe mit einem Kunststoffüberzug. Dieses Material ist noch relativ neu am Markt, vereint jedoch alle Vorteile von Nylon und Leder: Es ist sehr stabil, besitzt eine sehr gute Haptik und ist zudem noch sehr pflegeleicht, da Schmutz auf der Kunststoffoberfläche kaum haften bleibt. Besonders für Schleppleinen ist dieses Material deswegen ideal.

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