Informationen Schliefer

wissenschaftlicher Name: Hyracoidea. Schliefer sind eine Ordnung der Saeugetiere


Infos zu den Schliefern

  • Überordnung: Vorhuftiere (Subungulata)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Auch wenn die Schliefer gut kaninchengroße, murmeltierähnliche Pelztiere sind, so sind sie doch nahe Verwandte der Elefanten und Seekühe. Nach langem Hin und Her hat man die Zugehörigkeit zu den Vorhuftieren erkannt. Sie haben nämlich Eigentümlichkeiten, die eindeutig die Huftierverwandtschaft nachweist: Der Bau der "Krallen", der nashornähnliche Aufbau der Backenzähne, eine an die südamerikanischen Nabelschweine erinnernde Duftdrüse auf dem Rücken und die wie bei den Elefanten ständig wachsende Schneidezähne.

Die Schliefer erreichen ein Gewicht von 2,5 bis 4,5 kg. Es gab in der Eiszeit aber noch größere Arten. Die ursprünglichen Schliefer waren langschnäuzig, die heutigen sind rundlich mit einem stumpf-kegelförmigen Kopf und kleinen, rundlichen Ohren.

Die Schliefer haben keine Eckzähne. Die beiden Schneidezähne des Oberkiefers haben keine Wurzeln und können daher ständig nachweisen.

Der Hals ist kurz, der Rumpf plump und gedrungen. Auf der Rückenmitte liegt ein Gebiet mit abweichender Fellfärbung. Dieses ist ein kahler Hautfleck, der von einem Kranz aufrichtbarer Haare umgeben ist. Diese nackte Stelle ist ein Drüsenfeld. Diese Rückendrüse tritt besonders gut während des Droh- und Imponierverhaltens in Erscheinung. Das Sekret, was dort abgesondert wird, hat ein honigfarbenes, milchig-weißes Aussehen und oft stark duftend. Bei einigen Formen kann es z.B. nach frisch gebranntem Zucker riechen.

Die Beine der Schliefer sind kurz. An den Vorderpfoten haben sie 4, an den Hinterpfoten 3 Zehen. An den abgerundeten Fingerbeeren sitzen flache, schwarze Nägel, die sich teilweise deutlich bis auf die Unterseite der Zehen ausdehnen, so dass man erkennen kann, wie sich einmal der echte Huf der Huftiere entwickelt haben könnte. Nur an der inneren Hinterzehe befindet sich eine lange, gebogene Kralle, die als Putzwerkzeug dient. Die Fußunterseite besteht aus gummiartig-elastischen Hautkissen, die mit zahlreichen Schweißdrüsen durchsetzt und schlecht an eine Grabtätigkeit angepasst sind. Wegen der Haftfähigkeit ihrer Füße sind Schliefer gute Kletterer.

Der Schwanz ist kurz, stummelförmig und äußerlich nicht sichtbar. Das Fell ist kurz und dicht und meist einheitlich schwarzbraun bis sandfarben ohne stärkere Zeichnung. Büschel langer Tasthaare befinden sich am Kopf. Das Riech- und Sehvermögen ist ausgezeichnet.

Verbreitung

Sie leben in Afrika, südlich und östlich der Sahara. Der Lebensraum reicht von tropischen Regenwäldern, Galeriewäldern und dichten Waldinseln in den Savannen bis in lockere, felsig-steinige Steppen. Geröllflächen und Steinwüsten. Der Klippschliefer geht im Bergland bis auf eine Höhe von 3700 m.

Lebensweise

Die Schliefer haben unterschiedliche Lebensweisen. Es gibt Tag- (Klipp- und Buschschliefer) und Nachttiere (Baumschliefer). Entweder sind sie Einzelgänger oder leben gesellig. Sie sind revierbildend und ortstreu. In Erd- und Baumhöhlen und Felsspalten leben sie. Die Schliefer haben einen Hauptfeind, den Leoparden. Außerhalb der Erdhöhlen sind ständig einzelne Tiere als Wachposten anzutreffen, die beim Nähern eines Feindes leise Alarm- und schrille Warnpfiffe ausstoßen. Auch können verschiede Schlieferarten nebeneinander im gleichen Lebensraum leben.

Ernährung

Baumschliefer, die im Regenwald leben, äsen saftige Blätter, Knospen und junge Triebe. Die anderen Schliefer fressen Kräuter, Gräser und Stauden. Während der Trockenzeit nehmen sie auch Rinden und Blätter zu sich, bzw. im Gebirge dann Flechten und Moose und in Wüsten dann Wüstengräser und Akazienblätter.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit finden erbitterte Kämpfe statt. Es bilden sich dann Haremsfamilien und Junggesellengruppen, die immer wieder Ärger machen. Die Tragzeit liegt wahrscheinlich bei 7-9 Monaten. Es werden zwischen 1 und 4 Junge geboren, die voll entwickelt sind. Die Jungtiere werden gemeinsam in Mutterfamilien betreut. Die Männchen werden vor der Geburt weggebissen. Die Geschlechtsreife tritt im Alter von 16-17 Monaten ein.

Verwandtschaft

Schliefer gehören zur Unterklasse der Höheren Säugetiere (Eutheria)
dazu gehören auch die Ordnungen:

  • Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Rüsselspringer (Macroscelidea)
  • Fledertiere (Chiroptera)
  • Riesengleiter (Dermoptera)
  • Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Herrentiere oder Primaten (Primates)
  • Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Schuppentiere (Pholidota)
  • Nagetiere (Rodentia)
  • Raubtiere (Carnivora)
  • Hasentiere (Lagomorpha)
  • Waltiere (Cetacea)
  • Röhrenzähner (Tubulidentata)
  • Rüsseltiere (Proboscidea)
  • Seekühe (Sirenia)
  • Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Paarhufer (Artiodactyla)

Systematik

Zur Ordnung der Schliefer (Hyracoidea) gehört nur eine Familie, die Kletterschliefer (Procaviidae) mit den Gattungen:

  • Baum- oder Waldschliefer (Dendrohyrax)
  • Buschschliefer (Heterohyrax)
  • Klipp- oder Wüstenschliefer (Procavia)

Gattungen

Die Kletterschliefer (Procaviidae) sind die einzige noch lebende Familie dieser Ordnung. Diese wird dann noch in 3 Gattungen mit 11 Arten aufgeteilt. Die Gattungen sind die Baumschliefer, die Buschschliefer und die Klippschliefer, wobei die Baumschliefer die urtümlichsten und die Klippschliefer die spezialisiertesten Arten darstellen.


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