Amerikanischer Bison: Alles über die beinahe ausgerotteten Büffel

Buffalo

Amerikanischer Bison oder Indianerbüffel,
wissenschaftlicher Name: Bison bison. Der Amerikanische Bison gehört zur Familie der Hornträger.

(Linnaeus, 1758)
Wissenschaftlicher Name: Bison bison

  • Englisch: American Bison, Buffalo
  • Französisch: Bison d’Amérique du Nord
  • Dänisch: Amerikansk bison
  • Niederländisch: Bizon
  • Portugiesisch: Bisonte
  • Schwedisch: Bisonoxe
bison

Foto von einer Bison-Herde im Yellowstone-Nationalpark im Winter
© Copyright Bild / Foto: Amerikanischer Bison
Rolf Hicker Fotografie

  • Gattung: Bisons (Bison)
  • Unterfamilie: Rinder (Bovinae)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Gruppe: Huftiere (Ungulata)
  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Bisons erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 3,8 m, eine Schwanzlänge von 90 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 1,95 m und ein Gewicht von bis zu 850 kg. Die Weibchen sind um ein Drittel bis zu einem Viertel leichter als die Bullen und erreichen auch nur eine Kopf-Rumpf-Länge von maximal 2,4 m.

Der vordere Teil des Körpers wirkt sehr massig. Diese Wirkung wird unterstütz durch den tief angesetzten Kopf, der einen breiten Schädel aufweist, und dem hochgewölbten Widerrist mit einem abfallenden Rücken. Die Beine sind verhältnismäßig kurz. Der massige vordere Körperbau trägt eine längere, bis zu 50 cm langer Behaarung, genauer der Kopf, Hals und Schulter. An den Vorderbeinen wirkt die längere Behaarung wie „Puffärmel“. Das Fell des restlichen Körpers ist kurz, mit einem dicht behaarten Schwanz. Im Winter bekommen die Bisons ein dickes Winterfell, das sich im Frühjahr in Fetzen ablöst. Die Hörner sind wie ein Halbkreis seitwärts nach oben gebogen und haben stumpfe Spitzen.

Das Fell ist in der Regel braun, gelegentlich aber auch grau, gefleckt oder sogar weißlich.

Bisons sind eher ruhige Tiere. Eigentlich hört man sie nur schnauben oder brummen. Allerdings können Bullen, die während der Brunft aufeinander treffen, ziemlich laut werden.

Bisons haben eine Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren.

Verbreitung

Die Heimat des Bisons reicht von Kanada bis nach Mexiko.

Feinde

Einen richtigen natürlichen Feind haben Bisons nicht. Allerdings halten sich hin und wieder Wölfe in der Nähe von Bisons auf um Jagd auf geschwächte oder kranke Tiere zu machen. Eine richtige Gefahr sind die Wölfe somit nicht. Der größte Feind war einst der Mensch!

Lebensweise

Bisons leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren. Solche Herden bestehen in der Regel entweder nur aus Bullen oder aus Kühen mit ihren Jungen. Man sieht zwar immer riesige Herden, aber innerhalb dieser Herden bleiben die Gruppen unter sich und vermischen sich nicht.

In den Sommermonaten fallen regelrecht zahlreiche Fliegen und Bremsen über die Bisons her. Sie sind eine große Plage. Um diese wieder loszuwerden wälzen sich die Bisons dann ausgiebig im Sand, sie nehmen sogar ein regelrechtes Sandbad.

Trotz ihres mächtigen Vorderkörpers sind Bisons sehr beweglich. Sie sind gute Schwimmer und gute schnelle Läufer. Sie erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 50 km/h!

Wanderung

Bisons waren gezwungen zu wandern. Sobald im jeweiligen aktuellen Weidegebiet alles abgegrast war, wanderte die gesamte Herde zum nächsten Weidegebiet. Die Wanderungen erfolgten zu keinen bestimmten Zeiten und in keine bestimmten Richtungen. Sie richteten sich ausschließlich nach dem Nahrungsangebot. Entsprechend unterschiedlich lang und weit konnte so eine Wanderung sein.

Allerdings spielte das Wetter auch eine Rolle. Die kleinen Herden schlossen sich dann im Juli zusammen und zogen nach Süden. Im darauf folgenden Frühjahr wanderten sie zurück und lösten sich wieder in ihre Kleinherden auf. So eine Wanderung konnte insgesamt bis zu 650 km weit gehen.

Der reinrassige Waldbison war allerdings nicht so wanderfreudig. Heutzutage brauchen die Bisons nicht mehr wandern. Da die meisten Tiere in Reservaten und Nationalparks leben finden sie genug Nahrung. Wenn die Weidegebiete doch mal erschöpft sein sollten, dann wird zugefüttert. Somit verhindert man allerdings auch, dass die Tiere abwandern und die Ländereien der Farmer zerstören.

Ernährung

Die Hauptnahrung besteht aus grünem, trockenem Gras. Auch Kräuter und Stauden werden verzehrt. Waldbisons verzehren hauptsächlich Laub und Zweige. Insgesamt gesehen ist die Nahrung allerdings recht Eiweißarm. Im Winter kommen die Bisons an ihre Nahrung indem sie mit ihren Vorderhufen den Schnee beiseite scharren. Hierbei verzehren die Bisons dann auch Moos und Flechten.

Bisons sind nicht in der Lage länger ohne Wasser auszukommen. Daher müssen sie jeden Tag Wasser zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Die Brunftzeit reicht von Mai bis in den September hinein. Hierzu schließen sich die kleinen Kuh- und Bullen-Herden zu einem großen Brunftverband zusammen. Die Bullen untereinander bekämpfen sich ziemlich heftig. Der Kampf wird aber nicht durch den Tod oder Verletzungen beendet, sondern der schwächere gibt einfach auf und zieht sich zurück, bleibt aber in der Herde.

Nach einer Tragzeit von 9 Monaten bringt das Weibchen ein Kalb mit einem Gewicht von 30 kg zur Welt, selten auch mal Zwillinge. Die Beine sind recht lang, das Fell ist rotbraun und wollig. Bereits nach wenigen Stunden ist das Kalb in der Lage zu laufen und der Herde zu folgen. Nach etwa einem Jahr werden die Kälber entwöhnt. Die Mutter beschützt ihr Junges mit vollem Körpereinsatz.

Bison-Weibchen werden mit 2 Jahren, Männchen mit 3 Jahren geschlechtsreif. Ausgewachsen sind sie allerdings erst mit 6 Jahren.

Verwandtschaft

Bisons gehören zur Familie der Hornträger (Bovidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Mendesantilopen (Addax)
  • Impalas (Aepyceros)
  • Kuhantilopen (Alcelaphus)
  • Stelzengazellen (Ammodorcas)
  • Mähnenspringer (Ammotragus)
  • Springböcke (Antidorcas)
  • Hirschziegenantilopen (Antilope)
  • Eigentliche Rinder (Bos)
  • Nilgauantilopen (Boselaphus)
  • Asiatische Büffel (Bubalus)
  • Takine (Budorcas)
  • Ziegen (Capra)
  • Seraue (Capricornis)
  • Cephalophus
  • Gnus (Connochaetes)
  • Damaliscus
  • Beiras (Dorcatragus)
  • Gazellen (Gazella)
  • Tahre (Hemitragus)
  • Hippotragus
  • Wasserböcke (Kobus)
  • Giraffengazellen (Litocranius)
  • Dikdiks (Madoqua)
  • Gorale (Naemorhedus)
  • Neotragus
  • Schneeziegen (Oreamnos)
  • Klippspringer (Oreotragus)
  • Oryxantilopen (Oryx)
  • Bleichböckchen (Ourebia)
  • Moschusechsen (Ovibos)
  • Schafe (Ovis)
  • Tschirus (Pantholops)
  • Rehantilopen (Pelea)
  • Kurzschwanzgazellen (Procapra)
  • Blauschafe (Pseudois)
  • Spiralhornantilopen (Pseudonovibos)
  • Vietnamesische Waldrinder (Pseudoryx)
  • Raphicerus
  • Riedböcke (Redunca)
  • Gämsen (Rupicapra)
  • Saigas (Saiga)
  • Lichtenstein-Antilopen (Sigmoceros)
  • Kronenduker (Sylvicapra)
  • Afrikanische Büffel (Syncerus)
  • Elenantilopen (Taurotragus)
  • Vierhornantikopen (Tetracerus)
  • Tragelaphus

Systematik

Zur Gattung der Bisons (Bison) gehört auch die Art:

  • Wisent (Bison bonasus)

Zur Art des Amerikanischen Bisons (Bison bison) gehören die Unterarten:

  • Waldbison (Bison bison athabascae)
  • Präriebison (Bison bison bison)

Die Unterarten

Waldbison (Bison bison athabascae)
Rhoads, 1898
Englisch: Wood Bison
Französisch: Bison des forêts
Dänisch: Skovbison
Finnisch: Metsäbiisoni
Italienisch: Bisonte dei boschi
Niederländisch: Bosbison
Schwedisch: Skogsbison
Spanisch: Bisonte americano de bosque, Bisonte selvático de Athabascal
Allgemeines: Der Waldbison ist etwas größer als der Präriebison. Die Hörner sind länger und schlanker. Die Rückenlinie fällt nicht so steil ab als bei seinem Vetter und das Fell ist auch etwas dunkler. Insgesamt gesehen ähnelt der Waldbison dem Wisent.
Verbreitung: Die Heimat ist Kanada und der Norden der USA. Reinrassige Waldbisons gibt es heute nur noch in einem Nationalpark in Kanada. Der Lebensraum sind die Waldgebiete. Allerdings ist der Waldbison kein reiner Waldbewohner, er hält sich bevorzugt in der Nähe von Lichtungen, regelrechte Inseln aus Tundra- und Prärielandschaften, auf.

Präriebison (Bison bison bison)
Allgemeines: Die Rückenlinie ist von Widerrist aus steil abfallend.
Verbreitung: Die Heimat reicht von Kanada bis nach Mexiko, von den Rocky Mountains bis zum Mississippi-River. Der Lebensraum sind die Graslandschaften.

Der Bison und der Mensch

Der zweite Name des Bisons ist „Indianerbüffel“. Das kommt daher, da er für die Indianer lebensnotwenig war. Indianer ernährten sich von seinem Fleisch, aus dem Fell und den Sehnen stellten sie ihre Kleidung und Decken her. Auch die Hörner wurden verwertet. Der Bison war auch Lieferant für Sättel, Zaumzeug, Seilen, Geschirr, Schmuck und Werkzeugen. Die Indianervölker folgten den Wanderungen ihrer Bisonherde.

Status

Die Jagd der Indianer hatte keinen Einfluss auf den Fortbestand der Bisons. Wohl aber die Jagd des weißen Mannes, der das Indianer- und Büffelland besiedeln wollte. Er sah in dem Bison eine leichte Beute. Das hatte zur Folge, dass Ende des 19. Jahrhunderts nur noch rund 800 Tiere lebten.

Nicht nur die Jagd, sondern auch die Vernichtung der Lebensräume und das Unterbrechen der Wanderwege durch die Bahnlinien führten zur Dezimierung. Aber auch Jäger kamen mit den Bahnen schneller zu den Bisons und konnten ihre Beute durch die Bahn auch wesentlich besser abtransportieren. Allein der berühmt-berüchtigte „Buffalo-Bill“ hat etwas über 4000 Bisons in 18 Monaten erlegt. Allein zwischen den Jahren 1870 und 1875 wurden jährlich um die 2,5 Millionen Bisons getötet!

Im wahrsten Sinne in der letzten Minuten sind die Menschen damals aufgewacht und haben den Bisons Rückzugsgebiete errichtet, darunter der Büffelpark in Kanada und der Yellowstone-Nationalpark. Im Yellowstone lebten etwa 400, der noch rund 800 lebenden Tiere.

Ursprünglich lebten 60 Millionen Tiere, durch die Jagd standen sie am Rand der Ausrottung und heute leben dank der Schutzmassnahmen wieder etwa 350.000 Tiere. Die meisten Bisons leben heute in Nationalparks.

Hier finden Sie weitere Tierbilder.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (26 votes, average: 4,38 out of 5)
Amerikanischer Bison: Alles über die beinahe ausgerotteten Büffel
Loading...

Bildnachweise: Shutterstock/Gray Photo Online (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert