Informationen Flughunde

Flughunde oder Flugfuechse: wissenschaftlicher Name: Megachiroptera. Flughunde sind eine Unterordnung der Flattertiere.


Infos zu den Flughunden

  • Ordnung: Flatter- oder Fledertiere (Chiroptera)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Flughunde erreichen Kopf-Rumpf-Längen von 6 bis 40 cm, Spannweiten von 25 bis 150 cm und Gewichte von 15 bis 1000 g. Der Kopf ist hundeartig und hat bei den meisten Arten große Augen, die den Dämmerungs- bzw. Höhlentiere auch bei schlechtem Licht noch ein ausreichendes Sehen ermöglichen. Der Geruchssinn ist sehr gut ausgebildet. Die Ohren sind relativ klein, der Schwanz ist kurz oder er fehlt sogar.

Die Backenzähne haben platte Kronen mit spitzen Längskammern.

Verbreitung

Die Flughunde leben in den Tropen und Subtropen der Alten Welt.

Ernährung

Flughunde sind Fruchtfresser, einige Arten sind auch Nektarsauger. Das Tier lässt sich an der Frucht oder Blüte nieder und hält sich mit den Krallen der beiden ersten Finger und der Zehen fest. Entweder wird die Nahrung gleich an Ort und Stelle verzehrt oder mit dem Mund im Flug davongetragen. Oft zerquetschen die Tiere die Früchte nur erhalten so den Brei oder Saft. Kleiner Arten können im Schwirrflug über bzw. vor der Nahrungsquelle stehen und Stücke abbeißen oder die Blüten abreißen.

Verwandtschaft

Flughunde gehören zur Ordnung der Flattertiere (Chiroptera)
dazu gehören noch die Unterordnung der Fledermäuse mit den Familien:

  • Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
  • Hasenmäuler (Noctilionidae)
  • Mausschwanz-Fledermäuse/Klappnasen (Rhinopomatidae)
  • Echte Vampire (Desmodontidae)
  • Bulldogg-Fledermäuse (Molossidae)
  • Blattnasen (Phyllostomatidae)
  • Rundblattnasen (Hipposideridae)
  • Großblattnasen oder Falsche Vampire (Megadermatidae)
  • Schlitznasen (Nycteridae)
  • Hufeisennasen (Rhinolophidae)
  • Stummeldaumen (Furipteridae)
  • Neuseeland-Fledermäuse (Mystacinidae)
  • Madagassische Haftscheibenfledermäuse (Myzopodidae)
  • Trichterohren (Natalidae)
  • Amerikanische Haftscheibenfledermäuse (Thyropteridae)
  • Mausohr-Fledermäuse/Glattnasen (Vespertilionidae)
  • Schweinsnasen-Fledermäuse (Crasoenycteridae)
  • Kinnblatt-Fledermäuse (Mormoopidae)

Systematik

Zur Unterordnung der Flughunde (Balaenoptera) gehört nur eine Familie, die Flughunde i.e.S. (Pteropidae) mit den Gattungen:

  • Epomops
  • Hypsignathus
  • Langzungenflughunde (Macroglossus)
  • Eidolon
  • Höhlenflughunde (Rousettus)
  • Harpyionycteris
  • Nyctimene
  • Riesenflughunde (Pteropus)

Arten/Gattungen

Eine Unterfamilie sind die Epauletten-Flughunde (Epomophorinae), die nur in Afrika vorkommen. Ihren Namen haben sie von den hell gefärbten Haarbüscheln auf den Schultern, die an die Epauletten, den Schulterschmuck mancher Uniformen erinnern. Dank der darunter liegenden, ausstülpbaren Hauttaschen können diese Haarbüschel mehr oder weniger zur Schau gestellt werden. Allerdings gibt es auch Arten, die diese Epauletten nicht aufweisen.

So z.B. der Hammerkopf (Hypsignathus monstrosus), der in Afrika, von Gambia bis Uganda und Angola lebt. Er hat eine Spannweite von rund 90 cm und eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 20 cm, eine absonderliche Kopfform und keinen Schwanz. Er lebt in Höhen bis 2000 m. Der Hammerkopf verdankt seinen Namen einer eigenartigen Schwellung seiner Nase, über deren Funktion nichts bekannt ist. Die Männchen haben einen ausgeprägten Kehlkopf mit Luftsäcken, die bis zum Zwerchfell reichen. Dies dient den lautstarken Männchen zur Stimmverstärkung. Ihre Stimme ähnelt dem Quaken von Ochsenfröschen. Die Männchen versammeln sich in bestimmten Bäumen und schreien stundenlang im Chor. Tagsüber hängen sie gerne in Gruppen unter Palmwedeln. Sie ernähren sich vom Saft der Mangos und hin und wieder auch von Fleisch. Nach einer Tragzeit von 5 1/2 Jahren bringen die Weibchen ein Junges zur Welt.

Auch andere Arten ruhen nur in kleinen Gruppen, oder auch einzeln. Hierzu gehören auch der Büttikofers Epauletten-Flughund (Epomops buettikoferi) aus Nordwestguinea und Franquets Epauletten-Flughund (Epomops franqueti) aus Afrika; von Nigeria bis Angola bis Zimbabwe und Tansania. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 18 cm und einer Spannweite von 25 cm. Der Schwanz fehlt. Sie hängen im dichten Buschwerk und in der Nähe von Gewässern und sind im Blätterwerk sehr gut getarnt.

Die kleinsten Flughunde sind die der Gattung Langzungenflughunde (Macroglossus). Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa 6 cm und eine Spannweite von 25 cm. Sie ernähren sich von Pollen und Nektar. Mit ihrer langen, schmalen Zunge können sie sogar tief in Röhrenblüten eintauchen. Zu dieser Gattung gehören der Zwerg-Langzungenflughund (Macroglossus minimus) der auf Burma bis Malaysia und Bali lebt und der Macroglossus lagochilus, der von Malaysia bis Neuguinea zu finden ist. Der Zwerg-Langzungenflughund lebt allein und wird darum nicht so schnell von Feinden aufgespürt.

Zur Unterfamilie der Langnasen-Flughunde (Pteropinae) gehört die Gattung der Höhlenflughunde (Rousettus). Sie leben wie die Fledermäuse in Höhlen und besitzen ebenfalls das Ultraschall-Echolot. Allerdings ist dieses bei den Höhlenflughunden noch nicht ganz so weit entwickelt, es besteht aus einer Reihe von klickenden hochfrequenten Schnalzlauten, die in der Mundhöhle mit der Zunge erzeugt werden und deren Echo mit den Ohren wahrgenommen wird.

Der Nilflughund oder Ägyptische Flughund (Rousettus aegyptiacus) kommt von Afrika bis Indien und Malaysia vor, wird 15 cm lang und erreicht eine Spannweite von rund 40 cm. Der Schwanz ist 1,5 cm lang. Er lebt in weiten Teilen Afrikas bis nach Zypern. Häufig kommt er in den Höhlen und Tempelruinen des Niltales vor. Kolonien von bis zu 2000 Tieren sind nicht selten.

In geschlechtlich getrennten Kolonien lebt der gelbbraune Rousettus leschenaulti aus Indien und der Angola-Flughund (Rousettus angolensis). Manchmal bilden Mütter mit Kindern so genannte "Wochenstuben". Auch die gerade von der Mutter unabhängig gewordenen Jugendlichen rotten sich an besonderen Stellen der Höhle zusammen. Die indische Art hat zwei Geburtssaisons, eine im März und die andere im August. Die Befruchtung erfolgt zwischen November und März. Die nackten, rosafarbenen Jungen bleiben 2 Monate bei der Mutter. Sie trägt sie immer mit sich herum. Die Geschlechtsreife setzt mit einem Jahr ein.

Die Riesenflughunde (Gattung Pteropus) leben im Himalaja, in Indonesien und Australien. Die Arten ähneln sich alle in Körperbau und Lebensweise. Es kommen verschieden Farbvarianten vor. Die Flughäute regeln den Wärmehaushalt. Sie ziehen sich bei Kälte mit Hilfe von kleinen Muskeln zusammen und werden mantelartig um den Körper gewickelt. Der Kopf und die Nase und meistens auch ein Fuß werden darunter verborgen, so dass vorgewärmte Luft aus dieser Umhüllung eingeatmet werden kann. Bei Temperaturen zwischen 18 und 30°C lockern die Tiere diese isolierende Haut, und schließlich wird sie als kühlender Fächer benutzt. Wird es aber wärmer als 37°C, speicheln sich die Tiere an Körper und Flughäuten ein. Durch die entstehenden Verdunstungskälte des Wassers, wird die Eigenwärme herabgesetzt. Wenn es zu kalt wird, verlassen sie ihre Schlafbäume und suchen Höhlen auf. Die Riesenflughunde bringen ein Junges pro Jahr zur Welt. Die Tragzeit dauert 190-203 Tage. Die Jungen krallen sich für mehrere Monate an der Mutter fest und werden umher geflogen. Mit 4 Monaten fangen die Jungen an, die Mutter während der Tagesrast für kürzere Zeit zu verlassen. Dann mit 8 Monaten sind sie selbstständig.

In Indonesien lebt der Kalong (Pteropus celaeno), der mit dem Indischen Riesenflughund (Pteropus giganteus) die größten heute lebenden Flattertiere bilden. Diese Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 40 cm und eine Spannweite von 150 cm. Der Indische Riesenflughund lebt in Süd- und Südostasien und hängt tagsüber in Gruppen von mehreren tausend Tieren schlafend in großen Bäumen.

In Australien leben der Rote Flughund (Pteropus rufus) und der Graukopf-Flughund (Pteropus poliocephalus). Sie erreichen eine Spannweite von gut 1 m.

Der Whitehead-Spitzzahn-Flughund (Harpyionycteris whiteheadi) lebt auf den Philippinen und Celebes. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt ca. 15 cm und die Spannweite ca. 30 cm. Ein Schwanz ist nicht vorhanden. Er hat nach vorne gerichteten Schneidezähne, die wie eine Schere funktionieren. Offenbar schneidet das Tier damit Feigen und andere Früchte von den Bäumen ab.

Der Große Röhrennasen-Flughund (Nyctimene major) lebt auf Celebes, in Neuguinea, Nordaustralien und den Salomon-Inseln. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt ca. 10 cm, die Spannweite etwa 25 cm und die Schwanzlänge 2 cm. Die Nasenöffnung ist stark verlängert und röhrenartig. Er reißt mit seinen Zähnen Stücke von den Früchten ab, die er dann kaut und an der Brust und dem Bauch zerreibt. Er saugt nur den Sauft ab, den Rest wirft er fort. Sie schlafen tagsüber alleine.

Der Palmenflughund (Eidolon helvum) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 20 cm. Er ist an einem breiten, gelblichen Halsband über dem ansonsten bräunlichen Fell zu erkennen. Er ist ein Kulturfolger und lebt sogar in kleineren Oasen, aber auch inmitten tropischer Großstädte, wo immer sich Palmen, vor allem Dattelpalmen.


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