Informationen Ruesselspringer

wissenschaftlicher Name: Macroscelidea. Ruesselspringer sind eine Ordnung der Saeugetiere


Infos zu den Rüsselspringern

  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Rüsselspringer haben eine starke Ähnlichkeit mit den >Spitzmäusen, sie sind nur etwas größer. Sie haben große, runde, glänzende Augen, eine spitze Schnauze - einen Rüssel - und lange Beine. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine.

Sie haben Kopf-Rumpf-Längen von 10,4 bis 29,4 cm, Schwanzlängen von 11,5 bis 25,5 cm und Gewichte von 45 g bis 540 g.

Verbreitung

Die Rüsselspringer sind in Afrika weit verbreitet und leben in sehr unterschiedlichen Lebensräumen, wie der Namib-Wüste in Südwestafrika, den Steppen und Savannen Ostafrikas, den Gebirgs- und Tieflandwäldern Zentralafrikas und den halbtrockenen Gebieten im äußersten Nordwesten Afrikas.

Lebensweise

Diese Tiere sind tag- und dämmerungsaktiv. Man bekommt sie aber kaum zu sehen. Die kleinen mausgroßen Arten verbergen sich gern und die größeren und farbigeren Rüsselhündchen hört man nur, wenn sie, nicht gerade leise, in den Wald flüchten. Beide verstecken sich gern.

Sie sind alle Bodenbewohner. Einige Arten leben als locker zusammengeschlossene monogame Paare in aneinandergrenzenden Heimrevieren, die gegen benachbarte Paare verteidigt werden. Alle Arten markieren mit Duftdrüsen ihre Reviere. Diese Drüsen liegen bei mehreren Arten der Gattung Elefantenspitzmäuse (Elephantulus) am Schwanzende, bei den Rüsselhündchen (Rhynchocyon) genau hinter dem After. Die Verständigung durch Laute ist unwichtig. Elephantulus-Arten erzeugen Geräusche durch Aufstampfen der Hinterbeine und Rhynchocyon-Arten schlagen mit dem Schwanz auf den Boden. Wenn Rüsselhündchen gefangen werden, geben sie einen durchdringenden, hohen Schrei ab. Sie sind erstaunlich zahm, wenn man sie anfasst.

Ernährung

Sie fressen Wirbellose Tiere. Kleiner Arten fressen auch Pflanzen, vor allem kleine, fleischige Früchte und Samen.

Fortpflanzung

Fast alle Arten können sich das ganze Jahr über vermehren. Bei Rüsselhündchen beträgt die Tragzeit etwa 45 Tage, bei den kleineren Arten etwa 60 Tage. Die Tiere bringen normalerweise mehrmals im Jahr Junge zur Welt. Es werden ein bis zwei gut entwickelte Junge geboren. Ausnahmen siehe unten.

Verwandtschaft

Rüsselspringer gehören zur Unterklasse der Höheren Säugetieren (Eutheria)
dazu gehören auch die Ordnungen:

  • Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Fledertiere (Chiroptera)
  • Riesengleiter (Dermoptera)
  • Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Herrentiere oder Primaten (Primates)
  • Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Schuppentiere (Pholidota)
  • Nagetiere (Rodentia)
  • Raubtiere (Carnivora)
  • Hasentiere (Lagomorpha)
  • Waltiere (Cetacea)
  • Röhrenzähner (Tubulidentata)
  • Rüsseltiere (Proboscidea)
  • Seekühe (Sirenia)
  • Schliefer (Hyracoidea)
  • Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Paarhufer (Artiodactyla)

Systematik

Zur Ordnung der Rüsselspringer (Macroscelidea) gehört nur eine Familie die Rüsselspringer mit den Gattungen der Rüsselspringer:

  • Elefantenspitzmäuse (Elephantulus)
  • Rüsselspringer (Macroscelides)
  • Rüsselratten (Petrodomus)

und den Gattungen der Rüsselhündchen:
  • Rüsselhündchen, (Rhynchocyon)

Einige Arten

Das Gefleckte Rüsselhündchen (Rhynchocyon cirnei) lebt in den Wäldern des Kongos nördlich des Kongo-Flusses und in vielen Waldgebieten Ostafrikas. Es bringt als einzige Rhynchocyon-Art pro Wurf sogar drei Junge zur Welt. Das Goldene Rüsselhündchen (Rhynchocyon chrysopygus) kann bis zu 4 Jahre alt werden.

Der Kurznasenrüsselspringer (Elephantulus brachyrhynchus) bewohnt trockene Dornbuschsteppen und Grasland, aber auch lichte Wälder mit dichtem Unterholz. Er lebt als Einsiedler. Die Schwarzfüßige Elefantenspitzmaus (Elephantulus fuscipes) hat ihre Duftdrüse an der Brust, genau wie der Somali-Rüsselspringer (Elephantulus revoili). Der Langschwanz-Rüsselspringer (Elephantulus myurus) lebt ausschließlich in felsigen Gegenden, wo er zwischen Spalten und Ritzen Zuflucht sucht. Die Trockenland-Elefantenspitzmaus (Elephantulus intufi) und die Klippen-Elefantenspitzmaus (Elephantulus rupestris) graben sich als Behausung kurze, flache Löcher in Sandböden. Wo der Boden zu hart ist, ziehen sie auch in verwaiste Nagetierbauten ein. Die Nordafrikanische Elefantenspitzmaus (Elephantulus rozeti) ist die einzige in Nordafrika beheimatete Art. Sie kommt in Marokko und Algerien vor. Auch sie bringt als einzige Art ihrer Gattung drei Junge pro Wurf zur Welt. Die Rote Elefantenspitzmaus (Elephantulus rufescens) kann 2 1/2 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar bis 5 1/2 Jahre. Sie hat ihre Duftdrüse unter den Fußsohlen. Sie legt ein Wegesystem in ihrem Revier an, damit sie dieses schnell durchqueren kann. Sie wohnt nicht in Höhen oder anderen Unterschlupfen, sondern ohne Schutz in ihrem Wegesystem.

Der Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) lebt in Namibia und Südafrika in der Kapprovinz), dort in den Ebenen und den Felsen. Er erreicht eine Körper-Rumpf-Länge von 9,5-12,5 cm und eine Schwanzlänge von 9,5-14 cm. Diese Art ist sehr zahlreich und Tag und Nacht in ihren komplexen Wegesystem unterwegs. Sie graben sich als "Wohnung" auch kurze, flache Löcher in den Sandboden. Die Hauptnahrung besteht aus Termiten. Manchmal graben sie dazu Gänge in Termitenhügel. Auch Samen, Früchte und Beeren gehören zu ihrer Nahrung. Um an dieser Nahrung zu kommen springen sie von Zweig zu Zweig. Der lange Schwanz hilft, das Gleichgewicht zu behalten. Sie bringen nur einmal im Jahr, in der Regenzeit, 1-2 Junge zur Welt, die schon sehr weit entwickelt sind nur ein paar Tage lang gesäugt werden. Die Jungen können fast von Anfang an laufen und springen.

Die Waldrüsselratte (Petrodomus sultan) bevorzugt Dickichte und besiedelt auch den dichten Busch oder Wald. Sie legen häufig Erdbaue an. Die Vierzehenrüsselratte (Petrodomus tetradactylus) kann, genau wie einige Elephantulus-Arten, durch Aufstampfen der Hinterbeine Geräusche erzeugen. Auch sie legen ein komplexes Wegesystem an, um ihr Territorium leicht und schnell durchqueren zu können. Auch sie leben innerhalb ihres Wegesystems ohne besonderen Schutz, genau wie die o.g. Rote Elefantenspitzmaus.


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