Beutelwolf: Das ehemals größte räuberische Beuteltier

Beutelwolf Paar Illustration

Beutelwolf,  Tasmanischer Wolf, Beuteltiger oder Tasmanischer Tiger.
Wissenschaftlicher Name: Thylacinus cynocephalus. Der Beutelwolf gehörte zu den Beuteltieren.

Erstmals erwähnt: 1808 durch Harris – heute leider ausgestorben

  • Englisch: Thylacine, Marsupial Wolf, Native Tiger, Tasmanian Tiger, Tasmanian Wolf
  • Französisch: Thylacine, Loup marsupial
  • Dänisch: Pungulv
  • Finnisch: Pussihukka
  • Italienisch: Lupo marsupiale, Tilacino
  • Niederländisch: Buidelwolf
  • Schwedisch: Pungvarg
  • Spanisch: Lobo de Tasamania, Lobo marsupial
  • Gattung: Beutelwölfe (Thylacinus)
  • Familie: Beutelwölfe (Thylacinidae)
  • Ordnung: Beuteltiere (Marsupialia)
  • Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Der Beutelwolf erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 85-130 cm, eine Schwanzlänge von 38-65 cm, eine Schulterhöhe von 35-65 cm und ein Gewicht von 15-35 kg. Er hatte insgesamt ein wolfsähnliches Aussehen, allerdings mit kürzeren Gliedmaßen und schmalerer Schnauze. Das Fell war hellgrau bis rotbraun mit 13-19 dunkelbraunen Querstreifen auf dem Rücken, den Oberschenkeln und der Schwanzwurzel, die eine ausgezeichnete Tarnung im dichten Wald boten. Seinen Kiefer konnte er extrem weit öffnen. Die Pfoten trugen stumpfe, nicht zurückziehbare Krallen.

Trotz seines wolfähnlichen Erscheinens war der Beutelwolf kein schneller Läufer, er bewegte sich eher im langsamen Trab.

Der Beutel der Weibchen hatte 4 Zitzen und war nach hinten offen, dadurch wurde verhindert, dass Gras oder Laub hineingerieten.

Im Zoo erreichten einige Tiere ein Alter von 13 Jahren.

Verbreitung

Als Verbreitungsgebiet galt Tasmanien, als Lebensraum soll er dichte Wälder, sowie offene Landschaften bevorzugt haben. Vor 4000-5000 Jahren lebten die Beutelwölfe auch auf Australien. 11.000 Jahre alten Fossilfunde dieses Tieres belegen, dass ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet sogar bis nach Neuguinea reichte.

Feinde

Die Beutelwölfe hatten keine natürlichen Feinde, eventuell waren die Jungtiere die Beute für den Beutelteufel und den Riesenbeutelmarder. Der einzige wirkliche Feind war der Mensch!!!

Lebensweise

Der Beutelwolf war ein nachtaktiver Einzelgänger. Den Tag verbrachte er in einem Lager in Höhlen, unter Steinhaufen oder in hohlen Bäumen oder Baumstämmen. Allerdings war der Beutelwolf in den Zoos auch tagsüber aktiv. Vermutlich hatte er ein eigenes festes Revier.

Ernährung

Die Nahrung bestand aus Kängurus, mittelgroßen bis kleinen Säugern, Vögeln und Reptilien. Da er nicht besonders schnell war, verfolgte er seine Beute so lange, bis diese erschöpft war und somit leicht zu erbeuten war. Irgendwann sah er Schafe als seine Hauptbeute an, somit zog er den Hass der Menschen auf sich.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit war vermutlich Juni bis August. Nach einer Tragzeit von vermutlich 3 Monaten brachte das Weibchen 2-4, meistens 3 Junge zur Welt, die etwa 3 Monate im Beutel blieben. Nach dem die Jungen den Beutel verlassen haben, begleiteten sie bei der Mutter, außer wenn diese auf die Jagd ging. Vermutlich wurden sie mit 6-8 Monaten entwöhnt und mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif.

Leider gelang es den Zoos nicht, dass sich diese Tiere in Gefangenschaft fortpflanzen.

Verwandtschaft

Beutelteufel gehörten zur Ordnung der Beuteltiere (Marsupialia)
dazu gehören auch die Familien:

  • Beutelratten (Didelphidae)
  • Zwergopossums (Microbiotheriidae)
  • Spitzmausopossums oder Opossummäuse (Caenolestidae)
  • Raubbeutler (Dasyuridae)
  • Ameisenbeutler (Myrmecobiidae)
  • Beutelmulle (Notoryctidae)
  • Nasenbeutler, Bandikuts oder Beuteldachse (Peramelidae)
  • Regenwald-Nasenbeutler (Peroryctidae)
  • Kletterbeutler (Phalangeridae)
  • Ringbeutler (Pseudocheiridae)
  • Gleitbeutlerverwandte, Streifenphalanger oder Gleitbeutler (Petauridae)
  • Bilch- und Zwerggleitbeutler (Burramyidae)
  • Honigbeutler (Tarsipedidae)
  • Koalas oder Beutelbären (Phascolarctidae)
  • Wombats oder Plumpbeutler (Vombatidae)
  • Rattenkängurus (Potoroidae)
  • Eigentliche Kängurus (Macropodidae)

Systematik

Der Beutelteufel war der einzige Vertreter seiner Familie der Beutelteufel (Thylacinidae).

Status

Diese Tiere gelten leider als ausgestorben! Das letzte Tier in freier Wildbahn wurde vermutlich 1933 erlegt, denn seit dem hat man keines mehr gefangen oder gesehen. Das letzte in Gefangenschaft starb 1936. Die Ironie hierbei ist, dass der Beutelwolf 1936 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Allerdings gab und gibt es immer wieder Gerüchte, dass noch Beutelwölfe gesichtet wurden, aber keiner dieser Berichte wurde bestätigt, darum hält man das Tier weiterhin für ausgestorben!

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Beutelwolf: Das ehemals größte räuberische Beuteltier
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Bildnachweise: ruskpp/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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