Mendesantilope: Vom Aussterben bedrohte Antilopenart

Mendesantilope

Wissenschaftliche Informationen über die Mendesantilope, ein Mietglied aus der Familie der Hornträger.

wissenschaftlicher Name: Addax nasomaculatus; auch Addax; (Blainville, 1816)

Allgemeines

antilope, mendesantilope

Foto von einer Mendesantilope im Zoo Hannover, Deutschland
© Copyright Bild / Foto: Mendesantilope Antilope Huftier
Martina Klein

Die Mendesantilope erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 100 bis 135 cm, eine Schwanzlänge von 25 bis 40 cm, eine Schulterhöhe von 95 bis 115 cm und ein Gewicht von 60 bis 140 kg. Insgesamt ist das Weibchen etwas kleiner als das Männchen. Das kurze Fell ist gelbbraun bis gelblich weiß und sorgt so für eine gute Tarnung im Wüstensand. Das Gesicht der Mendesantilope trägt eine weißliche x-förmige Zeichnung. Vom oberen Rand der Zeichnung bis zu den Hörnern ist die Stirn dunkelbraun. Die Hufe sind breit und spreizbar, was ein Einsinken im losen Sand verhindert.

Die Hörner, die von beiden Geschlechtern getragen werden, haben eine leichte nach hinten gebogene Spiralform. Die Hörner der Weibchen sind mit bis zu 80 cm Länge kürzer als die der Männchen, deren Hörner bis zu 110 cm lang werden können. Die Hörner werden bei der Paarungszeit von den Männchen eingesetzt, wenn sie um die Weibchen buhlen. Auch gegen Fressfeinde werden sie von beiden Geschlechtern als Verteidigungswaffe eingesetzt.

Die Lebenserwartung von Mendesantilopen liegt bei 20 bis 25 Jahren.

Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat der Mendesantilope war einst das gesamte Gebiet der Sahara in Afrika. Heute lebt sie nur noch in kleinen, abgeschiedenen Gebieten in Mali, Mauretanien, dem Tschad und dem Niger. Gelegentlich kann man die Tiere bei ihren Wanderungen auch in Algerien und dem Sudan antreffen. Als Lebensraum dienen die sandigen Wüsten, Halbwüsten und Trockensteppen der Sahara.

Feinde

Der größte Feind der Mendesantilope ist der Mensch. Bereits die einheimische Bevölkerung hat diese Antilope ihres Fleisches und der Haut wegen gejagt, was aber noch keinen Einfluss auf den Bestand hatte. Erst als die weißen Siedler nach Afrika kamen, fingen die Vergnügungsjagden an, wodurch der Bestand stark zurückgegangen ist.

Lebensweise

Wie die meisten Tiere, die in Wüsten leben, sind auch die Mendesantilopen dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Den Tag verbringen sie meistens ruhend in selbstgegrabenen Sandkuhlen, die sich in der Regel im Schatten von Felsen oder Büschen befinden. Die Mendesantilopen haben keine festen Reviere und wandern umher. Sie leben in kleinen Herden, zu denen etwa fünf bis zwanzig Tieren gehören. Eine Herde besteht aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und deren Jungen. Die jungendlichen Männchen müssen nach einer Zeit die Herde verlassen und bilden dann gemeinsam kleine Verbände, bis sie alt und stark genug sind, sich selbst eine Herde aufzubauen.

Ernährung

Die Nahrung der Mendesantilopen besteht hauptsächlich aus Gräsern und gelegentlich auch aus dem Kräutern, Wurzeln, Sträuchern und Früchten. Auch wenn man Mendesantilopen an Wasserstellen trinken sieht, so bräuchten sie es eigentlich nicht, denn ihre Nahrung gibt ihnen die Menge an Flüssigkeit, die die Antilopen zum Leben braucht.

Fortpflanzung

Nach einer Tragzeit von etwa 255 bis 265 Tagen, meistens während der Regenzeit, bringt das Weibchen ein Junges zur Welt, das gleich nach der Geburt aufstehen und seiner Mutter folgen kann. Das Fell des Jungen ist bei der Geburt rotbraun. Entwöhnt wird das Junge mit etwa drei bis vier Monaten. Die Weibchen werden mit etwa 1,5 Jahren, die Männchen dagegen erst mit etwa 3 Jahren geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Mendesantilopen gehören zur Unterfamilie der Pferdeböckedt (Hippotraginae)
dazu gehören auch die Gattungen:

  • Hippotragus
  • Oryxantilopen (Oryx)

Systematik

Zur Gattung der Mendesantilopen (Addax) gehört nur eine Art, die Mendesantilope.

Status

Die Mendesantilope gilt als vom Aussterben bedroht. Ursprünglich war sie in der gesamten Sahara anzutreffen, doch heute ist sie fast überall ausgestorben und nur noch in kleinen Gebieten zu finden. Schuld daran sind die Vergnügungsjagden, die die damaligen weißen Siedler veranstaltet haben. Diese Jagden führten dazu, dass die Bestände extrem zurückgegangen sind. Heute wird der Bestand der frei lebenden Mendesantilopen auf gerade mal 350 Individuen geschätzt.

In menschlicher Obhut leben fast 1000 Mendesantilopen, allein in Europa gibt es etwa 300 Tiere in den Zoos. Zuchtprogramme und Auswilderungsprojekten helfen den Bestand in der freien Wildbahn wieder zu erhöhen.

  • Gattung: Mendesantilopen (Addax)
  • Unterfamilie: Pferdeböcke (Hippotraginae)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Gruppe: Huftiere (Ungulata)
  • Überordnung: Laurasiatheria
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

In anderen Sprachen

  • Englisch: Addax
  • Französisch: Addax
  • Finnisch: Mendesinantilooppi
  • Italienisch: Addax
  • Niederländisch: Addax, Mendes-antilope
  • Portugiesisch: Adax
  • Schwedisch: Addaxantilop
  • Spanisch: Addax
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Bildnachweise: Vladimir Liverts/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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