Erdmännchen: Alles über die sozialen Bodenbewohner

Erdmännchen

wissenschaftlicher Name: „Suricata suricatta“. Das Erdmännchen gehört zur Familie der Mangusten.

(Schreber, 1776)

erdmaennchen, manguste

Foto von einem Erdmännchen im Auckland Zoo, Nordinsel, Neuseeland.
© Copyright Bild / Foto: Erdmaennchen 
Rolf Hicker Photography

  • Englisch: Meerkat, Suricate
  • Französisch: Suricate, Meerkat
  • Dänisch: Surikat
  • Finnisch: Nelisormimangusti, Meerkat
  • Isländisch: Jarðköttur
  • Italienisch: Suricato
  • Niederländisch: Stokstaartje
  • Norwegisch: Surikat
  • Portugiesisch: Suricata, Suricato
  • Schwedisch: Surikat
  • Spanisch: Suricata, Suricato

 

  • Gattung: Erdmännchen (Suricata)
  • Familie: Mangusten (Herpestidae)
  • Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Das Erdmännchen erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25 bis 35 cm, eine Schwanzlänge von 17 bis 25 cm und ein Gewicht von 600 bis 1300 g. Dieses kleine Raubtier hat einen schlanken Körper und einen rundlichen, ziemlich breiten Kopf mit stark verlängerter, spitzer Schnauze. Die Augen sind groß und schwarz. Die Ohren sind klein und weitgehend von Haaren verdeckt. Sie können beim Graben in der Erde verschlossen werden. Die Gliedmaßen sind schlank und kräftig. An den Pfoten befinden sich jeweils nur vier Zehen mit sehr langen, kräftigen Krallen, besonders an den Vorderfüßen. Der Schwanz ist lang und schlank und dient beim Aufrechtsitzen als zusätzliche Stütze. Das glatte, kurze Fell ist graubraun bis silbrigbraun oder hellgrau, häufig auch gelblich mit einer bräunlichen Querbänderung auf dem Rücken. Die Schwanzspitze ist schwarz und um die Augen befinden sich dunkle Augenringe. Die Bauchseite und das Gesicht sind aschgrau bis fast weißlich.

Erdmännchen haben in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von 12,5 Jahren. In der freien Natur werden sie dagegen nur etwa 6 Jahre alt.

Verbreitung

Die Heimat sind Südafrika, Namibia, Botswana und Südangola. Als Lebensraum dienen offene Trockengebiete, wie Wüsten, Halbwüsten und Savannen, bevorzugt mit hartem oder steinigen Boden. Wüsten, Wälder und bergiges Gelände werden von den Erdmännchen komplett gemieden.

Feinde

Die natürlichen Feinde der Erdmännchen sind Greifvögel und auch Schlangen.

Lebensweise

Erdmännchen sind tagaktiv, gesellig und bodenlebend. Sie bilden Kolonien mit bis zu 30 Tieren, die aus mehreren Familienverbänden bestehen. Mit ihren kräftigen, langen Krallen graben die Erdmännchen in den harten Boden ihre Höhlen oder graben nach Insekten oder anderen Beutetieren, die sich im Boden versteckt halten. Häufig graben die Erdmännchen aber keine eigenen Höhlen, sondern übernehmen ehemalige Höhlensysteme von Erdhörnchen und vergrößern diese.

Erdmännchen richten sich häufig auf ihren hinteren Gliedmaßen auf, um ihre Umgebung besser beobachten zu können. Besonders morgens oder bei einem Sonnenbad kann man die Erdmännchen in dieser aufrechten Haltung sehen. Während die meisten Tiere einer Gruppe nach Nahrung suchen, übernehmen einige Tiere die Wache, um nach Feinden Ausschau zu halten. Die Wachen stehen dazu auch aufrecht auf erhöhten Stellen oder sogar in Büschen und geben sofort Alarm, wenn Gefahr droht. Ein Piepsen oder Glucksen entspricht dabei einer Warnung und scharfes Bellen oder Knurren bedeutet allerhöchste Gefahr.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Insekten (hauptsächlich Käfer- und Schmetterlingslarven), Spinnentieren, Eiern und kleinen Wirbeltiere, wie Reptilien, Amphibien und Vögel. Hin und wieder stehen auch Früchte auf dem Speiseplan.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit fällt in die feuchtwarme Zeit von Oktober bis März. Ein Weibchen kann bei guten Witterungsbedingungen und Nahrungsvielfalt 2 bis 3 Würfe im Jahr haben. Bei der Aufzucht der Jungen helfen alle Koloniemitglieder.

Nach einer Tragzeit von 75 bis 80 Tagen bringt das Weibchen 2 bis 5 blinde Junge mit einem Gewicht von 25 bis 43 g zur Welt. Die Augen öffnen sich mit etwa 12 bis 14 Tagen. Mit 6 bis 8 Wochen werden die Jungen entwöhnt und beginnen bereits an zu jagen. Mit 3 Monaten sind die Jungen dann selbständig, bleiben aber weiter im Familienverband.

Erdmännchen werden mit etwa einem Jahr geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Erdmännchen gehören zur Familie der Mangusten (Herpestidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Sumpfmangusten (Atilax)
  • Schwarzfußmangusten (Bdeogale)
  • Kusimansen (Crossarchus)
  • Fuchsmangusten (Cynictis)
  • Listige Mangusten (Dologale)
  • Schlankmangusten (Galerella)
  • Zwergmangusten (Helogale)
  • Herpestes
  • Weißschwanzmangusten (Ichneumia)
  • Liberia-Mangusten (Liberiictis)
  • Mungos
  • Trugmangusten (Paracynictis)
  • Meller-Mangusten (Rhynchogale)

Systematik

Zur Gattung der Erdmännchen (Suricata) gehört nur eine Art, das Erdmännchen.

Das Erdmännchen und der Mensch

In Südafrika werden die Erdmännchen nicht gerne gesehen. Zum einen zerstörten sie durch ihre Graberei Farmland und zum anderen können sie die Tollwut übertragen.

Status

Für das Erdmännchen besteht keine unmittelbare Bedrohung.

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Erdmännchen: Alles über die sozialen Bodenbewohner
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Bildnachweise: Rosa Jay/shuttertock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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