Informationen Eigentliche Kaengurus

Eigentliche Kaengurus oder Springbeutler: wissenschaftlicher Name: Amphiumidae. Die Eigentlichen Kaengurus sind eine Familie der Beuteltiere.


Infos zu den Eigentlichen Kängurus

  • Englisch: Kangaroos, Wallabies
  • Französisch: Kangourous
  • Spanisch: Ualabies

  • Ordnung: Beuteltiere (Marsupialia)
  • Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die kleinsten Arten dieser Familie sind nur etwa rattengroß, die größten erreichen aufgerichtet die Größe eines Menschen. Die Vorderbeine sind meistens kurz. Die Zehen der Vorderpfoten sind oft stark bekrallt, somit wirken die Pfoten wie Hände. Kennzeichnend für diese Familie ist der Verlust der 1. Zehe am Hinterfuß, die 2. und 3. Zehe sind lein und von einer gemeinsamen Haut umwachsen, die 4. Zehe ist deutlich verlängert, kräftiger entwickelt als die anderen und trägt einen großen Nagel. Die 5. Zeh ist wieder schwächer entwickelt. Der Schwanz kann kurz, aber auch sehr lang sein. Meistens ist er körperähnlich behaart. Wenn er als Stütze dient, ist er an der Wurzel kräftig und verjüngt sich zum Ende hin. Dient er als Balancierorgan, ist er auf seiner ganzen Länge gleichmäßig dick. Der Beutel ist gut ausgebildet und nach vorn geöffnet. Er enthält 4 Zitzen.

Weitere Kennzeichen sind Querjochen auf der Kaufläche der Backenzähne, eine komplizierte Gliederung des Magens in mehreren Teilen und die langen Hinterbeine (Ausnahme hierbei sind einige Buschkängurus). Bei den Hinterbeinen sind insbesondere Unterschenkel und Fuß verlängert, als Anpassung an schnelles und energiesparendes Hüpfen.

Es gibt Früchte- (browser) und Grasesser (grazer), ihre Zähne unterscheiden sich wie folgt:
Zu den so genannten "browser" gehören alle Arten (incl. der ausgestorbenen) der Kurzschnauzenkängurus (Sthenurinae), die Buschkängurus, Baumkängurus, Filander, das Sumpfwallaby und das Kurzschwanzkänguru. Diese Arten besitzen Backenzähne mit Querjochen und ohne kräftige Längskanten, ihre Vorbackenzähne sind groß und haben lange Schneidekanten, alle Backenzähne berühren gleichzeitig die gegenüberliegenden Zähne, die Kaubewegung ist quetschend. Im Laufe des Lebens schieben sie die Zähne nach vorn.
Zu den so genannten "grazer" gehören die Fels-, Nagelschwanz-, Hasenkängurus und alle Arten der Gattung der Echten Kängurus. Auf der Kaufläche der Backenzähne finden sich Längskanten, die Kaubewegung verläuft auch seitwärts nach innen gerichtet, so dass mit einer längs gerichteten Schneidekante die harten Pflanzenteile zerschnitten werden.

Kleinere Arten erreichen ein Alter von 8 Jahren, mittlere werden 12 und große Arten 16 Jahre alt.

Verbreitung

Kängurus sind über Australien, Tasmanien, Neuguinea und die benachbarten Inseln verbreitet.

Die Lebensräume sind sehr vielfältig. Einige Arten sind reine Steppenbewohner, andere bevorzugen felsiges Gelände. Einige Arten leben sogar überwiegend auf Bäumen. Und wieder andere Arten leben im hohen Gras, im Dickicht des Unterwuchses von Wäldern oder in lichten Buschlandschaften.

Steppenbewohner sind meistens außerordentlich schnelle Tiere, die mit ihren mächtigen Hinterbeinen eine gewaltige Sprungkraft entwickelt. Die Buschbewohner haben oft kürzere Hinterbeine.

Lebensweise

Kängurus leben häufig einzeln oder in kleinen Trupps, die aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihren Jungen bestehen. Weiteres wird bei den jeweiligen Gattungen/Arten erläutert.

Ernährung

Es gibt zwei Ernährungsweisen innerhalb dieser Familie: Die ursprünglicheren Arten, die meistens Wälder oder Gebüsch bewohnen ernähren sich von weicherer Pflanzenkost, wie z.B. Kräuter, Früchte, Blätter und Knospen ("browser"). Die höher entwickelten Arten, die offenen Grasländer bevorzugen ernähren sich hauptsächlich von Graspflanzen, die sehr harte Zellwände besitzen ("grazer").

Bei einigen Arten konnte man "Wiederkäuen" (wie unsere Rinder) beobachten.

Fortpflanzung

Die Känguruarten des Südens oder Südostens Australiens (wie das Graue Riesekänguru, Bennett- und andere Wallabies) pflanzen sich nur zu bestimmten Jahreszeiten fort. Die Arten des mehr tropischen Nordaustraliens (wie z.B. das Flinkwallaby und das Queensland-Felskänguru) sowie die Regenwaldbewohner vermehren sich das ganze Jahr über. Die Arten der zentralaustralischen Trockengebiete (wie das Rote Riesenkänguru und das Bergkänguru) sind zwar das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig, paaren sich aber nur bei günstigen Bedingungen.

Nach einer Tragzeit von 30-40 Tagen bringt das Weibchen normalerweise 1 Junges zur Welt, das dann bis zu 250 Tagen im Beutel bleibt.

Verwandtschaft

Eigentliche Kängurus gehören zur Ordnung der Beuteltiere (Marsupialia)
dazu gehören auch die Familien:

  • Beutelratten (Didelphidae)
  • Zwergopossums (Microbiotheriidae)
  • Spitzmausopossums oder Opossummäuse (Caenolestidae)
  • Raubbeutler (Dasyuridae)
  • Beutelwölfe (Thylacinidae)
  • Ameisenbeutler (Myrmecobiidae)
  • Beutelmulle (Notoryctidae)
  • Nasenbeutler, Bandikuts oder Beuteldachse (Peramelidae)
  • Regenwald-Nasenbeutler (Peroryctidae)
  • Kletterbeutler (Phalangeridae)
  • Ringbeutler (Pseudocheiridae)
  • Gleitbeutlerverwandte, Streifenphalanger oder Gleitbeutler (Petauridae)
  • Bilch- und Zwerggleitbeutler (Burramyidae)
  • Honigbeutler (Tarsipedidae)
  • Koalas oder Beutelbären (Phascolarctidae)
  • Wombats oder Plumpbeutler (Vombatidae)
  • Rattenkängurus (Potoroidae)

Systematik

Zur Familie der Eigentlichen Kängurus (Macropodidae) gehören drei Unterfamilien:

  • Kurzschnauzenkängurus (Sthenurinae)
  • Eigentliche Kängurus (Macropodinae)
  • Balbarinae

Die Unterfamilien

Kurzschnauzenkängurus (Sthenurinae)
Allgemeines: Diese Unterfamilie entstand im Pliozän bis Pleistozän. Die Gattung der Bänder-Hasenkängurus (Lagostrophus) mit der wahrscheinlich letzen lebenden Art, dem kleinen Bänder-Hasenkänguru waren wohl noch vor 150 Jahren auch in Südaustralien verbreitet, heute kommen sie nur in Westaustralien vor. Die Gattung der Troposodon waren in Pliozän bis Pleistozän nahe verwandte der Bänder-Hasenkängurus. Sie waren bis zu 100 kg schwer. Sie ernährten sich von weicherer Pflanzenkost. Man nimmt an, dass sie möglicherweise am Ende des Pliozän im zunehmenden Wettbewerb der grasenden, auch ausgestorbenen Gattung der Procoptodon unterlagen. Die Tiere dieser Gattung erreichten eine Standhöhe von bis über drei Meter. Die Schnauzen waren verkürzt, die Augen waren nach vorn gerichtet, die Arme waren lang und beweglich mit verlängertem 3. und 4. Finger. Am Hinterfuß war ur noch eine gut ausgebildete Zehe mit hufartigem Nagel.
Die Gattungen sind:

  • Bänder-Hasenkängurus (Lagostrophus)
  • Troposodon
  • Procoptodon

Eigentliche Kängurus (Macropodinae)
Englisch: Kangaroos and Wallabies
Französisch: Macropodinés
Allgmeines: Die ursprünglichsten Formen dieser Unterfamilie sind die Buschkängurus.
Die Gattungen sind:

  • Buschkängurus (Dorcopsis)
  • Filander oder Pademelons (Thylogale)
  • Kurzschwanzkängurus (Setonix)
  • Felskängurus (Petrogale)
  • Zwergsteinkängurus (Peradorcas)
  • Hasenkängurus (Lagorchestes)
  • Nagel- oder Nagelschwanzkängurus (Onychogalea)
  • Sumpfwallabys (Wallabia)
  • Echte Kängurus (Macropus)
  • Baumkängurus (Dendrolagus)

Balbarinae
Allgemeines: Diese Unterfamilie ist eine Gruppe von Känguruverwandten und ist ausgestorben. Diese Unterfamilie ist nur durch Fossilfinden aus dem mittleren bis älteren Miozän bekannt. Die ältesten Formen sind etwa 15 Millionen Jahre alt und stammen aus Südaustralien. Etwas jüngere Arten sind aus Queensland und dem Nordterritorium bekannt. Diese Tiere waren etwa kaninchen- bis hasengroß. Sie hatten ein besonderes, ursprüngliches Höckermuster auf den Backenzähnen. Sie alle haben aber schon die typisch känguruartige Fußwurzel, so dass sie wohl auch schon wie Kängurus hüpfen konnten.


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foto Flinkes Kaenguru Sand Oder Flinkwallaby Flinkes Kaenguru Sand Oder Flinkwallaby
wissenschaftlicher Name: Macropus agilis. Das Flinke Kaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus
foto Rueckenstreifen Oder Aalstrichkaenguru Oder Wallaby Rueckenstreifen Oder Aalstrichkaenguru Oder Wallaby
wissenschaftlicher Name: Macropus dorsalis. Das Rueckenstreifen-Kaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Tammar Damakaenguru Oder Derbywallaby Tammar Damakaenguru Oder Derbywallaby
wissenschaftlicher Name: Macropus eugenii. Das Damakaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Westliches Graues Riesenkaenguru Westliches Graues Riesenkaenguru
wissenschaftlicher Name: Macropus fuliginosus. Das Westliche Graues Riesenkaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Parmakaenguru Oder Wallaby Parmakaenguru Oder Wallaby
wissenschaftlicher Name: Macropus parma. Das Parmakaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Huebschgesichtwallaby Huebschgesichtwallaby
wissenschaftlicher Name: Macropus parryi. Das Huebschgesichtwallaby gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Bergkaenguru Bergwallaruh Wallaroo Oder Euro Bergkaenguru Bergwallaruh Wallaroo Oder Euro
wissenschaftlicher Name: Macropus robustus. Das Bergkaenguru gehoert zur Gattung der Echte Kaengurus.
foto Bennettwallaby Kaenguru Bennettwallaby Kaenguru
Bennettwallaby Kaenguru Oder Rotnackenwallaby:
wissenschaftlicher Name: Macropus rufogriseus. Das Bennettwallaby gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Rotes Riesenkaenguru Rotes Riesenkaenguru
wissenschaftlicher Name: Macropus rufus. Das Rote Riesenkaenguru gehoert zur Gattung der Echte Kaengurus.
foto Oestliches Graues Riesenkaenguru Oestliches Graues Riesenkaenguru
wissenschaftlicher Name: Macropus giganteus. Das Oestliche Graues Riesenkaenguru gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
foto Irmawallaby Oder Handschuhkaenguru Irmawallaby Oder Handschuhkaenguru
wissenschaftlicher Name: Macropus irma. Das Irmawallaby gehoert zur Gattung der Echten Kaengurus.
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