Wasserschwein: Alles zum beeindruckenden Capybara

Wasserschwein oder Capybara

Wasserschwein, Capybara oder Riesennager.
wissenschaftlicher Name: Hydrochaeris hydrochaeris. Das Wasserschwein gehört zur Familie der Meerschweinchen.

(Linnaeus, 1766)

wasserschwein

Foto von einer Capybara im Tropical Forest im Biodome von Montreal (Biodôme de Montreal), Quebec, Kanada
© Copyright Bild / Foto: Wasserschwein
Rolf Hicker Photography

  • Englisch: Capybara, Capibara
  • Französisch: Capybara, Cochon d’eau
  • Dänisch: Kapivar, Flodsvin
  • Finnisch: Vesisika, Kapybara
  • Italienisch: Capibara
  • Niederländisch: Capibara, Waterzwijn
  • Norwegisch: Flodsvinet, Kapivar, Kapybara
  • Portugiesisch: Capivara, Capincho, Carpincho
  • Schwedisch: Kapybara, Kapybar, Vattensvin
  • Spanisch: Capibara, Carpincho

 

  • Gattung: Wasserschweine (Hydrochaeris)
  • Unterfamilie: Hydrochoerinae
  • Familie: Meerschweinchen (Caviidae)
  • Überfamilie: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
  • Teilordnung: Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha)
  • Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Überordnung: Euarchontoglires
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Das Wasserschwein erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 100 bis 134 cm, Eine Schulterhöhe von 50 bis 75 und ein Gewicht von 35 bis 66 kg. Dabei werden die Weibchen etwas größer als die Männchen. Somit gilt das Capybara als größtes heute lebende Nagetier weltweit und hat trotz seines Namens nichts mit Schweinen zu tun. Diesen Namen verdankt dieser Nager seiner Körperform, die doch recht groß und plump ist. Und sein borstiges Fell rundet den Eindruck eines Schweins noch ab. Wenn man sich aber seine langen Beine anschaut, erinnert das Wasserschwein entfernt doch an ein Meerschweinchen. Das Fell ist nicht nur borstig, sondern auch spärlich und von rotbrauner bis braungelber Farbe. Der Kopf ist groß und stumpf abgerundet. Die Augen des Capybara sind leicht hervorstehend, die Ohren recht klein. Der Schwanz ist rückgebildet. An den Vorderpfoten befinden sich 4 hufähnliche Zehen, an den Hinterpfoten nur 3, zwischen den Zehen befinden sich kurze Schwimmhäute. Das ermöglicht dem Wasserschwein nicht nur eine problemlose Fortbewegung an Land, sondern er ist auch ein sehr guter Schwimmer. Wenn er schwimmt schauen Augen, Ohren und Nasenlöcher aus dem Wasser heraus.

Das Wasserschwein hat eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren.

Verbreitung

Die Heimat des Capybaras reicht von Panama bis Nordostargentinien, östlich der Anden. Als Lebensraum dienen aufgelockerte Waldbestände mit deckungsreichem Unterwuchs oder auch ausgedehnte, hochgewachsene und versumpfte Grasfluren. Aber auch im Regenwald und in der Savanne sind Wasserschweine zu finden. Auf jeden Fall befinden sich immer Gewässer in unmittelbarer Nähe.

Feinde

Die Hauptfeinde der Wasserschweine sind Jaguare und Kaimane. Aber auch der Mensch gilt als Feind, denn dieser jagt das Capybara teilweise aus reiner Jagdlust. Die jungen Wasserschweine werden aber auch zum Verzehr gejagt, denn sie sollen gebeizt vorzüglich schmecken.

Lebensweise

Die dämmerungsaktiven Wasserschweine leben in kleinen Herden von 3 bis zu 30 Tieren. Eine Herde besteht in der Regel aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Männchen ohne eigene Gruppe leben einzelgängerisch. Sie legen keine Baue an, haben aber bevorzugte geschützte Uferstellen, die immer wieder aufgesucht werden. Bei Gefahr flüchten Wasserschweine ins Wasser.

Ernährung

Die Nahrung des Capybaras besteht aus Gräsern, Kräutern und Baumrinden an Land und Wasserpflanzen, die sich die Tiere im Wasser stehend suchen. Hin und wieder stehen aber auch mal Reis, Wassermelonen oder Zuckerrohr mit auf dem Speiseplan.

Fortpflanzung

Zur Fortpflanzungszeit bildet sich beim geschlechtsreifen Männchen eine große Talgdrüse auf dem Nasenrücken, die einen moschusartigen Geruch verströmt. Männchen halten sich Harem und verpaaren sich mit mehreren Weibchen. Dann, nach einer Tragzeit von 110 bis 155 Tagen bringen die Weibchen jeweils 2 bis 8 voll entwickelte Junge mit einem Gewicht von 1 bis 2 kg zur Welt. Die Jungen folgen der Mutter bereits gleich nach der Geburt. Nach etwa 2 bis 4 Monaten werden die Jungen entwöhnt und auch gleich von der Mutter vertrieben.

Wasserschweine werden mit 12 bis 18 Monaten geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Wasserschweine gehören zur Familie der Meerschweinchen (Caviidae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Echte Meerschweinchen (Cavia)
  • Pampashasen (Dolichotis)
  • Gelbzahnmeerschweinchen (Galea)
  • Bergmeerschweinchen (Kerodon)
  • Zwergmeerschweinchen (Microcavia)

Systematik

Zur Gattung der Wasserschweine (Hydrochaeris) gehört nur eine Art, das Wasserschwein.

Zur Art des Wasserschweines (Hydrochaeris hydrochaeris) gehören die Unterarten:

  • Eigentliches Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris hydrochaeris)
  • Panama-Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris isthmius)

Die Unterarten

Eigentliches Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris hydrochaeris)
(Linnaeus, 1766)
Allgemeines: Die Tragzeit beträgt 150 bis 155 Tage.
Verbreitung: Das Eigentliche Wasserschwein ist die südliche Unterart.

Panama-Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris isthmius)
Goldman, 1912
Allgemeines: Das Panama-Wasserschwein ist nur halb so groß, wie das Eigentliche Wasserschwein und erreicht auch nur ein Gewicht von maximal 25 kg. Die Tragzeit beträgt rund 110 Tage.
Verbreitung: Das Panama-Wasserschwein ist die nördliche Unterart.

Status

Für das Wasserschwein besteht keine unmittelbare Bedrohung. Es ist weit verbreitet und sehr häufig, obwohl es in vielen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets nicht mehr zu finden ist.

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Bildnachweise: susan flashman/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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