Informationen Fledermaeuse

wissenschaftlicher Name: Microchiroptera. Fledermaeuse sind eine Unterordnung der Flattertiere.


Infos zu den Fledermäusen

  • Ordnung: Flatter- oder Fledertiere (Chiroptera)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Es gibt nur wenige Merkmale, die bei allen Fledermaus-Familien gleich sind. So hat z.B., im Gegensatz zu den Flughunden, der zweite Finger keine Kralle. Das Ohr entspringt nie als geschlossener Ring am Kopf, sonder Vorder- und Hinterrand des Ohres sind an der Basis voneinander getrennt. In der so entstandenen Lücke entspringt oft eine längliche Ohrklappe, die wohl der Verbesserung der Richtcharakteristik des hochempfindlichen Ohres dient.

Bis auf die Flughaut und die Ohrmuscheln, ist der gesamte Körper behaart, allerdings gibt es kein Unterhaar, sonder nur das, was beim Pelztier als Grannenhaar bezeichnet wird. Haut und Haare werden mit dem öligen Sekret von Hautdrüsen eingefettet und dadurch elastisch gehalten. Es gibt aber auch eine Arten, die nackt sind. So z.B. die malaiische, völlig schwarze Nacktfledermaus (Bulldogg-Fledermäuse). An verschieden Körperstellen befinden sich Duftdrüsen, deren Absonderungen für uns oft sehr unangenehm riechen, aber sie dienen wohl der Geschlechtsfindung.

Das Gebiss hat sich der jeweiligen Ernährungsweise angepasst und enthält 20-38 Zähne. Die Backenzähne aller Fledermäuse haben spitze, in W-Form angeordnete Höcker, mit denen die Insektenkörper zerschrotet werden.

Die Fledermäuse erreichen, je nach Art, Kopf-Rumpf-Längen von 4 bis 16 cm. Die Körpergröße steht im Zusammenhang mit dem Flugtyp. Die großen Arten, mit breiten Flügeln haben einen verhältnismäßig langsamen Ruderflug, die kleinen Arten, mit schmalen Flügeln dagegen sind reißend schnell. Die Flügelspannweiten liegen zwischen 15 und 90 cm. Das Gesamtgewicht der ausgewachsenen Tiere zwischen 3,5 und 180 g.

Die Fledermäuse haben einen Ultraschall-Echolot. Mit diesem System wird die Umwelt durch Aussendung eigener Signale abgetastet. Diese Schallstöße werden im Kehlkopf erzeugt und durch die Nase oder das geöffnete Maul abgestrahlt. Es sind hochfrequente Ultraschall-Laute von 20.000 bis über 100.000 Hz, für den Menschen unhörbar. Diese Schallstrahlen werden gebündelt ausgesendet, werden von den Dingen in der näheren Umgebung reflektiert und erreichen dann das Ohr der Fledermaus. Aus der Hin- und Rücklaufzeit kann das Tier die Entfernung des Gegenstandes ermitteln. Die Reichweiten liegen allerdings nur bei 4-5 m. Die Häufigkeit des Such- oder Ortungstones ist mit der Atmung und diese mit den Flügelschlägen gekoppelt. Meistens wird mit jedem Flügelschlag, bzw. Atemzug ein Schallstoß ausgesendet. Wenn sich das fliegende Tier einem Gegenstand nähert oder zur Landung ansetzt, steigert es die Häufigkeit dieser Schallstöße. Je unbekannter eine Gegend dem Tier ist, umso häufiger und kürzer sind die Ortungslaute.

Lebensweise

In den gemäßigten Zonen verfallen die Fledermäuse in eine Art Winterschlaf, sobald die Nahrung knapp wird. Das ist durch das nicht so gut entwickelte Regelungssystem der Körpertemperatur bedingt. Manche Arten haben während dieser Schlafzeit nur die Temperatur der Umgebung. Einige Arten unternehmen Wanderzüge, um keinen Winterschlaf halten zu müssen.

Ernährung

Die meisten Arten sind Insektenfresser. Einige Arten allerdings jagen kleine Wirbeltiere und fressen Kleinfledermäuse, Vögel, Geckos, Frösche (Falsche Vampire) und Fische (Hasenmäuler), andere Arten haben sich zu Saft- und Blutleckern entwickelt (Echte Vampire).

Fortpflanzung

Bei den Fledermäusen unserer Gebiete findet die Paarung kurz vor dem Winterschlaf statt, wobei die meisten Weibchen begattet werden. Die männlichen Samenzellen überdauern den Winter in der Gebärmutter. Erst im darauf folgendem Frühjahr reifen die Eier und werden von den dann wieder aktivierten Spermien befruchtet. Die noch nicht begatteten Weibchen können sich jetzt auch noch befruchten lassen, dabei kann noch alles termingerecht ablaufen. Im Juni wird dann ein, selten zwei, Junges geboren. Die eigentliche Tragzeit liegt, je nach Art, bei 50-70 Tage.

Schwangere Weibchen und Mütter mit Neugeborenen bilden "Wochenstuben". Bei einigen Arten sind auch einige Männchen in diesen Rotten vertreten

Verwandtschaft

Fledermäuse gehören zur Ordnung der Flattertiere (Chiroptera)
dazu gehört auch die Unterordnung:

  • Flughunde oder Flugfüchse (Megachiroptera)

Systematik

Zur Unterordnung der Fledermäuse (Microchiroptera) gehören die Familien:

  • Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
  • Hasenmäuler (Noctilionidae)
  • Mausschwanz-Fledermäuse/Klappnasen (Rhinopomatidae)
  • Echte Vampire (Desmodontidae)
  • Bulldogg-Fledermäuse (Molossidae)
  • Blattnasen (Phyllostomatidae)
  • Rundblattnasen (Hipposideridae)
  • Großblattnasen oder Falsche Vampire (Megadermatidae)
  • Schlitznasen (Nycteridae)
  • Hufeisennasen (Rhinolophidae)
  • Stummeldaumen (Furipteridae)
  • Neuseeland-Fledermäuse (Mystacinidae)
  • Madagassische Haftscheibenfledermäuse (Myzopodidae)
  • Trichterohren (Natalidae)
  • Amerikanische Haftscheibenfledermäuse (Thyropteridae)
  • Mausohr-Fledermäuse/Glattnasen (Vespertilionidae)
  • Schweinsnasen-Fledermäuse (Crasoenycteridae)
  • Kinnblatt-Fledermäuse (Mormoopidae)


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