Wale

Sie sind die größten Säugetiere und bewegen sich trotz ihrer unglaublichen Masse von teilweise über 100 Tonnen anmutig und beinahe schwerelos durch die Ozeane der Erde. Der vor allem in Norddeutschland verwendete Begriff Walfisch ist übrigens falsch, obwohl eine gewisse Ähnlich zu den Fischen nicht geleugnet werden kann.

1. Wale werden in zwei Arten unterteilt

Man unterscheidet zwischen Bartenwalen und Zahnwalen, wobei erstgenannte vor allem Plankton und Krill fressen, während die Zahnwale sich von Fischen, Tiefseekalmaren und anderen kleineren Walen oder Robben ernähren. Was aber trinken Wale? Kurz gesagt, nichts – Wale und Delfine nehmen aus der Nahrung ausreichend Flüssigkeit zu sich.

Wale im Meer

Evolutionsbiologisch betrachtet teilen sich Paarhufer wie Rinder und Schweine mit den Walen den gleichen Vorfahren. Manche Forscher sprechen aufgrund der nicht vollständig gleichen Abstammung von Walen und Delfinen. Delfine bilden die artenreichste Familie der Wale und sind in allen Weltmeeren beheimatet. Je nach Größe und Ernährungsverhalten leben die verschiedenen Arten z.B. im Nordatlantik vor der Norwegischen Küste, im Nordpazifik, vor der Küste Kanadas, Grönlands und Islands, in tropischen Gewässern oder auch im Mittelmeer. Einzig der Schweinswal ist regelmäßig in der Nord- und Ostsee zu beobachten, für größere Meeressäuger sind diese Gewässer zu flach. Es kommt trotzdem immer wieder vor, dass verirrte Wale stranden. Sie können dann nur durch schnelles Handeln überleben und ins Meer zurück befördert werden.

Als Säugetiere bringen sie lebende Junge zur Welt, welche die Muttertiere mit einer speziellen Milch säugen. Im Gegensatz zu Fischen haben Wale keine Schuppen, sondern eine Lederhaut, die ihnen ein schnelles Gleiten durch das Wasser ermöglicht. Zudem haben Wale keine Kiemen, sondern atmen durch Lungen.  Das unterschiedliche Volumen der Lungen ermöglicht ein Abtauchen für wenige Minuten bis hin zu über einer Stunde. Dabei speichern viele Walarten den lebenswichtigen Sauerstoff auch in den Muskeln, da durch den steigenden Wasserdruck die Lungenfunktion stark eingeschränkt ist.

2. Die Walarten haben einen ähnlichen Körperbau

Auffällig am Körperbau der Wale ist der gewaltige, sehr lange Kopf. Die Knochen sind weniger kompakt als bei Landsäugetieren und teilweise durch Knorpel oder Fettgewebe ersetzt. Die vier Gliedmaßen sind zu Flossen umgeformt, die meisten Wale und Delfine besitzen eine aufrechtstehende Rückenflosse, welche auch Finne genannt wird. Die hintere Schwanzflosse (Fluke) ist je nach Art anders geformt, sehr beweglich und dient dem Antrieb, der bei einigen Delfinen eine Geschwindigkeit von 55 km/h erreichen kann. Auf dem Rücken befindet sich bei vielen Walen ein Blasloch, aus welchem sie die verbrauchte Luft nach einem Tauchgang herausdrücken. Es handelt sich dabei also nicht um eine Wasserfontäne, sondern um Atemluft, welche durch die Außentemperatur kondensiert und einen feinen Sprühnebel bildet.

Walflosse im MeerAufgrund ihrer geringen Größe und ihres lebhaften Verhaltens werden Delfine häufig in Zoos oder Aquaparks gehalten. Dort werden mit den gelehrigen Tiere Shows veranstaltet, in den sie durch Ringe springen oder weitere Kunststücke vorführen. Diese sogenannten Delfinarien werden von Tierschützern aus aller Welt kritisiert, da die Tiere dort einem nicht natürlichen Stress ausgesetzt werden und einen viel zu kleinen Lebensraum bewohnen. In Gefangenschaft gehaltene Orcas zeigen oftmals Verhaltensaufälligkeiten, eine schlechte gesundheitliche Verfassung und Aggressivität gegenüber ihren Trainern. Besonders die Sea World Parks in Amerika und der Loro Parque auf Teneriffa standen in den vergangenen Jahren mehrfach in der medialen Aufmerksamkeit, da die gehaltenen Orcas starben, ihre Trainer verletzten oder sogar töteten und offensichtlich unter der Gefangenschaft litten.

Wenn Sie Wale und Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten möchten, bieten sich Walbeobachtungen (whale watching) an. Dies kann von der Küste oder von einem Bot aus geschehen und wahrt zu den Tieren einen respektvollen Abstand.

3. Der Wal und der Mensch – ein angespanntes Verhältnis

Generell ist das Verhältnis zwischen Menschen und Walen von Jagd, Missverständnissen und Unkenntnis geprägt. Viele Walarten wurden jahrzehntelang so intensiv aufgrund ihres Trans, Fleisches und Ambras gejagt, dass ihre Bestände am Rande der Ausrottung stehen. Besonders Grauwale, Blauwale und Nordkapper stehen auf der Roten Liste. Delfine geraten oft als sogenannter Beifang in die Netze der Thunfischfischer und sind daher ebenfalls in ihrem Bestand bedroht. Zusätzlich trägt die Verschmutzung der Meere durch Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel und Plastik zum Walsterben bei.

Wale halten im Tierreich einige Rekorde: So ist der Blauwal nicht nur das größte und schwerste lebende Säugetier unserer Erde (durchschnittlich 30 Meter Länge, um 200 Tonnen), sondern auch hält diesen Rekord auch noch nach Hinzunahme der ausgestorbenen Dinosaurier.

Pottwal im MeerDer Pottwal verzeichnet den Tiefenrekord unter den Säugetieren und taucht regelmäßig in bis zu 3000 Meter hinab. Mit durchschnittlich 200 Jahren erreicht der Grönlandwal das höchste Alter. Zwar sind alle Bartenwale durch Ihre “Walmusik” bekannt, die größte melodische Vielfalt erzeugen jedoch die Buckelwale. Die Funktion dieses Walgesangs ist noch nicht vollständig geklärt, Forscher vermuten jedoch, dass diese Geräusche der Kommunikation, besonders während der Paarungszeit, dienen. Da das Wasser dem Schall einen großen und verstärkenden Resonanzraum bildet, sind die Gesänge über mehrere 100 Kilometer zu hören.

In unserem Tierlexikon präsentieren wir Ihnen eine anschauliche Übersicht der wichtigen Walarten und stellen Ihnen die Tiere und ihre spezifischen Merkmale mit vielen Fotos veranschaulicht vor.

Grindwal

Globicephala melas

Grindwal, Pilotwal, Gewöhnlicher oder Langflossen-Grindwal wissenschaftlicher Name: Globicephala melas. Der Grindwal gehört zur Familie der Delfine (Traill, 1809) Englisch: Pilot Whale, Blackfish, Long-finned pilto whale Französisch: Globicéphale noir, Clobicéphale commun, Chaudron, Déducteur Dänisch: Grindehval Niederländisch: Griend, Gewone griend, Zwarte griend Portugiesisch: Baleia Piloto Schwedisch: Grindval, Långfenad grindval, Pilotval Spanisch: Caldrón negro   Gattung: Grindwale (Globicephala) Unterfamilie: Grindwale […]

Nördlicher Zwergwal

Nördlicher Zwergwal oder Minkewal wissenschaftlicher Name: Balaenoptera acutorostrata. Der Nördliche Zwergwal gehört zur Familie der Furchenwale Lacépède, 1804 Englisch: Minke Whale, Northern Minke Whale, Lesser Rorqual, Little Piked Whale Französisch: Baleine de Minke, Baleine à bec, Baleinoptère à museau pointu, Petit rorqual Dänisch: Vågehval Finnisch: Lahtivalas Isländisch: Hrefna (hvalur) Niederländisch: Dwergvinvis Norwegisch: Vågehval Portugiesisch: Baleia-minke-antártica Schwedisch: Vikval […]

Weißwal – Beluga

wissenschaftlicher Name: „Delphinapterus leucas“. Der Weißwal gehört zur Familie der Gründelwale. Beluga, Weisswal – (Pallas, 1776) Englisch: Beluga, White Whale Französisch: Béluga, Baleine blanche Dänisch: Hvidhval Finnisch: Maitovalas, Beluga Isländisch: Mjaldur (Hvíthvalur, Hvítfiskur, Hvítingur) Italienisch: Beluga Niederländisch: Witte dolfijn, Beloega, Witte walvis Norwegisch: Hvithval, Hvitfisk, Beluga Portugiesisch: Baleia-branca, Beluga Schwedisch: Vitval, Beluga Spanisch: Beluga   […]

Buckelwal

Megaptera novaeangliae

wissenschaftlicher Name: Megaptera novaeangliae. Der Buckelwal gehört zur Familie der Furchenwale (Borowski, 1781) Englisch: Humpback Whale, Hump Whale, Hunchbacked Whale, Bunch Französisch: Baleine à bosse, Baleine à taquet, Jubarte, Mégaptère, Rorqual à bosse, Rorqual du Cap Dänisch: Pukkelhval Niederländisch: Bultrug Norwegisch: Knølhval Portugiesisch: Baleia-de-bossa Schwedisch: Knölval, Puckelval Spanisch: Ballena jorobada, Gubarte, Jorobada, Rorcual jorobado   Gattung: […]

Grauwal

wissenschaftlicher Name: Eschrichtius robustus. Der Grauwal gehört zur Unterordnung der Bartenwale. (Lilljeborg, 1861) Auf diesen englischen Seiten finden Sie weitere Bilder zum Thema Wale: Whales. Englisch: Gray Whale, Grey Whale Französisch: Baleine grise Niederländisch: Grijze walvis Schwedisch: Gråval   Gattung: Eschrichtius Familie: Eschrichtiidae Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti) Ordnung: Wale (Cetacea) Überordnung: Laurasiatheria Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria) Klasse: Säugetiere (Mammalia) Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda) […]

Finnwal

wissenschaftlicher Name: Balaenoptera physalus. Der Finnwal gehört zur Familie der Furchenwale. (Linnaeus, 1758) Hier finden Sie weitere Bilder zum Thema Wale Englisch: Fin Whale, Finback Whale Französisch: Rorqual commun Niederländisch: Gewone vinvis Norwegisch: Finnhval Schwedisch: Sillval Spanisch: Rorcual común   Gattung: Balaenoptera Familie: Furchenwale (Balaenopteridae) Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti) Ordnung: Wale (Cetacea) Überordnung: Laurasiatheria Unterklasse: Höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria) […]

Pottwal

Spermwal

Pottwal oder Spermwal wissenschaftlicher Name: Physeter macrocephalus, oder auch Physeter catodon. Der Pottwal gehört zur Familie der Pottwale. Linnaeus, 1758 Englisch: Sperm Whale, Pot Whale, Spermacet Whale, Cachalot, Cachelot Französisch: Cachalot Dänisch: Kaskelothval Niederländisch: Potvis Portugiesisch: Cachalote Schwedisch: Kaskelot Spanisch: Ballena esperma, Cachalote   Gattung: Pottwale (Physeter) Familie: Pottwale (Physeteridae) Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti) Ordnung: Wale (Cetacea) Überordnung: Laurasiatheria Unterklasse: […]

Großer Schwertwal

Großer Schwertwal, Orca oder Killerwal wissenschaftlicher Name: Orcinus orca. Der Schwertwal gehört zur Familie der Delfine. (Linnaeus, 1758) Englisch: Killer Whale, Orca Französisch: Epaulard, Orque Dänisch: Spækhugger Niederländisch: Orka Portugiesisch: Baleia Assassina, Orca Schwedisch: Späckhuggare Spanisch: Espadarte, Orca wissenschaftlicher Name: Orcinus orca   Gattung: Große Schwertwale (Orcinus) Unterfamilie: Echte Delfine (Delphininae) Familie: Delfine (Delphinidae) Überfamilie: Delfinartige (Delphinoidea) Unterordnung: […]