Sibirischer Tiger: Das größte Landraubtier der Welt

Sibirischer Tiger

auch Amurtiger
wissenschaftlicher Name: Panthera tigris altaica. Der Sibirische Tiger gehört zur Unterfamilie der Großkatzen.

(Temminck, 1844)

  • Englisch: Siberian tiger, Amur tiger
  • Französisch: Tigre de Sibérie, Tigre de l’Amour
  • Dänisch: Sibiriske tiger, Amurtiger
  • Finnisch: Siperiantiikeri
  • Isländisch: Síberíutígur
  • Italienisch: Tigre siberiana, Tigre dell’Amur
  • Niederländisch: Siberische tijger
  • Norwegisch: Sibirtiger
  • Portugiesisch: Tigre-siberiano
  • Schwedisch: Sibirisk tiger
  • Spanisch: Tigre siberiano, Tigre de Amur
tiger

Foto von Sibirischen Tigern im Hagenbecks Tierpark, Hamburg, Deutschland
© Copyright Bild / Foto: Sibirischer Tiger
Martina Klein

  • Art: Tiger (Panthera tigris)
  • Gattung: Panthera
  • Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Überfamilie: Katzenartige (Cynofelidae)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Der Sibirische Tiger ist eine Unterart des Tigers. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 200 bis 250 cm, eine Schwanzlänge von 90 bis 100 cm, eine Schulterhöhe von 90 bis 110 cm und ein Gewicht bei Männchen von 180 bis 300 kg und bei Weibchen von 100 bis 167 kg. Die Männchen sind nicht nur deutlich schwerer als die Weibchen, sondern auch größer.. Er ist der größte heute noch lebende Tiger. Die Oberseite des Körpers ist rötlichgelb bis rötlichbraun, die Unterseite wesentlich heller. Im Winter wird die Färbung deutlich heller. Über den Körper verteilt befinden sich locker angeordnet schwarze Streifen. Die Unterwolle ist dicht und von heller Farbe. Teilweise entwickelt sich ein mächtiger Backenbart. Das Fell ist lang und dicht. Im Winter wird das Fell sehr lang und der Tiger hält dann ohne große Schwierigkeiten Temperaturen von bis zu -50 Grad aus.

Dieser Tiger gilt als sehr guter Schwimmer.

In der freien Wildbahn hat der Sibirische Tiger eine Lebenserwartung von 12 bis 20 Jahren. In Gefangenschaft kann er sogar ein Alter von 25 Jahren erreichen.

Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat war früher die Nordmanduschrei, Korea, das Primorsk-, Ussuri- und Amurgebiet. Heute ist der fast ausgestorbene Sibirische Tiger nur noch in Russland beheimatet. Als Lebensraum dienen bevorzugt Wälder und Schilfdickichte.

Feinde

Der Sibirische Tiger hat nur einen Feind, und das ist ausgerechnet der Mensch.

Lebensweise

Der überwiegend nachtaktive Sibirische Tiger lebt einzelgängerisch. Nur in der Paarungszeit leben sie zusammen. Allerdings bilden sie keine Rudel, sondern bleiben paarweise unter sich. Im Sommer liebt es der Sibirische Tiger sich in Seen oder Flüssen abzukühlen.

Ein Männchen hat ein Revier von 800 bis 1000 qkm, in Ausnahmefällen sogar bis zu 3000 qkm, die Reviere der Weibchen sind mit 200 bis 400 qkm deutlich kleiner und reichen meistens in die Reviere eines Männchens hinein. Die Reviere werden mit Urin und Kratzspuren markiert. Die Männchen verteidigen ihre Reviere gegen Rivalen, die Weibchen dulden sie.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Wildschweinen, Hirschen und Wildrindern. Während des Lachszuges fangen sich die Sibirischen Tiger auch Fische. In Notzeiten werden aber auch kleine Säuger und Vögel erbeutet. Bei der Jagd schleicht sich der Tiger meist gegen den Wind an seine Beute an. Dabei presst er sich eng auf den Boden. Wenn er dann nah genug an seinem Opfer ist, tötet er es nach einem kurzen Sprint meistens mit einem Biss in den Nacken oder in die Kehle.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt meistens im Frühjahr. Aber häufig sind die Sibirischen Tiger das ganze Jahr hindurch paarungsbereit. Ein Männchen paart sich dann mit mehreren Weibchen, die in seinem Revier leben. Nach einer Tragzeit von etwa 105 Tagen bringt das Weibchen 2, selten auch bis zu 4 blinde Junge mit einem Gewicht von etwa 1,5 kg an einer geschützten Stelle zur Welt. Das Männchen beteiligt sich nicht direkt an der Jungenaufzucht, überlässt aber dem Weibchen und deren Jungen häufig seine Beute. Nach 2 Wochen öffnen sich die Augen der Jungen. Wenn die Jungen 8 Wochen alt sind, beginnen sie, ihrer Mutter zu folgen und gehen mit ihr auf Streifzügen. Sie beginnen jetzt auch das erste Fleisch zu fressen, bekommen aber bis zum 6. Monaten noch Muttermilch. Erst mit etwa 18 Monaten sind die Jungen dann endgültig selbständig, bleiben aber noch weitere ein bis zwei Jahre bei der Mutter.

Der Sibirische Tiger wird mit 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Tiger gehören zur Familie der Katzen (Felidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Geparde (Acinonyx)
  • Karakale (Caracal)
  • Asiatische Goldkatzen (Catopuma)
  • Altwelt-Wildkatzen (Felis)
  • Wieselkatzen (Herpailurus)
  • Pardelkatzen (Leopardus)
  • Servale (Leptailurus)
  • Luchse (Lynx)
  • Nebelparder (Neofelis)
  • Oncifelis
  • Bergkatzen (Oreailurus)
  • Manule (Otocolobus)
  • Marmorkatzen (Pardofelis)
  • Altkatzen (Prionailurus)
  • Afrikanische Goldkatzen (Profelis)
  • Pumas (Puma)
  • Schneeleoparden (Uncia)

Systematik

Zur Gattung der Panthera gehören auch die Arten:

  • Löwe (Panthera leo)
  • Jaguar (Panthera onca)
  • Leopard (Panthera pardus)

Zur Art des Tigers (Panthera tigris) gehören auch die Unterarten:

  • Südchinesischer Tiger (Panthera tigris amoyensis)
  • Indochinesischer Tiger ()Panthera tigris corbetti
  • Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae)
  • Bengal-Tiger (Panthera tigris tigris)

Status

Leider ist der Sibirische Tiger vom Aussterben bedroht. Er steht in Russland unter strengem Naturschutz. Es gibt keine 300 Sibirischen Tiger mehr. Aber trotz des Schutzes nimmt der Bestand weiter ab. Das kommt daher, weil die Knochen und andere Körperteile in Südostasien als traditionelle „Medizin“ gelten und teuer bezahlt werden.

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Sibirischer Tiger: Das größte Landraubtier der Welt
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Bildnachweise: Vladimir Wrangel/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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